Beiträge von Grunkins

    In Ordnung, das verstehe ich. Und ein ehrliches Danke für die Größe, eine vertretene Meinung offen zu revidieren.


    Na ja, ich schäme mich tatsächlich dafür. Und will nur an User, die das jetzt lesen, sagen, dass ich da ein ca. 17-jähriger Idiot war, der gerne alternative Meinungen nachgeplappert hat und meine Meinung dazu schon vor einiger Zeit revidiert habe. Na ja. Ändert nun auch nix.


    Zitat

    Ich sehe momentan leider nur zwei Optionen. Die eine ist, dass die Ukraine nach einem kürzeren oder längeren Krieg für uns irgendwann wie Weißrussland zu einem blinden Fleck auf der Landkarte wird.


    Ja und das größte Risiko für die Zivilbevölkerung ist - geht ja schon los - massiver Luft- und Raketenkrieg. Der evtl. unpopulär ist, daher der Gedanke irgendwo noch eine vermeintliche Alternative offenzuhalten.


    Zitat

    Nun, doch. Erst dann werden sie gewonnen haben. Das ist ein Krieg um den Westanschluss der Ukraine.


    Klar. Aber das geht ohnehin nur, wenn der direkte Krieg vorbei ist.

    Ich weiß das die Aussagen damals grenzdebil waren und schäme mich auch zutiefst für diese.


    Mir ist (inzwischen) vollkommen bewusst, dass das ein Annexionskrieg ist.


    Ich sehe nur keine Möglichkeit für die Ukraine, diesen Krieg zu gewinnen, wenn es nicht intern Druck auf Putin gibt. Und wenn sie es doch schaffen, dann hilft doch ein EU-Beitrittsgesuch nicht.


    Ich meinte auch nicht, dass das den Russen zum dauerhaften Rückzug aus der Ukraine reicht. Das war nur der einzige positive Case, der mir für die Ukraine einfällt, dass sie aufgrund der Verluste neu aufstellen müssen.


    Kaum hat sich der erste Schock gelegt, geht der naive Putin-Appeasement-Klatschkreis wieder los.


    https://www.n-tv.de/politik/RI…ntar-article23162580.html


    Welcher Ausweg soll das sein?
    Der "halbtotale" Krieg gegen die Ukraine?


    Das ist kein Appeasement, ich sehe schlicht den Nutzen für die Ukraine nicht, sofern wir am Ende nicht doch selbst dort kämpfen wollen. Wenn die Perspektive für einen Rückzug der Russen ein rascher Beitritt der Ukraine zur EU ist und damit das Zeitfenster für einen neuen Angriff endgültig zumacht, erhöht das Putins (interne) Durchsetzungskraft, die Mittel auszuweiten. Mag sein, dass die sowieso bei 100% ist und es trotz möglicherweise mangelnder Popularität des Kriegs bei einigen russischen Eliten keine Rolle für Putin spielt. Aber dann scheint es mir immernoch nichts positives zu bringen. Wenn die Beitrittsperspektive die Ukraine auch nur einen Tag länger verteidigt, gerne.


    Meine das auch nicht grundsätzlich, nur sollte man nicht zu viel rumposaunen und nicht mehr in den Mund nehmen, als man schlucken kann. Siehe auch Finnland, wenn Finnland der NATO beitreten will, soll man das bitte so vorbereiten, dass man im Moment der Bekanntgabe des Beitritts den Luftraum und die See- und Landzufahrt nach St. Petersburg sofort zumachen und verteidigen kann.


    Wie sieht es aus auf deinem Logenplatz? Überrascht, dass Kiew noch steht? Selenskyi frecherweise auch. Jetzt auch noch Freiwillige ohne genügend Ausrüstung, die der Westen liefern konnte und kann. Irgendwie scheinen die Ukrainer nicht ganz mit deinem Plan einverstanden zu sein.


    Da möchte ich el_drogo doch in Schutz nehmen, die Haltung war auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen begründet und gerechtfertigt. Der einzige, von dem ich vor Donnerstag eine treffende Prognose der aktuellen Situation gehört habe, war dieser Ex-NATO General Egon Ramms, der am Dienstag bei Phoenix wirklich erstaunlich treffsicher war.


    Zitat

    Ukraine entlässt ehemalige Soldaten aus der Haft, die teilweise wegen Mord verurteilt wurden, um zu kämpfen? Wenn nicht paar Terminator in Kiews Gefängnissen geschmort haben, verstehe ich nicht, wie der Nutzen dieser Soldaten ihre Freilassung rechtfertigen soll.


