Beiträge von Grunkins


    Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern :)
    Freilich hat er das gesagt. Alles andere wäre auch nicht schlau gewesen.


    Da bin ich bei Dreenan, Martins Aussagen dazu halte ich für wenig aussagekräftig.


    Ich könnte mir vorstellen das die Auflösung der Handlungsstränge gar nicht das größte seiner Probleme sind sondern die schlechte Aufnahme der Season 8 von GOT.


    Hier würde ich aber widersprechen, nach allen Informationen die wir haben, war Martin 2017, 2018 und 2019 genauso weit von der Veröffentlichung entfernt wie heute und mit Ausnahme vielleicht von 7x06, wo die Serie den Bogen bei vielen überspannt hat, is sie bis von einem Peak zum anderen geeilt, sowohl was reine Zuschauerzahlen als auch Kritiken anging. Kleine ASOIAF-Communities wie hier sind da die absolute Ausnahme und kein bisschen repräsentativ.


    Nein, ich glaube seine Pläne für den Bereich der chronologisch zwischen Daenerys Abreise aus Essos und vielleicht dem Finale im Kampf gegen die Anderen liegen wird, waren viel zu unvollständig als er den Zeitsprung verworfen hat und jetzt kommt er nicht mal mehr zur Abreise. Ich für meinen Teil kriege weder Bran noch Arya noch Sam ohne alberne Story-Booster zu relevanten Figuren und auch Daenerys, Cersei, Jon und Sansa hätten mehrere Jahre schweigende, entschleunigte Entwicklung gut getan (insbesondere bei Jon natürlich nachdem Stannis und die Boltons aufgelöst gewesen wären und Cersei ohne fAegon und Euron). Jetzt sind die Dinge aber schon so weit ins Rollen gekommen, dass alles mögliche künstlich beschleunigt werden muss und sich die Storylines gegenseitig blockieren werden.

    Ich habe schon seit längerem die Hoffnung auf weitere Bücher endgültig begraben. Ein kleines Fünkchen vielleicht-kommt-doch-noch-die-große-Überraschung hat noch irgendwo geglommen, dieses ist aber inzwischen auch erloschen. Ich gehe im Grunde davon aus, dass die ersten Dreiviertel von TWOW fertig und veröffentlichbar sind, dass Martin allerdings am letzten Viertel scheitert, also der Überleitung zur ADOS und auch dem ersten Teil von ADOS (chronologisch entspräche das wohl in etwa dem Ende von Staffel 6 und Staffel 7 der Serie) und hier keine für ihn zufriedenstellende Lösung mehr findet. Dass ihm nach 10 Jahren plus den Jahren vorher, in denen er sich gedanklich ja ebenfalls schon damit beschäftigt hat, noch einmal eine zündende Idee kommt, halte ich für ausgeschlossen. Vermutlich hat er praktisch jedes Szenario durchgespielt und ich glaube auch, egal wen man da dran setzt, wirklich gut aufzulösen sind die Handlungsstränge aus ADWD nicht.* Hier bräuchte es den Mut, eine mäßige Variante anzubieten und dann auf dieser aufbauend weiterzumachen. Letzteres ist aber vermutlich auch das Problem, ADWD hat ja viele enttäuscht und klar erkennbare Mängel in Pacing und Struktur, auch jenseits der Inhalte. Ich glaube daher nicht, dass Martin sich scheut ein (mit Sicherheit ohnehin als Weltbestseller erfolgreiches) qualitativ nicht ideales TWOW zu veröffentlichen, wohl aber sich auf den Fortgang der Geschichte endgültig festlegen zu müssen und bei ADOS wieder vor dem gleichen Problem zu stehen (die Erfahrung hat er ja jetzt schon auf die harte Tour gemacht).


    *Bzw. die Auflösung schon, aber wie die Handlungen dann anschließend zusammengefügt werden, halte ich für sehr problematisch. Ich würde sehr gerne lesen, was jetzt im Norden und in den Flusslanden und im Vale und in KL und in der Weite passiert und glaube auch, dieser Teil würde mir sehr gefallen, was danach kommen soll, ist aber sehr zweifelhaft.

