Beiträge von Nabu

    Grauer Wurm möglicherweise nicht, doch ohne bindende Verpflichtung wäre es nicht gänzlich ausgeschlossen gewesen, dass sich einige andere Unbefleckte relativ spontan und eventuell tatsächlich auch unmittelbar vor einer Schlacht in die Freiheit hätten verabschieden wollen. Dass Daenerys derartigen Vorkommnissen präventiv begegnen mochte, kann ich durchaus nachvollzierhen.


    Das sicherlich.
    Nur nachdem sie ihren Thron hat, ist das Ziel erreicht, das sie die ganze Zeit (mit dem Umweg gegenm die Anderen) propagiert hat. Sich direkt danach hinzustellen und von weiteren Feldzügen zu reden ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, ob sich irgendjemand von den Truppen die weitere Zukunft anders vorgestellt hat, ist da ein immenser Unterschied.
    Aber da sich deren Größe eh ständig geändert hat, können D&D sicher später noch in einem Zusatzvideo erklären, daß es eben außerhalb der Episodeninhalte einen Strom von verabschiedeten Veteranen und neuen Freiwilligen in beide Richtungen per U-Bahn zwischen Meereen und Dragonstone gab. XD

    Andersherum hätte es btw auch ein Anliegen von Dany sein müssen, sich nicht als ausländischer Eroberer dauerhaft nur auf einen Drachen und auf eine Armee von Unbefleckten und Dothraki zu stützen und Ansprachen auf Hochvalyrisch zu halten. Die Nordmänner wären nach Hause gegangen (und eventuell kurze Zeit später selber auch Objekt einer "Befreiung" gewesen), und irgendwelche lokalen Truppen gab es nicht mehr, nachdem deren gefangene Soldaten exekutiert worden sind.

    Die Unbefleckten fassten einheitlich den Entschluss, sich Daenerys zu verpflichten, sodass es nun tatsächlich ihr allein obliegt, wen sie zu welchem Zeitpunkt wieder von dieser Verpflichtung entbindet. Verhielte es sich anders, könnte jederzeit ein totales Chaos innerhalb ihrer Armee ausbrechen!


    So wäre es in diesem Falle aber nicht gewesen. Er sagt ja nicht plötzlich kurz vor oder während einer Schlacht, daß er keine Bock mehr hat.
    Grey Worm hat Dany geholfen, auf den Thron zu kommen, er hat ihr ihren sehnlichsten Wunsch erfüllt und könnte durchaus den Eindruck haben, damit seine moralische Verpflichtung ihr gegenüber erfüllt zu haben. Wenn Dany dann den immerwährenden Befreiungskrieg ausruft (daß das nur dann eine einmalige "Befreiung" wird, wenn sie hinter sich bloß Leichen und brennende Trümmer hinterlässt, ist nicht unwahrscheinlich und wird zumindest in den Büchern auch thematisiert; was gerade in Daario in Meereen so tut, falls er noch lebt, ist auch völlig unklar), um ihre Revolution weiterzuführen, und sich gleichzeitig vorm wirklichen Regieren zu drücken (auch das btw eine Parallele zu manchen Diktatoren, die keinen wirklich Plan für den Alltag nach einem militärischen und/oder ideologischen Sieg hatten), ist das schon wieder eine neue und in Astapor absolut nicht absehbare Situation. Und "Nach der Schlacht ist vor der Schlacht." wird das genau erst durch Danys "... und morgen die ganze Welt."

    Diese Intention darf das Graue Würmchen selbstverständlich gern hegen. Ob er selbige allerdings auch ohne Weiteres hätte realisieren dürfen, ist eine gänzlich andere Frage. Eventuell hätte Daenerys seinen diesbezüglichen Wunsch lediglich als eine Manifestation eines grotesken Humors interpretiert.


    Oder ihn wegen Desinteresse an ihrer heiligen Mission und damit Verrat an ihrer Person hingerichtet?
    Hattest du nicht gesagt, daß sich beide nach ihrer Befreiung Dany angeschlossen haben, wäre eine völlig freiwillige Entscheidung? Oder bedeutet einmal mitgegangen zu sein inzwischen wieder lebenslange Treue- und Dienstpflicht, aus der sie nur Dany gnädigerweise entlassen kann, wenn sie nicht mehr nützlich sind?