    Nun ja, die Ukraine ist immer noch die klar unterlegene Kriegspartei und von einem Sieg weit entfernt. Moral und Motivation hat sich nicht nur im aktuellen Krieg, sondern auch schon im Mittleren Osten immer wieder als entscheidend herausgestellt. Einzig komplette Luftdominanz scheint mir das ausgleichen zu können. Und ganz nebenbei kann man solchen Kräften das Zeug überlassen, was nach dem Krieg besser nicht für die regulären Kräfte rauskommen sollte.


    Zitat

    Währenddessen will die georgische Regierung sich nicht an den Sanktionen beteiligen.


    Vielleicht einfach Angst? Der Impact von georgischen Sanktionen auf Russland dürfte ja überschaubar sein. Kann schon verstehen, wenn man das lieber NATO, EU und Ostasien überlässt (die Schweiz oder Singapur sind wirklich auch interessante Fälle).


    _
    Scholz war Sonntag bockstark. Bis dahin war die Reaktion des Westens hervorragend fand ich, die Sanktionierung geschickter als kompletter Swift-Rauswurf, auch die deeskalierende Entscheidung der Amerikaner, die Nuklearankündigung zu ignorieren. Ich hoffe aber, man kriegt jetzt nicht Oberwasser; diese Flugzeuglieferung ist Borell möglicherweise rausgerutscht und hätte nicht breit getreten werden sollen. Ein EU-Beitritt ist meiner Ansicht nach auch aktuell kein geschicktes Thema, wenn man sich festlegt, verbaut man den Russen Auswege oder muss nachher mal wieder einen Verbündeten enttäuschen.


    Ich glaube bei China kann man im Augenblick sagen, dass sie einfach auf Zeit spielen und sich alle Optionen offen lassen. Die sehen den Westen und Russland gerne geschwächt und nehmen gerne jeden Tropfen Öl und jeden Kubikmeter Gas, den wir sanktionieren, aber sie wollen auch nicht, dass der Weltpreis durch die Decke geht.


    Ich frage mich aktuell, wie der Effekt auf Wahlen in Europa ausfallen wird. In Deutschland vermutlich überschaubar, Ralley around the flag in den Mitte-Parteien, aber glaube auf Linke und AfD wird das kaum Impact haben. In Osteuropa ist die große Frage, ob der Effekt eher die übliche Anziehung von eher rechtskonservativen Kräften in solchen Krisen ist oder doch einige gewisse Parallelen zwischen Putin und ihren Rechtparteien bemerken und das einen "liberalen" Schock hat. Noch stärker in Frankreich, wo sich der RN ja recht offen von den Russen hat finanzieren lassen und die Anti-Islam Stimmung Putin beliebt gemacht hat. Hab auch kein gutes internationales Pressebild, habe viel Atlantic gelesen, weil mir das eine der besten Quellen für solche Themen zu sein scheint.

    Hilflos, wütend und verzweifelt.


    Viel kann man nicht tun, was man tun kann:


    https://ukraineverstehen.de/unterstuetzung-fuer-die-ukraine/


    Auch wenn man Scham und Schande, die unsere Russlandpolitik über uns bringt, nicht gutmachen kann.


    Hätte nie gedacht, dass ich mal nach Pro-Aufrüstungs- und Waffenlieferungsdemos Ausschau halte.


    Wenn die Berichte stimmen und die Ukrainer sich besser schlagen als gedacht, zeigt das nur umso mehr, was rechtzeitige Lieferungen selbst von "Defensivwaffen" wie Schutzausrüstung, Funkgeräten und Nachtsichtgeräten hätte bringen können.


    Angeblich will Putin nun die tschetschenischen Fanatiker von Kadyrow einsetzen, die schon den Georgienkrieg entschieden haben. Beängstigend, deutet aber daraufhin, dass es wirklich nicht so läuft, wie sie dachten.


    Unsere Helme werden jetzt angeblich geliefert. Sonst gibt es vermutlich gar nix, womit wir dienen können. Die Brigade in Litauen hat nicht mal winterfeste Jacken. Die Holländer dagegen wollen Luftabwehrraketen schicken.


    Immerhin hat Selenskyj den Stimmungskrieg schon klar für sich entschieden.


    Und ja, es gibt einen Case, indem Putin mit diesem Krieg Russland nachhaltig ruiniert hat: Wenn wir sie aus Swift rausschmeißen und damit faktisch ein Öl- und Gasembargo errichten. Das wird wehtun. Ginge aber.


    Ich denke, dass man bei dem Thema auch immer schauen sollte, ob verschiedene Ethnien auch innerhalb der Geschichte sinnvoll dargestellt sind.[...]


    Toller Beitrag, gehe fast überall mit. :beer:


    Ich habe bei The Witcher auch irgendwo Kritik an den beiden schwarzen Begleiterinnen von Borch in "Seltene Arten" gelesen und das wiederum fand ich dann merkwürdig, weil die meiner Kenntnis zur Folge aus einem Wüstenland kommen sollen (Name entfallen, irgendwas mit Z, Zikanier, Zakanier...?).