    Naja, diese "Plagiats-Vorwürfe" zeigen aber meiner Meinung auch genauso, dass man sich offenbar wirklich bedroht fühlt und deshalb nach jedem Krümel sucht um Partei und Kandidatin anzuschwärzen. So oder so, das Ziel wurde erreicht, der Grünen-Wahlkampf ist quasi gelaufen.


    Also ein paar Basic checken, wie einen im Internet einsehbaren Lebenslauf oder ein extra fürs Wahljahr auf den Markt geschmissenes Buch, finde ich nicht sonderlich "krümelig". Das finde ich verhältnismäßig normal für einen Wahlkampf. Plagiatsprüfungen sind technisch auch nicht mehr wirklich aufwendig und nach den ganzen Plagiaten bei Politikerdissertationen auch erwartbar. Gerade vor dem Hintergrund verstehe ich nicht, wie einem sowas unterlaufen kann, wenn man das Kanzleramt schon im Blick hat. Würde mal vermuten, dass der "Koautor" es sich leicht gemacht hat und Baerbock keine Mitarbeiterkapazitäten frei hatte, um ihm auf die Finger zu schauen.


    So oder so sollte man sich aber doch auf so etwas vorbereiten, wenn man eine realistische Chance sieht, die Bundeskanzlerin zu stellen.

    Hätte nie gedacht das mal zu sagen, aber ich fiebere mit Italien mit. Einfach die unterhaltsamste und beste Mannschaft in meinen Augen und erstaunlich sympathisch für eine italienische Fußballmannschaft. Na ja und so ganz nebenbei würde ich bei einem italienischen EM-Sieg mit großer Wahrscheinlichkeit in meiner Tipprunde den Sieg davontragen (es sei denn Sterling oder Kane holen sich die Torjägerkrone), trotz völliger Ahnungslosigkeit vor dem Turnier :love:


    Aus den letzten Wochen mit den unsagbar dämlichen (auch wenn ich vermute, außerhalb von Twitter eher geringfügig aufgenommenen) Kampagnen gegen Baerbock, dieser fürchterlichen Maaßen-Personalie und dem Getue von Giffey (gut das das nicht den Bundestagswahlkampf betrifft) lassen ja eher unschöne Erwartungen an den Wahlkampf aufkommen. Vielleicht werden die nervigsten Klopper aber auch jetzt schon abgefrühstückt (haha).



    Ich krieg das auch nur über Reddit mit, aber es sind wohl solche Sachen wie "Sie will als Namensquote jedem 10. deutschen Kind nen muslimischem Namen aufzwingen" und überhaupt Flugzeuge, Eigentumswohnungen und anderes Zeug verbieten.


    Tatsächlich meinte ich damit eher diese dämlich-deutsche Juristendiskussion, ob man sich mit einem Master aber ohne deutschen Volljuristen-Status als Völkerrechtlerin bezeichnen darf. "Dämlich" war also wörtlich gemeint, nicht im Sinne von "superdramatisch" oder so.


    Inzwischen bin ich aber einigermaßen entgeistert von dem Grünen-Wahlkampfmanagement. Nichts von den Skandälchen finde ich wirklich schlimm, aber das Baerbocks Leute zu einem Zeitpunkt, als ihre Kandidatur bereits sehr wahrscheinlich war, sich nicht die Mühe gemacht haben, Lebenslauf und Nebeneinkünfte wasserdicht zu machen. Und das dieses Buch so schlecht zusammengeschrieben wurde (klar das Genre ist sowieso überflüssig wie ein Kropf) finde ich ebenfalls bemerkenswert. Das viele von den Grünen jetzt so tun, als hätten sie es bei diesen (sicher überbewerteten, aber faktenbasierten) Dingen mit trumpesken Kampagnen nach amerikanischen Vorbild zu tun ist peinlich und lächerlich. Von (nicht ganz unwichtigen) grünen Leuten war auf Twitter teilweise auch schon von "rechtsextremer Kampagne" die Rede.


    Die mangelnde Erfahrung jenseits der eigenen Partei und Fraktion ist vielleicht doch nicht soo irrelevant, wie manche meinen.

