Beiträge von Ser Oberyn Martell

    Habe ich das gesagt? Ich habe nur versucht, die Logik hinter dem Ansatz nachzuvollziehen, fünfmal wählen zu lassen, weil mir tatsächlich nicht klar ist, worauf die Erwartung basiert, dass sich eine festgefahrene Situation dadurch ändert. Wenn der Ansatz ist, dass irgendwann schon eine Wählergruppe einbrechen und dadurch eine Regierungsbildung möglich wird (auch wenn ich im konkreten Fall jetzt nicht genau weiß, welche Gruppe das sein müsste), stimmt mich dieser Ansatz irgendwie nicht so glücklich. Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass ich mit der gestrigen Situation glücklich gewesen wäre (das Gegenteil war der Fall). Und vielleicht sind ständige Neuwahlen ja bisweilen auch das kleinere Übel, mich hat vor allem erstmal der Gedanke dahinter interessiert.

    Ich sehe irgendwie nicht, welche Volksgruppe genau am Ende ihr Wahlverhalten ändern sollte, damit beispielsweise konkret in Thüringen eine Mehrheit gefällt wird. Weder die AFDler noch die Linken werden in Massen eine andere Wahlentscheidung treffen, sodass CDU, SPD, FDP und Grüne weiterhin zusammen keine Mehrheit haben sollten. Bliebe höchstens noch ein massenhafter Wechsel von CDUlern und/oder FDPlern zur SPD, aber wenn diese Wähler RRG hätten stützen wollen, hätten sie diese Entscheidung auch gleich fällen können (und haben sich offenbar bewusst sagegen entschieden).

    Robb hat in den Büchern die Wahl, die Zukunft einer jungen Frau zu zerstören oder ein politisches Bündnis zu riskieren, und entscheidet sich angesichts dieses Dilemmas für letzteres. Das kommuniziert er so auch gegenüber Catelyn. Ob das ehrenhaft ist oder nicht, liegt im Auge des Betrachters und kann sicherlich diskutiert werden, mit Neds (offizieller) Situation hat es aber weniger zu tun, der war ja schon verheiratet. Letzten Endes ist Robbs Lage tragisch, weil er nicht mehr richtig handeln kann. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied zur Serie, wo nicht nur der Charakter der Talisa selber ziemlich klischeebeladen ist, sondern es auch überhaupt keinen Beweggrund (außerhalb von Liebe) für die zusätzlich vorschnelle Hochzeit zwischen den beiden gibt. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, fand GRRM selber das ja auch nicht so knorke.

    Ich meine selbst wenn man fanatisch daran glaubt, sollte man wissen, dass eine Prophezeiung auch ohne Zutun passiert und man nicht aktiv manipulierend darauf hinarbeiten muss.


    So klar ist das nicht. Natürlich birgt ein Eingriff immer Risiken, aber wenn wir eine Prophezeiung weniger als Vorbestimmung der Zukunft sondern vielmehr als einen Blick in die Zukunft verstehen, wird halt irgendjemand (ob mit oder ohne Kenntnis der Prophezeiung) die entsprechende Handlung vornehmen. Entweder weil er sie kennt oder obwohl er sie nicht kennt.

    Wenn Elia einen aktiven Part gehabt hätte (wobei absolut nichts aus ihrem Leben überliefert ist, wo sie einen solchen gehabt hätte), wäre es naheliegend gewesen, zumindest Oberyn oder Doran in Kenntnis zu setzen, damit die Bescheid wissen, dass das Ganze nicht nur auf Rhaegars Mist gewachsen ist. Und da Elia an keiner Stelle als eigenständige Person beschrieben wird, halte einen passiven Part für wahrscheinlicher.
    Dass Rhaegar und sie schon zum Zeitpunkt des Turniers schon nach einer weiteren Frau Ausschau gehalten haben, ergibt auch deshalb wenig Sinn, weil erst nach Aegons Geburt klar wurde, dass Elia keine weiteren Kinder bekommen kann. Bei Rhaegars Aufbruch (und dem letztlichen Durchbrennen mit Lyanna) wird es sich um seine Reaktion auf diese Entwicklung gehandelt haben.
    Rhaegar glaubt zuerst, er sei der verheißene Prinz, spätestens nach Aegons Geburt sieht er seine eigenen Kinder in der Rolle, muss dann aber feststellen, dass Elia ihm den fehlenden dritten Kopf nicht geben kann. Daher begibt er sich auf eine Kopffindungsreise, während derer er zu dem Entschluss kommt, dass es Lyanna sein muss. Elia sehe ich da ziemlich außen vor.

    Vor dem Hintergrund, dass die Martells ziemlich angepisst von Rhaegar waren und auch deshalb während Roberts Rebellion nur halbherzig Unterstützung geleistet haben, halte ich eine aktive Rolle Elias für unwahrscheinlich. Glaube auch nicht, dass Lyannas Krönung in Harrenhal ein Akt der Liebe, sondern vielmehr eine Respektbekundung angesichts ihres Einsatzes als geheimnisvoller Ritter war.

