Beiträge von curunir

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    Original von Rhaegar
    Mal wieder ne typische Verlagsaktion, um neue Kunden zu gewinnen und Uneinheitlichkeit ins Bücherregal zu bringen. Hoffe es wird zumindest irgendwann mal, eine einheitliche Ausgabe aller Bände zu kaufen geben.
    Um die alten Cover von Stehen Youll ist es nicht unbedingt schade, aber die neuen sehen bis auf Band 3 vielleicht noch noch, absolut abscheulich aus.


    Ich finde das mit den Covern auch ziemlich ätzend... Noch schlimmer finde ich, wenn die Bücher unterschiedliche Formate haben (wie z.B. bei "Das Jahr des Greifen").


    Ich persönlich liebe ja besonders die Cover von Michael Wheelan, aber das dürfte uns bei GRRM wohl nicht vergönnt sein :(

    Ich mache mal einen Anfang...
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    Azor Ahai


    Azor Ahai lebte der Legende nach zu einer Zeit, in der die Welt in Finsternis gehüllt war. Um die Dunkelheit zu vertreiben, musste er sich die Klinge eines Helden schaffen. Drei Versuche benötigte er, um sie zu schmieden: Die erste Klinge, in 30 Tagen und Nächten mühevoller Arbeit entstanden, zerbarst als er sie noch glühend zum Härten ins Wasser tauchte. Die zweite Klinge, zu deren Vollendung er gar 50 Tage und Nächte benötigte, zerbrach als er sie in das Herz eines Löwen stach, den er eigens zu diesem Zweck gefangen hatte. Groß war sein Schmerz, denn er wusste nun, was er zu tun hatte: 100 Tage und Nächte brauchte er, um die dritte Klinge zu schmieden. Mit dem weißglühenden Schwert durchstach er das lebendige Herz seiner Frau Nissa Nissa, und ihre Seele, ihr Mut und ihre Kraft gingen in die Klinge über. (Details s. Salladhors Erzählung in „Der Thron der Sieben Königreiche“, S. 184).


    So wurde Lightbringer, das Rote Schwert der Helden erschaffen. Weitere historische Fakten sind nicht überliefert. Was aus Azor Ahai und Lightbringer wurde ist unbekannt - wir wissen nur, dass er sein Ziel erreichte:


    Sogar Azor Ahai hat seinen Krieg nicht allein gewonnen. (Jon Snows Gedanken in „Die Königin der Drachen“, S. 668)


    Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Finsternis die lange Nacht war, die Westeros vor ca. 8000 Jahren in Schatten und Chaos gestürzt hat. Azor Ahai hätte demnach entscheidend zum Sieg der Westerosi über die Anderen in der Schlacht der Dämmerung beigetragen. Daher ist die Legende um Azor Ahai also nicht nur von historischem Interesse, was auch eine vor ca. 5000 Jahren entstandene Prophezeihung belegt:


    „In den alten Büchern Asshais steht geschrieben, daß nach einem langen Sommer der Tag kommen wird, an dem die Sterne bluten und der kalte Odem der Finsternis die Welt umschlingen wird. In dieser Stunde des Schreckens wird ein Krieger ein brennendes Schwert aus dem Feuer ziehen. Und dieses Schwert soll Lightbringer sein, das Rote Schwert des Helden, und wer es ergreift, ist der wiedergeborene Azor Ahai.“ (Melisandre in „Der Thron der Sieben Königreiche“, S. 177)


    „In den Prophezeihungen steht es ebenfalls. Wenn der rote Stern blutet und sich die Dunkelheit sammelt, soll Azor Ahai inmitten von Rauch und Salz wiedergeboren werden, um die Drachen aus dem Stein zu wecken.“ (Melisandre in „Sturm der Schwerter“, S. 436)


    So mißtrauisch man der roten Priesterin auch gegenüber stehen mag, die Prophezeihung selbst scheint eine traditerte Tatsache zu sein. Dass das Ende des langen Sommers gekommen ist, dass die Welt durch eine neue Finsternis, eine neue lange Nacht bedroht ist, steht wohl außer Frage, und ein Komet, ein blutender Stern, steht bereits am Firmament. Der Erfüllung der Prophezeihung, und somit der Lösung eines der zentralen Probleme der Geschichte steht kaum etwas im Wege...