    Man hat in der Offensive mit Werner, Gnabry, Sane und Havertz Spieler aufgeboten, die eine sehr gute Schnelligkeit, sowie Technik mitbringen und deshalb für ein schnelles Umschaltspiel prädestiniert wären. Gegen England soll Löw allerdings einen eher langsamen und kontrollierten Fußball spielen, weshalb die Offensive ihre größte Stärke kaum ausspielen konnte.


    Ja das war auch meine Wahrnehmung, allerdings auch schon bei den letzten Turnieren und mit anderen Spielern (was natürlich eher für deine These bzgl. Löw und der Spieltaktik spricht). Immer wenn Umschaltspieler gefragt war, dachte man beim Zuschauen: Ach jetzt gehts mal ab und dann wurde das Spiel schon 5 Meter hinter der Mittellinie wieder komplett gebremst und in kontrollierten Aufbau (gerne und oft mit Rückspiel bis zurück zu Neuer) gewechselt. Furchtbar anzuschauen und natürlich kein bisschen torgefährlich.


    Tue mich immer etwas schwer damit, zu glauben, dass das nur oder primär am Trainer liegt, weil die Taktik ja eigentlich trotzdem ab und zu mal eine gelungene Einzelaktion zulassen sollte, aber deine Punkte klingen für mich auch schon überzeugend.

    Es liegt übrigens sicher an der meme-Kultur, aber diese Masken-Unter-Der-Nase-Träger sind für mich irgendwie zu einem Pendant von "Clown" geworden.


    Jo. Für mich auch ein undurchschaubares Kuriosum, wie man zu diesem Move kommt. Da erlaube ich mir es auch ohne Gewissensbisse, die entsprechenden Menschen in eine Schublade zu schieben.


    Ich hadere seit einiger Zeit etwas mit mir. Dabei geht es hauptsächlich darum, dass es in meinem engsten Freundeskreis einige Menschen gibt, die sich auch nach anderthalb Jahren Pandemie noch mindestens Corona-skeptisch zeigen und unter anderem auch gegen eine Impfung sind. Wo genau sie sich auf der Quarkdenker-Skala (von 10 = "Bill Gates will uns chipen um die Menschheit zu dezimieren" bis 1 = "ja, Corona gibt es, aber die Massnahmen finde ich tlw. arg drüber") befinden ist schwer einzuschätzen, da sie das Thema Corona grundsätzlich als Gesprächsstoff zu meiden versuchen. Vom Gefühl her würde ich sagen, dass manche von ihnen zwischen 3 und 5 unterwegs sind, tlw. womöglich sogar etwas drüber.


    Ohne die konkreten Äußerungen zu kennen und nur auf Grundlage einer fiktiven Skala, finde ich das sehr schwierig zu beurteilen. Das Beispiel zu Stufe 1 zum Beispiel fände ich komplett unproblematisch, da ich selber manche Maßnahmen für sinnlos halte und in manchen Bereichen auch andere Gewichtungen bevorzugt hätte. Ich habe selber nur zwei Freunde, die ich auf deiner Skala vermutlich so bei 1-2 einordnen würde, wobei ich dann auch einen Unterschied zwischen Worten und Taten machen würde: Beide sind durchaus kritisch gegenüber einem Teil der Maßnahmen und halten das Risiko für teilweise überschätzt, haben sich aber selber grundsätzlich an die wesentlichen Dinge gehalten (z. B. sicher mehr private Treffen als ich im Winter abgehalten, aber keine Gruppentreffen geschweige denn Partys). Da wird mein persönliches Verhältnis dann null komma null von angekratzt.


    Weiß auch nicht, ob man dir da grundsätzlich helfen kann, sowas ist doch immer von der jeweiligen Beziehung mitbestimmt. Bei meiner Oma habe ich mir auch wenig Mühe gegeben, ihr ihre etwas schrägen Äußerungen oder Ansichten (jetzt nicht auf Corona bezogen) auszureden oder sie umzustimmen, weil ich wusste, es ist völlig sinnlos und letztlich wird es bei einer über 80-Jährigen Frau auch niemanden mehr helfen. Ansonsten habe ich aber auch wenig Erfahrungen mit problematischen Ansichten zu politischen oder moralischen Themen, das schlimmste waren vielleicht die alternativ"medizinischen" Anwandlungen meiner Mutter bezüglich Homöopathie und latenter Impfgegnerschaft, da sich letzteres aber "nur" auf MMR-Impfung bezog, konnte man das Thema umschiffen, bis es meiner Schwester und mir Step-by-Step gelungen ist, sie zumindest teilweise davon wegzubewegen. Allerdings auch nur, weil sie den Kompetenzgewinn durch unsere Werdegänge respektiert.