    Zitat

    Der Trailer lässt allerdings vermuten, dass man sich wieder auf bekannte Handlungsorte und Figuren stützt, was man mit etwas Frauenpower und Diversität mixt und das macht mir schon etwas Sorgen.


    Auch da bin ich dabei, denn man muss das Diversitätsthema ja auch nicht überstrapazieren, daran würde es für mich im Zweifel auch nicht scheitern. Der Trailer lässt mich allerdings typische amerikanische Platz-in-der-Welt-suchen, Try everthing, Einzelkämpfer Geschichten erwarten. Nicht, das ich was gegen solche Geschichten hätte, aber es passt nicht so richtig in Tolkiens Welt, was mich zum nächsten bringt.


    Zitat

    J.R.R. Tolkien hat seine Welt mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet, aber es steht außer Frage, dass er nun mal ein Kind seiner Zeit ist. Der Vorteil seiner Welt wäre allerdings, dass sich seine Geschichten in einem sehr kleinen Teil seiner Welt abspielen und es noch sehr viele Weiße Flecke gibt.


    Da würde ich ein bisschen widersprechen. Tolkiens Welt ist vielleicht detailliert ausgearbeitet, aber eher was die ganz groben Züge und großen Linien der Welt angeht, vor allem natürlich ihre Entstehung. Aber mit Ausnahme ganz weniger Orte wird alles nur sehr "fundamental" skizziert, es gibt wenig Nuancen, es gibt auch nicht wahnsinnig viele Details. Das passt zu den mythologisch angehauchten Geschichten des Silmarillons, aber schon für die beiden Romane musste Tolkien auf die Hobbits zurückgreifen und denen einen kleinen safe space als Ausgangspunkt schaffen. Ich glaube eine Erzählung nur mit Menschen, Elben und Zwergen hätte nicht so funktioniert. Und ich glaube auch nicht, dass sich die Welt für freies adaptieren eignet. Da ist jede Fantasywelt anders gebaut, im Star Wars Universum kann man alles erzählen, auch wenn meistens leider bestenfalls mittelmäßiges rauskommt. In Westeros/Essos könnte man meiner Ansicht nach auch unzählige Geschichten erzählen, aber alle mit einem ähnlichen Charakter wie im Heckenritter oder in dem eher politischen und charakterbezogenen Teilen des Lieds.


    Zitat

    Meines Wissens nach gibt es z.B. keinen Grund, warum nicht einer der Nazgûl ein farbiger König gewesen sein soll, bevor ihn der Ring korrumpiert hat. Da könnte man sicherlich eine gute Geschichte erzählen.


    Das dürfte sogar ziemlich wahrscheinlich sein, da es nicht allzu viel Platz für potenzielle Königreiche der Menschen in dem detaillierter kartierten Bereich gibt und die meisten Ringträger der Menschen somit aus Rhûn oder Harad oder aus Ländern dahinter kommen müssen. Wenn ich mich richtig erinnere, trägt der einzig namentlich bekannte, Khamûl, den Beinamen "der Ostling" was darauf hindeutet, dass nicht alle Ringgeister Ostlinge aus Rhûn sind. Und Harad wird zumindest entfernt an Nordafrika / Orient angelehnt.

    Ich habe mir aus Interesse dazu den ganzen Podcast von Cinema Strikes Back angehört (knapp 100 Minuten). Wenn die dort präsentierten Informationen korrekt sind, befürchte ich auch Schlimmes. Erstmal zu den (vermeintlichen) facts:


    -Die Rahmenhandlung spielt, wie der Name schon verrät, im Zweiten Zeitalter und dreht sich um das Schmieden der Ringe, allerdings wird die Zeit hier aus Gründen des Storytellings massiv zusammengestutzt, damit das Figurenrepertoire größtenteils gleich bleibt.
    -Aufgrund der gestutzten Zeit werden hier alle möglichen Geschichten zusammengerührt: Numenor wird eine Rolle spielen, auch Ar-Pharazon kommt vor, es soll aber auch Angband einen Plot bekommen, einige Elemente deuten auf Durin I. hin (Moria wird mit ziemlicher Sicherheit eine Rolle spielen) und das erste veröffentlichte Bild zeigt Valinor im Licht der Zwei Bäume, die ja noch vor dem Ersten Zeitalter zerstört wurden. Sogar Hobbits werden eingebaut. Laut CBS hatte Christopher Tolkien im Tolkien-Estate durchgesetzt, dass nichts aus oder vor dem Ersten Zeitalter gezeigt wird, aber Amazon hat eine Lücke gefunden, weil in den Anhängen (zu denen sie die Rechte besitzen) auch darauf verwiesen wird.
    -Jetzt wirds wirklich strange: Galadriel soll tatsächlich als Xena-Kriegerprinzessin gegen Sauron kämpfen und damit die Hauptrolle übernehmen. Damit wird ein Storyelement fortgesetzt und noch verschlimmert, was schon im Hobbit dämlich war. Habe hier definitiv auch Identitätspolitik im Verdacht.
    -Interessant: Im Podcast wurde gesagt, dass alles bisher Gezeigte tatsächlich gefilmt wurde, was ich auch sehr komisch finde, denn ich fand der Look hat auch stark an ein Computerspiel erinnert.
    -Angeblich haben die Showrunner extra Tolkien-Experten dabei. Wenn, dann frage ich mich wofür.


