Beiträge von Sandhai


    Die Nachtwache war weder glücklich über die ganzen Wildlinge die Jon durch die Mauer gelssen hat noch über die unterstützung für Stannis.


    Also von „der Nachtwache“ kann hier keine Rede sein, da das impliziert, dass alle Männer geschlossen hinter Marsch, Yarwyck und den restlichen Traditionalisten stehen würden, was ich für zu simpel halte. Es gab ja durchaus Loyalisten, die eher auf Jons Seite zu stehen schienen.



    Denke das nun ein Kampf zwischen Nachtwache und den Wildlingen ausgebrochen ist.


    Ich denke, die Situation wird sogar noch eine Idee unübersichtlicher werden. Ich vermute (wie einige andere auch), in der Nachtwache wird es zu einer Spaltung und zum Konflikt zwischen Traditionalisten und Loyalisten kommen. Die Loyalisten werden sich vermutlich mit dem Freien Volk zusammen tun, während die Traditionalisten wie von dir bereits beschrieben



    Die Männer der Königin geraten dort denke ich zwischen die Fronten oder helfen der Nachtwache.


    eher die Allianz mit den Männern der Königin suchen werden. Was andererseits aber beachtet werden sollte ist, dass sich (zumindest nach Jons Einschätzung) der Begriff Königin in dem Terminus „Männer der Königin“ auf Melisandre und nicht auf Selyse bezieht, was doch vermuten lässt, dass effektiv Melisandre das Kommando hat und somit einiges von ihrer Entscheidung abhängen dürfte.



    Ich sehe keinen anderen der die situation klären könnte.


    Dass es keine Deeskalation der Situation mehr geben wird halte ich in der Tat auch für sehr wahrscheinlich und auch dem Stil Martins Hoffnung zu schüren und sie dann mit eisenbeschlagenem Stiefel zu zermalmen für angemessen.



    Ob Jon unter diesen umständen überleben kann ist schwer zu sagen.


    Wie hier bereits im Thread erwähnt wurde wäre der Zeitpunkt für Melisandre andererseits aber ideal um Jon in Sicherheit zu bringen.

    Ich gehe einfach mal von der Prämisse aus, dass wir einen Prolog bekommen und hielte es ferner für interessant, wenn die Prolog-Person Aeron wäre, würde es doch einen Einblick liefern, wie sich die Situation auf den Eiseninseln seit Krähenauges Machtübernahme entwickelt hat. Es wäre auch nicht unpassend wenn Feuchthaar dann der Tradition folgend am Ende (wie von Tristifer Botlin in ADWD bereits vermutet) durch Krähenauges Hand sterben würde.



    Ich könnte mir vorstellen,dass es Tyene oder Nymeria sein könnten. :(



    Wollt ihr wirklich, dass die beiden sterben?


    Allerdings. Diese widerlichen, potentiell illoyalen Biester, die dazu noch jeden Verstand und jedes Urteilsvermögen vermissen lassen, machen mich krank.

    Ich habe die ganzen Eisenmann-POV's durchgeblättert und habe nichts dazu gefunden. Es wird nirgendwo explizit beschrieben, was sich unter der Klappe befindet. Es wird nur mehrfach das lächelnde Auge Eurons (also das, welches nicht verdeckt ist) erwähnt. Würde mich aber auch mal interessieren, was Krähenauge da vor der Welt versteckt...

    Meinst du das so,dass zum Beispiel während einer Mondfinsternis jeglicher Schutzzauber aufgehoben wäre?


    Nein, das habe ich nicht gemeint, es ging mir um die Magie-Fluktuationen, die ja z.B. beeinflussen wie gut die Herstellung von Seefeuer funktioniert oder ob die Obsidiankerzen in der Zitadelle von Altsass funktionieren und ob sich diese Fluktuationen auch auf die Schutzzauber der Mauer auswirken.


    Angenommen, das ist so, dann wäre es den Anderen und ihren Wiedergängern vielleicht möglich, die Mauer in einer Schwachphase zu überwinden (was natürlich voraussetzt, dass die Anderen von diesen Fluktuationen nicht betroffen sind oder das irgendwie kompensieren können). Dann wäre es gar nicht nötig das Horn des Winters zu benutzen.