    Als jemand, der Fußball in den letzten Jahren nur noch zu den großen Turnieren verfolgt hat und der die meisten wirklich präsenten Erinnerungen an die WMs 2010 und 2014 hat, bin ich immer wieder überrascht über den radikalen Bruch nach 2014: Bis dahin immer mit die sehenswerteste Mannschaft, torreich, schnell, viele frühe Tore mit Kantersiegen, immer viel besser gespielt als im Vorhinein gemurrt wurde und mit wenigen echten "Topstars". Seitdem immer viele Spieler, die international auf hohem Niveau spielen, viel viel mehr im Ausland als früher, die zumindest laut der Presse als "Ausnahmefußballer" gelten (Kroos, Gündogan, Sane, Gnabry etc.) aber von denen man in der Nationalmannschaft zumindest bei den Turnieren nie auch nur den Ansatz vernünftigen Fußballs sieht. Insbesondere, dass man so gut wie nie in den gegnerischen Strafraum kommt und dann noch eine unterirdische Chancenverwertung hat (diese Bälle von Müller und Werner hätten drin sein müssen) ist so ein Unterschied, der auch mir als Wenig-Fußballgucker so krass auffällt.


    Frage mich, ob das zusammenhängt und die Nationalmannschaft nicht vorher davon profitiert hat, dass sich so viele Spieler aus den Bundesligavereinen kannten. Ich erinnere mich auch, wie damals in meinem Freundeskreis immer gemeckert wurde, wie Jogi denn Poldi oder Klose mit in die Startaufstellung bei Weltmeisterschaften packen kann, die haben ihre Tore dann aber gemacht, oft auch aus überraschenden Situationen.


    Na ja, jetzt ist Jogi weg wofür ich ganz dankbar bin. Nicht weil ich je was gegen ihn gehabt hätte, aber irgendwann fühlt man sich als jemand der beim Sommermärchen 10 war, in einer Zeitschleife gefangen. Und das er 2014, spätestens aber 2016 hätte abtreten sollen, ist in meinen Augen ebenfalls unbestreitbar.


    Um an den Wettbewerben teilnehmen zu dürfen, muss sie übrigens belegen können, dass sich ihr Testosteronwert unter einem gewissen Level bewegt.


    Semenya musste damals ihren (natürlichen) Testosteronwert auch künstlich unter eine Schwelle absenken. Da frage ich mich zusätzlich, wie bei derartig starken Eingriffen in die Körperchemie auch noch adäquate Dopingkontrollen durchgeführt werden können. Missbrauchspotential ist da reichlich vorhanden.


    Man muss davon ausgehen, dass Doping bei biologischen Frauen noch besser wirkt als bei biologischen Männern, da man Männer ja über natürliche Schwellen der Spezies Mensch dopen muss, während man Frauenkörper in Richtung (biologischer) Männer verändern kann, um höhere Leistungen erzielbar zu machen.


    Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Mir geht es dabei nicht um die Dopingbereitschaft, die dürfte unabhängig von Sex und Gender sein.


    Zitat

    *Allgemein durfte man in Zusammenhang mit der Konkurrenz sehr oft von Dopingvergehen lesen.


    Von den Medaillen aus Peking 2008 und London 2012 wurden 36 von 90 (Stand 2017) wegen Dopingvergehen aberkannt. Prozentual führt Gewichtheben damit uneingeschränkt, was bei einer Maximalkraftsportart ja auch sehr plausibel ist.