    Doch wer könnte der wiedergeboren Azor Ahai sein, der sich der erneuten Bedrohung durch die Anderen entgegenstellt? Mögliche "Kandidaten" müssen der Prophezeihung nach folgende Voraussetzungen erfüllen:


    1. Der Wiedergeborene muss ein brennendes Schwert aus dem Feuer ziehen, das Lightbringer sein soll. Im engeren Sinne bedeutet das schlicht, dass der Wiedergeborene in den Besitz von Lightbringer gelangen muss. Interessant ist die Formulierung „dieses Schwert soll Lightbringer sein“. Es muss also nicht notwendigerweise ein tatsächliches Schwert sein – was auch immer der Wiedergeborene aus dem Feuer zieht, wird sein Lightbringer sein, die Waffe, die ihm zum Sieg verhelfen wird.
    2. Die Wiedergeburt erfolgt inmitten von Rauch und Salz. Auch für diesen Teil der Prophezeihung gibt es zwei mögliche Deutungen: Rauch und Salz lassen Assoziationen von Feuer und (Meer-)Wasser zu, quasi eine Wiedergeburt „in den Elementen“. Eine weitergehende Assoziation lässt vermuten, dass mit der Wiedergeburt Opfer (Rauch?) und Verlust (Salz – Tränen?) verbunden sind, zumal ein wesentliches Moment der Erschaffung des ersten Lightbringer Azor Ahais Opfer – seine Frau – war.
    3. Der Wiedergeborene wird die Drachen aus dem Stein wecken. Zumindest dieser letzte Teil der Prophezeihung scheint sprichwörtlich gemeint zu sein, jedenfalls lässt sich mit bisherigen Kenntnissen kaum einen sinnvolle weitergehende Deutung finden.


    Vorausgesetzt, Azor Ahai wird tatsächlich wiedergeboren (eine Theorie besagt, dass das Problem eben darin besteht, dass die Prophezeihung nicht erfüllt wird), und wir sind ihm bereits begegnet, kommen folgende Personen in Betracht:


    Stannis Baratheon
    Roberts jüngerer Bruder ist der bisher einzige Charakter, der mit Azor Ahai direkt in Verbindung gebracht wird. Melisandre behauptet, er sei der wahrhaftige wiedergeborene Held der Legende. Wir wissen jedoch zur Zeit zu wenig über die Beweggründe und Motive der roten Priesterin, um die Wahrhaftigkeit ihrer Aussage einschätzen zu können. Es ist natürlich möglich, dass sie aufgrund einer göttlichen Eingebung R'hllors weiß, dass Stannis der wiedergeborene Azor Ahai ist, allerdings ist es genauso gut denkbar, dass sie Stannis bewusst manipuliert: Stannis ist zwar angeblich im Besitz von Lightbringer, doch Maester Aemon scheint seine Zweifel zu haben, dass es sich tatsächlich um das Rote Schwert handelt:


    „Dennoch hast auch du keine Hitze gespürt, ja? Und die Scheide, in der das Schwert steckte, bestand aus Leder und Holz, nicht wahr? Ich habe das Geräusch gehört, als seine Gnaden die Klinge herauszog. War das Leder versengt, Sam? Sah das Holz verbrannt oder verkohlt aus?“ - „Nein“, räumte Sam ein. „Jedenfalls habe ich nichts dergleichen gesehen.“ („Die Königin der Drachen“, S. 694)


    Zudem hat Stannis keine Erfahrungen gemacht, die man selbst im weitesten Sinne als Wiedergeburt auffassen könnte, und auch das Erwecken der Drachen lässt (noch) auf sich warten. Weiterhin kann man eine Vision von Daenerys im Haus der Unsterblichen als Indiz sehen, dass Stannis nicht der wiedergeborene Azor Ahai ist:


    Ein blauäugiger König, der keinen Schatten warf, hob ein rotes Schwert, das wie der Sonnenuntergang glühte. Ein Stoffdrache schwankte auf Stangen über einer jubelnden Menge. Von einem rauchenden Turm warf sich eine steinerne Bestie in die Luft und Schattenfeuer... Mutter der Drachen, Vernichterin der Lügen... („Die Saat des Goldenen Löwen“, S. 288-289) [Anmerkung zur Übersetzung des letzten Satzes: Im englischen Original lautet es „From a smoking Tower, a great stone beast took wing, breathing shadow fire... mother of dragons, slayer of lies...“.]


    Der blauäugige König ohne Schatten ist eindeutig als Stannis zu identifizieren – die Bezeichnung „Vernichterin der Lügen“ und die Verwendung eines (unechten) „Stoffdrachen“ lässt daher den Schluss zu, dass Daenerys ihn als Lügner entlarven wird und er somit nicht der wiedergeborene Azor Ahai ist.


