Bundestagswahl 2021 - ehemals 2017

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      ​Theoretisch hätte Angela Merkels Kanzlerschaft bereits 2013 enden können, wenn Rot-Rot-Grün sich etwas einiger gewesen wären.


      Das hat Angela damals aber ebenfalls anders gesehen. :)
      Wie bei den "Kanzlerkandidaten", die im Grunde auch nicht verbindlich sind, dürfte die Abkehr von gewissen Traditionen zu sehr breitflächigem Unmut in der Bevölkerung führen. Die Maegwin-Partei würde übrigens auch das endlich rechtlich verankern. Wählt die Maegwin-Partei. Sie ist sehr polemisch.

      Ich verstehe so wenig hier drin und einiges ist schlicht falsch, aber wer genau soll denn bei der Logik sonst regieren, so dass die Stimme des Volkes nicht umgangen wird?


      Da hat jemand zu viel RT TV geguckt.
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      Maegwin wrote:

      Wie bei den "Kanzlerkandidaten", die im Grunde auch nicht verbindlich sind, dürfte die Abkehr von gewissen Traditionen zu sehr breitflächigem Unmut in der Bevölkerung führen.

      Finde es vor diesem Hintergrund selber etwas lustig, dass vor allem im linken Lager immer wieder auf diese vermeintliche RRG-Mehrheit von 2013 verwiesen wird. Wenn man nur ein wenig näher hinschaut, hat man einen desolaten Kanzlerkandidaten der SPD, der einer beliebten Bundeskanzlerin mit einem unfassbar starken Unions-Ergebnis gegenübersteht, dann hat man über 10% an Wählerstimmen aus dem rechten Lager, das nicht im Bundestag vertreten ist, eine Bevölkerung, in der meiner Erinnerung nach etwa 25% dieser Koalition zugestimmt hätten, und nicht zuletzt erhebliche inhaltliche Differenzen zwischen RG und der Linken zusammen mit einer hauchdünnen Mehrheit im Parlament. Aber ja, rechnerisch wäre es natürlich möglich gewesen...

      Maegwin wrote:

      Die Maegwin-Partei würde übrigens auch das endlich rechtlich verankern.

      Meinst du, dass der Kandidat der stärksten Partei rechtlich einen Anspruch auf das Kanzleramt hat? Das würde ich etwas skeptisch sehen, sofern bestimmte Bedingungen gegeben sind, kann auch der Zweitplatzierte eine gute Alternative sein. Dafür sollte er jedoch persönlich beliebt sein, seine Partei ein gutes Ergebnis eingefahren haben und die Koalition genügend Rückhalt in der Bevölkerung besitzen. Wenn ich das so schreibe, denke ich fast, dass diese Faktoren eigentlich sowieso immer berücksichtigt werden, das Nach-Wahl-Geschehen findet ja doch selten im luftleeren Raum statt.

      Maegwin wrote:

      Wählt die Maegwin-Partei. Sie ist sehr polemisch.

      Klingt absolut vielversprechend...
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      "I'm going to kill that."

      Maegwin wrote:

      Die Maegwin-Partei würde übrigens auch das endlich rechtlich verankern.


      Ne. Der Willy Brandt wirkte mir von den bisherigen Bundeskanzlern am sympathischsten, also lieber nicht. Außerdem könnte in Sachsen oder so demnächst eventuell eine AFD Pluralität erreichen.