    Als Leichtathletikfan hat man die Diskussion mit etwas anderen Vorzeichen ja schon seit Jahren, da mit Caster Semenya die jahrelang unangefochten beste 800m-Läuferin der Welt hyperandrogyn ist und im 800m Finale in Rio 2016 auch Silber und Bronze an solche Athletinnen gingen. Der Leichtathletikverband hat sich hier auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert, aber die Tatsache, dass Semenya eine weibliche Chromosomenverteilung aber aufgrund einer Erbkrankheit ein deutlich erhöhtes Testo-Level hat, hat den Fall auch nicht gerade einfacher gemacht.


    Gute Lösungen gibt es dafür meines Erachtens nach nicht, ich verstehe, dass das aus der Sicht von Transpersonen und Intersexuellen mit keinem eindeutigen biologischen Status eine große Benachteiligung ist, aber andererseits macht in meinen Augen ein System, welches nicht eindeutig auf das biologische Geschlecht rekursiert, gar keinen Sinn. Dann kann man die nach Geschlechtern getrennten Wettkämpfe auch gleich abschaffen oder führt eine dritte Klasse ein, in der dann kaum jemand startet und die entsprechend auch kaum jemanden interessieren wird.


    Ich kann den Opportunismusvorwurf übrigens nur sehr bedingt nachvollziehen, wenn sich Politiker nach der Wählermeinung ausrichten. Das ist aus meiner Sicht irgendwie ihr Job.


    Ich weiß nicht, wie sehr sich Kommentar an mich gerichtet hat. Von mir war das eine Feststellung, kein Vorwurf, ich bin inzwischen auch eher geneigt, die inhaltliche Flexibilität der Union als ihre große Stärke und generell eine des politischen Systems in Deutschland anzusehen. Aber bekanntlich hat alles Grenzen und die Erwägungen von Merz und Söder, die Basis gegen das "Parteiestablishment" aufzuwiegeln sowie die Umtriebe der CSU bezüglich der Flüchtlingspolitik um 2018 rum sind hart an meinen, vor dem Hintergrund der amerikanischen Erfahrung.



    Seine Schwäche führt zu großen Problemen. Der große Einiger, dass ich nicht lache.


    Es ist aber ja nicht seine Schwäche, sondern die der CDU im allgemeinen. Glaube nicht, das irgendeine Personalie das so schnell wird lösen können. Vielleicht, wenn die Union mit Söder als Kanzlerkandidaten einen klaren Wahlsieg mit 35%+ einfahren würde, aber dann wäre der starke Mann ja auch kein CDUler.
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    Aus den letzten Wochen mit den unsagbar dämlichen (auch wenn ich vermute, außerhalb von Twitter eher geringfügig aufgenommenen) Kampagnen gegen Baerbock, dieser fürchterlichen Maaßen-Personalie und dem Getue von Giffey (gut das das nicht den Bundestagswahlkampf betrifft) lassen ja eher unschöne Erwartungen an den Wahlkampf aufkommen. Vielleicht werden die nervigsten Klopper aber auch jetzt schon abgefrühstückt (haha).

    Die Prequel-Serie interessiert mich inhaltlich auch überhaupt nicht, aber ich bin trotzdem sehr gespannt auf ihren Markterfolg. Gerade auch in Kombination mit der wohl Ende 2021 erscheinenden Amazon Herr der Ringe Serie.


    Von einigen Megahypes wie Episode VII abgesehen, habe ich den Eindruck, dass der Bedarf an der Ausschlachtung dieser Universen weniger groß ist, als das manchen Medienunternehmen lieb wäre. Natürlich haben auch alle Star Wars Filme, selbst der ja wirklich dramatisch gefloppte Solo, netto positive Einspielergebnisse erzielt, aber die Tendenz zeigt klar nach unten, ebenso wie bei Phantastische Tierwesen. Und dabei profitieren diese Filme noch von einem immer stärker auf einzelne Blockbuster konzentrierten Konsumentenverhalten, aber jeder noch so sehr sich selbst wiederholende Marvel- oder zerrissene DC-Film (oder sogar Jurassic World) sprengt die Einspielergebnisse und spielt sogar problemlos in einer Liga mit den Hobbit- oder Harry Potter Originalverfilmungen. Ich habe nun weder Phantastische Tierwesen noch einen Star Wars nach Rogue One gesehen, aber was ich so an Trailern oder Bildern kenne, scheint mir auch ein stärker werdenden Fokus auf das Einbauen gut vermarktbarer Merchandise-Artikel (puschelig Tierchen, süße oder fiese Roboter etc.) zu zeigen, die wohl für 75%+ der Einnahmen verantwortlich sind. Das solche Produkte dann doch primär auf den Kinder- und Jugendmarkt zielen, dürfte es für mutmaßlich nicht so sehr kinder- und jugendorientierte Serien nicht leichter machen.

