Zuletzt gesehener Film

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      8 Rue de l'Humanité
      Wem Dany Boon ein Begriff ist und was damit anfangen kann, dem sei auch dieses liebevoll inszenierte Filmchen ans Herz gelegt. Zwar gehört er meines Erachtens eher zu den Schwächeren aus seinem Repertoire (einige Charaktere werden nur sehr oberflächlich in das Handlungskonstrukt eingebunden und kommen nicht wirklich zur Entfaltung, ausserdem hatte ich ständig das Gefühl, dass ein roter Faden und plot-points fehlen), aber eine der Stärken des Films ist sicherlich, dass er versucht einfach ganz nüchtern und frei von Tendenzen mit der Thematik umzugehen und einfach die sehr unterschiedlichen Figuren dabei beobachtet, wie sie mit den neuen Lebensumständen zurecht kommen bzw. damit umgehen. Daraus entstehen durchaus einige sehr witzige und teils klamaukige Situationen, die aber dann doch an den richtigen Stellen mit der notwendigen Ernsthaftigkeit gepaart sind. Am Ende ist das Ganze sicherlich nicht frei von Kitsch und Klischees, aber trotzdem hinterlässt der Film aus meiner Sicht ein behagliches Wärmegefühl voller Hoffnung und scheint gerade für einen gemütlichen Film-Abend zu zweit durchaus geeignet.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.
      Ausser dem enttäuschenden Eternals im Kino hab ich mir auch daheim noch etwas leichte Kost zu Gemüte geführt:

      Amazon Prime
      Booksmart
      Das ist eine wirklich ganz sympathische Coming of age Teenie-Komödie, die mich super unterhalten hat, auch wenn sie wirklich sehr glatt gebügelt wirkt. Vielleicht wollte Olivia White aber auch einfach mal zur Abwechslung ein Bild einer Schule zeichnen, in der Rassismus, Diskriminierung und Mobbing nur noch eine sehr untergeordnete (bis gar keine) Rolle spielen und sich die Gesellschaft darüber hinaus entwickelt hat. Ein netter Gedanke. Dei beiden talentierten Haupt-Darstellerinnen sind wunderbar leichtfüssig und authentisch, daher kriegen sie hier noch ein Sonderlob.

      Disney +
      Shang-Chi
      Der auf jeden Fall bessere Marvel-Film als Eternals mit einigen unglaublich coolen Martial-Arts Kämpfen, der auf den Spuren von The Raid, House of Flying Daggers und Hero wandelt. Das Dumme ist, dass das der Film nach etwa 2 Dritteln vergisst und dann im brachialen CGI - Massaker absäuft, weshalb ich letztendlich die grösstenteils wohlwollende Stimmung unter Kritikern nicht ganz verstehen kann. Aber auf jeden Fall guckbar.

      Jungle Cruise
      Ein weiteres, absolut familientaugliches (auch für die Kleinen) Filmchen von Disney mit "The Rock" und einer wie immer hinreisenden Emily Blunt. Der Film versucht hauptsächlich Raiders of the lost ark und Fluch der Karibik nach zu ahmen, was ihm mässig gut gelingt. Am Ende ist das aber ein harmloser Familienstreifen, den man sich in der geeigneten Stimmung durchaus mal antun kann.

      Netflix
      Red Notice
      Naja, dazu gibt's im Grunde nicht viel zu sagen. Die Haupt-Figuren sind eindimensionale, schablonenhafte Abziehbilder ihrer selbst (bzw. der von ihnen am häufigsten verkörperten Figuren), die Geschichte ist dumm, der Plot könnte unlogischer nicht sein, die Action maximal Mittelmass und es ist mir ein absolutes Rätsel, warum dieser Film 200 Mio Dollar gekostet haben soll (wobei gefühlt ja sicher 100 Mio. schon allein für den Cast und Regie flöten gegangen sind), da er einfach nur billig aussieht.
      Am Ende muss ich allerdings trotzdem eingestehen, dass viele Sprüche von Reynolds zünden und die Chemie zwischen ihm und Johnson passt. Und wer bitte sieht Gal Gadot nicht gerne dabei zu wie sie grazil durchs Bild stolzieren und ab und zu ein paar Backpfeifen austeilen kann? (es tut mir wirklich leid, dass ich so oberflächlich bin, im Ernst)
      Meine Mama (die so ziemlich jeden Film mit Dwayne Johnson supertoll findet) hatte einen heiden Spass damit und allein sie so lachen zusehen hat auch mir automatisch Freude bereitet. Am Ende stellt sich dann eben doch die Frage, ob der Film damit seinen Zweck erfüllt hat (da es sicher ganz viele Zuschauer gibt, die ihre Lieblingsdarsteller eben genau in dieser Form sehen wollen), auch wenn das Blockbuster-Kino dadurch sicherlich nicht besser wird.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