    In den Sturmlanden hat Orys mächtig einstecken müssen, die Velaryon-Flotte wurde aufgerieben und Aegon selber hat auf dem Weg nach Harrenhal ebenfalls Verluste erlitten. War halt alles egal, weil Drachen. Dass sich Oldtown, die Arryns und Starks dann unterworfen haben, hatte weniger mit irgendeiner charismatischen Ausdtrahlung Aegons oder einem schlauen Plan zu tun, sondern lag einfach nur an ... Drachen. Mein Hauptpunkt war aber, dass die Targaryens zur Zeit der Eroberung einfach klischeehafte Prototypen sind (was sich in GRRMs Büchern noch durch die Propaganda selbst erklären lässt), die absolut uninspiriert vorgehen und deren einzige Antwort auf alle Probleme "Drachen!" lautet. Eine Serie, die das umsetzt, erfreut sicherlich die Herzen vieler (Daenerys) Targaryen-Fans, ich würde sie als absolut belanglos empfinden.

    Gerade bei Aegon I. hat es sich Martin doch extrem leicht gemacht, indem er selbst Zeitgenossen über dessen Charakter rätseln lässt. Insofern ist Aegon der Eroberer auch einfach nur leblose und unspirierte Geschichtsschreibung. Als einzige etwas vielschichtigere Person kommt Visenya rüber, aber das auch erst in den späteren Jahrzehnten. Die Eroberung wäre so mit das langweiligste, was man sich als Verfilmung vornehmen könnte: Drei eher schwach ausgearbeitete Charaktere erheben Anspruch auf einen Kontinent, bekommen immer wieder auf die Fresse, können aber am Ende mit einer Superwaffe aufwarten und jeden Widerstand vollkommen phantasielos wegbomben. Allein der Erste Dornische Krieg zeigt dann aber die Unfähigkeit auf, was passiert, wenn die Superwaffe nicht kriegsentscheidend ist.


    Wenn was verfilmt wird, bietet sich das Leben von Rhaena Targaryen an oder die Herrschaft von Jaehaerys und Alysanne. Das Personal im Drachentanz könnte ein guter Drehbuchschreiber vielleicht noch verwerten, glaube allerdings nicht wirklich dran. Man wird einfach wieder mehrere Charaktere zusammenlegen und jeweils die plakativsten Eigenschaften der Buchvorlagen hervorheben. "I am going to take a piss" Greatfish Brynden lässt grüßen.

    Welch Glück für Tyrion, dass Bronn anwesend ist, wer hätte sonst noch für ihn gekämpft?


    Wenn ich mich richtig erinnere, verlangt Tyrion nur nach einem Urteil durch Kampf, weil er Bronn als jemanden einschätzt, der dazu bereit wäre. Wenn er nicht von Beginn an jemanden im Blick gehabt hätte, hätte er das vielleicht nicht gewagt.

    Vielleicht hatten sie als gedrillte Armee-Kampfmaschinen diese Art von guerillahaftem Häuserkampf einfach nicht im Programm. Oder hätten einen entsprechenden Befehl gebraucht.


    Ausrüstung und Aufstellung der Unbefleckten deuten auf eine logische Kampftaktik hin, nämlich eine dicht gestaffelte Phalanx. Und als solche sind sie aufgrund ihrer Furchtlosigkeit enorm effektiv, als Einzelkämpfer dürften die meisten Ritter mehr taugen. Diese entmenschlichten Kampfmaschinen lernen also ihr Leben lang eine Kampftechnik, können diese aber ohne konkreten Befehl nicht einnehmen? Zumal mit Grauer Wurm ja sogar ihr Anführer dabei war. Wenn schon nicht der einfache Unbefleckte in der Lage wäre, selbstständig seine Bestimmung auszuführen (was ich bezweifel), sollte zumindest das Offizierscorps in der Lage dazu sein.


    dass die Figuren im Gegensatz zu mir nunmal auch nicht groß drüber nachdenken konnten. Es macht für mich nicht alles unlogisch, wenn Figuren auch Fehler machen.


    Sie sollen ja auch nicht nachdenken, sondern so handeln, wie es ihnen eingedrillt wurde, was also die natürliche Reaktion wäre. Manche Fehler sind normal und erklärbar. Andere nicht. Wenn ein moderner Soldat im Gefecht die feindliche Position, Vorgehensweise oder Zielsetzung falsch einschätzt, kann das nachvollziehbar sein. Wenn er aber im Gefecht sein MG wegwirft und mit einem Taschenmesser bewaffnet aus der Deckung ins Kreuzfeuer rennt, wäre das nur mit Wahnsinn erklärbar. Und wenn eine ganze Einheit das bringt, bleiben nicht mehr viele Erklärungsansätze außer schlechtes, rein zielorientiertes Writing, nämlich die Entsorgung eines Charakters, mit dem die beiden Nasen von D&D nichts mehr anzufangen wussten, obwohl das Drehbuch schon fast in Buchform vorlag.

    Cersei ist halt in der Serie als Bitch angelegt, dementsprechend nimmt man wohl auch ihre Äußerungen wahr.
    Und ja, es ist absoluter Blödsinn, dass Catelyn nichts von dem Kind wusste. Zeigt halt, dass die Schreiber von Beginn an kein Verständnis für soziokulturelle Normen in Martins Welt hatten. Nur ist es einfacher, davon auszugehen, dass die Szene durch das fehlende Verständnis begründet ist, als zusätzlich auch noch Cersei eine bescheuerte Vorgehensweise zu unterstellen. Habe die Szene nochmal angesehen, und es ist da garantiert nicht ihr Ziel, Catelyn zum Reden zu bringen. Sie rusht rein, erzählt ihre Story und rusht wieder raus, ohne dass Catelyn auch nur Zeit hätte, irgendwas Substantielles von sich zu geben. Und um lediglich einen Blick auf Bran zu werfen, hätte sie sich die Geschichte sparen können.