    Kann man sicherlich lange drüber spekulieren, bis wir es vielleicht eines Tages doch noch definitiv in einem weiteren Buch erfahren, aber ich persönlich glaube kaum, dass Bran die Höhle jemals wieder verlassen wird.


    Na ja, Hodor="Hold the door" wurde doch mehr oder weniger bestätigt, womit ich davon schon ausgehen würde. Die einzig sinnvolle Begründung für Bran auf dem Thron habe ich bisher von Fori hodor gelesen, der in Bran eine Gestalt der Artussaga sieht. Vor dem Hintergrund entfernter mythologischer Anleihen des Liedes, könnte Bran als König dann Ausdruck einer Verschmelzung von Ersten Menschen und Andalen im Angesicht der Bedrohung durch die Anderen sein. Allerdings steht dem die Möglichkeit der endgültigen "Assimilierung" der Targaryen in Westeros durch Jon gegenüber (glaube die Formulierung habe ich von Maegwin mal gelesen) und gefallen tut mir die Aussicht sowieso nicht. Außerdem würde das den Artusmythos meines Erachtens nach umdrehen, denn dann müsste ja das Andalentum im Glauben der alten Menschen aufgehen und nicht das Kelten- im Christentum.


    Vor dem Hintergrund, dass in der Serie mehrmals, unter anderem von Bran persönlich, explizit darauf verwiesen wird, dass dieser in der realen Welt "nichts mehr werden kann", bin ich auch immer noch nicht von diesem Ende in Martins Version überzeugt. Wobei er im Gegensatz zur Serie vermutlich eine etwas größere Rolle spielen wird, denn in der Serie leistet er ja original gar nichts.


    Das viele Zuschauer trotzdem der Meinung sind, Bran hätte Anteil am Sieg über die Anderen gehabt, finde ich auch faszinierend, es ist D&D tatsächlich gelungen, viele Dinge in den Köpfen zu etablieren ohne sie jemals erzählt zu haben. Weder hat Bran irgendetwas sinnvolles beigetragen, noch hat Sansa jemals bewiesen, was sie zur Königin qualifiziert oder sie zu einer "Thronspielerin" macht, noch hat Tyrion jemals seit Staffel 4 irgendeine intelligente Handlung vorgenommen oder Aussage getätigt.


    Brans komplette Transformation ist umsonst gewesen und bleibt folgenlos, R+L=J ist folgenlos...


    Allerdings habe ich selbst meine Zweifel mit Links wählen, wenn Wagenknecht deren beliebteste Politikerin ist und kaum Gegenwind bekommt, wenn sie über "Lifestyle-Linke" und damit über politische Korrektheit, Pronomen und Veganer schimpft. Da wird Grün für mich wahrscheinlicher.


    Wagenknecht hat ihr Buch dazu ja aber auch die "Selbstgerechten" genannt, weil sie das Verdrängen politökonomischer Themen durch Gesellschaftspolitik durchaus auf ihre eigene Partei bezieht und ist darüber glaube ich nicht mehr besonders gern gesehen. Zudem kandidiert auch Fabio de Masi mit ähnlicher Begründung zu seiner Ansicht nach falschen Schwerpunktsetzung in der Linken nicht mehr für den Bundestag und das ist tatsächlich der Einzige, den man aus dieser Partei vermissen wird.


    Es wird gerne und oft die grün-rot-gelbe Ampel in Deutschland ins Spiel gebracht.


    Andererseits: Die FDP wollte auch keine Schwarz-Grün-Gelbe Koalition.


    Für wie wahrscheinlich haltet ihr das, meine deutschen Freunde? Dass die FDP bei sowas mitmacht?