      Übrigens hat Kanada eventuell gerade USA in "Gott sei dank haben wir nicht das Wahlsystem" geschlagen. Ich habe ja 2016 mit dem Gedanken gespielt, Grün zu wählen, wenn ich USAler wäre und das wegen der absoluten nutzlosigkeit für Swing States verworfen. Kanada hat da das schöne Problem, das Koalitionsregierungen als unfair gelten im Vergleich zu Minderheitsregierungen und so könnte eine Stimme für die NDP tatsächlich Sitze erreichen im Gegensatz zur USA, aber Trudeau genug Stimmen wegnehmen, um den Konservativen den Sieg zu geben, obwohl ihre Partei 35% im Vergleich zu den 51% einer potenziellen Koalition hätten. Und wenn 51% Trudeau eindeutig(wenn auch zähneknirschend für die NDP-Wähler) gegenüber den Konservativen bevorzugen würden, würde ich so eine Koalition auch für legitim halten.
      Kennt hier auch jemand den dunklen Parabelritter? Bin neulich mal zufällig auf ihn gestossen und habe ein bisschen reingeschnuppert. Er scheint auch ziemlich links/grün getriggert zu sein.
      Seine (Politik-)Videos sind zwar teilweise recht lange, sodass sich fast nur eines am Tag ausgeht, dafür sehr ausführlich und sehr unterhaltsam und mit viel mehr Humor gewürzt als bei Rezo.
      Er hat auch drei 1-stündge Videos zu den Kanzlerkandidaten gemacht: Baerbock Exposed, Scholz Exposed und Laschet Exposed- von denen habe ich bisher aber erst das von Baerbock geschaut, da ich von ihrer Laufbahn am wenigsten wusste. Ich fand es eigentlich recht gut.
      Ausserdem habe ich mir noch das Zerpflückungs-Video von Lindner angeschaut, das war noch viel unterhaltsamer da es deutlich mehr "skandalöses" zu erzählen gab.
      Die von Laschet und Scholz schaue ich mir die Tage auch noch an.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

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      ​Meinst du, dass der Kandidat der stärksten Partei rechtlich einen Anspruch auf das Kanzleramt hat? Das würde ich etwas skeptisch sehen, sofern bestimmte Bedingungen gegeben sind, kann auch der Zweitplatzierte eine gute Alternative sein.

      Ne. Der Willy Brandt wirkte mir von den bisherigen Bundeskanzlern am sympathischsten, also lieber nicht. Außerdem könnte in Sachsen oder so demnächst eventuell eine AFD Pluralität erreichen.


      Die Partei müsste bei mir schon mit der (ebenfalls vor der Wahl verbindlich festgelegten!) Koalition regierungsfähig sein, also keine AfD. Man kann niemanden in eine vollkommen ungewünschte Koalition zwingen und auch eine Minderheitenregierung wäre nicht wünschenswert. Wenn eine Partei sich zu zwei verschiedenen Koalitionen bereiterklären würde, müsste sie aber auch zu denen, die allein die größte Wählermehrheit hinter sich versammelt haben.
      Damit würde man zum einen zu viel Klein/Klein verhindern, das aus meiner Sicht der Entscheidungsfreude keinen Gefallen tut. Und andererseits halte ich das momentan offizielle vollkommene Überraschungspaket im demokratischen Sinn für ungut weil der Wähler eine Katze im Sack kauft. Die CDU könnte die meisten Stimmen holen und RRG Wagenknecht zur Bundeskanzlerin machen. Oder FDP oder CDU im Osten halt doch mit der AfD koalieren. Ich finde es unmöglich, dass ich mich auf ein bloßes Wort verlassen muss, dass das nicht passiert.
      Ich bin sonst kein Freund direkter Demokratie, umso wichtiger ist mir aber, dass man weiß was man im "Parteipaket" bekommt.
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      Maegwin wrote:

      ​Meinst du, dass der Kandidat der stärksten Partei rechtlich einen Anspruch auf das Kanzleramt hat? Das würde ich etwas skeptisch sehen, sofern bestimmte Bedingungen gegeben sind, kann auch der Zweitplatzierte eine gute Alternative sein.

      Ne. Der Willy Brandt wirkte mir von den bisherigen Bundeskanzlern am sympathischsten, also lieber nicht. Außerdem könnte in Sachsen oder so demnächst eventuell eine AFD Pluralität erreichen.


      Die Partei müsste bei mir schon mit der (ebenfalls vor der Wahl verbindlich festgelegten!) Koalition regierungsfähig sein, also keine AfD. Man kann niemanden in eine vollkommen ungewünschte Koalition zwingen und auch eine Minderheitenregierung wäre nicht wünschenswert. Wenn eine Partei sich zu zwei verschiedenen Koalitionen bereiterklären würde, müsste sie aber auch zu denen, die allein die größte Wählermehrheit hinter sich versammelt haben.
      Damit würde man zum einen zu viel Klein/Klein verhindern, das aus meiner Sicht der Entscheidungsfreude keinen Gefallen tut. Und andererseits halte ich das momentan offizielle vollkommene Überraschungspaket im demokratischen Sinn für ungut weil der Wähler eine Katze im Sack kauft. Die CDU könnte die meisten Stimmen holen und RRG Wagenknecht zur Bundeskanzlerin machen. Oder FDP oder CDU im Osten halt doch mit der AfD koalieren. Ich finde es unmöglich, dass ich mich auf ein bloßes Wort verlassen muss, dass das nicht passiert.
      Ich bin sonst kein Freund direkter Demokratie, umso wichtiger ist mir aber, dass man weiß was man im "Parteipaket" bekommt.