    Ich stimme allem zu, was Du geschrieben hast, besonders aber obigem. Ich will nicht zu theoretisch werden, aber Dany erfüllt ziemlich viele Merkmale des Faschismus lt. Forschung. Das passt auch zu GRRM. Ich möchte nur gern wissen, inwieweit dies hier Konsens ist.


    Konsens sicher nicht, aber einige Postings in der Richtung gab es. Ich würde mich auch anschließen.


    Faschismus übrigens anhand struktureller Merkmale, nicht auf irgendeine der Ausformungen des 20.Jh. speziell bezogen. Sollte mE also nicht das Verbot gewisser Vergleiche hier tangieren. ;)


    Ohne daß jetzt als bewusste Intention von Dany oder von D&D sehen zu wollen, aber immer auf Eroberungstour zu sein heißt auch, sich nicht mit den Niederungen alltäglichen Regierens beschäftigen zu müssen (darin war sie ja auch eher mittelprächtig), sondern sich für diese wichtige historische Mission feiern zu können. In den Büchern hat das schon in Astapor nicht geklappt. Aber wenn es schiefgegangen ist, hat Dany direkt ja nichts damit zu tun, und sie kann problemlos wieder als Retterin gerufen werden.

    Dann hätte aber Sansa Joffrey geheiratet, die Tyrells hätten sich mit Renly in Position gebracht und Stannis immer noch auf Dragonstone geschmollt, mit Meli. Und in diese Situation wäre Dany trotzdem irgendwann nach KL gekommen und hätte alles platt gemacht.


    Außer Varys (warum auch immer) hätte sie in diesem Szenario aber keine westerosischen Verbündeten gehabt und das Land wäre noch nicht zersplittert und ausgeblutet gewesen. Zugegeben hätte es auch keinen erdolchenden Geliebten gegeben und sie hätte ähnlich zu regieren versucht (jedenfalls wenn man nicht in das Szenario mit einspinnt, daß Viserys an der richtigen Stelle mal nicht genervt hätte oder Drogo nicht san einer Schnittweunde verreckt wäre).
    Tyrion hätte niemandem einem Rat gegeben, sondern hätte stets angetrunken immer noch ehrenhafte Aufgaben in der Sanitäraufsicht gehabt. Und mit Renly hätte man sich nicht in Position bringen können.

    Dich zu zitieren heißt ist also Provokation? Danke, keine weiteren Fragen.


    Ich bin als gebürtiger Dresdner nur ein wenig vorbelastet, was Aussagen betrifft, eine ganze Millionenstadt hätte die Vernichtung verdient.

    Cool, dass du anscheinend besser weißt als ich, was ich mit Beiträgen Aussage. Wie blöd nur, dass jeder einzelne meiner Beiträge hier im Forum deine Behauptung in jeglicher Hinsicht widerlegt. Da meinte bloß keiner den moralischen Zeigefinger heben zu wollen, daher ist die Debatte da nie entbrannt.


    Jeder einzelne deiner Beiträge außer diesem zB, oder:

    Das hat mich auch gestört daran, wie Tyrion so zwanghaft Mitgefühl für die Bewohner von KL hegt. Die Bewohner von Königsmund waren in der Serie wohl die asozialisten "Zivilisten" überhaupt. Wenn eine Stadt das verdient hat, dann der Sauhaufen KL...

    Du hast meinen Punkt nicht verstanden:


    Oh doch, nur zu gut.


    Zitat

    Ich fordere von einem Charakter wie Dany nicht, dass Sie die GFK und Haager Landkriegsordnung einhält, auch weil ihr Charakter gar nicht in der Lage ist, solche Ideen, die Jahrhunderte an Entwicklung brauchten, mit 20 Jahren aus dem Nichts zu entwickeln. Die Bevölkerung ist in KL in der Serie alles andere als gut weggekommen und daher ist es aus Westerosi-Sicht gar nicht so schlecht, wenn man das Moloch mal verkleinert. Gedacht wie Euron: Es wird mir hier zu eng. Ich habe hier stets aus der Perspektive der Welt, in der Westeros liegt argumentiert. Wenn wir hier anfangen Standards aus dem 21. Jahrhundert ansetzen zu wollen, gehört selbst der edle Jon schon seit Ewigkeiten hinter Gitter.