    Spontan ist mir gerade eine seltsame und vermutlich vollkommen irrelevante Überlegung zur Mauer gekommen.


    Wir wissen ja, dass die Effektivität von Zaubern und magischen Herstellungsverfahren davon abhängt wie stark die Magie in der Welt ist. Trifft das auch auf die Schutzzauber der Mauer zu, d.h. gibt es Zeitpunkte wo die Mauer geringeren Schutz gegen Andere und Wiedergänger bietet?

    Die Frage mag sinnlos klingen, aber interessieren würde mich das doch.

    Mein persönliches Worst-Case-Szenario?


    1) Daenerys bekommt den Thron. Es tut mir ja leid für die Dany-Fans aber die junge Dame sehe ich keineswegs als stabile, weise Herrscherin. Wenn man sich ihre bisherigen Fehltritte anschaut, kann man ja nur zu dem Schluss kommen es mit einem naiven Teenie-Gör zu tun zu haben, die darüber hinaus auch noch unangenehme Nachrichten verdrängt und sich zu sehr von ihren Gefühlen leiten lässt.


    2) Die weißen Wanderer werden nicht näher charakterisiert. Was sich wie eine Belanglosigkeit lesen mag, ist tatsächlich etwas, was mich extrem stören würde. Ich habe mich schon immer gefragt, was diese Wesen sind, wo genau sie herkommen, was ihr konkretes Ziel ist, ob sie eine Kultur haben und was das „Herz des Winters“ ist.


    Ich fände es extrem schade, wenn Martin es im Lovecraft-Stil bei vagen, ungenauen Andeutungen belassen würde.


    3) Sandor Clegane taucht nicht mehr auf und die Frage, ob er der Novize auf der stillen Insel ist oder nicht, wird nicht geklärt. Ja, ich mag einfach keine losen Enden.


    4) Syrio Forel taucht wieder auf. Das wäre dermaßen daneben, dass ich wahrscheinlich meine Bücher zu einem Scheiterhaufen auftürmen und verbrennen würde, derweil ich einen bösen Zigeunerfluch darüber ausspreche.


    5) Tyrion ist der Valonqar. Das wäre zu platt und zu offensichtlich.


    6) Aegon ist echt. Das fände ich furchtbar, da das voraussetzen würde, dass diese haarsträubende Geschichte mit dem Austausch wahr wäre. Ich hoffe wirklich, dass Martin hier keine Idiotie produziert. Wenn ich mir allerdings den letzten Dialog zwischen Varys und Kevan lese, lässt das nichts gutes ahnen.


    7) Martin schafft es auf ähnlich spektakuläre Weise wie seinerzeit Stephen King mit „Der dunkle Turm“ das Ende der Saga zu vergurksen. Sei es nun durch nicht zum Stil passende Wendungen (Jon heiratet Dany, sie wirft viele kleine Drachen, sie gründen nebenbei Neu-Valyria, das jedoch kein expansives Imperium ist, sondern eine Enklave des Friedens und Wohlstands in der alle Menschen glücklich sind und jeder jeden liebt) oder haarsträubende Konstruktionen um seine Handlungsbögen irgendwie zum Abschluss zu führen.


    8 ) Arya und Nymeria treffen nicht mehr aufeinander. Das fände ich etwas seltsam, denn dann hätte Martin Nymeria auch nicht zu schonen brauchen bzw. hätte Aryas Wolfsträume nicht zu implementieren brauchen.

    Gut, dann muss ich meine Aussagen bzgl. der Schlacht etwas relativieren. Allerdings ist es doch interessant, dass er ihn gerade da platziert, wo große Gefahr droht.

    Dass Tywin Tyrion bei seiner Aufstellung bei der Schlacht hätte töten wollen,


    Ich habe nie geschrieben, dass es sein Primärziel war ihn zu töten. Ich habe nur geschrieben, dass es ihm die Gelegenheit gab ihn loszuwerden und dass dieser Verdacht angesichts ihres Verhältnisses m. E. nach naheliegt.



    wissen wir doch nur aus Tyrions Sicht, weil er genau das denkt.