    Allgemein zu dem Identitätspolitikthema: Dazu ist es meiner Ansicht noch zu früh, um ein Urteil zu fällen. Wenn das zu einer Story führt, die sehr weit von dem Geist der Vorlagen entfernt ist (siehe Galadriel) bin ich eher skeptisch. Was einzelne dunkelhäutige Figuren etc. angeht sehe ich das ähnlich, ich hab generell bisher noch kein Problem damit in Filmen/Serien gehabt, aber ich kann mir auch vorstellen, dass es hier unpassend wirkt (insbesondere wenn ein Großteil im Norden Mittelerdes spielt).


    Unterm Strich: Wenig bis nichts Positives, aber auch nicht überraschend, seit der Verkauf der Rechte bekannt gegeben wurde. Im Grunde bin ich froh, dass ich kein Amazon Prime habe und sich daher die Frage, ob ich es mir ansehe, erstmal gar nicht stellt. Andererseits habe ich mir, nachdem in den letzten Jahren im Fantasybereich eigentlich nur noch Enttäuschungen produziert wurden, generell vieles nicht mehr angesehen (Star Wars) und bin auch distanziert genug, um diese Adaptionen im Zweifel eher zu belächeln als mich zu ärgern (GoT3+, HP4+), daher so what. Auf einer Metaebene interessiert mich das Projekt dann aber doch, alleine die Rechte haben ja 250 Mio. gekostet, die Gesamtkosten werden jetzt schon auf eine Milliarde geschätzt. Amazon ist zwar dafür bekannt, Geld rauszuschmeißen, aber gerade im Serienmarkt, habe ich inzwischen den Eindruck, dass sich die rein kommerziell motivierten Produktionen von Netflix und Amazon immer weniger rechnen und der Streaming-War eher eine Abnutzungsschlacht ohne Sieger ist. Wenn das Projekt scheitert, stellt es vieles in dem Markt grundsätzlich in Frage, behaupte ich.


    Wenn man sich den Trailer anschaut und an die Hobbit-Filme und auch an manche ausgelassene Szene der HdR-Filme (Aragorn kämpft vor dem Schwarzen Tor gegen Sauron) erinnert, kann man eigentlich immer nur dankbar sein, für die vielen glücklichen Fügungen, die anscheinend nötig für ihre doch hohe Qualität waren (bei allen Kritikpunkten die es gibt).


    Zitat


    Zitat


    Zitat





    Zitat

    Warum guckt Fringilla immer so pissig und was hat sie überhaupt vor? (Der pissige Blick ist wahrscheinlich nur der nichtvorhandenen Schauspielkunst der Darstellerin geschuldet, hat was von Simone Thomalla bei den Leipzig Tatorten damals.)


    Pissig fände ich noch in Ordnung, tatsächlich hat sie die meiste Zeit überhaupt keine Mimik, was ich für eine Schauspielerin im negativen Sinne bemerkenswert finde. Meistens schaut man in ein leeres Gesicht, dass wahlweise als ängstlich, entschlossen, unentschlossen, gedemütigt, schwach oder halt einfach leer gedeutet werden kann.


    Zitat


    Nicht gut ist, den Usern die sich für eine Bewertung als Adaption entschieden haben Emotionalität zu unterstellen, nur weil man mit der positiven isolierten Bewertung gleichermaßen isoliert ist und man die eigene Auffassung durch die vorgeschobene Linse der Rationalität validieren möchte.


    Das einige Kommentare dazu mit einer gewissen Emotionalität geschrieben sind, muss man nun wirklich nicht unterstellen und es ist auch nicht als Vorwurf gemeint, schließlich bin ich selbst bei genügend Kulturprodukten emotional involviert. Ich spare mir Zitate hier einfach mal, weil es nicht meine Absicht war oder ist, den entsprechenden Usern ans Bein zu pissen und ich deren Urteil auch nicht entwerten wollte.