    Nur daß es nicht Danys Ansicht war (und auch ohne Landkriegsordnung galten Eroberer wie Dschingis Khan als blutdürstige Barbaren, egal wie gerechtfertigt deren Aktionen innerhalb der Situation gewesen sein mögen), sondern du versuchst dich gerade herauszureden, dass du als Zuschauer ein Urteil über KL mit seinen Bewohnern geschrieben hast.

    Das kommt darauf an, wo man seine moralischen Standards verortet. Ich bin gerade bei historischen Settings doch eher kritisch, was solche Botschaften angeht. Ich hatte hier ja auch schon einmal gepostet, dass man von Menschen wie Daenerys, zumal diese auch noch sehr ungebildet ist, wohl kaum erwarten kann, abstrakte Vorstellungen von Menschenwürde oder einem Recht auf Leben zu entwickeln. Einige der größten Philosophen der Antike konnten Gedanken von der Autonomie des Menschen entwickeln, obgleich sie von Sklaven umgeben waren, ohne dass dies für sie einen Widerspruch darstellte. Dass ich Dany nicht als Bundeskanzlerin haben wollen würde heißt ja nicht, dass ich sie deswegen auch im Setting von Westeros ablehnen muss. Ich bin da moralisch flexibel, um ehrlich zu sein. Aus machtpolitischen Motiven war das Niederbrennen von KL nicht völlig unverständlich, wenn dafür auch die der Dany-Seite zugeschriebene moralische Überlegenheit baden gehen musste. Ich sehe da also keinen moralischen Abgrund.


    Ach so, du hattest mit "Die Bewohner von Königsmund waren in der Serie wohl die asozialisten "Zivilisten" überhaupt. Wenn eine Stadt das verdient hat, dann der Sauhaufen KL..." nur Dany in Westeros zitiert und das war gar nicht deine eigene mitteleuropäische Ansicht aus dem 21.Jh. Denn "wie Dany und noch sehr ungebildet" wolltest du dich sicher nichr darstellen, oder?

    Das hat mich auch gestört daran, wie Tyrion so zwanghaft Mitgefühl für die Bewohner von KL hegt. Die Bewohner von Königsmund waren in der Serie wohl die asozialisten "Zivilisten" überhaupt. Wenn eine Stadt das verdient hat, dann der Sauhaufen KL...


    Von KL haben wir auch weit mehr gesehen als von Qarth, Braavos oder Volantis. Und für eine mittelalterliche Stadt dürfte das nicht besonders negativ herausstechen.


    Manchmal denke ich, daß die Moral von der Geschichte (so es denn eine gibt) nicht ist, wie man sich in der sympathischen Weltverbesserin Dany getäuscht haben könnte, sondern wie sehr man seine eigenen Abgründe nicht sehen will, wenn man eigentlich genauso wie sie argumentiert.

    Okay danke, dann hatte ich das vergessen. Hätte mir trotzdem gewünscht, dass sie gestorben wäre, weil ihre Geschichte für mich auserzählt ist und @Annela schon Recht hat, dass eigentlich alle Überlebenden außer Dany ein Happy End gefunden haben.


    Wenn D&D Charaktere tödlich entsorgt haben, nur weil sie nichts mehr zur Handlung beizutragen hatten, wurde das auch mit Recht kritisiert. ;)


    Eine Million Leute, die religiösen Fanatikern und psychopatischen Adeligen zujubeln, die Tyrion (der ihnen mehrmals den Hintern gerettet hat) als Monster beschimpfen und seinem Todesurteil applaudieren, die Exkremente auf Gefangene werfen, welche wie Vieh durch die Gassen getrieben werden usw. Kein Mitleid. Tyrion sollte froh sein. "I wish I had enough poison for the whole pack of you" waren seine Worte in Staffel 4.


    Das haben die alle getan, auch die Kleinkinder? Wow.

    Könnte sogar hinhauen, da ja die Unsullied eigentlich frei sind. Die brauchen ja nur Dany zu folgen und nach ihrem Ableben nicht dem nächsten Ranghöchsten.


    Übrigens auch ein Punkt, in dem der Unterschied von Danys Führung zur Lehnstreue klar wird. Wenn überhaupt, sind sie Dany persönlich verpflichtet und nicht ihrem Haus. Und andersherum betrachtet sie Dany sicher nicht als eine Art freier Söldner, sondern andere Pläne als ihr bis bis Endseg treu zu bleiben wären ein Affront gegenüber der Person der "Sprengerin der Ketten".