    Findest du es ungerechtfertigt, dass Tyrion sich fragt, warum er als Kämpfer eingesetzt wird, obwohl er nicht gerade dafür prädestiniert ist?



    Das ist eine höchst subjektive Einstellung.


    Wie so ziemlich viel in den Büchern. Dass es subjektiv ist, widerspricht nicht dem, dass zumindest der Verdacht naheliegt, dass es auch die Wahrheit ist.


    Ich denke eher, dass Tywin den Vorteil, den die Bergclans mit zusätzlichen Männern bringen konnten, genutzt hat.


    Sicherlich wollte er den nutzen. Aber was hat das damit zu tun seinen verkrüppelten Zwegensohn als Soldaten einzusetzen?



    Außerdem war Tyrion ja nur an der Flanke eingesetzt.


    ...wo es seiner Einschätzung nach zu heftigen Kämpfen kommen würde(wie es, glaube ich, dann auch geschehen ist). Ich traue Tyrion durchaus zu, solche Dinge richtig einschätzen zu können.



    Nach mutwilligem 'Mordplan' seines Vaters sieht mir das nicht aus.


    Von Mordplan schreibt auch keiner was. Dann hätte er ja gezielt jemanden losgeschickt. Er hat nur die Gunst der Stunde genutzt.



    Eher nach Genörgel eines Sohnes, der provozieren wollte und für das, was er keck behauptet hat (nämlich jetzt ein Anführer zu sein), auch gleich in die Pflicht genommen wurde. Im Grunde hat Tywin nichts anderes getan, als ihn tatsächlich für das, was er gesagt hat, auch voll zu nehmen.


    Hat Tyrion denn verlangt, als Soldat mitkämpfen zu dürfen? Kämpft der körperlich gesunde Tywin, der ja auch ein Anführer (und sogar noch weitaus wichtiger) ist mit?


    Kein klar denkender Mensch würde jemanden, der physisch derart benachteiligt ist wie Tyrion als Kämpfer in die Schlacht ziehen lassen.
    Da ich Tywin für einen sehr rational denkenden Mann halte, unterstelle ich ihm damit etwas beabsichtigt zu haben.



    Was Jaime und Casterly Rock angeht... Er ist nun mal der ältere Sohn.


    ...der in der KG dient und damit nicht erbberichtigt ist, weshalb automatisch Tyrion zu Tywins Erbe wird.




    und im Grunde, was sich in AFfC zeigt, ein politisch klug agierender Mann, der Probleme schnell mit sicherer Hand und Menschenverstand löst.


    Das geschieht erst, nachdem er seine Schwerthand verliert und nicht mehr mit Gewalt vorgehen kann. Vorher war ausschließlich Tyrion derjenige, der Probleme mit Verstand gelöst hat.




    Aber im Gegensatz zu Tyrion hat Jaime schon weitaus mehr 'geleistet' als sein kleiner Bruder.


    Ein paar Turniere gewonnnen, ein bisschen mit dem lächelnden Ritter gespielt.
    Die einzigen Großtaten, von denen ich weiß sind die, dass er


    1)KL vor der Zerstörung durch Aerys gerettet hat (was auch zwiespältig ist, da er Eidbruch begangen hat).


    2)Die Befriedung von Schnellwasser und Rabenbaum erreicht hat, was er gut gemacht hat.


    Was hat Tyrion dagegen geleistet?


    1)Mit den Bergstämmen wertvolle Verbündete für das Haus Lannister gewonnen.


    2) KL mittels cleverer Strategien (Kettte+Seefeuer) und wagemutiger Aktionen (Trotz körperlicher Nachteile Ausfälle anführen und auf diese Weise die Moral stärken) gegen Stannis gehalten, solange bis die Entsatzheere der Lannisters und Tyrells eintreffen. Hier war auch die Allianz mit den Bergstämmen von Vorteil, die ja Stannis' Kundschafter ausgeschaltet haben, was es dem Tyrell-Heer erst ermöglicht hat dem eisernen Baratheon derart in den Rücken zu fallen.