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      Moonfall
      Coole Idee, sehr schlecht umgesetzt. Leider bekommt Emmerich offenbar nicht mal mehr genug Budget, dass seine Filme zumindest optisch noch eindrucksvoll sind. 2012 ist 10 Jahre alt und sieht meiner Meinung nach besser und plastischer aus. Über Handlungslogik oder wissenschaftlicher Genauigkeit braucht man bei seinen Filmen sowieso nicht diskutieren, aber auch da ist Moonfall noch auf sehr niedrigem Niveau, in etwa auf Augenhöhe mit Independence day 2. Daher nicht wirklich empfehlenswert, wer seinen Filmen generell nicht ganz abgeneigt ist, kann ihn sich in 4K und mit vernünftigem Soundsystem mal antun.

      The Bad Batch (Netflix-Film von 2016, nicht die Star Wars Serie)
      Starker, einprägsamer Anfang. Der Film ist eine Mischung aus ziemlich kranker Romanze (die für mich leider zu keinem Zeitpunkt wirklich greifbar ist, trotz guter Darsteller) und Endzeit-LSD Trip. Man merkt, dass sich die Regiesseurin eher für ihre Bilder als für Handlung, Nachvollziehbarkeit oder Charakterentwicklung interessiert. Auch auf Dialog verzichtet man weitgehend. Darunter leidet die Dramaturgie, weshalb es zeitweise etwas schwer fällt bei der Stange zu bleiben. Nichtsdestotrotz halte ich den Film für eines der gelungeren Netflix-Experimente, aber man muss sich wirklich darauf einlassen können, ansonsten wird man den Film nicht mögen oder gar verfluchen, weshalb für mich die schlechten Bewertungen auf Rotten und imdb auch durchaus nachvollziehbar sind.

      The Bubble
      Da der Film von Judd Apatow ist, einen soliden Cast hat und ich die meissten seiner Komödien eigentlich gerne mag (vor allem Jungfrau 40 und Beim ersten mal), war ich recht optimistisch, als ich den Film auf Netflix entdeckt habe.
      Tja, weit gefehlt, ich habe seit Jahren keinen so beschissenen Film mehr gesehen und ich glaube, das ist einer der aller wenigsten, wenn nicht sogar der einzige Film, den ich je (so etwa nach der Hälfte) abgebrochen habe, weil ich ihn schlicht nicht mehr ertragen konnte. Apatow hat offenbar alles verlernt was ihn seiner Zeit ausgezeichnet hat. Diese Satire geht zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise auf, es fehlt jeglicher Biss und Subtilität. Man hat sich vorgenommen Corona-, Filmgeschäft- und Filmgeschäft-während-Corona (also ein ziemlich breites Themenfeld, das einem wirklich genug Möglichkeiten für feingeschliffene humoristische Spitzen eröffnen sollte) auf die Schippe zu nehmen und geht dabei kläglichst unter, indem man sich auf plattesten Fäkalhumor der untersten Schublade beschränkt. Ist es denn wirklich immer noch lustig, wenn Menschen sich gegenseitig in den Mund kotzen? Ganz ganz übler Schund ist das, der aus sämtlichen Filmdatenbanken umgehend gelöscht werden sollte. Widerlich, pfui. Unfassbar, das solcher Rotz auf filmstarts sogar noch mit 3 Sternen bewertet wird. Ich persönlich vergebe 0 von 10 Punkten.

      Crawl
      Das ist eine ganz feine und unterhaltsame Genre-Perle, die trotz begrenzter Mittel mit starken Darstellern und einer tollen Atmosphäre überzeugt. Wer bspw. The Shallows mochte, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Tarantino soll ja mal gesagt haben, dass Crawl der beste Film 2019 war- soweit würde ich persönlich zwar nicht gehen, aber ich kann mir vorstellen warum er ihm der Film so gefallen hat. :D
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

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      The Northman (2022)

