Beiträge von Finnigan

    Ich nutze diesen Thread mal kurz für eine kleine Zwischenfrage an die Schreiberlinge hier :)


    Welche Zeitform benutzt ihr, wenn (in einer im Präteritum geschriebenen Geschichte) eine Rückblende (etwa eine Erinnerung o.ä.) erzählt wird? Die grammatikalische korrekte Variante wäre in diesem Fall logischerweise das Plusquamperfekt, nur sind absatzweise benutzte Worte wie "hatte" und "war gewesen" auf Dauer wirklich unerträglich zu lesen.


    Ich habe dazu den Ratschlag gefunden, dann die ersten ein oder zwei Sätze im Plusquamperfekt zu schreiben, anschließend in das Präteritum zu wechseln, und dann am Ende nochmals das Plusquamperfekt zu verwenden, um zu verdeutlichen, dass dann im Anschluss - wenn wieder im Präteritum geschrieben wird - die Rückblende zu Ende ist.


    Ich frage mich nun, wie gang und gäbe diese Option ist. Wie machen das beispielsweise "professionelle" Autoren? Ich kann mich derzeit leider an keine derartigen Stellen explizit erinnern, sodass ich das jetzt nicht nachschlagen kann. Und ich möchte ungern mein ganzen Bücherregal durchwühlen, um ein Beispiel zu finden :D

    Hat hier jemand Erfahrungen mit Pratchett im englischen Original? Insgesamt habe ich bisher noch nicht viele Scheibenwelt-Romane gelesen, würde die aber schon gerne irgendwann nachholen. Die Bände, die ich bisher gelesen habe, habe ich in der deutschen Übersetzung gelesen, aber eigentlich lese ich (englische) Romane lieber im Original...in der Regel macht mir das eigentlich keine Probleme, nur ist ja Pratchetts Stil durchaus von vielen Wortspielen und anderen Gags geprägt, die man als Non-Native-Speaker vielleicht häufig gar nicht so leicht verstehen kann.


    Kann dazu hier jemand vielleicht etwas sagen?

    Gerne stelle ich euch das erste Buch meines Bruders vor:
    https://www.amazon.de/Stein-St…l%2C+das+schwarze+schwert


    Laut Impressum stammt der Autor aus Zürich und ich weiß, dass es in der Schweiz kein "ß" gibt...nichtsdestotrotz muss ich zugeben, dass es mich wahnsinnig abschreckt, wenn schon im ersten Satz "Nervös sass der König auf seinem Thron" steht. Es folgten sehr viele "ss" statt "ß" bereits in den ersten Zeilen...ich möchte eigentlich wirklich nicht pingelig erscheinen, aber da stellen sich mir die Nackenhaare hoch, auch wenn mir wie gesagt durchaus bewusst ist, dass es in der Schweiz prinzipiell kein Rechtschreibfehler ist. Das ist freilich nicht wirklich die Art Feedback, die man haben möchte, aber mir vergeht dabei zugegebenermaßen leider eher die Lust, weiterzulesen.

    Ich habe kürzlich nun auch (endlich) die Hexer-Saga beendet. Hatte mehrere Anläufe gebraucht, nachdem ich zunächst wiederholt spätestens im zweiten Kurzgeschichtenband ausgestiegen war...bin froh, dass ich nun dran geblieben bin, mir haben die Bücher sehr gut gefallen - auch wenn sie jetzt das Fantasy-Rad nicht neu erfunden haben. Aber das muss ja auch nicht. Etwas störend/irritierend empfand ich nur den etwas seichten, humoristischen (Schreib)stil im Vergleich zu den doch häufig recht düsteren, beschriebenen Ereignissen. (Allerdings ist das ein Gefühl, dass ich durchaus auch beim Herrn der Ringe hatte).


    Eine Frage habe ich allerdings zum Schluss - tut mir Leid, falls das schon einmal hier (oder im Lesezirkel) besprochen wurde, aber ich habe zugegebenermaßen nicht die Muße, mich durch die ganzen Threads zu wühlen.


    Interessant...deine Meinung zum Buch spiegelt meine Wahrnehmung von der Serie ziemlich genau wider. Habe die schlechte Charakterzeichnung und so eher auf die Drehbuchautoren geschoben, aber offenbar hat man die Schwächen schon aus dem Buch übernommen. Das Setting und das politische Ränkespiel fand ich hingegen auch in der Serie hervorragend.