    Mit emotionaler Involviertheit meinte ich lediglich, dass jemand der die Serie als Adaption komplett, teils auch emotional, zerreißt, es vermutlich deshalb tut, weil er die Vorlage schätzt oder sich ihr in irgendeiner Weise verbunden fühlt - was nicht heißen soll, dass er nicht trotzdem zu einem rationalen Urteil darüber fähig ist. Vielleicht ist das Quatsch, ich jedenfalls würde mich über eine rational betrachtet miese Adaption der Buddenbrooks nicht sonderlich aufregen.


    Der Rest des Zitats ist nun deinerseits eine Unterstellung, ich kann dazu nur sagen, dass ich mich der Serie nicht sonderlich verbunden fühle und mich Kritik daran nicht sonderlich triggert, wie an meinen vorangegangenen Posts eigentlich deutlich geworden sein sollte. Mich interessiert es deshalb, weil ich sehr selten den Fall erlebe, einen Fantasyfilm bzw. -serie verhältnismäßig gut zu finden. Unabhängig davon, ob es eine Vorlage gibt bzw. ich sie kenne. Ich kann mir im Übrigen auch gut vorstellen, hier selbst irrational gebiased zu sein, weil ich schon die erste Staffel unterhaltsamer fand, als die zahlreichen aufzählbaren Mängel es mir nahelegen würden.


    Zitat

    Unverständlich, warum du ausgerechnet Buchkenner für die isolierte Betrachtung der Serie brauchst.


    Ok, valid point. Ich "brauche" sie nicht, sondern finde es interessant, weil ich vermute, Kenner der Welt (meinetwegen auch Spielefans) schauen auf viele Dinge sehr viel genauer und bemerken daher Inkonsistenzen oder Merkwürdigkeiten anders als ich auch, wenn sie einen nicht so krass anfallen wie in der ersten Staffel.


    Zitat

    S1: Critics: 68% Users: 91%
    S2: Critics: 94% Users: 64%


    Aus meiner Sicht ist mit den Rotten Wertungen alles erklärt, was man über die Serie wissen muss.


    Ist ja schon für dich, mich interessiert es trotzdem. Auch wenn das hier tatsächlich eindrucksvoll klar ist.


    Zitat

    Weil dieses "kann nicht 1:1 sein" Argument ausgeleiherter ist als der untere Teil von Kaiserin Maria Theresia.


    Das meinte ich aber nicht. Ich bin - fälschlicherweise, wie Ajantis Post mir aufzeigt - davon ausgegangen, dass Bücher und Spiele beide berücksichtigt werden und daher die Serie nicht nur in erster Linie eine Buchadaption war.

    Dass sich Vorlagen-bezogene Kritik auf Änderungen zur Vorlage bezieht ist.. wie soll ich sagen, gewissermaßen immanent für Vorlagen-bezogene Kritik?


    Ja. Der Punkt war, die bisher geäußerte Kritik ist fast ausschließlich Kritik, die sich explizit auf die Umsetzung der Vorlage bezieht. Womit ich kein Problem habe. Mich würde interessieren, wie die Serie (Edit: Die Staffel) bei Buchkennern ankommt, denen teilweise deutliche Abänderungen des Stoffs nichts ausmachen. Es soll ja durchaus möglich sein, dass man eine Adaption auch mies findet, wenn man auf möglichst vorlagennahe Umsetzung keinen so großen Wert legt.


    Zitat

    Du unterstellst a priori jedem Kritiker der Umsetzung Irrationalität. Tut mir leid, aber das ist BS.


    Diesen Spin zu machen finde ich jetzt irgendwie nicht nachvollziehbar, um nicht zu sagen BS. Aber vielleicht erkläre ich einfach nochmal, was ich meine:


    Ich fand GoT ab Staffel 4-5 mies. Aber nicht in erster Linie, weil relativ zum Lied, sondern relativ zu den ersten 3 Staffeln. Und wenn die ersten 3 Staffeln schon so gewesen wären, hätte ich die Serie vielleicht gar nicht geguckt. Aber nicht so sehr wegen der Vorlage, sondern grundsätzlich, für sich stehend.


    Bei anderen Vorlagen ist es mir sogar komplett egal, wenn sie entstellt werden und trotzdem ein guter Film oder eine gute Serie rauskommen.


    Beim HdR bin ich dagegen so stark emotional involviert, dass ich es nicht ertragen könnte, wenn Legolas und Gimli den Ring in den Schicksalsberg schmeißen.


    Dementsprechend will ich gar nicht kritisieren, wenn jemand aufgrund der Vorlage die Serie zerreißt. Mich würden nur auch Kritikpunkte an der Serie interessieren, die nicht explizit nur Änderungen weil sie Änderungen sind kritisieren. Die meisten genannten Kritikpunkte kann ich rein serienimmanent nämlich nicht nachvollziehen (Edit: Auf Pfirsichs Punkte antworte ich noch).


    Zitat

    Das nach GoT in diesem Forum unironisch zu lesen ist irgendwie überraschend.