    Wessen Beliebtheit und wessen Umgang mit dem eigenen Volk? Sorry, ich verstehe deinen Post echt nicht.


    Da hatte ich den Begriff "Machtergreifung" vorher wohl anders interpretiert. Die Gemeinsamkeiten von Dany (inklusive der Reichsparteitags-Optik im Trailer) und Aragorn sehe ich sonst ziemlich begrenzt, außer daß da ein Erbe aus einer alten Dynastie ankommt.
    Oder wir haben schlicht aneinander vorbei geredet.

    Würde aber die gleiche Botschaft vermitteln wie der Herr der Ringe.


    Wenn man nicht hinter jedem Elben einen blonden Nazi vermutet wie gewisse Kritiker, ist aber der große Unterschied in der Beliebtheit und im Umgang mit dem eigenen Volk. ;)

    Nach dem neuesten Auftritt von Drogon wäre das eine weitere Chance für "Der Drache konnte nur an einer Stelle und nur durch valyrischen Stahl getötet werden, und Jon hat genau dort getroffen, auch wenn er das nicht wusste und es auch niemand sonst gesagt hatte. Aber wir dachten, es sieht bestimmt toll aus und ist sehr überraschend, daß Drogon einfach so umkippt." im Nachhinein. Könnte also so kommen. 8)

    Er ist aber zutiefst entsetzt von ihrem Verhalten. Dazu kommt sein Ich-muss-die-Welt-retten-Komplex. Ich glaube nicht, dass er sie wirklich töten WILL, könnte aber sein, dass ihm keine Wahl bleibt. Seinen Treueeid hat er ja quasi schon gebrochen, als er seine Nordmänner von der Schlacht gegen die Unschuldigen und Unbewaffneten zurück gezogen hat. Klare Befehlsverweigerung.


    Die Stadt war erobert bzw hatte kapituliert, und er hat nur seine eigenen Leute vor den Bränden in Sicherheit gebracht, die da jemand in purem Übermut gelegt hat.

    1. Naja auf Basis der Eroberung. Die Macht des/der Stärkeren. Sie hat den Drachen und die Reste einer ausgebildeten Arme. Nach der Aktion in KL wissen sowohl die Nordleute, als auch die Soldaten aus den anderen Königslanden, was ein Drache leisten kann. Darüber hinaus hat kaum jemand Vorräte, es gibt gefühlt kaum noch Lords/Anführer. Also wer sollte ihr aktuell den Anspruch streitig machen? Und dann ist sie halt die Diktatorin, wozu braucht sie Berater? Weise Herrscher lassen sich Beraten, dass sehe ich bei ihr nicht.


    Die Lords werden aber gebraucht, wenn sie mehr als nur die Ruinen eines Stadtstaats KL beherrschen will. Sie kann ja nicht strändig selber irgendwo rumfliegen und mit ihrem Drachen drohen, wenn mal jemand Nahrung liefern soll.


    Als Hand würde ich übrigens Drogon vorschlagen. Hat bei Caligula auch gut geklappt.


    https://gameofthrones.fandom.com/de/wiki/Staffel_6


    "Daenerys wird im Dothrakischen Meer derweil von einem Khalasar aufgegriffen. Ihr Status als Witwe eines Khal ist in Vaes Dothrak bei den Dosh Khaleen bis zu ihrem Lebensende. Doch Daenerys findet sich nicht damit ab, mit Hilfe verbrennt sie alle Khals der Dothraki, da diese zu einem Treffen nach Vaes Dothrak zurück gekehrt waren, vereint alle Khalasare und führt diese nach Meereen.
    Dort angekommen muss Daenerys feststellen, dass die Stadt unter Belagerung der Sklavenmeister steht - ein Zustand, den sie eigentlich nach ihrem Verschwinden erwartet hätte. Sie bringt die ehemalige Sklavenbucht wieder unter ihre Kontrolle und ernennt Tyrion für seine Leistung schließlich zur Hand der Königin. Durch die Unterstützung einige der anderen Häuser (den Graufreuds, Martells und Tyrells) bricht sie schließlich nach Westeros auf."


    Ich bezweifle, daß Daario mit den noch vorhandenen Kräften irgendetwas gegen Yunkai oder Astapor unternehmen könnte.
    Der Butcher King wurde iirc in der Serie nicht erwähnt, aber auch bei Wegfall (eines Teils) der Oberschicht muss es noch lange nicht zu Verbesserungen kommen.