Beiträge von Grunkins


    Allerdings kamen mir ihre Ansprachen im aller schlimmsten Fall auf etwas überhöhte Art weltfremd vor -


    Das stimmt natürlich, wobei man das auf zweieinhalb Momente - Finanzkrise & Corona, 2015 würde ich schon nicht mehr als gelungen benennen - zusammenstutzen kann. Letztlich hat sie dabei auch von ihrer sonstigen Maulfaulheit profitiert. Ich glaube, ohne Corona-Pandemie wäre Merkel am Ende in ähnlich ambivalenter Erinnerung wie Kohl geblieben, nur mit wesentlich mehr Fragezeichen um ihre Momente.


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    Sie ist allerdings nie wie Laschet bei Lanz drei Stunden lang vor laufender Kamera gestorben.


    Stimmt das auch für ihre Prä-Kanzlerzeit? Ernst gemeinte Frage, da ich das mangels Alter nicht beurteilen kann.


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    ch würde mittlerweile auch erwägen RonaldMcDonalds zu wählen, so lange er gemäßigt auftritt und auf stabile 30%+ kommt. Diese Zerfaserung bei 10-20 Prozent bei den etablierten Parteien gefällt mir aus historischen Gründen überhaupt nicht und ich wäre sehr erleichtert, wenn am Ende einer der beiden Koalitionspartner eindeutig "die Hosen anhat".


    So wird es vielen gehen, was auch einer der Gründe dafür war, warum ich die Relevanz der Kandidatenfrage in Frage gestellt habe. Habeck/Baerbock-Grüne wählen ja, Kanzleramt und 30%? Das wird genügend Erwerbstätige mit Familie und Rentner dann doch vom Kreuzchen fernhalten.


    Glaube aber nicht, dass 30% Laschet reichen würden, um "die Hosen anzuhaben". Wenn die Grünen um die 20% kriegen, reicht ihnen das um die Dynamik vorzugeben. Aufwärtstrend und Stimmungslage schlägt dann Abwärtstrend und absoluten Vorsprung.


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    außenpolitisch sagt sie mehr oder weniger die richtigen Sachen.


    Außenpolitische Doofheit scheint in Deutschland ja so eine Art Ministerpräsidentenkrankheit zu sein, die mangelnde Regierungserfahrung ist zumindest in dieser Hinsicht vermutlich ein Pluspunkt in Sachen Glaubwürdigkeit. Die Grünen scheinen mir hier aber ohnehin die größte Glaubwürdigkeit erlangt zu haben:
    https://www.tagesspiegel.de/be…er-berliner/27115282.html


    Dieser Sputnikunfug regt mich tatsächlich auch auf, weil es einfach so ein Nonsense ist. Bis irgendeiner relevante Charge kommen würde, sind wir längst durchgeimpft.


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    Ich bin nicht sicher, wieviel man als Normalbürger davon mitbekommt.


    Die Umfragen sind ja seit dem erneuten GroKo-Eintritt stabil bei 15% +/- 1% also gehe ich von einem Nulleffekt aus. Glaube aber ohnehin, dass die technokratische, glatte und das typisch hanseatische, leicht überhebliche Gehabe ihn für die meisten als Kanzler unattraktiv macht.



    Laschet ist mMn um einiges konservativer, als die meisten denken. Aber egal wie sprunghaft er in Sachen Corona Politik unterwegs war, ich bin mir sicher, dass er sich nicht bei den Volksgenossen der AfD oder den konservativen Revolutionären der Werte-Union anbiedern wird.


    In meinen Augen sind beide inhaltlich weitgehend Opportunisten, wobei ich wie HappyTime glaube, dass Laschet persönliche (und praktische, in NRW könnte er damit nicht punkten, weder in der CDU noch allgemein) Barrieren zu rechtsaußen hat, die Söder nicht hat.
    Ebenso glaube ich auch, dass Laschets Opportunismus tatsächlich in "Brücken bauen" und nicht im Einverleiben von Inhalten besteht und zumindest einigermaßen integer ist und das der Koalitionspunkt somit auch eher für Laschet spricht. Beide könnten von sich aus problemlos eine Schwarz-Grüne Koalition machen, aber bei Söder würden es sich die Grünen doppelt und dreifach überlegen, weil er nicht wirklich vertrauenswürdig ist und sehr sorgfältig alle anderen Optionen abklopfen.

    Die SPD ist Sarrazin aber Scholz. Die CDU ist Merkel aber Maaßen. Die Grünen Palmer aber Roth.
    Solche Personalien haben bereits für Massenmigrationen von Wählern von und zu Parteien gesorgt.


    Deutschtürken lassen SPD fallen: Von Thilo Sarrazin vertrieben - Politik - Tagesspiegel


    Der Artikel rechtfertigt seine Überschrift in meinen Augen nicht, dort wird keine Evidenz für die Rolle Sarrazins geliefert, außer Meinungen von Vertreterinnen der SPD, für die das natürlich eine Mischung aus eigener Haltung und bequemer Begründung für die Abwanderung der türkischstämmigen Wähler ist. Ansonsten lese ich das eher so, dass Persönlichkeiten "by proxy" eine Rolle spielen: Natürlich haben Merkel und Laschet entscheidende Effekte auf die türkischstämmigen Wähler, aber eher weil sie die ganze Partei systematisch aus der teils nahe, teils offen rassistischen Ecke geschoben haben (als Kind der 90er bin ich bei Rückblicken auf die Kampganen der hessischen Koch-CDU jedesmal völlig fassunglos, dass das mal offene Unionspolitik war). Sicherlich hätten die Grünen ohne Baerbock und Habeck nicht den halben Stand von heute, aber eher, weil die beiden den ganzen Stil der Partei endgütlig von links-alternativ auf bürgerlich verschoben haben. Nicht so sehr, weil man sich von ihnen ganz persönlich eine große Wende erhofft. Und in dem Sinne hat Laschet in meinen Augen keinen großen Nachteil, es ist bei ihm vor allem der Punkt Kommunikation.


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    Auch das glaube ich nicht. Also - hinsichtlich der voraussichtlichen Wahlentscheidung kann sich natürlich noch viel ändern. Klar. Aber nicht bei den kläglichen Werten, die Laschet zum Beispiel bei Führungsstärke zeigt und seinen offensichtlichen Kommunikationsmängeln.
    Ich glaube beides ist bei einem Bundeskanzler nicht zu viel erwartet.