      Das klingt einerseits nach vernünftigen und interessanten Ansätzen, andererseits für mich aber auch irgendwie total unpraktikabel, wenn ich an die derzeitige Situation denke. Vielleicht bräuchte ich das mal konkret, wie du dir das für die diesjährige Bundestagswahl vorstellen würdest. Die Union setzt sich für Schwarz-Gelb ein, die SPD für Rot-Grün. Und auch wenn das absolut unrealistisch ist, halten beide Lager diese Wunschkoalitionen aufrecht (und man kann die Parteien ja schlecht dazu zwingen, realistischere Vorschläge zu machen, zumal da ja durchaus Bewegung drin ist und es durch bestimmte Ereignisse plötzlich doch reichen könnte). Was passiert denn dann nach der Wahl, wenn es rechnerisch nicht reicht?
      "You're going to fight that?"
      "I'm going to kill that."

      Maegwin wrote:

      Wenn eine Partei sich zu zwei verschiedenen Koalitionen bereiterklären würde, müsste sie aber auch zu denen, die allein die größte Wählermehrheit hinter sich versammelt haben.


      Ich glaub, das ist mein größtes Problem mit deinen Vorschlägen.Ich würde die Koalitionen eher von den Basen der Parteien bestimmen lassen. Wenn wir 32% SPD, 31% CDU und 30% Grün haben, will ich keine GroKo erzwingen, wenn die SPD- und Grün-Wähler RG bevorzugen würden. Ähnliches gilt für 31% für CDU mit 30 für SPD und Grün. Ich glaube, ein Wahlsystem sollte so wenig taktisches Wählen wie möglich erzwingen und kein Grünwähler sollte zum SPD wählen gezwungen sein, nur um eine CDU-Pluralität zu verhindern. Meine Wünsche gingen vielleicht mit einem dritten Kreuz für gewünschte Koalitionspartner. Aber das würde sich auch schnell verkomplizieren. Im Prinzip denke ich an was ähnliches wie in der Thüringen-Wahl 2014, als die SPD-Mitglieder über die Koalitionen abstimmten und mit 69,9% RRG wählten, nur auf ner größeren Skala, um ev. alle Wähler der Königsmacher-Parteien miteinzubeziehen.

      Da meine Beispiele natürlich sehr freundlich zu meinen Ansichten sind, habe ich das auch mal mit CDU und FDP in der Rolle von RG durchgespielt und bin zum Schloss gekommen, dass ich da Schwarz-Gelb auch demokratischer fände.
      Das klingt einerseits nach vernünftigen und interessanten Ansätzen, andererseits für mich aber auch irgendwie total unpraktikabel, wenn ich an die derzeitige Situation denke. Vielleicht bräuchte ich das mal konkret, wie du dir das für die diesjährige Bundestagswahl vorstellen würdest. Die Union setzt sich für Schwarz-Gelb ein, die SPD für Rot-Grün. Und auch wenn das absolut unrealistisch ist, halten beide Lager diese Wunschkoalitionen aufrecht (und man kann die Parteien ja schlecht dazu zwingen, realistischere Vorschläge zu machen, zumal da ja durchaus Bewegung drin ist und es durch bestimmte Ereignisse plötzlich doch reichen könnte). Was passiert denn dann nach der Wahl, wenn es rechnerisch nicht reicht?


      Ganz allgemein stelle mir das so vor:

      Sechs Monate rum vor der Wahl werden die Sondierungsgespräche abgeschlossen, rund vier Monate vor der Wahl die Basis befragt und Umfragen ausgewertet, drei Monate vor der Wahl die Koalitionsoptionen verbindlich verkündet. Wichtig: Mehrfachnennungen möglich und erwünscht.