    Fazit: Wir können mit ziemlicher Sicherheit ausschließen, dass Stannis der wiedergeborene Azor Ahai ist.


    Berric Dondarrion
    Berric ist im buchstäblichen Sinne schon mehrfach mit Thoros' Hilfe wiedergeboren worden. Im Duell mit Sandor Clegane führte er ein flammendes Schwert, das jedoch eine von Thoros erdachte Illusion war. Was die weiteren Teile der Prophezeihung angeht, ist nicht absehbar, inwiefern Berric Drachen aus Stein erwecken und sich als Anführer gegen die Bedrohung durch die Anderen entgegenstellen könnte.


    Fazit: Es ist grundsätzlich möglich, dass er der wiedergeborene Azor Ahai ist, jedoch recht unwahrscheinlich.


    Davos Seaworth
    Ähnlich wie bei Berric gibt es nur wenig was darauf hindeuten könnte, dass Davos der wiedergeborene Held der Legende ist. Seine Rettung nach der Schlacht an der Blackwater Mündung kann man als Wiedergeburt inmitten von Rauch und Salz deuten, es gibt jedoch bisher keine weiteren Anhaltspunkte für diese Theorie.


    Fazit: Auch bei Davos ist es nach momentaner Sachlage recht unwahrscheinlich, dass er der wiedergeborene Azor Ahai ist.


    Daenerys Targaryen
    Daenerys ist die momentan wahrscheinlichste „Kandidatin“, da sie den größten Teil der Prophezeihungen erfüllt: In der Nacht, in der der Komet am Himmel erscheint, erweckte sie nach zwei gescheiterten Versuchen ihre Drachen aus den versteinerten Eiern. Die Drachen selbst kann man ohne Weiteres als „brennendes Schwert“ gelten lassen, ihr persönliches Lightbringer, das sie aus dem Feuer gezogen hat. Um die Drachen zu wecken, musste sie in Analogie zum historischen Azor Ahai ihren Mann Drogo opfern. Das Erwecken der Drachen hat sie letzten Endes zur khalesi gemacht: Aus dem jungen, recht hilflosen Mädchen wurde eine starke Anführerin. Sie wurde „wiedergeboren“ inmitten von Rauch (Drogos Scheiterhaufen) und Salz (ihre Tränen). Und schließlich ist auch ihre Vision im Haus der Unsterblichen ein Indiz, das für sie spricht: Wer außer dem echten Wiedergeborenen könnte einen falschen Azor Ahai als Lügner entlarven?


    Fazit: Selbst wenn man der Deutung Drachen = Lightbringer nicht folgen will, wäre es durchaus möglich, dass Daenerys im weiteren Verlauf der Geschichte noch in den Besitz des Schwertes gelangt. Insofern sprechen viele Fakten dafür, dass sie der wiedergeborene Azor Ahai ist.
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    So, ich habe das Original oben nochmal korrigiert und entsprechend angepasst. Übrigens fehlt unter Lieder & Legenden noch der Punkt Religion.... Oder soll das woanders hin?

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    Original von Rhaegar
    - "Das Mädchen" wird in der Übersetzung als "Jungfrau" bezeichnet, das Original schwankt zwischen Maid und Maiden. Denke aber doch, dass die Übersetzung "Jungfrau" richtiger bzw. passender ist, da Jungfrau noch einmal eine Steigerung zu "Mädchen" ist.


    Ich gebe zu, dass ich die Übersetzung nicht nachgesehen habe.... ;) Aber Jungfrau ist wohl besser.


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    Original von Rhaegar
    - "Die Braunen Brüder", bin mir da nicht sicher, ob diese Bettelbrüder tatsächlich Mitglieder der Braunen Brüder sind oder nicht, dafür spricht jedenfalls die brauen Bekleidung. Vielleicht könnte man da noch etwas mehr auf das Leben der Braunen Brüder eingehen, die ja tatsächlich soetwas wie eine kleine, eigenständige religiöse Lebensgemeinschaft (hier vielleicht auch noch den Begriff Septry einbringen) bilden.


    Ich hatte auch die Verbindung über die Kleidung hergestellt. So ganz klar ist das jedenfalls nicht. Die Septry (auch so in der Übersetzung?) hatte ich bewusst noch ausgelassen, da ich dazu noch was nachlesen wollte. Ich werde versuchen es so zu formulieren, dass die Verbindung zwischen den Braunen und den Bettlern vager bleibt.