    Bei Kommunikation würde ich dir wie oben gesagt voll zustimmen, wobei ich auch nicht sicher bin, inwieweit Söders Stärke hier rein pandemiebedingt ist und im Wahlkampf durchhaltbar. Bei Führungsstärke, hm. Da würde ich ihn (Edit: Laschet) tatsächlich nahe bei Merkel ansiedeln. Das innerparteiliche Spiel hat er drauf, sonst hätte er nicht das komplette Präsidium derart geeinigt hinter sich gehabt und auch Röttgen und Merz problemlos integriert bekommen. Innerhalb der Machtsphären sehe ich da wenig Probleme. Und nach außen war Merkel auch nie kommunikationsstark.


    Ich finde es sehr schwer, die Persistenz seiner Corona-Dummheiten einzuschätzen, weil die Persistenz der Pandemie selbst nicht einschätzbar ist und Laschet sich zu anderen Themen bisher kaum bundesweit äußern musste. Wenn uns J+J keinen Strich durch die Rechnung macht, ist Ende Juli die komplette erwachsene Bevölkerung geimpft. Zu anderen Themen sind mir eigentlich keine solchen Desaster bekannt.


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    Was man bei Söder auch nicht vergessen darf, er war bisher nicht nur der Posterboy der Bevölkerung, sondern auch der Posterboy der Berichterstattung. Nach den Tagesthemen ernst und pathetisch in die Kamera zu sprechen, kann er in Perfektion. Das Bedürfnis danach wird rasend schnell fallen und in den letzten Tagen konnte man auch schon einen harten Schwenk in vielen Medien zu wesentlich kritischere Beurteilung von seiner Person und auch Politik nachvollziehen.


    Na ja - ein historisch-ästhetisches Argument hätte ich noch für Söder, irgendwie fände ich es konsequent, wenn die wirtschaftlich-technologisch und im Ausland zumindest auch kulturelle Dominanz Bayerns in Deutschland seit ca. 2 Jahrzehnten dann irgendwann auch in die CSU Kanzlerschaft mündet :D



    Gespannt darf man wohl auch auf die SPD sein, bisher scheint es ja keinerlei Scholz-Effekt zu geben und ich habe bei seiner Nominierung ohnehin schon gedacht, dass es vermutlich ein vergiftetes Geschenk ist. Mindestens Esken und Kühnert - Borjans kann ich nicht einschätzen - wollen eigentlich in die Opposition und sie wollen nach links, also lassen sie den letzten aus der Agenda-Reihe die große Niederlage einfahren um ihren Linksschwenk dann ohne Widerstand vollziehen zu können. Wenn sie wirklich bei 13-14% bundesweit landen, könnte ich mir sogar eine Tendenz Richtung Fusion mit der Linken wieder vorstellen, als mittel- bis langfristiges Konzept.

    Das Merz und Söder sich nicht nur nicht mögen, sondern regelrecht verabscheuen, ist bekannt.
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    Edit um Doppelpost zu vermeiden:


    Ich bin mir in Hinblick auf das Unions-Kanzlerduell ja in keinerlei Hinsicht wirklich sicher.


    Ich könnte mir z. B. vorstellen, dass es für die Wahl im September netto überhaupt keine oder nur eine minimale Rolle spielt. In Deutschland werden traditionell Parteien und nicht Kandidaten gewählt. Aber selbst wenn: Söder ist für einen deutschen Politiker vergleichsweise charismatisch und zieht durch sein Auftreten, alleine schon seine körperliche Präsenz vielleicht Wähler, die sich für Autorität begeistern und verkörpert vielleicht auch einen geradlinigen Kurs, auch wenn der mit seiner realen Politik bekanntermaßen herzlich wenig zu tun hat. Vielleicht hilft ihm dieser Stil bei den etwas rechteren Wählern. Andererseits hat er sich in den letzten beiden Jahren ganz gezielt als Merkels Ziehbursche mit grünen Streifen und strikten Coronakurs positioniert, was potentielle AfD- und FDP-Wähler abschreckt. Bei Laschet ist es genau andersherum: Er verkörpert Merkels Ausgleichen, Herbeiführen von Konsens und Fahren auf Sicht, was für dieses Wählerklientel abschreckend ist. Andererseits hat er in NRW gerade im Bereich Innenpolitik eine sehr konservative Gangart angeschlagen und sich auch wirtschaftspolitisch Richtung MIT und FDP orientiert. Auch gesellschaftspolitisch ist er konservativ, ist im Gegensatz zu AKK aber auch schlau genug, es nicht zu thematisieren, weil er weiß, dass der Kampf für die Union endgültig verloren ist. Man darf auch nicht vergessen, dass er NRW mit einem Ergebnis gewonnen hat, welches selbst in der alten BRD für die CDU mindestens respektabel gewesen wäre.


    Die Umfragen sind natürlich eindeutig, aber ich glaube für die Wahl im September überschaubar relevant. Der Absturz der Union - und die wird ja am Ende gewählt - hängt denke ich eher mit Korruption und dem Krisenmanagement zusammen. Wie groß der Corona-Frame im Wahlkampf sein wird, weiß Keiner.


    Ich weiß auch nicht, wen ich lieber hätte. Auf den ersten Blick Söder, aber andererseits traue ich ihm nicht wirklich. Opportunismus ist für Unionspolitiker auch eine Stärke, aber bei Söder ist der so ausgeprägt, dass er sein Fähnchen auch wieder in einen rechten Wind hängen würde. Seine Lektion aus 2018 hat er genau solange gelernt, wie er nicht von einem rechteren Kurs profitieren kann. Gerade, dass er jetzt versucht, Merz-Stil eines populistischen "Basis-gegen-Parteiführung"-Kurs zu kopieren, lässt mich arg zweifeln. Laschet hat zumindest den Vorteil, dass er, so konservativ er auch in mancher Hinsicht sein mag, niemals in fragwürdige Gefilde abdriften würde. Andererseits waren manche seiner Aussagen zur Pandemie so himmelschreiend doof, und zwar in jeglicher Hinsicht, dass er auch irgendwie "verbrannt" ist. Obwohl sich seine Realpolitik und die Ergebnisse dieser (Inzidenz) dann doch auch kaum von der Bayerns unterscheidet.


