Beiträge von nh1000

    Es heißt ja, dass vor allem Menschen, die selbst geschlagen wurden, in Extremsituationen dann ähnlich reagieren. Obs nun auf Prägung, Gewöhnung, Abstumpfung ggü. Gewalt hinausläuft, k.A.

    Schöne Wolfsszenen, kein Fiepen und Gebell mehr, dafür echte Wölfe in Groß.


    Die neuen Darsteller passen auch, die neuen Drehorte sind erwartungsgemäß beeindruckend, macht Lust auf mehr.


    Die rote Priesterin ist vielleicht ein wenig zu "einheimisch" bzw. Nordeuropäisch, lt. Vorlage kommt sie ja vom Nachbarkontinent. Da hätte vieleicht ein wenig mehr ähnlichkeit mit der anderen Maegi nicht geschadet. Stannis passt scho, seine Verbissenheit / Freudlosigkeit bringt er gut rüber (witzig auch das brennende Schwert als reines Showelement, welches nach getaner Arbeit einfach im Sand stecken gelassen wird).


    Für Nichtleser tatsächlich sehr, sehr viel Stoff - also lest endlich die Bücher :stick:

    Sobald die erste Staffel draußen war, gabs einen Marathon, wobei sich nach und nach eine Tradition entwickelt hat: Bei jedem "winter is coming" wird feierlich ausgelassen "the cold winds are rising" ausgerufen gegröhlt (oder umgekehrt), und ein Hippocras Ouzo gekippt.

    Das ist kein dümmlich schiefes Grinsen sondern Ausdruck höchster Erhabenheit (zumindest das, was Cersei darunter versteht). 8)


    Ich find sie, ehrlich gesagt, gar nicht so schlecht, und wie es scheint, darf sie zukünftig auch etwas mehr Gas geben.

    Zitat

    Die Westlande - Kings of the Rock - ??? / Lannister? - ???


    Kings of the Rock = Casterly?

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    also Ankunft der Tagaryans erst nach dem Doom. Auf anderen Seiten im Net ließt
    man, dass die Targaryans schon früher auf der Insel waren, also schon Teil der
    Annektierung waren und nicht erst als Doom Flüchtlinge kamen.


    Steht doch da, Dragonstone = "westl. Außenposten des alten Val. Reiches" also eine val. Kolonie.

    Das wäre dann ja eher ein die Theorie bestätigendes Indiz. Als "Bastard" hat er bloß nicht die Freiheit, sich so auszuleben wie ein kleiner Lordling. Als impulsiv wird er mWn schon dargestellt.

    Zitat

    Aber nein, darauf dass nur die beiden echte Starks sind läuft es nicht
    hinaus.


    Kommt wohl schwer darauf an, wie man "echter Stark" interpretiert. GRRMs "Vererbungslehre" ist ja so eine Sache für sich.


    Lässt man mal die beiden Kleineren beiseite, stünden Jon + Arya (als eher unbeugsame, unzähmbare Charaktere, wie halt der Norden auch) dann nicht Rob + Sansa (als eher zivilisierte, Tullylastige Charaktere, sowohl vom Aussehen als auch vom Wesen her) gegenüber? Erziehung und Konditionierung machen letztenendes natürlich aus allen 4 (bzw. 6) Starks, keine Frage.

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    Eddard ist ein ziemlich genialer Chara in meinen Augen. Alle, aber auch wirklich
    alle um ihn herum scheinen zu tun, was sie wollen, nur er besteht auf seine Ehre
    und handelt in jeder Situation danach.



    Man könnte ihn auch als Zerrbild des Ehrbegriffs verstehen. Wohin hat ihn seine mit einem guten Schuß Naivität gepaarte Ehre gebracht? Erinnert an das zynische Zitat, dass der Weg in die Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert ist. Überlebensfähig bleibt nur der Pragmatismus, allerdings zu einem sehr hohen Preis.