    Inwiefern? Das das mit der Vorlage hier nicht so einfach ist, sieht man doch schon daran, dass Spielefans manches ganzes anders bewerten als Buchfans. Siehe die Diskussion um Triss hier im Thread oder das letzte Spoiler-Beispiel bzgl. Eskel.

    Hm, ich hoffe es meldet sich noch der ein oder andere Buchleser, der etwas weniger emotional involviert ist. Das ist nicht als Kritik an dieser Art von Vorlagen-bezogener Kritik gemeint, ich kann durchaus nachvollziehen, wenn man bei liebgewonnenen Werken eine vernünftige Umsetzung des erzählten Stoffs verlangt. Aber die bisher geäußerte Kritik bezieht sich praktisch nur auf diese Änderungen. Unabhängig von der mir unbekannten Vorlage fand ich jetzt kaum einen der angesprochenen inhaltlichen Punkte in der zweiten Staffel problematisch, unlogisch oder schlecht erzählt. Zumindest nicht in dem Ausmaß.



    Wie gesagt, die Kritik ist natürlich legitim, aber man sollte der Fairness halber trotzdem berücksichtigen, dass nie eine 1-zu-1 Adaption der Bücher angekündigt war, auch aufgrund der Inbezugnahme der Spiele. Zumindest habe ich das von Anfang an so verstanden.

    Interessant, dass die zweite Staffel bei Buch- / Spielekennern so schlecht wegkommt. Ohne Vorwissen fand ich sie auch insgesamt ganz sehenswert. Rein atmosphärisch kann ich mir schon vorstellen, dass sich die Bücher anders anfühlen, in gewissem Sinne baut die Serie ein sehr amerikanisches Setting auf, ein vollkommen zerrütteter, abgefuckter Kontinent, im Krieg und Hass zwischen Rassen und Ungeheuern, dazwischen jede Menge Einzelkämpfer die alle weitgehend auf sich gestellt ihre individuellen, persönlichen Ziele oder Nichtziele verfolgen (und das auf optisch inzwischen wirklich hohem Niveau). Im Gegensatz zu GoT, wo das überwiegend auf einer politischen Ebene passiert, sind die Figuren alle an völlig unterschiedlichen Dingen interessiert oder desinteressiert und arbeiten demnach auch sehr unterschiedlich. In dieser Umgebung stört mich dann auch ein "Fuck" nicht.


    Bei mir funktioniert die Serie irgendwie, weil ich die meisten Figuren auf die ein oder andere Art und Weise mag, insbesondere Geralt, Ciri und auch Yennefer, aber ich finde auch, dass zum Beispiel Tissaia, Triss oder Sabrina, auch wenn sie in dieser Staffel nur ganz am Rande vorkommt, ihren eigenen Charme haben - der Charakter Triss ist für mich natürlich auch total unbelastet von Spielen oder Büchern.


    An der Rahmenhandlung stört mich vor allem dieser extreme Fokus auf Ciri, dass absolut alles über sie läuft, auch die Elfen finde ich ein wenig schwierig und die Schauspielerin von Fringilla hat leider so gar keine Ausstrahlung, die zu ihrer Rolle passt.


    Ganz schlimm war aber auch aus meiner Sicht das Ende...


    Gestern direkt die erste Folge der neuen Staffel geschaut und ich muss sagen, ich bin sehr angetan. Die Serie scheint jetzt richtig erwachsen geworden zu sein, alles was gut war an der ersten Staffel hat sich fortgesetzt und von den doch reichlichen Schwächen wie mancher trash-fantasy Kulisse oder Szene, den schwer übersehbaren Inkonsistenzen der Magienutzung, manch fehlender Pointe wie bei Renfri und vor allem den vielen konfusen Sprüngen zwischen den Handlungssträngen hat sich mir bisher nichts mehr gezeigt. Insgesamt war die Folge wesentlich düsterer, als fast alles in der ersten Staffel, aber das hat ihr durchaus gut getan. Vor allem aber war es eine stimmige, runde Erzählung.

    James Bond - No time to die
    Hmm, schwierig. [...]


    Ich teile dein Empfinden größtenteils, ich habe mir den neuen Bond auch im Kino angesehen und war allgemein als Film einigermaßen angetan wobei er für mich nur noch wenig mit einem Bond zu tun hatte. Das will ich No time to die aber ähnlich wie du nur ungern ankreiden, da ich den Versuch nach rund 20 ähnlichen um nicht zu sagen gleichen Filmen etwas neues zu wagen, durchaus auch honorieren will.


    Allerdings kann ich mich an die anderen Craig-Filme kaum erinnern, Spectre hab ich nicht gesehen und bei den ersten beiden erinnere ich nur negative Gefühle aber kaum Plot oder spezielle Szenen. Dementsprechend kann ich den neuesten auch nicht in die Craig-Ära einordnen.