    Auch die Wirkung auf die CDU ist ja irgendwie verhext - andererseits will kaum einer außerhalb der Parteiführung lieber mit Laschet in den Wahlkampf, andererseits wäre es eine Art Selbstaufgabe, wenn der PV bereits nach 3 Monaten wieder ausgenudelt wäre. Das die CDU als letzte große Volkspartei Kontinentaleuropas zerfällt, fände ich auch keine angenehme Aussicht, aber auch da haben beide Kandidaten Vor- und Nachteile.


    Ich glaube, unterm Strich wäre mir Söder doch etwas lieber, in dem Sinne, dass sein Stil nach 16 Jahren Merkel-Koma etwas Abwechslung wäre. Wenn er doch ins unangenehme Fahrwasser rutscht, kann gegen ihn wenigstens mobil gemacht werden. Zudem bin ich fest davon überzeugt, dass es Schwarz-Grün geben wird und das ist - was man im Detail auch immer davon halten mag - zumindest mal wieder ein politisches Projekt und nicht nur Verwalten und Geld um die schwarze Null herum verteilen.


    Für die Grünen gilt die Irrelevanz der Kandidatenwahl meiner Meinung nach genauso; wenn sie Habeck aufstellen, haben sie einen Charismatiker, der visionär auftritt und sich dadurch von allen anderen Kandidaten abgrenzt, wenn sie Baerbock nehmen, haben sie eine nüchterne Sachpolitikerin wie sie den Deutschen gewohnt ist die sich schon alleine durch ihr Geschlecht abgrenzt. Im Gegensatz zur Union, die nichts richtig machen kann, können sie nichts falsch machen. Wobei ich glaube, dass Habeck sich am Ende durchsetzen wird, weil er nicht warten kann. In einer Exekutivfunktion kann man nicht 4 Jahre visionär daherschwurbelnd durchs Land ziehen, sondern muss die Visionen tagtäglich an der harten Realität messen lassen. Daher ist Habecks einzige Chance auf die Kanzlerschaft dieses Jahr. Im Gegensatz dazu kann Baerbock sehr wohl eine Legislaturperiode harte Sacharbeit machen und damit 2025 antreten.


    Noch ein Edit:


    Die Nominierung von Maaßen halte ich für die CDU tatsächlich für ein viel dramatischeres Problem, als die Wahl des Kanzlerkandidaten.

    Zitat

    Weil man AZ schon vor dem ersten Impfstopp nicht effizient verimpft bekommen hat und in den nächsten Wochen die Lieferungen massiv anziehen sollen (bzw. bereits haben). Die Aussicht auf Millionen unverimpfte Dosen mitten in der dritten Welle hat wohl selbst in NRW zum ersten mal zu einem gewissen Pragmatismus beim Impfen geführt und siehe da, es scheint tatsächlich zu funktionieren.


    NRW hat es nach Wochen als chronisches Schlusslicht nun innerhalb weniger Tage in die Mitte der Bundesländer nach verimpften Dosen geschafft.


    https://impfdashboard.de/?gcli…FJa4dbYtDn58aAtsbEALw_wcB


    Grund hauptsächlich die AZ-Freigabe. Pragmatismus lohnt sich.
    https://twitter.com/HSchaeferIW/status/1381529042902528003

    Ich denke, dass das ein strategischer Zug von Merkel war um den Zorn über diesen unerträglichen Unsinn auf sich zu ziehen und nicht auf die CDU oder den politischen Betrieb inkl. Länder als Ganzes. Kann man ihr anrechnen, andererseits hat sie die Situation maßgeblich mit zu verantworten (Narrenfreiheit für ihr Kabinett seit 2 Jahren, Schaffung der MPK als völlig dysfunktionales Gremium, Versagen in der Europapolitik, die das Kanzleramt in den letzten Jahren immer stärker auf sich gezogen hat) und die Entschuldigung war eigentlich ein absolutes Minimum.


    Ich hab hier auch schon einen ausgiebigen Rant geschrieben, aber so viel Wut und Ohnmacht von Menschen, die sich allesamt der politischen Mitte angehörig fühlen, wie über diesen Osterruhen-Quatsch habe ich glaube ich weder im Netz noch im Privaten je erlebt.


    Das Impfen bleibt leider weiter desaströs, trotz Wiederaufnahme von AZ krebsen wir weiter bei unter 300k pro Tag rum. Mag sein, dass das auch mit der massenhaften Absage von AZ-Terminen liegt, aber damit war zu rechnen und es hätte längst eine Strategie entwickelt werden müssen (Wartelisten explizit für AZ-Willige, Freigabe für alle Prio-Gruppen..). In NRW hat man, nachdem einige Städte vorübergehend aufhören mussten, vorhandenen Impfstoff zu verimpfen, weil keine Freigabe erfolgt war, nun nur Vorerkrankte aus Prio2 freigegeben. Mag sein das die medizinisch den höchsten Anspruch darauf haben, aber das wird wieder ein Bürokratie-Desaster, bei dem erstmal ein ärztliches Attest beschafft werden muss etc.
    Mit der Perspektive, dass sich die bisher gelieferten 15,6 Mio. Dosen in den nächsten drei Wochen verdoppeln, frag ich mich, wie die das Zeug in irgendeiner Weise unterbringen wollen.

    Soweit ich das verstehe, meint "Wirksamkeit" hier aber, ob der Patient nach einer Corona-Infektion auch an Covid19 erkrankt. Der eigentliche interessante Punkt ist aber der Schutz vor schweren Verläufen und Tod. Und der liegt bei AZ deutlich über 70%, sodass der Unterschied zwischen den mRNA Stoffen und AZ eher 98:95 als 95:70 ist.


    Wer etwas langfristigen Optimismus hören will, der aktuellste Podcast mit Drosten ist ziemlich spannend. Zumindest äußert er sich, nach meiner unmaßgeblichen Meinung wie immer sehr gut belegt, positiv zu dem Umgang der Impfstoffe mit den Mutanten und das der Virus in seiner inneren Struktur langfristig begrenzt im Mutationspotential ist. Das hat mich nach mehreren Verweisen von Lauterbach auf möglicherweise eingeschränkte Wirksamkeit gegen die brasilianische Variante und die Möglichkeit von Mutanten gegen die sich überhaupt nicht impfen lässt, wieder runtergebracht.