    Im Grunde die alte, philosophische Frage, welche Haltung die bessere / angemessenere ist: Ehre und Untergang oder Pragmatismus und Verleugnung der eigenen Identität (siehe Varys oder LF).

    Oben genannte Links gehen nicht mehr (hab mir jetzt auch nicht extra die Mühe gemacht, danach zu suchen). Hoffe daher, hier nicht allzuviel bereits durchgekautes wieder aufzuwärmen.


    MMn hat sich GRRM bei Varys schlichtweg eine ganze Menge Hintertürchen offen gelassen, bei denen allerdings offen bleibt, ob er sie denn auch benuzten wird (hab ADWD noch nicht gelesen). Was sich wohl klar erkennen lässt, ist die Tatsache, dass Varys einem Masterplan folgt, dabei aber nur ein Rädchen unter vielen ist - quasie der Außendienstmitarbeiter mit weitreichender Handlungsvollmacht. Die Verbindung zu Illyrio lässt diverse Rückschlüsse bezüglich Art und Motiv dieser Interessengruppe zu (Targaryens als Werkzeug / Hebel, Freihe Städte bzw. deren Händlerkaste als Nutznießer).


    Während Band 1-4 entstand der Eindruck, dass die Freien Städte entlang der Meerenge ihren Reichtum mittels des extrem profitabeln Westeronhandels erlangt haben, und daher natürlich auch daran interessiert sind, sich diese Konstellation zu erhalten (Westeros = LIeferant für Rohstoffe und Rohware / Abnehmer für Highendprodukte, die aufgrund der rudimentären, mittelalterlichen Produktionsweise in W. größtenteils importiert werden müssen). Dies würde erklären, warum Varys "dem Reich dient", sprich: an einem stabilen Westeros interessiert ist (Krieg eher als notwendiges Übel, welches wenn schon dann kontrolliert und nur zeitlich begrenzt entfesselt werden soll).


    Zur Person Varys selbst fällt einerseits die Wandlungsfähigkeit auf (Eunuch zu Kerkermeister), welche u.U. auf Gesichtswandlung (nennt man das so?) schließen lässt. Daraus muss nicht zwangsweise folgen, dass er dem Tod dient. Wir kennen halt nur diese eine Perspektive aus den Arya PoVs, niemand weiß, ob diese Technologie / Magie / Fähigkeit nicht auch anderen Gruppierungen der Freien Städte zur Verfügung steht. In diesem Zusammenhang finde ich auch die Annahme, dass er nicht zwingend ein Eunuch sein muss, sehr interessant - und eigentlich nur konsequent. Varys Geschäft ist nunmal die perfekte Tarnung / Täuschung.

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    Die Perspektive auf die Bücher, wenn man die Serie zuerst gesehen hat ist nunmal
    eine andere - schon wegen der Kopfbilder wofür die Leute ja nichts können und
    gerade die Zuschauer, die sich sogar die Bücher besorgen, müssen von der Serie
    ja ganz besonders begeistert sein, was ich persönlich eben nicht bin.

    Das stimmt natürlich für den ersten Band, aber mit jedem weiteren Buch verflüchtigt sich dieser Effekt doch zwangsweise wieder. Die Begeisterung über die Serie hat mMn eher was mit der Qualität der restl. Fernsehlandschaft zu tun, als mit einer objektiven Bewertung in Bezug auf die Umsetzung der Vorlage. Als jemand, der auch über die Serie zu den Büchern gekommen ist, sehe ich es eher so, dass einem nach einer guten TV Unterhaltung ein absolutes Highlight in Form der Bücher erwartet (das Beste zum Schluss eben).

    Ich habs auch so verstanden, dass es LF als Meisterspieler des GoT erstmal daran gelegen ist, die bestehenden Mächteverhältnisse ändern, indem er deren Vertreter möglichst ausdünnt bzw. isoliert und zu gravierenden Fehlern verleitet, um sich so immer unentbehrlicher und zuguterletzt zum Herrscher zu machen. Dabei geht er vor wie beim Schach, und Tyrion war halt ein störender Springer.