    Ansonsten - bei Ana de Armas und Lashana Lynch bin ich komplett bei dir, erstere hat man sofort nach der Szene bis zum Ende vermisst, sie hätte auch etwas mehr bondartige Leichtigkeit in den doch sehr, sehr schweren Film reingebracht, hätte man ihre Rolle ausgeweitet. Warum die Rolle von Lashana Lynch teils so gehyped wurde verstehe ich nicht - die Idee mit der neuen 007 fand ich gut, dass man die Nummer einer Frau gibt, kann und soll man machen, schauspielern kann sie zweifellos, aber außer das sie sehr präzise schießen kann weiß ich nichts über die Figur. Ich fand auch die ersten anderthalb bis zwei drittel klar besser, die Startsequenz in Italien war wunderbar. Die hatte für mich alles: Gute Action, typische Bond-Einstellungen und die Schwere und Ambivalenz, die man neu in das Franchise einbringen wollte. Der Teil in der Karibik hat mir auch gut gefallen - der Teil in Skandinavien und das Ende auf der Insel war mir dann definitiv zu "schwer".

    @Grunkins
    Aus meiner Sicht spielt die Temperatur schon eine Rolle- nicht weil sich das Virus da sonderlich anders verhält (obwohl zum Teil auch), sondern eher die Leute.


    Das ist ja auch richtig, aber der Einfluss auf die Infektionszahlen muss nicht zwangsläufig in einer exponentiell (bzw. in Teilen über-exponentiell) verlaufenden Corona-Welle münden. Es gibt immer noch reichlich Unklarheiten hinsichtlich des Verlaufs dieser Wellen.


    Zitat

    England hat seit Juli sowieso konstant sehr hohe Infektionszahlen, ebenso wie das undurchsichtige Russland.


    Russland zeigt halt, was passiert, wenn so eine Welle dauerhaft ohne Maßnahmen und ohne (westliche) Impfstoffe durchläuft. Ich habe länger nicht mehr geschaut, aber nachdem was gelegentlich so gemeldet wird, nähert sich die Übersterblichkeit seit Pandemiebeginn der 1-Mio. Marke, d. h. dort ist bald beinahe 1% der Bevölkerung an Covid gestorben.


    UK wiederum zeigt, was eine Welle dauerhaft mit Impfstoffen bewirkt und in meinen Augen auch, dass wir um diese Durchseuchung dauerhaft nicht herumkommen. Seit Anfang Juli ist die (nach dt. Konzept) berechnete 7-Tagesinzidenz nicht unter 300 gefallen und es gibt trotzdem noch keine Herdenimmunität, gleichzeitig schien die Zahl der Krankenhaus- und Intensivpatienten nie völlig außer Kontrolle zu geraten.


    Drosten hat das im ZEIT-Interview letztens auch so erläutert, im Grunde muss sich jeder bzw. eine kritische Masse zwei- dreimal mit Corona infizieren, damit wirklich so etwas wie Herdenimmunität erreicht werden kann. Die Impfstoffe müssen dann während dieser Durchseuchung vor kritischem Verlauf schützen. Wer sich nicht impfen lässt - tja.


    Im Grunde habe ich mich daher im Sommer auch schon mehrmals gefragt, ob der UK-Weg in dem Falle so völlig verkehrt ist, denn es zeichnet sich ja ab, dass wir nur noch winzige Teile der Bevölkerung scheibchenweise zum Impfen bringen können und wenn diese Durchseuchung dann wenigstens im Sommer passiert, ist die Gefahr einer Situation wie jetzt in Österreich oder Bayern oder Sachsen nicht so groß. Und vor allem, solange die Impfstoffe gegen die dominierende Variante noch wirken. Daher bin ich letztlich auch skeptisch gegenüber Lockdown-Maßnahmen in Regionen, die über einer Impfschwelle (die natürlich schwer zu definieren ist) liegen. Dann doch lieber Infektionen in Kauf nehmen, bevor die nächste Variante um die Ecke kommt. Natürlich bin ich da auch nicht dogmatisch und ausschließen würde ich im Gegensatz zur Politik sowieso nichts, aber wenn z. B. bei uns (Edit: damit meine ich die Stadt in der ich wohne mit den erwähnten 93% Impfquote bei Erwachsenen und 98% Ü60) die Zahlen explodieren, kann man im Zweifel erstmal mit 2G und von mir aus Discos und Bars ab 8 Uhr oder so schließen anfangen.


    No-Covid ist ja spätestens seit Delta nirgendwo auf der Welt mehr eine Option.