    Vorweg: wikipedia ist keine zitierbare Quelle für wissenschaftliche Erkenntnisse.


    You don't say =O



    gestern kursierte eine Grafik, dass es bei Biontech sogar mehr solcher Thrombosen (in GB) gab.


    Davon habe ich noch nichts gehört.

    Zitat

    Bisher gibt es keine Meldungen darüber, dass andere Impfstoffe gegen Covid-19 in Zusammenhang mit Sinusvenenthrombosen gebracht werden.


    https://www.spektrum.de/wissen…pfung-bekannt-ist/1848010


    Zitat

    Jedenfalls ist das Risiko eines schweren Verlaufs oder auch diese Thrombosenart zu kriegen bei einem schweren Covid-Verlauf deutlich höher.


    Nehme mal an, dass die Berechnung und Gegenüberstellung der jeweiligen Risiken in der spezifischen Gruppe, eines der Hauptprojekte während der Impfpause ist.


    Hoffen wir, dass es sich entweder als Ente entpuppt oder es reicht, die Gruppe aus der AZ-Impfung zu nehmen.


    Deswegen sagte ich ja auch etwas von Verhältnismässigkeit und ob es gerechtfertigt ist, dafür den Impfstopp zu verhängen.
    Edit: ich glaube bei "hartaberfair" wurde eine Grafik gezeigt, auf der von 14 Thrombosen bei 10 Millionen ausgeteilten Impfstoffen die Rede war. Ich sehe es halt so, dass man das schon ins Verhältnis zu den Auswirkungen von Covid-19 setzen sollte, selbst wenn es an sich eine relative grosse Häufung sein sollte.


    Ja, ich wollte nur noch mal betonen, dass es hier schon eine deutliche Häufung gibt, weil das Problem teilweise schon etwas runtergespielt wird. Die Zahl 14/10 Mio. bezieht sich meines Wissens nach auf die UK-Daten.


    Es wäre auch ein Wunder, wenn bei mehreren Impfstoffen so etwas nicht auftreten würde. Andererseits haben wir mit BionTech mindestens einen, bei dem wir eine extrem gute Datenbasis ohne solche Vorfälle haben und da finde ich die Abwägung dann schon schwieriger. Wenn sich z. B. herausstellt, dass die Sinusthrombosen primär Frauen betreffen könnte man die in jüngeren Alterskohorten rausnehmen, vielleicht zeigt sich aber auch, ob man mit einer parallel gegebenen Medikation das Risiko vermindern kann...
    Das ist nicht so trivial.


    Für das Impfen in Arztpraxen sehe ich da übrigens eher geringere Probleme, da das Aussetzen ja nur bedeutet, dass wir AZ lagern und dann müssen wir den nach Wiederfreigabe erst Recht schnell großflächig verteilen.



    Edit: Stellungnahme des PEI https://t.co/y2xWFvdYTE?amp=1


    Da muss ich (auch selbstkritisch) sagen, dass man Spahn keinen Vorwurf zu der Entscheidung machen kann.

    Da muss ich *ein wenig* widersprechen bzw. relativieren. Laut Wikipedia (wenn jemand bessere Quellen hat, her damit) werden Sinusthrombosen auf 3-5 Fälle je eine Millionen Menschen pro Jahr geschätzt. Da wären 7 auf 1,6 Mio. in wenigen Wochen sehr viel, insbesondere wenn sich das auch in anderen Ländern bestätigt.


    Andererseits ist das Problem in UK scheinbar nicht aufgetreten. In Kombination mit dem was Österreich meldet, möglicherweise Probleme mit einer Charge aus dem belgischen Werk, dass UK nicht beliefert und das gleich zu Beginn der Produktion Probleme aufwies.


    Ob man zur Prüfung gleich den ganzen Impfprozess lahmlegen muss - da mach ich auch mal ein großes Fragezeichen. Risiken von Technologieeinsatz werden in Europa und in im Speziellen in Deutschland inzwischen grundsätzlich immer höher gewichtet als Risiken von Nichteinsatz.


    Interessante Auswahl. Bran und Arya passen auch gut zusammen, aber hast du schon mal in die Threads zu Sansa gelesen? Dort ist sehr gut aufgearbeitet, warum viele Foris Sansa sehr mögen und sie beim Reread gewinnt.


    Ich finde es wirklich schade, dass wir uns hier immer noch im Dunstkreis von Beschwerden bewegen, die schon am Anfang von irgendwelchen Vollhonks oder rechten Hetzern kamen. Zwar wird inzwischen versucht, das inhaltlich abzustützen, aber das sind meistens auch nur Nebelkerzen.


    Mein Verständnis für das Getrolle nicht-Betroffener im Internet ist aber inzwischen gleich null, aus genannten Gründen (Diskutieren um des Diskutierens willen).


    @Grunkins
    Dein letztes Posting zeigt mir ganz deutlich, welche Gedanken Dir durch den Kopf wehen und ich kann diesen Blödsinn einfach nicht mehr lesen. Dazu stellst Du einiges offenkundig bewusst falsch dar und stellst es in falschen Zusammenhang und/oder möchtest es gegeneinander Ausspielen. Du bekundest hier immer wieder, welche "Diskussions"weise Du nicht prakzizierst und welche Forderungen oder Haltung Du nicht hast. Rein prophylaktisch, weil Du angeblich nicht der Schlimme bist und angeblich differenziert argumentierst. In Wahrheit frisst Du aber nur Kreide und machst genau die Dinge, welche Du behauptest nicht zu tun. Du bist ein Brandstifter und mehr gibt es dazu nicht zu sagen.


    Er ist der übliche Brandstifter im Internet und das ist bei dem Thema einfach deplatziert. Das ist noch sehr freundlich ausgedrückt.
    Und nein, man muss nicht für immer über uralte Märchen aus dem (rechten) Sumpf diskutieren und hier noch so tun, als ob man das ernst nimmt und sie damit legitimieren oder zumindest wieder ins Gepräch bringen.