    Wie üblich im TV müssen Angehörige der Gattung Canis generell mal winseln und bellen, damit der tumbe Zuschauer auch klar erkennen kann, womit er es da zu tun hat. Könnte sonst ja auch irgend ein Eichhörnchen sein, was da am Bildschirm rumwuselt. Daher müssen sich natürlich auch die SchattenWÖLFE winselnd und bellend artikulieren...


    Außerdem kommts im visueller Form extrem lächerlich rüber, wenn man auf der einen Seite der Twins steht, nicht rüber kommt - und dann zwecks Geheimhaltung die Krähen abschießt - weil ja eh klar ist, dass die Freys so deppert sind, ausschließlich von dieser Seite aus Krähen loszuschicken. Rüberlaufen zum anderen Turm, wo keine Bogenschützen stehen? Naaa, lass mal, ist viel zu weit.

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    Ganz ehrlich, historische Romane sind für mich kein wirklicher Hinweis darauf, dass der Schild im Spätmittelalter seine Relevanz verloren haben soll. Da
    wären mir ausschlaggebendere Quellen wirklich wichtig.


    Die Entwicklung des Schildes als "Schutzwaffe" (im Gegensatz zum repräsentativen "Träger des Wappenschilds") läuft parallel zur Entwicklung der Rüstung und natürlich der Waffentechnik. Kurz gesagt: Je massiver die Rüstungen, desto kleiner / handlicher die Schilde (allein schon um Gewicht zu reduzieren). Allerdings waren weder Schilde noch Rüstungen in der Lage, engl. Langbögen oder spezialisierter Infanterie zu widerstehen. Seit dem 100jährigen Krieg (Schlacht von Crecy 1346 und vor allem Azincourt 1415) war der Ritterstand im Grunde militärisch überholt. Sie hatten zwar noch ihr Standesbewußtsein und ihre Privilegien, Kriege wurden aber mehr und mehr mittels Masse, sprich Söldnern (und später natürlich der Artillerie) entschieden. Diese Söldner waren spezialisierte Kriegshandwerker (siehe die Schweizer Reisläufer, Landsknechte, oder eben Martins Figur Bronn) mit einem eher "pragmatischen Codex", welcher sich fundamental von dem des Ritters unterschied (welcher genaugenommen auch bloß Fasade war, die später romantisch verklärt wurde - allerdings für die Kampfhandlung selbst zumindest gewisse Regeln definierte).


    Das Turnierwesen als Kampfspiel und -training hat diesen Untergang noch etwas überdauert. Es gab spezielle Turnierrüstungen, welche gemäß den Anforderungen immer weiter verfeinert wurden, bis das Schild bloß noch eine an der Rüstung befestigte Platte war. Diese Rüstungen hatten keinerlei praktischen Nutzen mehr, sondern wurden nur noch im Turniereinsatz und zur Repräsentation verwendet. Man darf das "Turnierwesen" daher nicht überbewerten oder gar als Referenz verstehen. Das war Show, und zuletzt bloß noch Nostalgie für eine finanzkräftige, adelige Oberschicht.

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    Außerdem ist der Bogen als Waffe grade unter den Rittern ja völlig verpönt.
    Verständlich..ohne Schild dürfte es aussichtslos sein gegen gut geschossene
    Pfeile.

    Eigentlich die Armbrust, weil deren Bolzen primär darauf ausgelegt sind, Rüstungen zu durchschlagen. Bögen als Jagdwaffe oder "Sportgerät" waren gemäß den feudalen Privilegien schon auch beim niederen Adel im Einsatz (mWn gabs in Europa erst mit den asiatischen Reflexbögen und später mit den engl. Langbögen entsprechen durchschlagkräftige Pfeile, die den Rüstungen gefährlich wurden).