    Zitat

    Original von Rhaegar
    Das hört sich jetzt so an, als würde der Septon die Ritterernennung vornehmen, was natürlich so nicht richtig ist.


    Okay, erwischt... Das habe ich einfach runtergerattert ohne nachzudenken :)


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    Original von Rhaegar
    Da bin ich mir nicht ganz sicher, das begründet sich eigentlich nur auf eine Szene in den Büchern, wo Arya und die anderen Rekruten das Grab eines Kindes finden, wo ein Kristall auf die Erde gelegt wurde. Ob das jetzt bei allen Gräbern getan wird, weiß ich nicht.


    Werde das abschwächen auf "bisweilen wird ein siebenseitiger Kristall..." und auch die Totenwache ergänzen.

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    Original von meraxes
    Dann eben ein abgebrochenes Geweih. Aber was hat es zu bedeuten??


    Das ist ein weites Feld....


    Nur um sicher zu gehen: SPOILER WARNUNG!!!


    Man kann die Wölfe als Symbole für die Stark-Kinder sehen, obwohl das als Omen bisher nicht besonders verlässlich war, da Sansa immer noch lebt ;-). Ebenso Arya, die von Nymeria getrennt ist (was allerdings nicht bedeutet, dass sie sie nicht wiedertrifft, auch wenn das unwahrscheinlich ist).


    Wenn man das etwas weiter fasst, könnte die tote Wolfsmutter auch eine Art Foreshadowing auf Eddards Tod sein, der auf Befehl von Joff geköpft wird. Ist vielleicht etwas weit hergeholt, da Joff gar kein Baratheon ist. Vielleicht ist es aber auch allgemeiner zu deuten, nämlich, dass den Starks Unheil durch die Baratheons droht.


    Und dann gibt es da noch die Theorie, dass der Albino-Wolf Ghost beweist, dass Jon ein echter Stark und kein Bastard ist. Andererseits, der Albino ist eben etwas anders als die anderen Welpen - was im Gegenteil eben bedeuten könnte, dass Jon tatsächlich ein Bastard ist.


    Ach ja, und die roten Albino-Augen des weißen Wolfes: Hier kommen die Lyanna-Rhaegar-Fans wieder auf ihre Kosten, weil man in dem Wolf, der sinnbildlich für Jon steht, die Verbindung der Eigenschaften der Starks (Wolf) und Targaryens (rote/violette Augen) sehen kann.


    Wirklich beweisen kann man aber nix, und das macht es so spannend :)


    PS: So richtig gehört das mit dem Wölfen nicht in den Eddard-Thread, wollte aber hier darauf antworten.

    Second Draft...


    Die Religion der Sieben


    Ursprung und Verbreitung
    Die Religion der Sieben kam im Zeitalter der Invasionen vor ca. 6000 Jahren mit den Andalen nach Westeros. Über die Ursprünge dieser Religion auf dem östlichen Kontinent ist zur Zeit nichts überliefert, sicher ist jedoch, dass sich mit den Andalen auch die Religion der Sieben auf Westeros verbreitet hat. Im Laufe der Zeit verdrängte sie so andere religiöse Strömungen und ist die mit Abstand am häufigsten ausgeübte Religion: Der Glaube an die alten Götter sowie an den Ertrunkenen Gott ist regional beschränkt (Norden/Eiserne Inseln), wohingegen die Anhänger R'hllors über ganz Westeros verteilt zu sein scheinen, zahlenmäßig jedoch eine deutliche Minderheit darstellen.


    Die Siebenfaltigkeit
    Die Siebenfaltigkeit ist sicher das wesentlichste Merkmal dieser Religion: Schon die andalischen Krieger trugen Rüstungen, die mit einem siebenzackigen Stern verziert war, und noch heute findet man dieses Ornament auf den Rüstungen der Kämpfer, z.B. beim Gottesgericht. Die Siebenfaltigkeit manifestiert sich in fast allen Aspekten des Glaubens und der Religionsausübung. Sie spiegelt sich in rituellen Objekten, z.B. siebenseitigen Kristallen oder den siebenwändigen Septen wieder. Außerdem glaubt man, dass sieben Höllen existieren. Im alltäglichen Leben gibt es zahlreiche Anspielungen auf die Siebenfaltigkeit, z.B. ein Schlaflied mit Namen „Das Lied der Sieben“ oder in dem Ausspruch „Die Sieben mögen den König beschützen“. Nicht zuletzt gibt es das Sternbild der „Sieben Wanderer“, dem eine heilige Bedeutung beigemessen wird und in dem jeder Stern einem Gott zugeschrieben wird.