    Ich habe in der kürzlichen Unterhaltung mit Dir das Wort rechtsextrem gar nicht verwendet. :thumbdown: Soviel zum Thema differenziert. Ich wollte Dir eigentlich nochmal eine Chance geben und Deinen Kram nochmal in Ruhe durchlesen, aber das kann ich mir wohl getrost schenken.


    Du hast Recht, Schande über mein Haupt. Um das klarzustellen: Du hast nie "rechtsextrem" sondern nur "rechter Hetzer" und "rechter Sumpf" verwendet, ich entschuldige mich.


    Wie du aber allen ernstes glauben kannst, nach dem oben markierten Schwall an Unterstellungen, Beleidigungen und abwertenden Charakterisierungen würde dir irgendjemand abkaufen, dass du davon so getroffen bist, dass das der Grund ist, du würdest dich nicht mehr nachträglich mit der Diskussion auseinandersetzen, wird wohl auf ewig dein Geheimnis bleiben.


    nein.
    Es ist im Grunde ein 800 Seiten langer, extrem umständlicher und schwurbeliger Groschenroman. Den Plot auf den die Erzählung heutzutage runtergedampft wird muss man zwischen endlosen Beschreibungen von Saufgelagen, Szenen vorgeblicher Keckheit, der Rache allerbanalster Ehrverletzungen der Marke "guck mich nicht so an" und den oberflächlichen Erwähnungen amouröser Abenteuer suchen.


    Dann danke für die Warnung, nach den positiven Erfahrungen mit dem Grafen hatte ich es auf meiner Leseliste, aber das ermutigt, diese etwas umzustrukturieren.

    Der Grunkins ist bei mir - nach seinen letzten paar Statements - bei dem Thema durch, Ende Gelände. Das wird nicht dadurch geheilt, dass er sich vorher irgendwann nicht ganz so schlimm geäußert hat.


    Ehm ja, Handel, Theater, Kinos und Zoos unter FFP2-Maskenpflicht und Personenbegrenzungen öffnen und massiv mehr Tests und Impfungen zu fordern ist natürlich ein furchtbares Statement das mich für alle Jahre zum rechtsextremen Brandstifter macht.

    @WinterIsComing hat übrigens zum Thema Infektionsrisiko in diesem Bereich ziemlich genau das geschrieben, was ich auch vertreten habe, jetzt auch auf deiner Abschussliste?


    Alles andere sind statistische Überlegungen, die ich belegen kann. Ich kann ja verstehen, dass man solche Überlegungen als unangenehme Zahlenspielereien empfindet, wenn es um Menschenleben geht, dann sollte man sich aber nicht selbst in eine Diskussion darüber verstricken.



    Zur allgemeinen Diskussion: Ich merke selbst, dass ich mich sehr schnell aufrege und versuche, mich rauszuhalten, ich bin halt extrem betroffen, hatte wochenlang direkten Kontakt mit Covidkranken und sehe jegliche Lockerung daher erstmal skeptisch. Die Bewohner in unserem Heim waren 6 Wpchen lang auf ihre Zimmer beschränkt und sahen nur uns Pfleger, in Vollverkleidung, und ihre Angehörigen höchstens draussen vor dem Fenster. Rechts und links starben die Zimmernachbarn usw.


    Ich finde es absolut nachvollziehbar, dass du nach so einer einschneidenden Erfahrung sehr skeptisch gegenüber einer Rückkehr des normalen Lebens bist. Man kann aber berechtigt optimistisch sein, dass sich so etwas wie in deinem Heim nicht wiederholt, da inzwischen annähernd sämtliche Pflegeheimbewohner erst und ca. 3/4 zweitgeimpft sind, sowie jeweils fast 2 Mio. weitere aus der Gruppe Ü80 und dem Gesundheitspersonal (bei jeweils ~50% Zweitimpfungsquote).


    Der Anteil der Infektionen in Heimen ist sehr stark gesunken
    https://www.rki.de/DE/Content/…df?__blob=publicationFile, S. 11


    und die Inzidenzen der gefährdeten Altersgruppen gehen auch im aktuellen Anstieg zurück; im selben Bericht auf S. 6:
    Ü90: 131 -> 101
    85-89: 93 -> 78
    80-84: 61 -> 54


    Ich denke, man kann sich davon berechtigterweise Mut machen lassen, weil es zeigt, wie gut die Impfstoffe wirken.

    Ich habe immer noch nicht genau verstanden, was dein eigentlicher Punkt ist @Springer.


    Hat er in dem an mich adressierten Teil doch geschrieben; er projiziert Positionen die ihn nerven in mich, also unterstellt mir einfach irgendwas und fällt dann über das Unterstellte her.


    Das meiste, was er als "Blödsinn" bezeichnet, hat er selber in die Diskussion eingebracht; Verkehrstote, Grippevergleich, überhaupt das ganze Thema "Interpretation von Übersterblichkeit".


    Aber von mir aus, wer gegen selbst aufgestellte Windmühlen rennt um sich dann über die Dellen im Helm zu wundern...


    Mich interessiert eher, ob das Ändern der Impfstratgie ausreicht, um zu verhindern das wir demnächst mehr Impfdosen auf Lager haben als verimpft. Die aktuellen Zahlen sehen zwar etwas besser aus als letzte Woche, das dürfte aber primär daran liegen, dass die Lieferungen immer verzögert eingetragen werden. https://impfdashboard.de/?gcli…FJa4dbYtDn58aAtsbEALw_wcB

    Auf Joyn+ gibt es die Serien-Doku "Unf*ck the world" über die, besonders von Luisa Neubauer gepushte, Idee des Berliner Start-Ups "Einhorn", ein Mega-Event im Berliner Olympiastadion zur Verabschiedung aller möglicher ökologischer, antirassistischer "und was es sonst noch gibt" (O-Ton) Petitionen.


    Eine sehr interessante Studie, über das Politikverständnis eines bestimmten Milieus, auch wenns sie teilweise hart an der Grenze des Erträglichen ist.


    Ansonsten habe ich mich an einem Reread von Bigotti, Nutti und Gigolo versucht (der breiten Masse vermutlich eher bekannt als Dumas Musketiere), bin daran allerdings mal wieder gescheitert.
    Im Gegensatz zum Grafen, der ziemlich gut gealtert ist, sind die Musketiere einfach nur auf misogyne Weise eklig und daneben nicht besonders spannend.