    3) Mit der Verlobung Trystan-Myrcella potentiell Dorne als Verbündeten gewonnen (wurde von Tywin ja sogar als cleverer Schachzug anerkannt)


    Die Behauptung, dass Jaime weitaus mehr geleistet habe, halte unter diesen Gesichtspunkten für etwas gewagt.



    Und dass Tywin von seinem jüngeren Sohn erwartet, dass er mit seinen Fähigkeiten eines Tages den älteren unterstützt, sollte in der Kultur liegen.


    Tut er das denn? Und wie gesagt, als KG-Mitglied ist der gute Jaime ohnehin nicht erbberechtigt.




    Wo ist das Problem, wenn er will, dass der Älteste sein Haus übernimmt?


    Das ist kein Problem. Ich finde es nur markant zu beobachten, dass der Pragmatiker Tywin sich hier blind und störrisch darin verbeißt unbedingt Jaime noch immer als Erben zu sehen, obwohl dieser als KG-Mitglied nicht erbberechtigt ist und vollkommen übersieht, dass er einen weiteren, ebenfalls durchaus fähigen Sohn hat, der dazu noch ganz einfach im Recht ist.



    Klar vermittelt Tywin das alles Tyrion nicht besonders behutsam.


    Er vermittelt ihm offenbar vor allem, wertlos zu sein.



    Aber, wie Maeg schon geschrieben hat, hat Tyrion sich selbst im Amt als Hand ständig in belanglose Kleinkriege mit seiner Schwester verstrickt und dabei massiv für seinen Vorteil die eigene Familie bedroht bzw. völlig ohne Rücksprache gehandelt (Mycellas unabgesprochene Verlobung, die Entführung vor Tommen, die Drohungen gegen den Kleinen und auch Joffrey mit den wiederholten Schlägen etc. pp.). Mycellas Verlobung erkennt Tywin sogar im Nachhinein als geschickten Schachzug an. Nur der Rest, der bereitet ihm Probleme. Zu Recht.


    Das bestreite ich nicht.


    Da fällt mir ein: Hat er es wirklich kritisiert, dass Tyrion den Psychopathen mit dem Engelsgesicht züchtigt? Hatte er nicht sogar selber vor, dem Bengel eine wie auch immer geartete Lektion zu erteilen?



    Man kann von Tywin behaupten, was man will, aber die Familie schützt er. Klar ist er ein Familientyrann und springt hart mit seinen Kindern und ihren Wünschen und Plänen um, aber ich kann mich nicht erinnern, dass er Tyrion tatsächlich je verbal mit dem Tode bedroht hat.


    ...was auch alles niemand bestrtten oder behauptet hat.



    Tywin ist lieblos, aber er ist in seinem Urteil realistisch.


    Nur nicht immer in Bezug auf seinen Zwergensohn.


    Wie kommst du darauf, dass Tywin Tyrion per se gehasst hat


    Recht einfach.
    1)Tywin macht Tyrion ja offenbar für den Tod seines über alles geliebten Eheweibes Joanna verantwortlich. Kein guter Start für ihr Verhältnis.
    2) Ferner ist Tyrion ein Liliputaner und dazu noch mit extremen Deformationen gestraft und ist allein deshalb schon Zielscheibe des Spotts (worauf Tywin ja allergisch reagiert). Aus Tywins Sicht ist Tyrions bloße Existenz schon ein Ärgernis.
    3) In den Tyrion-POVs wird sinngemäß betont, dass Tywin ihm gegenüber äußert oder geäußert hat, dass er Tyrion nur deshalb duldet, weil er nun einmal sein ehelicher Sohn und damit ein Lannister sei.
    Anders ausgedrückt: Hätte Tywin nicht so viel Respekt vor der Familienehre, so würde er Tyrion wohl wie eine Wanze zerquetschen.



    und erst recht sich seiner entledigen wollte?


    Vgl. 2) und 3). Ziehe ferner hinzu, dass er in einer der ersten Schlachten gegen die Nordmänner zugelassen oder veranlasst hat, dass Tyrion beim restlichen Kanonenfutter an der linken Flanke platziert wird. Er hat zumindest billigend in Kauf genommen, dass Tyrion schwer verletzt oder getötet wird.
    Dazu kommt dann noch diese Farce von einer Gerichtsverhandlung, wo Tywin ihm ständig über das Maul fährt und keine Gelegenheit zu einer Gegendarstellung einräumt.