      Und auch wenn das absolut unrealistisch ist, halten beide Lager diese Wunschkoalitionen aufrecht (und man kann die Parteien ja schlecht dazu zwingen, realistischere Vorschläge zu machen, zumal da ja durchaus Bewegung drin ist und es durch bestimmte Ereignisse plötzlich doch reichen könnte). Was passiert denn dann nach der Wahl, wenn es rechnerisch nicht reicht?


      Hmm. Ich sehe keinen großen Unterschied, ob die Parteien vor oder nach der Wahl unrealistische Koalitionswünsche haben. Wenn sie zwingend bei ihren unrealistischen Vorstellungen bleiben wollen, gibt es eben Neuwahlen wie jetzt auch.
      Grundsätzlich ermuntert mein System aber dazu, kein Traumtänzer zu sein. Die landen nämlich bevorzugt in der Opposition. Wenn die FDP (nicht zufällig genannt) außer der CDU mit niemandem kann aber mit ihr nicht auch die entsprechende Mehrheit erreicht, dann bleibt sie eben auf der Bank. Im Grunde werden die Verhandlungen nach meiner Vorstellung einfach nur vor die Wahl gezogen.

      Wenn wir 32% SPD, 31% CDU und 30% Grün haben, will ich keine GroKo erzwingen, wenn die SPD- und Grün-Wähler RG bevorzugen würden.


      Supi, aber sie mögen bitte vor der Wahl ausloten, was ihre Wähler so möchten.
      Wenn das so ist, dann soll die SPD die CDU gar nicht erst als möglichen Koalitionspartner angeben. So einfach. Sie wird in diesem Fall auch allerdings auch keine Stimmen von GroKo Fans bekommen, was nur gut und richtig ist. Momentan profitiert beispielsweise die SPD ja sowohl von GroKo als auch von RRG Fans, obwohl sie beides gleichzeitig unmöglich erfüllen kann.

      Ich glaube, ein Wahlsystem sollte so wenig taktisches Wählen wie möglich erzwingen und kein Grünwähler sollte zum SPD wählen gezwungen sein, nur um eine CDU-Pluralität zu verhindern.


      Äh. Du beschreibst hier meinen voraussichtlichen Wahlsonntag. Naja. Setz Grünwähler mal in acht paar Gänsefüßchen.
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      Maegwin wrote:

      Wenn das so ist, dann soll die SPD die CDU gar nicht erst als möglichen Koalitionspartner angeben.


      Und wenn sie für den Fall bereit wären, dass es die einzige mögliche zwei-Parteien-Koalition wäre... Vielleicht würde das funktionieren, wenn die Parteien vorher ihre Partner mit Prioritäten angeben würde. Also jeder GroKo-Fan-SPD-Wähler würde wissen, dass sie RG bevorzugen würden, wenn möglich, aber zu GroKo bereit sind, wenn sie begrenzte Möglichkeiten haben.
      ​Und wenn sie für den Fall bereit wären, dass es die einzige mögliche zwei-Parteien-Koalition wäre...


      Dann passiert das, wofür sie ohnehin bereit sind. Ich merke, dass du darin irgendein Leid siehst, das für mich nicht existiert.
      Im Leben wird eine bestimmte Menge an Verbindlichkeit erwartet und ich sehe keinen guten Grund dafür ausgerechnet bei Wahlen eine Ausnahme zu machen.
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      Maegwin wrote:

      Hmm. Ich sehe keinen großen Unterschied, ob die Parteien vor oder nach der Wahl unrealistische Koalitionswünsche haben. Wenn sie zwingend bei ihren unrealistischen Vorstellungen bleiben wollen, gibt es eben Neuwahlen wie jetzt auch.