      Der Film erzählt die Geschichte des Wikingers Amleth, der Rache für den Verrat und Mord seines Vaters sucht. Wer dabei an William Shakespeares Hamlet denken muss, liegt damit nicht ganz verkehrt, da Shakespeares Geschichte in groben Zügen auf der altdänischen Amlethus-Sage basiert. Ob Shakespeare die Sage direkt bekannt war, ist nicht bekannt, aber diese klassische Rachegeschichte ist wahrscheinlich so alt, dass es müßig wäre, darüber zu diskutieren, wer jetzt bei wem abgeschrieben hat. Die Sage wird auch nicht 1 zu 1 wiedergegeben.
      Inszeniert wurde der Film von Robert Eggers, der durch seine Horrorfilme The Witch und The Lighthouse Bekanntheit erlangte. Deshalb wäre es auch vermessen, hier eine zweistündige, stumpfe Schlachtplatte zu erwarten, was der Trailer vielleicht mit Alexander Skarsgårds bauchfreien Berserkerauftritt erwarten lassen könnte :whistling:
      Geschlachtet wird natürlich trotzdem, aber der Film ist tatsächlich sehr viel kammerspielhafter angelegt und erzeugt eine düstere Atmosphäre, die sich mit fortschreitenden Verlauf immer weiter verdichtet und die Intensität steigert. Dafür nimmt sich der Film, mit seinen 137 Minuten Länge, auch die nötige Zeit. Das Tempo ist wesentlich gemächlicher, als es in den ansonsten üblichen Filmen der Fall ist. Wer nur noch das MCU kennt, könnte z.B. mit dem niedrigen Tempo etwas überfordert sein.
      Dieses ruhigere Tempo zeigt sich auch im Schnitt, was doch sehr angenehm ist. Die bereits erwähnte "Berserker-Szene" aus dem Trailer wartet z.B. mit einer längeren Kamerafahrt auf und ist bei weitem nicht die einzige Stelle, in der man die Kamera länger auf die Darsteller halten konnte.
      Musikalisch kann man mit Sicherheit festhalten, dass Einar Selvik (Kopf hinter dem Folk-Projekt Wardruna und u.a. an den Soundtracks von Vikings und Assassin's Creed Valhalla beteiligt) es geschafft hat, festzulegen, wie Wikinger im 21. Jahrhundert zu klingen haben, gewisse Wardruna-Vibes kann man dem Score nicht absprechen. Dabei ist Selvik gar nicht an dem Film beteiligt. Der Sound funktioniert in dieser Geschichte aber auch wunderbar und trägt, mit den vielen Schauplätzen (Irland, Island, Nordirland), seinen Teil zu einer mystisch-düsteren Atmosphäre bei.
      Mystik spielt in einem Wikingerfilm natürlich ebenfalls eine Rolle, weshalb es durchaus von Vorteil ist, wenn man weiß, was es mit Odin, Freya, Walküren, sowie den Nornir und ihren Fäden auf sich hat. Dass Eggers mit dieser Mystik gerne spielt und Szenen einstreut, in denen man sich fragt, ob das grade wirklich passiert, dürfte Kenner seiner Filme nicht überraschen. Wem solche Themen eher befremdlich erscheinen, wird mit dem Film wahrscheinlich nicht warm werden.
      Darüber hinaus gibt es Stellen, an denen die Charaktere stark berauscht sind und sich deshalb etwas merkwürdig verhalten. Außerdem ist die Ausdrucksweise der Figuren etwas altbacken, wie könnte sie auch anders? Ich weiß, dass es durchaus Menschen gibt, die so etwas irritiert (obwohl die sich wohl selten in ein Forum über eine Fantasy-Romanreihe verirren sollten), weshalb ich das erwähne. Dafür bekommt der Zuschauer aber auch keine ungehobelten Prinzessinnen, die sich nur mit einem "Oh, Sorry" entschuldigen.
      Die Besetzung fällt mit Alexander Skarsgård, dessen Bruder Gustav übrigens den Floki in Vikings gespielt hat, Nicole Kidman, Moon Knight-Bösewicht Ethan Hawke, Willem Dafoe und Schachgroßmeisterin Anya Taylor-Joy recht prominent aus. Witzigerweise haben Kidman und Skarsgård mal in Big Little Lies ein Ehepaar gespielt und verkörpern jetzt Mutter und Sohn. Dabei ist Nicole Kidman nur 9 Jahre älter :D Bei Nicole Kidman habe ich mittlerweile allerdings große Probleme, sie als Charakter in einem Film und nicht als Nicole Kidman zu sehen, weshalb ihre Szenen für mich immer so kleine Immersionsbrecher sind.