    Hattest du sie anders in Erinnerung oder warum dann der Versuch eines Rereads? Oder anders: Lohnt sich ein First-Read?

    Ich habe diesen Punkt bereits ausgiebig beleuchtet und Dich bereits vorgewarnt, dass ich Dir dazu nicht weiter schreibe. Wenn Du trotz(!)dem dazu weiter schreibst, dann ist das alleine Dein Problem.


    Deine Meinung unbegründet kundzutun, entspricht leider nicht "ausgiebig beleuchten", aber du hast Recht, auf so einer Basis macht eine Diskussion keinen Sinn....


    Zitat

    Das ist mir klar, weil Du meine Postings nicht richtig gelesen hast, wie mir jetzt wieder bewusst geworden ist.


    Sehr lustig so ein Kommentar vor diesem Hintergrund:


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    Wir legen hier das Land nicht lahm, hör auf Unsinn zu erzählen. Du kannst normal zur Arbeit gehen und auch das Haus verlassen. Du solltst nur ein bisschen Deine Freizeitaktivitäten runterfahren. That`s it. Dazu vergleichst Du wieder Äpfel mit Birnen. Abgesehen davon sind Gastronomie und Co keine Grundpfeiler unserer Wirtschaft. Die kann man mit "Durchfüttern" jetzt auch noch ein bisschen am Leben halten.


    Schrieb ich nicht extra, dass ich (beispielsweise) Restaurant-Schließungen für sehr sinnvoll halte?
    Ansonsten halte ich es für ziemlich pervers, faktisches Berufsverbot für mehrere Millionen Personen, mehrere Monate Schließungen von Unis, Schulen und Kitas, den kompletten Kultur- und (Breitensport-)sektor lahm zu legen, hunderttausende Selbstständige an den Rand der wirtschaftlichen Existenz zu führen etc. mit "du sollst nur ein bisschen deine Freizeit runterfahren" zu beschreiben.


    Mich brauchst du dabei übrigens mal gar nicht zu adressieren, ich habe beinahe alle Maßnahmen mit mehreren Wochen Vorlauf antizipiert, sowohl in der ersten Welle, als auch vor dem Softlockdown, als auch bei dem zweiten harten Lockdown.


    Ist auch alles i.O. um Menschenleben zu schützen. Man muss die Einschnitte aber auch nicht kleinreden.

    Zitat

    Das ist mir klar, weil Du meine Postings nicht richtig gelesen hast, wie mir jetzt wieder bewusst geworden ist.


    Irgendwelche kryptischen Vergleiche wie deiner Meinung nach "Leben und Tod" abläuft, sind nicht besonders hilfreich in Diskussionen um statistische Größen.


    Zitat

    Ich finde es wirklich schade, dass wir uns hier immer noch im Dunstkreis von Beschwerden bewegen, die schon am Anfang von irgendwelchen Vollhonks oder rechten Hetzern kamen. [..] Das bewegt sich alles auf den Denkweisen von vor einem Jahr. Das mag Einzelne hier erschrecken, aber genau so bewerte ich das.


    Anstatt man einfach mal die Lage annimmt und das Beste darauf macht, werden Rückzugsgefechte geführt, als würde hier irgendjemand vom Virus oder der bösen Staatsverschwörung gesponsert werden.


    Dazu stören micht diese seltsamen schrägen Nebenkriegsschauplätze sehr, weil uns das ebenfalls nicht weiter bringt.


    Ich bin auch müde.


    Ich bin auch sehr müde, darüber dass in bester deutscher Manier nur bipolar "Lockdown ist (Edit:) so wie er ist gut" oder "Alles Lüge" diskutiert werden kann und ich trotz sehr differenzierter Darstellung schon durch Zweifel an bestimmten Aspekten der Regierungslinie automatisch in den "Dunstkreis rechtxextremer Haltungen" geschoben werde. Dabei habe ich teilweise ja sogar Sympathie für deutliche Verschärfungen (Nachtausgangssperre, FFP2 Maskenpflicht) bekundet...


    Ich glaube, wir wären bei allen anderen Maßnahmen schon sehr viel weiter, wenn nur ein bisschen Druck auf die Regierungen ausgeübt würde und diese sich nicht in immer noch glänzenden Zustimmungswerten suhlen könnten sondern sich tatsächlich mal mit Massentestungen etc. beschäftigen müsste, denn außer Lockdown wird gefühlt alles verbaselt was zu verbaseln ist.


    Muss nicht mal Substitut zum Lockdown sein - könnte auch Komplement sein, denn den aktuellen Anstieg haben wir ja trotz Lockdown.


    Ansonsten @Springer ernstgemeinter Glückwunsch zum Impftermin!


    Zitat

    um die Aerosole oder die ach so geringe Ansteckungsrate in der Gastro/Kino/Einzelhandel geht. Die meisten können oder wollen einfach nicht mit dem Stand der Wissenschaft mithalten.


    Könntest du darlegen, was da deiner Meinung nach der Stand der Wissenschaft ist? Mein Stand ist, dass ich von Bars über Privatpartys und privaten Haushalte, Schulen, Kitas, Gottesdienste, Fabriken, Altersheime, Krankenhäuser, Flüchtlings-/Obdachlosen-/Jugendheime sofort eine ganze Reihe Ausbrüche auftreiben kann und diese so ziemlich alle bekannten Infektionsherde ausmachen (siehe die RKI Ausarbeitung von Ende Dezember), aber Kulturbetriebe oder Handel keinen einzigen bekannten Fall haben. Was aufgrund der Erfassungsprobleme natürlich nicht zwangsläufig was heißen muss.


    Zu Aerosolen ist mein Kenntnisstand, dass diese in geschlossenen Räumen ein massives Problem darstellen und das Problem mit Größe des Raumes tendenziell schrumpft, (medizinische) Masken und Belüftung das Problem aber sehr effizient verringern.