      Naja, dein Problem ist doch, dass Parteien sich durch eine fehlende Festlegung einerseits Stimmen holen, die sie bei einer Festlegung nicht bekämen, und der Wähler angesichts seiner eher reduzierten politischen Partizipationsmöglichkeiten zumindest wissen sollte, was konkret er da mit Partei X in die Regierung wählt. Diesen Ansatz finde ich wie gesagt durchaus interessant. Wenn jetzt aber meinetwegen SPD und Grüne RG sondieren und das als Wunschkoalition angeben, und ein solches Bündnis nach der Wahl durchaus als Gewinner gelten kann, es aber eben nicht für die absolute Mehrheit reicht, dann gibt es doch wieder das Problem, dass zwischen Ampel und RRG alles geht. Um das effektiv umzusetzen, müsstest du glaube ich unglaublich viel reglementieren, und an dem Punkt bin ich mir nicht so sicher, ob das den realen Nutzen rechtfertigt. Zumal sich für mich immer ein bisschen die Frage stellt, wie lange man dann letztlich neuwählen lassen sollte, wenn es ein offensichtliches Patt gibt.

      Hat irgendwie auch entfernt mit dem Thema Wählertäuschung bei Koalitionsbildung zu tun, ich bin gestern zufällig auf Youtube auf die Sitzung am 1. Oktober 1982 gestoßen, als die FDP, die 1980 einen Lagerwahlkampf mit der SPD gegen die Union geführt hatte, plötzlich die Seiten wechselte und durch ein sogenanntes konstruktives Misstrauensvotum Schmidt stürzte und Kohl an die Macht brachte, anstatt Neuwahlen zu unterstützen. Die Sitzung wirkt wie das letzte Auf-Baumen (!) und die endgültige Niederschlagung des sozialliberalen Flügels, der dieses Vorgehen scharf kritisierte. Hätte nie gedacht, dass ich eine über 60jährige Frau einmal so attraktiv finden würde (Looking at you, Hildegard Hamm-Brücher).

      "You're going to fight that?"
      "I'm going to kill that."
      Ist es als Politiker eigentlich verboten im Fernsehen in irgendeiner Form sympathisch oder menschlich aufzutreten?? Mann oh Mann... was für ein Haufen Wachsfiguren. Söder würde ich zumindest noch einen Hauch "Natürlichkeit" zugestehen, der ganze Rest kam mir vor wie eine Schar sprechender Schaufensterpuppen.

      Kurz und knapp mein Eindruck von der ARD-Schlussrunde:
      Weidel: "Ich war mal in China, da gibt es einen Thoriumreaktor - achja und Wärmezeiten gabs schon immer"
      Lindner: "Ich bin reich, und viele andere Deutsche auch, daher ist das mit dem Klima für uns eigentlich kein so grosses Problem. Falls ein paar von uns Reichen etwas erfinden um das aufzuhalten, dann wäre das super. Wenn nicht- dann geht's uns ja trotzdem noch gut."
      Söder / Laschet: "Läuft doch, also warum etwas ändern?"
      Baerbock: "Ganz klar, ihr weisshaarigen Dinosaurier gehört ins Museum und wir müssen jetzt ran, alles andere ist inakzeptabel"
      Scholz: "Ich habe das Gefühl das viele Leute wollen dass ich Kanzler werde, und wenn dem so ist dann... äh sorry, hab irgendwie den Faden verloren... achja, dann wärs schön wenn die Leute meinen Namen aufschreiben würden, evtl. könnte ich danach Kanzler sein und irgendwas Gutes damit machen"
      Die von den linken (Name vergessen): "Ihr seid alle Scheisse, aber die Grünen sind etwas weniger Scheisse als der Rest, und den Scheisshaufen der SPD kann man ggf. etwas verkleinern, dann vielleicht."
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.
      Naja, dein Problem ist doch, dass Parteien sich durch eine fehlende Festlegung einerseits Stimmen holen, die sie bei einer Festlegung nicht bekämen, und der Wähler angesichts seiner eher reduzierten politischen Partizipationsmöglichkeiten zumindest wissen sollte, was konkret er da mit Partei X in die Regierung wählt.


      Genau. Wir stehen eine Woche vor der Wahl und 50% der Bürger wissen gemäß der aktuellsten Umfragen noch nicht, welche Partei sie wählen werden.
      Da läuft doch irgendwas schief. Suboptimale Kandidaten, Differenzierung hin- und her.
      Problemfelder sind aus meiner Sicht a) dass die Parteien einfach unattraktive "Meinungspakete" anbieten, so dass die Menschen extrem zwischen ihren No-Gos abwägen müssen und b) große Unsicherheit darüber herrscht wen man denn letztlich passiv mitwählt.