      Meiner Meinung nach ist The Northman ein sehenswerter Film, der seine Geschichte konsequent erzählt, für einige Leute aber auch etwas zu speziell sein dürfte.
      Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton
      Zwei Päpste
      Kein schlecht erzählter Film, der viele dokumentatorische Züge annimmt. Die beiden Hauptdarsteller machen ihre Sache sehr gut und ihr frisches, gut aufgelegtes und nicht mit Humor geizendes Schauspiel sorgt dafür, dass man das ganze Geschehen interessiert verfolgt und ihren Dialogen gebannt lauscht. Man fragt sich bei sowas natürlich ständig, wie viel Wahrheit im Gezeigten steckt und irgendwas hält mich davon ab, es einfach nach zu googeln.

      The Irish man
      Endlich nachgeholt. Im Nachgang muss ich sagen, dass meine Skepsis unbegründet war, denn der finale Scorsese Mobster-Abgesang hat mir wirklich gut gefallen. Ich glaube es war Maegwin, die mal gesagt hat, dass sie die künstliche Verjüngung der Figuren ständig rausgezogen hat- ich persönlich muss sagen, dass ich damit eigentlich keine grossen Probleme hatte. Ehrlich gesagt, fand ich es sogar ziemlich beeindruckend, was ILM da gelungen ist. Bis auf das Zuweilen unnatürliche Funkeln in De Niros Augen, fand ich Make Up und CGI eigentlich ganz fantastisch, und ich würde sogar fast behaupten, dass auch das Funkeln in Franks Augen genau so beabsichtigt war. Der Film ist sehr ruhig erzählt, setzt hauptsächlich auf gut geschriebene Dialoge und das Talent der zweifellos ziemlich opulenten Darstellerriege. Kamera und Setting sind absolut punktgenau. Es war wirklich schön, all die alten Hasen nochmal gemeinsam in einem Film zu sehen- einer Hollywood-Legende zu Folge soll Scorsese Joey Pesci die Rolle ja nahezu 50 mal angeboten haben, bis dieser endlich dazu bereit war aus seinem Ruhestand zurück zu kehren. Was das Pacing anbelangt, erinnert der Film eher an den Paten, trotz der vielen Referenzen an Goodfellas und Casino. Frank ist eine wirklich faszinierende, stoische Figur, deren emotionales Befinden man stets und bis zum Schluss nur schwer einschätzen kann.

      The Power of the Dog

      Aus meiner Sicht ein typischer Oscar bait. Auch wenn ich die darstellerische Leistung aller Beteiligten sehr schätze, war der Film für mich irgendwie zu zähflüssig und ereignislos. Ich denke man hätte sich durchaus bis zu 20 Minuten sparen können. Trotzdem gibt es viele schöne und subersive Bilder, was neben den Dartsellern die grosse Stärke des Films ist.

      Three Bilboards Outside Ebbing, Missourri
      Der mit Abstand stärkste von den genannten. Die mittlerweile mit 3 Oscars ausgezeichnete Francis Mcdormand ist nach wie vor eine der fantastischsten Schauspielerinnen die es gibt, freue mich schon auf Nomadland, den ich vorhabe in den nächsten Tagen nachzuholen. An dieser Stelle sei auch nochmal allen, die Fargo nur als Netflix-Serie kennen, das filmische Original von 1997 ans Herz gelegt.
      Sam Rockwells Auszeichnung für diesen Film ist meiner Meinung nach ebenfalls hochverdient und Woody Harrelson darf mal wieder was anderes spielen als den sprücheklopfenden Zyniker, sehr schön. Ich habe selten einen Film gesehen, der ein so erschütterndes und grausames Thema behandelt und es dabei trotzdem schafft, immer wieder den Gemütszustand des Zuschauers aufzulockern und durchaus für den ein oder anderen Lacher zu sorgen. Ausserdem ist eine der grossen Stärken des Drehbuchs die Unvorhersehbarkeit der Ereignisse, die, so skurril sie auch manchmal sein mögen, trotzdem zu keinem Zeitpunkt unglaubhaft wirken. Ist jetzt meckern auf hohem Niveau, aber es gibt eine einzige Szene, die es meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte- und das ist jene Rückblende, in der man der Tochter doch noch ein Gesicht gibt (ansonsten erfährt man alles von ihr nur aus Dialogen). Hier schränkt man aus meiner Sicht lediglich die Imaginationskraft des Zuschauers bewusst ein um ihn zu schonen, da er bis zu diesem Zeitpunkt gezwungen ist, der Tochter selbst ein Gesicht zu geben. So oder so ist das ein ganz ganz toller Film und es fällt allein von der Prämisse her recht schwer zu glauben, dass der als bester Film ausgezeichnete The Shape of Water noch besser sein soll, aber davon werde ich mich ebenfalls noch in nächster Zeit überzeugen.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

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