    Die Sieben Götter
    Die wesentlichste Manifestation der Siebenfaltigkeit, wahrscheinlich sogar ihr Ursprung, zeigt sich in den Sieben Göttern selbst: der Vater, die Mutter, die Junfrau, der Krieger, der Schmied, die Alte und der geschlechtslose Unbekannte. Es gibt unterschiedliche Deutungen darüber, ob tatsächlich sieben separate Gottheiten existieren, oder ob es nur einen Gott mit sieben verschiedenen Aspekten gibt. Wieder andere behaupten, jeder der Sieben würde gewisse Eigenschaften aller in sich vereinen, wodurch es zu unterschiedlichen Ausprägungen käme.
    In jedem Fall werden mit den Sieben verschiedene Eigenschaften verbunden, und sie werden alle zu unterschiedlichen Gelegenheiten angerufen: Der immer bärtig dargstellte Vater ist der Schutzpatron der Krieger und Gott der Gerechtigkeit. Die Mutter wird meist lächelnd dargstellt. Sie ist die Beschützerin der Familie und Göttin der Fruchtbarkeit. Der Schmied trägt immer einen Hammer und ist Gott des Handwerks und der Baumeister, aber auch Beschützer der Verkrüppelten. Ritter und Kämpfer bitten ihn darum, ihren Waffen und Rüstungen Stärke zu verleihen, während sie den Krieger mit seinem Schwert um Mut und Stärke im Kampf bitten. Die Jungfrau ist Göttin der Schönheit, das alte Weib die der Weisheit. Der Unbekannte ist Gott des Todes, und niemand wagt seinen Namen auch nur auszusprechen. Man glaubt, dass er die Toten in die andere Welt geleitet.


    Geistliche
    Die religiösen Führer der Religion der Sieben sind die Septons. Sie sind verantwortlich für die Durchführung des Gottesdienstes und stehen der Septe und damit ihrer Gemeinde vor. Zu ihren weiteren Aufgaben gehören Eheschließung und Scheidung, Taufe der Kinder mit sieben Ölen und sowie die Begleitung der Sterbenden und ihre Beerdigung. Weibliche Geistliche werden Septa genannt, werden i.d.R. aber nicht mit der Leitung einer Gemeinde beauftragt.
    Desweiteren gibt es den Orden der Braunen Brüder, die in einer klosterartigen Gemeinschaft, der Septry, zusammenleben. Die Septry wird vom Bruder Ältesten geleitet. Seinen Nachwuchs gewinnt der Orden durch die Ausbildung von Novizen in der Septry. Ebenfalls in braune Roben tragen die Bettelbrüder, die nicht in der Septry leben sondern bettelnd durch Westeros ziehen. Auf ihrer meist sieben Jahre dauernden Wanderschaft segnen sie die Gläubigen und hoffen so, Buße für vergangene Taten zu tun.
    Die in graue Roben gekleideten Stillen Schwestern sind für die rituelle Waschung der Toten zuständig; einige Westerosi glauben sogar, dass die Stillen Schwestern ihren Ordensmitgliedern die Zunge heraussschneiden, wenn sie zu viel reden.


    Der Gottesdienst und die Septe
    Die Septe ist zentraler Ort der Religionsausübung, in der vom Septon geleitet Gottesdienst stattfindet. Wesentliche Merkmale des Gottesdienstes sind Gesang, die Verwendung von Weihrauch und die siebenseitigen Kristalle, die als rituelle Objekte zum Einsatz kommen. In der Regel kann 3 Mal pro Tag in der Septe gebetet werden. Beim Beten fassen sich die Gläubigen meist an den Händen.
    Je nach Vermögen der Gemeinde sind die Septen unterschiedlich ausgestattet. In reichen Gemeinden gibt es Statuen einer jeden Gottheit, während man in armen Gegenden meist nur Bilder der Sieben vorfindet. Für Hochzeiten gibt es einen speziellen Altar, der zu beiden Seiten von Statuen der Mutter und des Vaters flankiert wird und vor dem die zukünftigen Eheleute getraut werden.
    Die große Septe von Baelor in Kings Landing ist die größte Septe auf Westeros. Sie bietet Platz für mehrere Tausend Menschen und verfügt über sieben Kristalltürme, von denen jeder mit Glocken ausgestattet ist. Alle Glocken gleichzeitig erklingen nur zu besonderen Anlässen, z.B. dem Tod des Königs. Die große Septe verfügt außerdem über einen besonders schmuckvollen Hochzeitaltar, der für die Hochzeiten der Könige gebaut wurde. Der Septe von Baelor steht der Hohe Septon, Oberhaupt der Religion der Sieben auf Westeros, vor. Er trägt gewöhnlich eine weiße lange Robe und eine Krone aus Kristall und Gold.