      Wenn jetzt aber meinetwegen SPD und Grüne RG sondieren und das als Wunschkoalition angeben, und ein solches Bündnis nach der Wahl durchaus als Gewinner gelten kann, es aber eben nicht für die absolute Mehrheit reicht, dann gibt es doch wieder das Problem, dass zwischen Ampel und RRG alles geht.


      Wenn die SPD und Grünen nur sich gegenseitig als Koalitionspartner angegeben haben aber keine absolute Mehrheit aufbringen, kommt keine der beiden Parteien in die Regierung.
      Das wird so niemand ankündigen, der sich seiner nicht absolut sicher ist. Es schließt ja auch zur Zeit kaum jemand außerhalb der Ränder irgendwen kategorisch aus.
      In meinem System geht eben nicht alles, sondern wird durch den prozentualen Wahlerfolg der Einzelparteien aus den angegebenen Wunschkoalitionen bestimmt weil die "Kanzlerpartei" mit ihrem zweitstärksten Wahlverbündeten koalieren "muss".

      Zum Beispiel:

      SPD gibt an, dass sie sich GroKo, Ampel und RRG vorstellen kann.
      Beispielergebnis:
      SPD:26, CDU:25, Grüne:20; FDP:12; Linke:10
      Die SPD stellt den Kanzler und MUSS GroKo nehmen.

      Anderes Beispiel:
      SPD:35; CDU:20, Grüne:25; FDP:10; Linke:5
      SPD gibt an, dass sie sich GroKo, Ampel und RG vorstellen kann.
      Die SPD stellt den Kanzler und MUSS entweder mit den Grünen (oder als Ampel) in die Koalition.

      Das einzige, wobei ich mir noch nicht ganz schlüssig bin ist, ob ich die Parteien die Möglichkeit geben würde zu "übersteuern" und Koalitionen zu wählen, die aus mehr Parteien bestehen, als für die absolute Mehrheit gebraucht werden. Also beim letzten Beispiel, ob alternativ zu RG auch Ampel genommen werden kann. Nachdem sich die meisten Koalitionen aber sowieso eher klein halten wollen, würde ich das zu Lasten einer stärkeren Opposition vermutlich zulassen.
      Ich halte das jetzt eigentlich für verhältnismäßig eingängig im Sinne von "nicht viel Nachregulierungsbedarf". Regieren tun regelmäßig die 2-3 höchstgewählten Parteien unter der Voraussetzung, dass sie sich gegenseitig halbwegs riechen können. Die No-Gos werden vorab mitgeteilt. Überheblichkeit wird abgestraft.

      Übersehe oder missverstehe ich was?

      Hat irgendwie auch entfernt mit dem Thema Wählertäuschung bei Koalitionsbildung zu tun, ich bin gestern zufällig auf Youtube auf die Sitzung am 1. Oktober 1982 gestoßen, als die FDP, die 1980 einen Lagerwahlkampf mit der SPD gegen die Union geführt hatte, plötzlich die Seiten wechselte und durch ein sogenanntes konstruktives Misstrauensvotum Schmidt stürzte und Kohl an die Macht brachte, anstatt Neuwahlen zu unterstützen. Die Sitzung wirkt wie das letzte Auf-Baumen (!) und die endgültige Niederschlagung des sozialliberalen Flügels, der dieses Vorgehen scharf kritisierte. Hätte nie gedacht, dass ich eine über 60jährige Frau einmal so attraktiv finden würde (Looking at you, Hildegard Hamm-Brücher).


      Ich möchte einen Hut kaufen, nur um ihn zu ziehen. Ernsthaft, wirklich toll. 2:24 geht es los.

      @el_drogo:

      Wählt die Maegwin-Partei. Sie ist sehr polemisch.

      Ist es als Politiker eigentlich verboten im Fernsehen in irgendeiner Form sympathisch oder menschlich aufzutreten??


      :(
      I have been despised by better men than you.

      Post was edited 1 time, last by “Maegwin” ().

      ​Ganz am Rande spiele ich mit dem Gedanken jeden, ausnahmslos jeden, der das Thema "Gendern" diskutiert "Plebs" zu nennen.Das ist ein unfassbar altes Wort, gefällt den Konservativen bestimmt dufte. Allerdings ist Plebs weiblich, also auch toll für die fortschrittliche Fraktion.Nennt mich Salomon.