    Ein bisschen optimistischer bin ich da für Italien schon. Die (vollständige) Gesamtimpfquote ist immerhin 6 Prozentpunkte höher als in Deutschland und 9 PP höher als in Österreich. Die jetzt schwer betroffenen Regionen in Deutschland und vermutlich auch in Österreich haben noch deutlich niedrigere Quoten. In Sachsen z. B. liegt die nicht mal bei 60% und Ober- und Niederbayern sind seit langem Hochburgen der Impfgegner. Dazu besteht inzwischen schon eine höhere Hintergrundimmunität in Italien.


    Dazu kommt, dass schon wenige Wochen beim Boostern einen deutlichen Vorteil verschaffen und in Italien funktioniert die Impflogistik nachdem was ich gelesen habe, hervorragend.


    Den Temperaturunterschied würde ich auch nicht überbewerten, da sich die zweite Welle in Südeuropa letztes Jahr schon im September aufgebaut hat und Deutschland da eher der Nachzügler war. Geografisch ist Italien mit direkter Grenze zu Slowenien auch näher an den Balkanstaaten, in denen die aktuelle Welle losging.

    https://fivethirtyeight.com/fe…-will-the-courts-respond/


    Die neue Aufteilung der Wahlbezirke in North Carolina würde den Republikanern in einer durchschnittlich verlaufenen Wahl 10/14 Kongresssitze verschaffen. In einem der knappsten Swing States. Gerrymandering hat Tradition, aber das wird inzwischen in einem Maße dreist...


    Die Reps in Texas haben netto beim Redistricting wohl kein Plus gemacht hat, angesichts der demografischen Trends und der Verstädterung ist das relativ gesehen trotzdem ein Gewinn. Und die Midwests sind schon seit langem so gerrymandert, dass die Dems dort kaum noch Sitze haben.


    Schwer nachvollziehbar, dass sich die Dems angesichts dieser Situation nicht zusammenreißen. Aber durchaus auch merkwürdig, dass es in der Bevölkerung anscheinend weitgehend hingenommen wird.

    In Italien gab es in den letzten 2 Wochen einen sprunghaften Anstieg der Infektionsfälle (ca. Verdoppelung von 2,5K auf 5K in absoluten Zahlen, Inzidenz liegt bei 45).


    Das haben wir in Deutschland problemlos ohne erhöhtes Testaufkommen (ganz im Gegenteil) geschafft. Intensivbelegung durch Covid bereits um 500 höher als vor einem Monat, alleine 100 in den letzten 2 Tagen. Da bin ich einmal mehr froh, in einer politisch geheiligten Region zu leben, mit bereits Anfang Oktober 82% vollständig Geimpften bzw. 93% der Erwachsenen (da ich selber einige Einlasskontrollen durchgeführt habe, bestätigt meine persönliche Evidenz das zumindest auch). Die Inzidenz steigt zwar auch (ca. 80), in einer Unistadt, die fast vollständig zur Präsenzlehre zurückgekehrt ist plus dem entsprechenden Nachtleben ist das aber noch recht harmlos und wird auch noch sehr lange unproblematisch bleiben.


    In Sachsen, Thüringen und Bayern sieht es aber schon dramatisch aus.

    Das sind andere Probleme, wie auch Dietmar Bartsch gestern zugab.


    Jau. Denke:
    1. Irgendwann wird es auch dem protestierendsten Protestwähler zu doof, seine Stimme zu verschenken. Lustig war, dass Wagenknecht am Wahlabend nochmal klargestellt hat, dass die richtige Position haben wichtiger ist, als irgendeine Position jemals durchzusetzen.
    2. Faktor Zeit - Man darf nicht vergessen, dass die Linke ihre Stärke ungefähr zu Hälfte der WASG verdankt und irgendwann verfliegt dann auch die Zugkraft von "Anti-Agenda" und "Hartz IV"
    3. Faktor Zeit II - Im Osten stirbt die PDS-Generation langsam aus.
    4. Inhalte - Nicht mal die FDP kann man heute noch ernsthaft als neoliberal bezeichnen. Der dritte Weg der Sozen ist längst dreimal überholt. Die Linke kämpft gegen ein Phantom.
    5. Personal - wer kennt denn schon Wissler oder Hennig-Wellsow? Lafontaine ist inzwischen ein verschwurbelter Pensionär, Gysi hat sich von der Spitze zurückgezogen und hat, auch wenn man es ihm nicht ansieht, die 70 längst hinter sich gelassen, Wagenknecht wurde an den Rand gedrängt und glaube, sie war immer zu intellektuell orientiert um das gewünschte Klientel anzusprechen. Und ihr Kurs, von der AfD Stimmen zurückgewinnen zu wollen, macht sie auch nicht attraktiver für das RRG geneigte Potential. Kipping kannte man immerhin und bei Lötzsch und Ernst hat sich die Mitte wenigstens noch gegruselt. Bartsch ist der letzte einer breiten Öffentlichkeit bekannte würde ich sagen und gefühlt auch schon ewig da.