    Grundsätze des Glaubens und spezielle religiöse Riten
    Es gibt viele Glaubensgrundsätze, die das alltägliche Leben bestimmen: Familie und Ehe haben eine große Bedeutung, trotzdem können Ehen wieder geschieden werden. Sklaverei und Glücksspiel werden verachtet, Inzest als Sünde betrachtet. Ritterschaft ist zunächst eine religiöse Angelegenheit, daher kann prinzipiell jeder Mann zum Ritter geschlagen werden. Für einen zukünftigen Ritter und Gläubigen ist es eine besondere Ehre, vor der eigentlichen Ernennung durch einen anderen Ritter von einem Septon mit den sieben Ölen gesalbt zu werden. Für alle Ritter ist die Salbung besonders erstrebenswert, für gläubige Ritter eine zusätzliche religiöse Verpflichtung.
    Die Eheschließung in der Septe erfolgt vor dem Hochzeitaltar. Nachdem die zukünftigen Eheleute sieben Eide geschworen, sieben Versprechen gegeben und sieben Segnungen vom Septon empfangen haben, singt die Gemeinde. Anschließend ist die Zeit für Widersprüche gegen die Eheschließung gekommen. Zur Vollendung der Zeremonie nimmt der Brautvater seiner Tochter den Hochzeitsmantel ab und lässt den Ehemann seinen Mantel auf ihre Schultern legen, womit er sie symbolisch in seine Obhut übergibt und die Eheleute anschließend ihren Eheschwur leisten und sich küssen.
    Die Begräbnis-Zeremonie wird ebenfalls vom Septon geleitet. Nach der rituellen Waschung durch die Stillen Schwestern wird der Leichnam beerdigt, während der Septon Gebete spricht. Bisweilen wird auf dem Grab ein siebenseitiger Kristall hinterlassen, dies möglicherweise aber nur bei vermögenden Verstorbenen. Wird vor der Beerdigung von engen Verwandten noch die traditionelle Totenwache gehalten, dauert diese sieben Tage und sieben Nächte, während der der Leichnam noch in der Septe verbleibt.
    Das Gottesgericht gilt als legitimer Weg, Unschuld zu beweisen. Meist beginnt das Gottesgericht mit einem Gebet des Septons für Gerechtigkeit, während er gleichzeitig einen siebenseitigen Kristall über dem Kopf hält. Noch viel seltener ist das Duell der sieben Helden, bei der jede Seite durch sieben Kämpfer vertreten wird. Es wird vor allem dann einberufen, wenn der Gerechtigkeitsfindung besondere Bedeutung zukommt. Im Glauben der Sieben werden die Götter durch die 14 eintretenden Kämpfer besonders geehrt, damit sie in besonderem Maße dafür Sorge tragen, dass Gerechtigkeit waltet.

    Also ich meine, dass da kein toter Hirsch war... Die Wolfsmutter wurde von einem Hirsch getötet, aber an totes Rotwild kann ich micht nicht erinnern. Allerdings habe ich AGoT auch gerade nicht zur Hand...

    So, zumindest zum Glauben an die Sieben habe ich jetzt umfangreiche Notizen, die man etwa zu folgenden Themengebieten zusammenfassen könnte:


    - Ursprung (Andalen) und Verbreitung
    - die Siebenfaltigkeit (7 Höllen, 7 Wände der Septe, 7 Götter, das Lied der Sieben usw. usf.)
    - die Sieben und ihre Darstellung/Bedeutung
    - Grundsätze des Glaubens
    - Septe (allgemein + Große Septe von Baelor)
    - Geistliche (Septon, Septa, Braune Brüder, Stumme Schwestern)
    - Gottesdienst
    - spezielle Riten (Hochzeit, Begräbnis, Gottesgericht, Duell der 7 Helden).


    Fällt noch jemandem was ein? - Ansonsten muss ich es nur noch ausformulieren...