    Die Ampel erfreut sich unter manchen Intellektuellen, besonder unter Ökonomen einiger Beliebtheit, weil man sich dort gewissermaßen "The best of all three worlds" erhofft, also liberale Gesellschaftspolitik, proeuropäische und prowestliche Außenpolitik (auch wenn die SPD da wackelt), und Projekte im Bereich Sozial- und Umweltpolitik bei der die FDP aber die marktwirtschaftliche Bremse spielt und dafür sorgt, dass diese Projekte auch halbwegs vernünftig designt sind und nicht nur Geld hin- und herschieben.


    Halte das aber selber für eine komplette Schnapsidee, da die FDP unter Lindner ihre Positionierung seit Möllemann und Westerwelle fortgesetzt hat und damit gewissermaßen Verrat an dem seit Jahrzehnten aufgebauten und gepflegten Wählerstamm begehen würde. Es wäre in meinen Augen im Vorhinein sicher, dass jedes sozialpolitische Vorhaben der SPD, jedes umweltpolitische der Grünen und jedes europapolitische beider Parteien torpediert werden würde und andersherum wird die Haushaltslage es nicht erlauben, der FDP irgendwelchen finanzpolitischen Spielraum zu überlassen. Das wäre eine riesige Mogelpackung.


    Das Komische an dieser Partei ist, dass es eine enge Connection zwischen den prominentesten Vertretern, Lindner und Kubicki und einem rechtsliberal-populistischen Wählerspektrum gibt, während die meisten Mitglieder in meinen Augen eigentlich ganz brauchbar sind, bei den Julis trotz Twitterings einiger Hayek-Anbeter eher die Linksliberalen zu dominieren scheinen und ich manche Parlamentarier der zweiten Reihe wie Konstantin Kuhle oder Marie Agnes Strack-Zimmermann zu den brauchbarsten Politikern überhaupt zähle.


    Ok jetzt verstehe ich. Trotzdem klärt auch dieser Umstand nicht wirklich meine Ausgangsfrage.[...]


    Das stimmt natürlich. Wie gesagt, für vergleichsweise hohe Infektionszahlen in Österreich könnte auch die Nähe zu den von der zweiten und dritten Welle am meisten gebeutelten Osteuropäern eine Rolle spielen, Wien und Bratislava sind ja quasi direkte Nachbarn, die Wirtschaft Slowenien hängt stark an der österreichischen etc.


    Aber mir scheinen auch immer noch viele Dinge zum Infektionsgeschehen unbeantwortet. Gerade auch für Deutschland: Die Wirkung präventiver Lockdowns bei niedrigem Inzidenzgeschehen und der Saisoneinfluss wurden in ersten Welle auch von vielen Optimisten unterschätzt. Andererseits haben auch wenige Pessimisten so heftige, überexponentielle Anstiege wie Ende Oktober/Anfang November, Mitte Dezember und dann wieder Anfang März erwartet und die Optimisten können wohl ebenso wenig erklären, wie oder warum dieses Geschehen jetzt doch wieder abgeflacht ist, ohne wirklich gravierende neue Maßnahmen.


    Das hört sich irgendwie komisch an. :huh: Letztendlich sind alle Massnahmen dazu da, das Gesundheitssystem zu schützen und dadurch Tode zu verhindern. Härtere Massnahmen sollten somit auch bessere Erfolge erzielen und nicht umgekehrt. Aber vielleicht verstehe ich auch nicht ganz genau was du damit meinst.


    Fallsterblichkeit=Tode/Infizierte


    Lockere Restriktionen -> sehr viele Menschen aus weniger vulnerablen Gruppen infizieren sich -> Viele Infizierte.
    Harte Restriktionen -> weniger Infektionsgeschehen in der Breite der Bevölkerung, aber relativ mehr bei der sehr vulnerablen Gruppe der Pflegebedürftigen.


    Das dürfte wegen der Impfungen nicht mehr gelten, war aber um Weihnachten rum in Deutschland der Fall; Verglichen mit dem Rest Europas überschaubares Infektionsgeschehen aber teilweise 1000 Tote am Tag, weil das ganze Gesundheits- und Pflegewesen durchseucht war.