      Musste gerade lachen, weil Plebs nennen wir uns teilweise schon in unseren Discord und Twitch-Communities seit Ewigkeiten. :D

      Maegwin wrote:


      @el_drogo:

      Wählt die Maegwin-Partei. Sie ist sehr polemisch.

      Das würde ich direkt machen, wenn es sie gäbe.
      Ansonsten würde ich wohl tatsächlich Die PARTEI oder Grün wählen, wobei ich aber wahrscheinlich Bauchschmerzen hätte, taktische Gründe und so....
      Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie vor vielen vielen Jahren so eine Protestpartei (die ich damals eben aus Protest auch gewählt habe) in Italien einen kometenhaften Aufstieg hingelegt und es irgendwann tatsächlich an die Macht geschafft hat... Das Ende vom Lied war, das es nicht besser wurde. Die Regierung bricht im Schnitt alle 2 Jahre (oder früher) zusammen (tatsächlich kann ich mich kaum noch dran erinnern, dass es mal eine Regierungskoalition eine ganze Amtsperiode durchgezogen hat), die Wirtschaft floppt seit Ende der 90er. Renten, Sozialhilfe, Mindestlöhne etc. sind absolut lachhaft, Steuern viel zu hoch, die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Bürokratie dabei zu explodieren, das Gesundheitssystem ist...(naja, dazu muss man ja wohl nichts mehr sagen), die öffentliche Infrastruktur bröckelt seit Jahrzehnten vor sich hin...
      Wenn ich so drüber nachdenke, scheint Deutschland seit dem € doch einiges richtig gemacht zu haben, auch wenn es natürlich Anlass zur Kritik gibt.
      Habe mir noch die Videos vom Parabelritter zu Laschet und Scholz reingezogen, wirklich sehr unterhaltsam, vor allem das von Scholz.
      Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf den Wahlausgang am Sonntag und ob die Prognosen recht behalten werden.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

      Post was edited 1 time, last by “el_drogo” ().

      el_drogo wrote:

      Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie vor vielen vielen Jahren so eine Protestpartei (die ich damals eben aus Protest auch gewählt habe) in Italien einen kometenhaften Aufstieg hingelegt und es irgendwann tatsächlich an die Macht geschafft hat... Das Ende vom Lied war, das es nicht besser wurde. Die Regierung bricht im Schnitt alle 2 Jahre (oder früher) zusammen (tatsächlich kann ich mich kaum noch dran erinnern, dass es mal eine Regierungskoalition eine ganze Amtsperiode durchgezogen hat), die Wirtschaft floppt seit Ende der 90er. Renten, Sozialhilfe, Mindestlöhne etc. sind absolut lachhaft, Steuern viel zu hoch, die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Bürokratie dabei zu explodieren, das Gesundheitssystem ist...(naja, dazu muss man ja wohl nichts mehr sagen), die öffentliche Infrastruktur bröckelt seit Jahrzehnten vor sich hin...

      Wenn ich so drüber nachdenke, scheint Deutschland seit dem € doch einiges richtig gemacht zu haben, auch wenn es natürlich Anlass zur Kritik gibt.


      Deswegen tue ich mich inzwischen mit Politikerbashing schwer, auch wenn gerade auf der Parteiebene derzeit aller Anlass dazu besteht.

      Die innere Reformunfähigkeit von Frankreich und Italien dürfte ja wohl kaum durch zufällig immer die falschen Politiker als viel mehr durch ein dysfunktionales politisches System hervorgerufen werden. Das französische Präsidialsystem zum Beispiel produziert gemeinsam mit den politischen Traditionen eine extrem konfrontative Stimmung im inneren - wenn Reformen von einer sehr autoritären Obrigkeit beschlossen werden, ist es natürlich auch besonders einfach, gegen diese zu rebellieren und auf Privilegien wie Pensionen mit 55 für Eisenbahner (aus einer Zeit stammend, als das ein gesundheitlich massiv beeinträchtigender Beruf war) zu beharren. Macron war sowas wie der Versuch der Bevölkerung, die die Probleme in Frankreich verstanden haben, einen machiavellischen Fürsten zu installieren, der die Macht des Präsidenten nutzt, um die Widerstände zu überwinden. Vermutlich ist das aber genau der falsche Weg. Man braucht mehr und nicht weniger Partizipation für unangenehme Politik.