    Darf ich fragen wo du vernünftige Statistiken und Zahlen zu Sterblichkeitsraten für Länder wie Russland, Südamerika und afrikanische Staaten findest? Ich habe in der Vergangenheit öfter die Google Suche bemüht, wurde aber nie wirklich fündig... :( Danke


    Gerne. Der Economist trägt Daten der nationalen Behörden zusammen.


    https://github.com/TheEconomis…output-data/excess-deaths


    Kann natürlich nicht beurteilen, wie die Qualität im Einzelfall ist, aber gibt andere Quellen, die Übereinstimmung zeigen:
    https://www.tagesschau.de/ausl…and-coronazahlen-101.html



    Musst Du eben nicht, weil Du die Coronatoten pro Bundesland doch schon hast. Die Übersterblichkeit ist zur Bewertung der Coronakrise nicht wirklich von Belang. Siehe auch unten.


    Zitat

    Das stimmt hier nur begrenzt, weil Du das Korrelationsproblem erst dadurch aufgemacht hast, weil Du unbedingt von den eigentlich Todeszahlen durch Corona wegwolltest und auf die Übersterblichkeit setzt. Ich habe dazu jetzt auch schon genug geschrieben, also bitte erwarte dazu keinen Kommentar mehr von meiner Seite.


    Die registrierten Corona-Toten beruhen selbst nur auf einer Korrelation, nämlich, eingetretener Tod und nachweisbare Corona-Infektion zum Todeszeitpunkt. Für Kausalität braucht man im Einzelfall Obduktion (siehe Hamburger Studie dazu) und vom epidemiologischen Blickpunkt aus die Übersterblichkeit. Du hast viel geschrieben, aber leider keine brauchbaren Argumente gegen meine Herangehensweise.


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    Es gibt aber nicht "ein bisschen" schwanger. Wenn man unnötige Riskiken eingeht, dann muss man sich immer die Frage gefallen lassen, ob Tote und verlorene Lebensjahre/qualität das Wert sind. Zumal aus jeder Ansteckung dank exponentiellen Wachstum noch viele weitere entstehen. Wenn Du meinst, dass Dein Theaterbesuch wichtiger ist als Menschenleben, dann ist das eben so. Abgesehen davon frage ich mich, wo die ganzen Theaterliebhaber in den letzten Jahren waren. Bei dem Interesse müssten in Zukunft noch etliche Theater zusätzlich gebaut werden.


    Hier gibt es aber sehr wohl "ein bisschen schwanger", weil wir nicht das Land lahm legen um einzelne Tode zu verhindern (ansonsten dürftest du niemals wieder in einen Raum mit mehreren Menschen...), sondern ein schwerwiegendes Gesundheitsrisiko für die gesamte Bevölkerung zu verhindern.


    Zum Risiko - erst muss ein Infizierter (asymptomatisch oder seine Symptome ignorierend) ein Theater betreten, dann muss derjenige infektiös sein, dann muss derjenige an seiner FFP2 Maske vorbei Aerosole ausatmen, die den Weg zu jemand anderem im Raum finden und derjenige muss diese dann an seiner Maske vorbei einatmen (korrekt getragene ist die Wahrscheinlichkeit sich zu infizieren bei unter 1%) und dann noch empfänglich sein. Und dann ist er erst infiziert, ob er überhaupt Symptome kriegt, einen schwerwiegenden Verlauf oder sogar daran stirbt oder das Virus weitergibt ist dann in Summe sehr unwahrscheinlich. Völlig anders als z. B. ein Restaurant, wo man logischerweise keine Masken tragen kann.


    Es resultieren auch nicht aus jeder Ansteckung weitere Ansteckungen und einen Exponentialpfad haben wir unter den derzeitigen Maßnahmen auch noch nicht gehabt.


    Die restliche Polemik mit dem Theaterbesuch kannst du dir sparen, dass ist erklärtermaßen nur ein Beispiel für meiner Auffassung nach sinnlose Maßnahmen - wobei ich ja ich wie mehrfach betont, nicht gegen Lockdown-Maßnahmen bin, sondern nur für solche, die ich aus angeführten Gründen für Aktionismus und ineffektiv halte.


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    Das mit LongCovid ist ein ernsthaftes Problem, [...] Deren absehbar wegfallende Lebensjahre tauchen in noch keiner Statistik auf.


    Vermute ich auch, weshalb ich dazu ja gerne Zahlen hätte.


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    Meine Oma wurde weit über 90, also hätte Covid meiner Oma etliche Jahre geklaut, wenn sie mit 82 gestorben wäre. Ich habe Dir aber bereits erklärt, dass Leben und Tod nicht nach dem Sensenmannprinzip verläuft.


    Meine Oma hat sich mit 90 in der denkbar schlechtesten gesundheitlichen Verfassung infiziert und hatte einen vollständig asymptomatischen Verlauf. Kann man daraus irgendwas schlussfolgern? Nein, natürlich nicht.


    Was du mit deinem letzten Satz sagen willst, weiß ich nicht.

    Kurzgefasst: jein und daher finde ich die Zahl im Zusammenhang mit Corona nicht sinnvoll, weil man bei Corona bereits ziemlich genau abgrenzen kann, wer daran gestorben ist. [..] Aber das ist nur ein Bruchteil.


    Aber genau um festzustellen, dass es nur ein Bruchteil ist, muss man auf die generellen Sterbefallzahlen gucken. Anders kann man das statistisch gar nicht rausbekommen. Sonst bräuchte man für jeden Erkrankten ein kontrafaktischen Todeszeitpunkt.

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    Die Viren stehen quasi ein Weilchen in der Luft und im Kino oder Theater sitzt man stundenlang.


    Natürlich, deswegen sollte man ja in Innenräumen medizinische Masken tragen und diese nach Möglichkeit belüftet werden. Und möglichst wenig singen, reden etc. (was sich bei einer Theatervorführung anbietet).


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    Der Effekt skaliert natürlich auch damit, wie vernünftig die Bevölkerung agiert.


    Das meine ich ja - die Signalwirkung des harten Lockdowns vor Weihnachten war vermutlich wichtiger, als die Reduktion der Kontakte im ohnehin unter Hygiene-Konzepten agierendem Handel. Wenn die Bevölkerung aber irgendwann aufhört mitzuspielen, muss man entweder weiter hart agieren und kontrollieren oder die Strategie ändern. Alles andere ist Blödsinn. Ich könnte ungefährdet zehn Leute in meine Wohnung einladen, aber mit FFP2 Maske keine Schuhe an Kunden mit FFP2-Maske verkaufen. Das ist doch absurd.