    Zitat

    Original von Bonekeeper
    Jetzt kommt sicher der Vorschlag für Das Lied von Eis & Feuer. Aber da weiß ich nicht so ob das das richtige ist. Da spielen mir zu viele Leute mit und die sterben zu schnell. Aber ich lass mich auch gerne vom gegenteil überzeugen.


    Ist nicht die Existenz dieses Forums, der Website und der 343 in diesem Forum registrierten Eis-und-Feuer-Fans überzeugend genug? Also, nach Meinung der meisten hier in diesem Forum verpasst Du einer der besten (wenn nicht DIE BESTE) Fantasy-Saga, wenn Du EuF nicht liest!!!!! (Und, nebenbei: Du wirst langfristig in diesem Forum auch nicht glücklich, wenn Du es nicht gelesen hast. :) )


    Übrigens ist gerade die Tatsache, dass auch Hauptfiguren in EuF sterben (können), eines der vielen Qualitätsmerkmale, die diese Saga von den anderen abhebt. Andere wären z.B. sehr viel Realismus - wenig (bisweilen rollenspielartige) Magie - ein unglaublich ausgereifter (geschichtlicher) Background - viele Mysterien, deren Auflösung man einfach erfahren will - glaubwürdige Charaktere, die fast nie in das Schema gut / böse hineinpassen - hochwertige Dialoge - komplexe Story usw. usf.


    Wenn Du Fantasy suchst, die mal nicht den üblichen "Elfen gegen Zwerge gegen Orks gegen Menschen - Sword & Sorcery - Bauerntölpel rettet die Welt und kriegt das hübsche Mädchen " - Fantasy Trash lesen willst, dann lass Dich hiermit einfach überzeugen. Schon nach dem ersten Band kann man es nicht mehr weglegen, wirklich....


    Wenn das nicht überzeugend genug war (was sonst?), dann findest Du sicher im Thread "Was lest Ihr gerade oder wollt ihr lesen?" ein paar Anregungen.


    Eine kleine, keineswegs vollständige Auswahl:


    - "Das Spielt der Götter" von Steven Erikson
    - von einigen sehr geliebt, von anderen gehasst: Die "Drachenlanze"-Saga von M.Weis/T. Hickmann (u.a.)
    - die "Weitseher"-Trilogie von Robin Hobb


    oder, wenn es auch Sciene Fiction sein darf:


    - "Hyperion" von Dan Simmons
    - "Otherland" von Tad Williams


    So long,
    curunir

    Zitat

    Original von skinchanger
    Habe übrigens auf englisch gelesen. Curunir, Du hast ja auch das dt. Hörspiel. Gibt´s große Unterschiede zur englischen Version? Also vom Stil her oder so.


    Das kann man echt nicht beantworten... Es sind natürlich viele Kürzungen drin - daher kann man dazu einfach nichts sagen. Die Netfeeds kommen jedenfalls sehr gut rüber. Die Stimme von Sophie Rois (Renie) ist etwas gewöhnungsbedürftig. Mehr kann ich Vergleich gar nicht sagen....

    Ja, der zweite Band.... Im Prinzip hast Du Recht, was die Bandbreite usw. angeht. Die Art und Weise, wie er die Charaktere durch die Versatzstücke (Simulationen) berühmter Märchen, Sagen und Geschichten schleudert, mag genial sein. Irgendwo in diesem Forum schwirrt eine Rezension meinerseits zum ganzen Zyklus rum, wo ich diese vielen "Welten" als Kleinode schriftstellerischer Imagination bezeichne. Das ist auch immer noch meine Meinung.


    Zwei Dinge sind mir besonders "unangenehm" in Erinnerung - leider kann ich mich inhaltlich nicht mehr an viel Erinnern, da ich den 2. Band beim 2. Lesen komplett ausgelassen habe:


    1. Was mir wirklich auf die Nerven ging, war dass er die Gruppe immer wieder durch irgendwelche Katastrophen getrennt hat (zum ersten Mal glaube ich in der Insektenwelt) und die Hauptcharaktere im Wesentlichen dann damit "beschäftigt" hat, die verlorenen Kameraden zu suchen.
    2. Mit der Küchenwelt konnte ich überhaupt nichts anfangen - und die nimmt in meiner Erinnerung einen großen Teil ein. Ich fand sie einfach nur albern und konnte mich da echt nicht reindenken. Habe es dann gegen Ende hin meister überblättert. Passiert mir wirklich nur sehr selten, dass ich sowas mache, wenn ich etwas wirklich lesen will.