    Na ja...dass er ihn wirklich gehasst hat,glaube ich irgendwie nicht,Tyrion hat ihn ständig provoziert und die Bedrohung der eigenen Familie,die Tywin so überaus wichtig ist, hat Tywin dann wohl den Rest gegeben,


    Und inwiefern widerspricht das meinen Überlegungen? Tywin hasste Tyrion aus o.g. Gründen und Tyrions Handlungen haben dann immer weiter zur Eskalation beigetragen.



    dennoch meine ich aus der Verhandlung erkennen zu können,dass Tywin kein Gottesurteil und so den ziemlich sicheren Tod seines Sohnes gewollt hat,sondern wollte,dass dieser an der Mauer landet,zugegebenermaßen nicht ganz uneigennützig.


    Ich habe auch nicht postuliert, dass Tywin Tyrions Tod wollte, sondern sich seiner entledigen wollte. Dazu bietet der Schauprozess eine wunderbare Gelegenheit, nämlich dergestalt den ihm verhassten Zwergensohn zur Mauer und damit in die Verbannung ohne Chance auf Wiederkehr zu schicken mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass die Schande die der Sohn über sich und sein Haus gebracht hat, getilgt wird.



    Trotzdem hätte er meiner Meinung nach,wenn er Tyrion so sehr gehasst hätte,nach diesen Vorkommnissen, durchaus dafür sorgen können,dass Tyrion zum Beispiel einen "Unfall hat",ohne großen Verdacht auf sich zu ziehen und das schon vor Joffreys Tod.


    Vgl. 3). Darüberhinaus hat er zu diesem Zeitpunkt möglicherweise Tyrion noch als nützliches Werkzeug betrachtet und diese beiden Gründe haben zu diesem Zeitpunkt (noch) überwogen. Der vermeintliche Sippenmord hat ihm dann endgültig den Kragen platzen lassen.

    Ich finde Tywin behandelt nicht nur Tyrion,(der wie oben
    schon erwähnt durch seinen Lebenswandel fleißig dazu beiträgt,dass das auch so
    bleibt),sondern Menschen an sich wie Werkzeuge.

    Das kann man nicht abstreiten, aber wie gesagt habe ich den
    Eindruck, dass er Jaime eben doch noch respektvoller als Tyrion gegenübertritt,
    was sich z.B. darin äußert, dass er Tyrions Leistungen und seinen Wert nur
    zähneknirschend anerkennt.


    Ich bin durchaus der Meinung, dass Tyrion an dem doch recht
    unschönen Verhältnis zu seinem Vater nicht ganz unbeteiligt gewesen ist, bin
    aber gleichzeitig überzeugt, dass diese Spannungen auch (oder sogar
    insbesondere) daraus resultierten, dass Tywin Tyrion eben von vornherein
    abgelehnt hat (da er ihn ja für Joannas Tod verantwortlich macht) und Tyrion es
    ihm offenbar ja nie recht machen konnte, was dann Tyrion auch in eine Art
    Trotzhaltung (seinen ausschweifenden Lebensstil, von dem er ja wusste, dass
    Tywin diesen nicht schätzte) getrieben haben könnte, der dann die weitere
    Eskalation bewirkt hat.


    Mir geht es auch darum herauszuarbeiten, dass Tywin offenbar
    seine goldenen Zwillinge als wahre Erben sieht, und selbst nach Jaimes Eintritt
    in die KG Tyrion nicht akzeptiert, seine Erfolge nicht oder nur zähneknirschend
    anerkennt und weiterhin mit aller Verbissenheit daran festhält, Jaime zum Erben
    zu machen, was in meinen Augen dafür spricht, dass Tyrion gegenüber seinen
    älteren Geschwistern benachteiligt wird und diese Benachteiligung schon über
    die für Westeros „typische“ Benachteiligung zweitgeborener Söhne hinausgeht.



    Etwas zugespitzt formuliert: Er bekommt nicht nur weniger
    vom Kuchen als sein großer Bruder, er wird mit Zwergenstücken und -krümeln
    abgespeist, obwohl er bewiesen hat, dass er mehr verdienen würde.