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    Aber kurz vorm ZIel alles aufzumachen, wäre doch irgendwie ungeschickt.


    Noch mal: Von "alles" redet Keiner.


    Habe bisher in Talksshows nie jemanden gesehen, der das ernsthaft rausgerechnet hat, aber abgesehen davon:Dann hast Du wieder unterschiedliche lokale Maßnahmen und müsstest dort die akut Kranken einrechnen. Allerdings gibt es immer noch andere Faktoren, wie Superspreader oder aus anderne BL Eingereiste. Da kann ich Dir sofort etliche weitere Faktoren aus dem Ärmel schütteln.


    Ich habe das schon im Sommer ausgerechnet (anhand der Economist-Database, die frei zugänglich ist). Es ist völlig evident, dass die Übersterblichkeiten von Covid verursacht werden und Regionen ohne relevante Covid-Fälle/Tote keine Übersterblichkeit hatten. Muss mal schauen, ob ich das in eine hier postbare Form kriege. Die Maßnahmen waren wie gesagt z. B. in Frankreich zentral vorgegeben und haben nicht relevant variiert und andere Faktoren müssten schon eine systematische Verzerrung zwischen nicht von Corona und von Corona betroffenen Regionen mit sich bringen. Man muss schon die Relevanz der Faktoren begründen, einfach nur welche nennen, nützt nichts.


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    Mit der Übersterblichkeit stolpert man eben ganz schnell von der Kausalität in die Korrelation. Dazu erfasst Übersterblichkeit nicht "long covid" und dessen kurzfristigen, mittelfristigen und langristigen (e.g., verlorene Lebensjahre) Folgen.


    Das Korrelations/Kausalitätsproblem hat man bei jeder statistischen Frage. Für sowas kann man dann z. B. regionale Vergleiche bemühen. "Long Covid" ist nirgendwo erfasst, was auch ein Problem darstellt.

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    Die Frage ist eigentlich eher, warum man nicht einfach bei den offiziellen Coronatoten bleibt, wenn es einem genau um diese Zahl geht.


    Weil es nicht so eindeutig ist, wie du es machst. Das betrifft sowohl mögliche Übererfassung (der Median registrierte Covid-Tote ist 82 und hat zwei Vorerkrankungen, bei allem Respekt, die Lebenserwartung dieser Gruppe ist begrenzt) als auch die Untererfassung.



    Habe an dem Report soweit nichts auszusetzen, er zeigt gerade, warum man auf die Übersterblichkeit schauen sollte:

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    etwa die Hälfte der zur Zeit beobachteten Übersterblichkeit in Sachsen kann nicht direkt mit einer registrierten COVID-19 Erkrankung in Verbindung gebracht werden


    Da spiegelt sich schlicht die Untererfassung von Covid-Toten, besonders in Pflegeheimen. In dem Report taucht genau so ein regionaler Vergleich, wie ich ihn meine auf; man sieht in einem Bundesland wie Schleswig-Holstein, dass eher schwächer von der zweiten Welle betroffen war, geht die Tendenz eher zur Untersterblichkeit. Da wo die Welle voll zuschlägt, erfassen die offiziellen Zahlen die Covid-Toten nicht komplett. In der ersten Welle in der Lombardei war das besonders eindrücklich, 16.000 offiziell erfasste Tote gegen eine Übersterblichkeit von 25.000.


    Der Punkt der insgesamt steigenden Sterbefallzahlen in Deutschland aufgrund größer werdender Jahrgänge ist auch nicht von der Hand zu weisen, der Anstieg dürfte im Vergleich mit den unmittelbar letzten Jahren kaum so groß sein, dass er das Gesamtbild verzerrt. Vor Corona, von Januar bis März 2020, hatten wir z. B. in Deutschland eine Untersterblichkeit, vermutlich wegen eines sehr milden Winters.


    Untererfassung in Pflegeheimen ist in fast allen Ländern Thema, hier z.B. vom 15. Mai 2020 zu Großbritannien


    https://www.aerzteblatt.de/nac…ien-an-COVID-19-gestorben


    Zitat

    [...]Demnach starben in den ersten vier Monaten dieses Jahres mehr als 23.000 mehr Menschen in Pflegeheimen als im Vorjahreszeitraum.[...]


    In nicht-westlichen und nicht-ostasiatischen Ländern wird die Zahl der Corona-Toten ebenfalls massiv untererfasst. Schaut man Sterbefallzahlen für südamerikanische Staaten, Südafrika oder Russland an, wird einem anders. In Peru sind z. B. letztes Jahr ca. 70.000 Menschen mehr gestorben, als zu erwarten gewesen wäre, also mehr als 0.25% der Bevölkerung bei einem Altersschnitt von um die 25 Jahre. Von Juni bis September sind jeden Monat über 25.000 Menschen gestorben, mehr als doppelt so viele wie zu erwarten gewesen wäre. In Bolivien dürften auch etwas über 20.000 Menschen real an Covid gestorben sein, in Russland möglicherweise schon über 300.000. Auch in Südafrika kann man aus den Zahlen eher eine sechsstellige Todesziffer ableiten.

    Antworte noch auf alles aber dazu:



    Die Übersterblichkeit beinhaltet dagegen alle Faktoren und die kann man daher nur ganz schlecht vergleichen, weil wir keine Zahlen für Zeiten OHNE Corona und MIT Lockdown haben. Wie gesagt, die Zahl ist in der Diskussion sehr unglücklich und wird - ich wiederhole mich - immer wieder missbraucht.


    Tatsächlich haben wir die, aufgrund der regionalen Variation. Wie du sagst, war die erste Welle regional sehr unterschiedlich verteilt, der Lockdown hingegen nicht so sehr. In Deutschland oder Italien hat er natürlich schon variiert, aber gerade in den zentralistischen Systemen in Frankreich und Großbritannien war der Lockdown sehr einheitlich, die Covid-Toten und die Übersterblichkeit haben sich hingegen in Frankreich auf Paris und Grand Est konzentriert, Richtung Atlantik war fast gar nichts mehr, in Großbritannien vor allem auf London und die angrenzenden Regionen. Dort sieht man weder im positiven noch im negativen einen Effekt des Lockdowns auf die Sterbefallzahlen.