    Im großen und ganzen hat sich der Haupthandlungsstrang keinen Schritt fortbewegt (zumindest habe ich das so empfunden). Ich war nach dem ersten Band richtig "heiß" (fand ihn im Gegensatz zu anderen Meinungen ziemlich mitreißend und gar nicht verworren) - und dann Band 2, an dessen Ende ich kein Deut mehr wusste als vorher. Sicher, in den Nebenhandlungen, z.B. bei Dread, passiert einiges, aber meine Frustration war trotzdem ziemlich groß.


    Vielleicht war ja auch der griechische Strand, an dem ich beim Lesen im wesentlichen gelegen habe, nicht der richtige Ort und ich sehe das ganze anders, wenn ich das Hörspiel zum 2. Band habe (März, glaube ich). Im Moment könnten mich keine zehn Pferde dazu bewegen, ihn nochmal zu lesen.

    De rien... :) Ich glaube, dass der Andere Orlando beobachtet, erfährt man nur am Ende von Sellars.


    Hab's auf englisch gelesen, Band 1 in zwei Nächten, Band 3 und 4 auch sehr schnell. Der zweite Teil hat mich einen ganzen Urlaub beschäftig, allerdings nicht ausschließlich. Aber meine Nichten haben mich so oft abgelenkt, dass ich mit dem zähen Erzählfluss irgendwie nicht klargekommen bin.


    *** SPOILER ***






    Nachmal zu Orlando und Sam: Also, ich muss sagen, dass mich seine Darstellung, gerade nach seinem Tod im RL, aber auch schon davor (seine Krankheit und nachdem er erfahren hat, dass Fredericks ein Mädchen ist), sehr berührt hat - vielleicht wie kaum eine andere Figur im SF/Fantasy-Bereich. Wollte ich nur mal loswerden ;)

    **** MEGA SPOILER ****












    Zitat

    Original von skinchanger
    Ein paar Leute sind ja auch nicht tot zu kriegen, was mich auch stört. Es ist zwar schön, dass Orlando zurückkommt, denn ich hatte den wirklich gern. Aber das geschieht so ohne wirklichen Grund. Der Andere hat mal eben aus Sympathie eine Kopie von ihm erstellt und ihn dadurch gerettet...und?


    Wenn ich mich richtig erinnere, hat der Andere Orlando während der ganzen Zeit, die er sich im Gralsnetzwerk aufgehalten hat, beobachtet, weil er sich ihm wg. seiner Krankheit offensichtlich sehr verbunden gefühlt hat. Er hat die Kopie aus dem gleichen Grund erstellt, warum er die Koma-Kinder und Sellars' Informations-Wesen bei sich behalten wollte: Er wollte Freunde finden, nicht mehr allein sein. Ich fand das eigentlich ganz gut motiviert.


    Zitat

    Original von skinchanger
    Warum Paul noch lebt hab ich leider nicht verstanden, hat jemand von Euch eine Erklärung für mich?


    Paul war eine Testperson, die dem Gralsprozess als Versuchsobjekt unterzogen wurde (Wells und Yacoubian unterhalten sich im ersten Teil darüber). Der Paul, mit dem "die Gefährten" während ihres Aufenthalts im Netzwerk zu tun hatten, war eine Kopie und nicht das virtuelle Selbst des physischen Paul Jonas. Diese Kopie ist "gestorben" - während der echte Paul immer noch im Koma lag (sein Körper befand sich auch in der Gewalt der GB). Daher weiß er auch nichts von den gemeinsamen Erlebnissen, als Martine ihn im Krankenhaus besucht.

    Zitat

    Original von Rhaegar
    Also, größtenteils abgeschlossen sind die Bücher-Rubrik (da folgen natürlich hoffentlich noch weitere Kapitelzusammenfassungen und Rezensionen), die Häuser-Rubrik (wenn ich die letzten 5 Häuser endlich noch schaffe) und halt die Geschichts-Rubrik. Was natürlich immernoch geschrieben werden können, sind die Charakterbeschreibungen, nach Möglichkeit aber nur zu Charakteren, die in der Rubrik schon aufgeführt sind.


    Kapitelzusammenfassungen mache ich jetzt weiter und schaue mal, wo ich sonst noch was beitragen kann.

    Ich hab's mir am Samstag gleich gekauft und bisher 3 CDs gehört. Ist wirklich sehr gelungen und fesselnd, auch wenn ich bei Paul's Part, bei dem Hans Peter Hallwachs Erzähler ist, immer an Aragorn denken muss.