    Ein Gedankenspiel: Würde Tywin sich so verhalten, wenn
    Tyrion keine Missbildungen aufweisen würde, sondern ähnlich stattlich wie Jaime
    wäre und Joanna nicht bei seiner Geburt gestorben wäre?


    Dass er ihm das Schwert schenkt könnte also auch eine Tat
    sein, um Jaime aus der Kings Guard zu locken und seinem Haus zusätzliches
    Ansehen zu verschaffen.


    Diese Motivation hat mit Sicherheit mit hineingespielt,
    ändert aber nichts daran, dass es eine Ehrung darstellt.

    Dass Tyrion nichts vergleichbares bekommt, kann man ihm
    dabei nicht einmal vorwerfen. [...]Etwas vergleichbares kann er Tyrion aber
    [...]nicht schenken, weil es nichts vergleichbares gibt.


    Es ging mir hier gar nicht so sehr um materielle Werte,
    sondern eher um die Symbolik der Handlung und die Diskrepanzen in der
    Behandlung seiner beiden Söhne. Während er Jaime ehrt, bringt er Tyrion
    weiterhin nur Kälte entgegen. Nicht einmal ein aufrichtiges Wort des Dankes
    hört man von ihm.

    Tyrion ging es materiell aber auch nicht schlechter, als
    seinen Geschwistern.

    ...was aber nichts daran ändert, dass sein hoher Vater ihn
    nie wirklich respektiert oder akzeptiert hat.


    Wären die Späßchen mit Myrcella und Tommen nicht gewesen,
    wäre es Tywin auch nicht gar so leicht gefallen zu glauben, dass er auch für
    Joffs Tod verantwortlich ist.


    Und was genau hätte das geändert? Tywin hat Tyrion doch ohnehin gehasst
    und der Schauprozess gab ihm ähnlich wie die Schlacht gegen die Nordmänner die
    Gelegenheit sich des Gnoms zu entledigen (Nachtwache).


    Wieder etwas, wo Tyrion eingesetzt wird, einfach damit's funktioniert.


    Aber es ist, wie du selbst bestätigst, „kein toller Job“ und
    Tyrions Fähigkeiten nicht angemessen. Wenn man jetzt noch hinzuzieht, dass
    Tywin seinen goldenen Zwillingen, die er ja offenbar schon über alles liebt
    (jedenfalls, wenn man Jaimes Traum in „Die dunkle Königin“ glauben darf)
    scheinbar keine solchen Ämter zuweist sondern insbesondere Jaime zu seinem
    wahren Erben aufzubauen versucht, dann kann man schon von einer Bevorzugung
    sprechen, die aber nicht (nur) aus politischem Kalkül (Furcht vor Nicht-Akzeptanz
    Tyrions mit seinen Missbildungen) heraus geschieht sondern eben auch (oder
    insbesondere) aus persönlicher Abneigung (Zorn darüber, dass ausgerechnet der
    „abscheuliche Zwerg und Hurenbock“ Tyrion als einziges Kind sein politisches
    Geschick geerbt hat etc.). Anders ist sein Verhalten nicht zu erklären.


    Er bedient sich Tyrions wie eines Werkzeugs (das er eigentlich lieber
    loswerden würde) und nimmt seine Erfolge nur höchst widerwillig zur Kenntnis,
    während er z.B. Jaime weitaus mehr Respekt entgegenbringt (sieht man z.B.
    daran, dass er ihn durch teure Geschenke wie das aus „Eis“ geschmiedete Schwert
    ehrt, während er für Tyrion nichts hat).

    Hm, ich zumindest kann mich aus den Büchern daran nicht erinnern.

    Soweit ich weiß wurde Tyrion die Aufsicht über die Abwässergräben/-kanäle von Lannisport übertragen. Tyrion erinnert sich daran, dass diese, solange er dieses Amt innehatte, niemals verstopft gewesen seien.