      In Italien verstehe ich das politische System nicht wirklich, aber nach allem was ich so verfolgt habe, haben die Reformer zumindest versucht in diese Richtung etwas zu verändern, wie z. B. Monti in seiner Regierung (der dafür viel Haue aus Europa kassiert hat, weil nicht verstanden wurde, dass man Wirtschaft & Verwaltung eines Landes nicht unabhängig vom politischen System auf links krempeln kann). Zumindest sind einige der wirtschaftlichen Grundprobleme Italiens in teils sehr weirden Regeln zu suchen, z. B. ist die niedrige Frauenerwerbsbeteiligung u. A. auf die rechtliche Verpflichtung für Schulen, die Kinder nur in der Obhut eines Erziehungsberechtigten zu entlassen, zurückzuführen.

      Vor dem Hintergrund finde ich die Gedanken hier zu stärkeren Koalitionsverpflichtungen ganz interessant, dazu habe ich mir noch keine gemacht. Sehe aber das Grundproblem bei einem bunten Mitte-Quartett mit ähnlich starken Parteien plus zwei Außen die wir vermutlich nicht so schnell loswerden, ebenfalls größer werden.
      Ich sehe das ähnlich.
      4 Parteien mittig + je eine sehr links und sehr rechts ergeben sehr fordernde Voraussetzungen für eine stabile Regierung.
      Möge man uns mit italienischen Verhältnissen verschonen. Meine aktuelle Hoffnung ist GrünRot, realistisch wäre eher RGG, auch Ampel genannt. Ich bin gegen eine erneute CDU Beteiligung, schon weil wir so eine starke mittige Opposition hätten, neben der die AfD hoffentlich wieder verblassen wird.

      Nochmal zu Rezo.
      Natürlich hat er ne Meinung und untermauert die mit Fakten. Und natürlich kann man auch davon ausgehen, dass die Polizei ein Brechmittel nicht aus Spass verabreicht, wobei... >unaufgeklärte Selbstverbrennung eines Gefangenen in Magdeburgs (???) Polizeirevier, rechtsextreme Polizeichatgruppen und Weitergabe privater Daten von Linksgrünen an rechtsradikale Privatpersonen in Hessen (NSU 2.0) und Anklam (oder Strahlsund? ), Bewunderungsbriefe an den Attentäter von Halle) <... vielleicht ja doch?

      Auf jeden Fall sind die Grundsätzlichen Probleme, die Rezo aufzeigt, ja keine parteiprogrammatischen, sondern vor allem personelle Probleme, sprich Korruption und Unfähigkeit.
      Von daher muss die CDU und SPD da vorkommen.
      Denn eines sollte euch klar sein, ändert sich an der Regierung nix, egal ob dann Laschet oder Scholz vorhusten, haben wir im Hinblick auf die dringenden Probleme (Klimawandel, Digitalisierung) vier weitere Jahre
      verschwendet.
      So einfach.
      There are but two types of people in the world:
      1. Those who can extrapolate from incomplete data!
      Habe mal DeinWal gemacht, der deine Ergebnisse mit Bundestagsabstimmungen statt Wahlprogrammen vergleicht.

      89.5% Grüne
      83.7% DIE LINKE
      39.2% SPD
      37.6% CDU/CSU
      31.1% FDP
      15.0% AfD

      Im Wahl-O-Mat hatte die SPD noch ca. 75%.
      Man sieht auch ein paar interessante Einzelpersonen unter den Abgeordneten. Ich habe 57,1% Übereinstimmung mit Angela Merkel, mehr als alle anderen CDU-Abgeordneten.
      Habe außerdem 100% Übereinstimmung mit Canan Bayram von den Grünen

      Von den Bundeskanzlerkandidaten(von denen ja nicht alle Abgeordnete sind):
      83.3% Annalena Baerbock
      31.0% Christian Lindner
      14.3% Dr. Alice Weidel
      11.9% Tino Chrupalla
      88.1% Dr. Dietmar Bartsch

      btw21.deinwal.de/

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