    In Bezug auf die Gesamtsterblichkeit=Tode/Bevölkerung führen lockere Restriktionen natürlich zu mehr Toten.


    Hmm. Die sozial räumliche Struktur (inklusive Mehrgenerationenhaushalte etc.) spielt sicher eine Rolle, aber gerade am Beispiel Österreich zu Schweiz gehe ich nicht unbedingt davon aus, dass diese sich erheblich voneinander unterscheidet. Trotzdem ist die Fallsterblichkeit mit rund 1,6% nahezu identisch, obwohl man die Schweiz im Grunde fast als Schweden Zentraleuropas bezeichnen könnte und Ö im Vergleich dazu sehr hart durchgegriffen hat.


    Soweit ich das verfolgt habe, hat Österreich immer erst sehr spät im Verlaufe einer Welle durchgegriffen. Und der Grenzverkehr mit Tschechien/Ungarn/Slowakei und Slowenien, die alle sehr hohe Todeszahlen haben, dürfte eine Rolle spielen. Die Schweiz hat natürlich auch viel Grenzverkehr und den Effekt konnte man in der ersten Welle ja durchaus sehen, aber die zweite und dritte Welle war und ist in Osteuropa völlig außerhalb jeder Kontrolle und das Grenzregiment hat in Deutschland Richtung Benelux auch besser funktioniert als Richtung Tschechien.


    Das dürfte insbesondere frühere Verbreitung der Mutanten bedingen.


    Edit: Und weniger Kontrolle, was für die Fallsterblichkeit auch immer eine Rolle spielt.


    Für die Fallsterblichkeit spielt die Schärfe der Restriktionen ja nicht unbedingt eine so große Rolle. Würde sogar eher sagen: Lockere Restriktionen drücken sie. Konnte man um Weihnachten rum in Deutschland ja beobachten, wo es relativ immer noch wenig Fälle gab und alles runter gefahren wurde, aber die Inzidenzen bei den hochbetagten, pflegebedürftigen explodiert sind.


    Edit2: Noch ein Argument könnte die Verteilung auf die verschiedenen Wellen sein. In der Schweiz sind in der ersten Welle mehr gestorben, in Österreich war die erste Welle relativ mild. Da damals kaum getestet wurde, war die Fallsterblichkeit auch deutlich höher.

    Das die Niederlande, Schweden, Österreich und die Schweiz alle verglichen mit ihren Infektionszahlen relativ(!) niedrigere Todeszahlen haben (also eine geringere Fallsterblichkeit), scheint mir auch erklärungsbedürftig. Eine gewisse Pfadabhängigkeit (je stärker die erste Welle desto stärker das Potential der zweiten Welle) scheint es zu geben, aber das passt z. B. für die Schweiz als nach Italien zweites schwer getroffenes europäisches Land überhaupt nicht.


    Ich denke mal, dass die sozialräumliche Struktur eine sehr große Rolle spielt. In den USA sind bereits vor der Präsidentschaftswahl, also vor der Herbst- und Winterwelle, rund 0,1% der afroamerikanischen Bevölkerung an Covid gestorben (aktuellere Zahlen kenne ich nicht). In Italien, Spanien und Frankreich (und den osteuropäischen Ländern vermutlich auch) spielen Mehrgenerationenhaushalte eine große Rolle beispielsweise im Vergleich zu 50% Singlehaushalte in Schweden. Das scheint mir auch die wahrscheinlichste Erklärung für den großen Unterschied zwischen den Niederlanden und Belgien; in Belgien gibt es große Viertel, teilweise halbe Städte, die gesellschaftlich ein Eigenleben führen und alleine schon wegen Sprachbarrieren schlecht erreichbar sind. Das gibt es in den Niederlanden teilweise auch in den Hafenstädten, aber in viel kleinerer Dimension.


    In Deutschland kann man auch beobachten, dass die vulnerablen Altersgruppen der Ü65-80 immer eine niedrigere Inzidenz als die Gesamtbevölkerung hatten. Das kehrt sich dann erst in den ganz hohen Altersgruppen Ü80, eher Ü85, um, getrieben durch die Pflegebedürftigen, die sich logischerweise nur sehr schlecht schützen können.