    Da bin ich mir jetzt nicht ganz so sicher und habe da auch momentan kein Zitat zur Hand...aber war es nicht so,dass Jaime etwas derartiges ebenfalls zu hören bekam,als er sich entschloss seinen Platz in der Königsgarde einzunehmen und war da Tywin nicht auch ziemlich lange recht unversöhnlich?

    Korrekt. Nachdem Jaime äußert, dass er KG-Kommandant und nichts anderes sein will, gibt Tywin ihm in sehr förmlich-frostigen Tonfall zu verstehen, dass er ihn nicht mehr als seinen Sohn betrachtet.


    Was wiederum dafür spricht, dass Tywin allergisch darauf reagiert, wenn seine Pläne durchkreuzt werden oder er mit etwas konfrontiert wird, was er als Missachtung seiner Autorität interpretiert. Dies untermauert nebenbei auch meine oben geäußerte These.

    Dennoch denke ich,dass er den Tod seines Sohnes,auf welche Art auch immer,unabhängig von der Verhandlung ,nicht gewünscht hätte.

    Wie erklärst du dir dann, dass er Tyrion in einer der ersten Schlachten
    gegen die Nordmänner (gegen Roose Bolton glaube ich) zum Kanonenfutter an die Flanke stellt und es Tyrion selber überlässt sich eine
    behelfsmäßige Rüstung zusammenzustückeln?


    Tywin hält Tyrion für den richtigen.

    ...was ihn nicht davon abhält, seinen Sohn immer wieder mit Missachtung zu strafen. Er scheint z.B. den brillanten Einfall mit der Kette nur höchst widerwillig anzuerkennen.

    Was man dem „alten Löwen“ allerdings eventuell vorwerfen
    könnte, wäre, dass er seinem ungeliebten Zwergensohn nicht wirklich die
    Möglichkeit einräumt die Aussagen der von Cersei herbeigeschafften Zeugen zu
    kommentieren.


    Ein schönes Beispiel ist die Schwarzkessel-Aussage. Da
    stellen sich zwei der Schwarzkessels hin und behaupten, dass Tyrion seine
    Schwester während eines Abendessens bedroht habe, lassen dabei aber bewusst
    aus, in welchem Kontext dies geschah, um den Anwesenden ein möglichst negatives
    Bild des Halbmannes zu präsentieren mit dem Endziel aus einem Verdächtigen
    einen Schuldigen zu machen.


    Als Tyrion seinem Ärger über diese bewusste Falschaussage
    Luft zu machen und seine Gegendarstellung zu präsentieren versucht, fährt Tywin
    ihm über den Mund und verbietet ihm das Wort und betont, dass Tyrion nur dann
    sprechen dürfe, wenn man ihm die Erlaubnis erteile. Und das geht die ganze
    Verhandlung über so.


    Hier kann man Tywin schon unterstellen zumindest auf eine Verurteilung
    hinzuarbeiten. Mehr zu seiner Motivation weiter unten.

    Das hört sich für mich doch eher so an,als hatte er vor seinem Sohn mit einer Verbannung zur Mauer das Leben zu retten.

    Ich würde eher sagen, dass Tywin als vorausdenkender
    Stratege, der den Anspruch hat alles unter Kontrolle zu haben, wütend ist, dass
    seine Pläne durchkreuzt wurden (Tyrion selber freut sich ja diebisch darüber
    die Pläne seines Vaters demontiert zu haben). Eine weitere Erklärung für seine
    Wut ist die, dass die Nachtwache ja einen ehrenhaften Ausweg insbesondere für
    Verbrecher aus dem (Hoch-)Adel darstellt und Tywin somit darauf spekuliert hat,
    dass Tyrions Schande bei einem Eintritt in die Nachtwache getilgt wird und
    nicht auf das Haus Lannister zurückfällt.


    Ich glaube also nicht, dass Tywins Motivation darin bestand, seinem
    Zwergensohn, zu dessen Beseitigung er ja schon einiges unternommen hat, das
    Leben zu retten. Vielmehr wollte er wahrscheinlich die Reputation der
    Lannisters (die unter der Hinrichtung eines entehrten Sippenmörders sicherlich
    gelitten hätte) schützen. Zumal er Tyrion damit auch gleich losgeworden wäre,
    denn von der Mauer gibt es kein Zurück.