    Story klingt sehr spannend. Ich habe zwar noch einen großen Stapel zu lesender Bücher, weiß daher nicht, wann ich dazu kommen werde, mal reinzuschauen. Aber ich hab's auf jedenfall erstmal gekauft, 99 Cent ist natürlich ein bestechender Preis :thumbup:

    Aktuell habe ich noch einige Bücher auf meinen Stapel, aber demnächst möchte ich mich eigentlich gerne mal wieder an eine Fantasy-Reihe wagen. Zur Auswahl stünden


    Brandon Sanderson - Misborn-Reihe
    Tad Williams - Osten Ard Saga
    Robert Jordan - Rad der Zeit
    Robin Hobb - Weitseher-Trilogie


    Gibt es da von euch vielleicht die ein oder andere Entscheidungshilfe? :D Beim "Rad der Zeit" schreckt mich ja noch die schiere Menge ab, allerdings sollte man das wohl als Fantasy-Freund wohl durchaus mal gelesen haben :hmm:

    Hab hier nix romantisiert. Bin hier immer nur mit dem Handy on und habe meistens keine Lust hier lange Beiträge zu verfassen bzw. zu dem Thema den Wiki Eintrag zu kopieren.


    Ich wollte dir nicht auf den Schlips treten, tut mir Leid, wenn ich mich missverständlich ausgedrückt habe. Mir geht es darum, dass die ahistorische Überbewertung der Rolle der Frau bei den Wikingern ganz im allgemeinen eine sehr romantisierte Vorstellung ist, die seit einiger Zeit schon im Zuge von LARP, Reinactment und grundsätzlichem Aufschwung eines neuen Paganismusses besteht und sich in diesen Kreisen auch hartnäckig hält. Und in diesem Rahmen ist es eben auch nicht unüblich, die vermeintlich gute Stellung der Frau bei den Wikingern eben im besonderen durch die Gegenüberstellung zum Christentum (nicht selten als "Feindbild" betrachtet) noch mehr hervorzuheben. Nur darauf wollte ich hinaus und mit meinen weiterführenden Ausführungen in meinem letzten Post wollte ich nur verdeutlichen, dass historisch betrachtet an dieser Überbewertung eben nichts dran ist, sondern auch die Gesellschaft der Wikinger streng patriarchalisch strukturiert war.


    Die Frauen der Wikinger sind wohl nicht so untergebuttert worden wie bei den Christen.


    Dass ist eine romantisierte Vorstellung, die nur bedingt der Tatsache entspricht. Auch die Normannen hatten eine streng patriarchalisch strukturierte Gesellschaft. De iure hatte auch eine normannische Frau nichts zu melden. Wie in der mittelalterlichen christlichen Gesellschaft war die Frau zunächst dem Vater des Hauses zu absolutem Gehorsam verpflichtet, nach der Ehe dann dem Gemahl. Apropos Eheschließung: Rein rechtlich gesehen genoss dabei die Frau im Christentum sogar mehr Privilegien (nur bezogen auf die Ehe!), denn schon im christlichen Mittelalter musste die Frau der Ehe zustimmen, damit sie rechtsgültig ist (Dass sie höchstwahrscheinlich de facto nicht wirklich die Position besaß, abzulehnen, steht dabei natürlich auf einem anderen Blatt).


    Zu der allgemeinen Tendenz, die Rolle der Frau bei den Wikingern überzubewerten, trägt sicherlich bei, dass die Frau in der Tat die Rolle des "Hausherren" übernahm, wenn der Ehemann auf Raubzug gefahren ist. Dann hatte sie zu hause den Vorsitz über das Hofgut, vewaltete das Vermögen und war u.U. sogar kampftechnisch etwas bewandert, um es notfalls verteidigen zu können. Und im Unterschied zum christlichen Mittelalter waren Wikingerfrauen tatsächlich auch erbberechtigt, was sehr entscheidend ist. D.h. prinzipiell kann man durchaus anerkennen, dass Frauen es bei den Wikinger möglicherweise besser hatten als unter den Christen. Aber das darf man nicht überbewerten, wie gesagt, auch hier war die Gesellschaft absolut männerdominiert und so richtig viel zu sagen hatten Frauen ohne ihren Mann eben nicht.


    Und dass Frauen offiziell mit auf Raubzug gefahren sind, ist ein absolut romantisierter Mythos, der nicht belegt, im Gegenteil, eher höchstgradig unwahrscheinlich war. Die Berichte der türkischen Geschichtsschreiber, die hier erwähnt wurden und von toten Frauen nach der Schlacht berichten, sollten zumindest mit Vorsicht betrachtet werden, kann es sich auch um einen Topos handeln, um den Gegner weiter zu barbarisieren und so den eigenen Sieg noch stärker hervorzuheben (eine Praxis, die schon die alten Griechen und Römer kannten). Die Berichte von Frauen auf Raubzug, die Erzählungen der "Schildmaide" und dergleichen, sind allesamt ausschließlich in den legendenhaften Sagas zu finden - und Ironie der Geschichte: Die sind allesamt erst ab dem 11. Jahrhundert (und später) entstanden/niedergeschrieben worden, als die Zeit der Wikinger vorbei war und die Wikinger längst das Christentum angenommen haben und sesshaft wurden.


    Ich will niemandem die Serie "Vikings" madig machen, aber ich kann mich hier nur den Usern anschließen, die die historischen Unkorrektheiten ankreiden. Ich beziehe mich nicht nur auf die Darstellung der Frau, sondern auf die gesamte Darstellung der damaligen Zeit und der Gesellschaft (sowohl christlich als auch normannisch). Vom historischen Standpunkt aus betrachtet ist die Serie eine absolute Vollkatastrophe. Dass sie unterhaltsam sein kann, wenn man das ausblenden kann, möchte ich dabei nicht abstreiten, ich musste allerdings während der zweiten Staffel aufhören, weil es mich eben sehr gestört hat.

    Hat hier jemand zufällig bereits die "The Long Earth"-Reihe von Terry Pratchett und Stephen Baxter gelesen? Ich mag beide Autoren recht gerne (auch wenn ich von Baxter bisher nur Multiversum und Zeitschriffe gelesen habe), kann mir aber irgendwie nicht so recht vorstellen, wie sie zusammenpassen. Interessant ist die Kollaboration allemal und die Story klingt eigentlich auch recht spannend.

    Über die Feiertage steht dann nach einer grandiosen ersten Staffel die zweite Staffel von "The Leftovers" an.


    Die zweite Staffel gehört zum Besten, was in den letzten Jahren über den Bildschirm geflimmert ist.



    "The OA" auf Netflix könnte auch noch interessant sein. :hmm:


    "The OA" war leider ein Reinfall. Die erste Folge war richtig gut, das Setting faszinierend, die Atmosphäre super. Aber dann verrennt sich die Serie immer mehr im Esoterik-Geschwurbel und irgendwann wirds Fremdschämen.

    Ich habe nach der dritten Staffel bereits abgebrochen. Die erste Staffel war noch super, dann ist Frank Darabont als Showrunner ausgetauscht worden und die Qualität ist rapide gefallen. Die zweite Staffel war ne langweilige Vollkatastrophe. Die dritte Staffel begann dann recht vielversprechend, die zweite Hälfte war dann aber wieder schlecht. Danach hatte ich keine Lust mehr.

    Ich habe Vikings während der zweiten Staffel abgebrochen, als die historischen Ungenauigkeiten wirklich nicht mehr auszuhalten waren. Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, war schließlich die Szene, als Christen einen Apostaten ans Kreuz genagelt hatten - eine "Ehre", die man niemandem hätte zugestanden. Nicht umsonst wurde die Kreuzigung bereits unter Konstantin dem Großen, dem ersten christlichen Kaiser, im römischen Reich abgeschafft. In dieser Szene wurde für die Dramaturgie und als Mittel zum Zweck wirklich alles über Bord geworfen, was mein gesunder Menschenverstand noch als künstlerische Freiheit hätte durchgehen lassen. Vorher habe ich das ein oder andere zähneknischend ertragen, aber hier haben sich mir die Zehennägel hochgerollt.

    "Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein" von den Strugazkis soll extrem gut sein, habe ihn allerdings noch nicht selbst gelesen.
    Es geht im Groben um einen irdischen Beobachter einer feudalen Gesellschaft auf einem fremden Planeten, dem das Nichteinmischen immer schwerer fällt.


    Sollte den mal jemand gelesen haben, würde ich mich über eine Rezi freuen.


    Das gibt es auch eine (auf alt gemachte) russische Arthouse-Verfilmung aus dem Jahre 2013:


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    EDIT: Sorry, gerade gesehen, dass du das einige Beiträge darunter selbst erwähnst :whistling: