Beiträge von Maegwin

    Puh. Ich bin elternhausbedingt mit klassischem Hard Rock/Metal aufgewachsen. Allerdings bin ich irgendwann weg davon, weil mir die Musik zu repetitiv geworden ist und das Intro von Cirice ist leider ein relativ gutes Beispiel dafür. Tempo, Riffs, Akkorde, alles irgendwie schon mal so ähnlich gehört.

    Darüber hinaus ist mir Gesang nicht wirklich wichtig. Ich halte Just Like You Imagined von Nine Inch Nails für eins der mächtigsten und Elegia von New Order für eins der traurigsten Stücke die je geschrieben wurden (beide instrumental). Aber eine interessante Melodie ist mir durchaus wichtig.

    Ich betrachte Intros oft als Beiwerk, weil ich den Eindruck habe, dass es auch die Komponisten tun. Ein Stück wird um einen einzigartigen Refrain als Herzstück herum entwickelt, aber monumental lieblos verpackt.

    Das ist natürlich nicht immer so. War Pigs von Black Sabbath oder New Noise von Refused sind für mich gute Beispiele dafür, wenn ein Intro dem Rest des Stücks gerecht wird. Rohe Power, Intensitätsaufbau, irgendein kleiner Twist, ich brauche irgendetwas das mich bei der Stange hält. Das ist natürlich super subjektiv, je nachdem was man bereits gehört und gemocht hat.


    Ich glaube, es ist bei allem so, Büchern, Filmen, Musik, dass die Komponente "neu" subjektiver umso wichtiger wird, je länger man sich mit etwas beschäftigt. Entsprechend bin ich auf meiner Suche nach "interessant" bei meinen Bezugsquellen mittlerweile etwa so wählerisch wie ein Drogensüchtiger im Park. Ohne Tiktok hätte ich das folkige Gandagana (Gott ist das hübsch) vermutlich nicht kennengelernt. Das kann man jetzt positiv als Chuck Norris Ansatz betrachten oder negativ als moralische Verwahrlosung, aber ich lege viel Wert darauf bei der Definition des Musikgeschmacks nicht die passive Komponente zu sein.

    Ja, es gab eine Zeit in der ich mich wirklich gewundert habe, weshalb wir auf dem Press Freedom Index so weit oben rangieren. Aber der beurteilt schließlich nur, ob die Presse schreiben kann, was sie möchte. Und nicht, ob das was sie möchte hysterisch, wild ideologisch, Clickbait oder einfach Banana ist. Die Tagesschau bleibt für mich das einzige Argument für die Rundfunkgebühr.



    Nachdem mein persönlicher Liebling Snowden nun ein vollwertiger Vollblutrusse ist, hoffe ich, dass er sich bereits gemeldet hat, seine neue, "lupenrein demokratische Heimat" an der ukrainischen Front zu verteidigen. Wenn nicht, möge er baldmöglichst eingezogen werden. Mit einem Stein in der Socke und ein paar Tampons als Verbandszeug, oder wie auch immer so ein russisches standart issue zur Zeit aussieht. Eine einmalige Gelegenheit, auch dem bösen amerikanischen Geheimdienst zu zeigen, wo der Hammer hängt.


    Come on Snowden, you can do it!


    Zitat

    Ebenso darf man gerne auch darüber diskutieren, wie viele Leute beim Gefängnisausbruch eigentlich so einen Sprung aus drölfzig Metern ins Wasser überleben… und wie viele Leute überhaupt in der Lage sind eine offensichtlich immens große Strecke zu schwimmen.


    Man darf natürlich diskutieren worüber man möchte, aber durchdacht hat es bereits zum Glück schon jemand anderes.

    So entstand die Kino Loy -Szene.




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    Mein zweiter größerer Kritikpunkt: während ich mit nahezu allen Figuren warm werde, habe ich ausgerechnet mit einer ein großes Problem: der Hauptfigur - die könnte für mich nicht belangloser und uninteressanter sein, trotz der tragischen Hintergrundgeschichte, die er mitbringt. Berührt mich nicht, holt mich nicht ab.


    Ich schätze, manche brauchen diese "movie moments" einfach dringender als andere.


    Zur letzten Folge: Ich fand sie toll.

    Noch nicht sicher, ob ich ein Gesamtfazit vor oder nach einem Rewatch schreibe. Ich würde das Ganze gern mal am Stück sehen, ich habe nämlich definitiv einen Kritikpunkt: Für eine fortgeführte Geschichte waren mir die Episoden zu kurz.




    Ich werde den Podcast skippen, fürchte ich. Nach einer Doku über Nordkorea, habe ich eine gute Woche emotionale Abklingzeit gebraucht. Überhaupt kommt es mir manchmal vor, als würde die Auseinandersetzung mit der Menschenrechtslage, insbesondere der von Frauen, außerhalb unserer "heilen westlichen Welt" (mit all ihren Problemen) "Choose your own trauma" gleichen.

    Ich weiß, dass sich die Lage bisweilen bessert, aber ich habe ein akutes 1 Schritt vor, 5 zurück-Gefühl. Der Iran war früher ein liberales Vorzeigeland. Im touristisch und wirtschaftlich verhältnismäßig gut an den Westen angebundenen Ägypten sind 90% der Frauen genitalverstümmelt. Davon, dass die Menschenrechtslage so schlecht ist, wie seit Jahrzehnten nicht mehr, mal ganz abgesehen.


    Was True Crime betrifft, unpopular opinion:


    Sofern es sich nicht um eine dokumentarische Sendung in öffentlich-rechtlicher Hand handelt, würde ich einen 50jährigen Bann ab dem Ereignis einführen, Echtnahmen zu verwenden.

    Innerhalb dieser Zeitspanne müsste Netflix dann eben mit einem "Piff Lahmer, basierend auf dem Fall von Jeff Dahmer" ins Feld ziehen. Dann dürfte auch dem honkigsten Zuschauer bewusst sein, dass es sich um eine Dramaserie handelt, die auch den Gesetzen eines Dramas folgt.

    Sollte das für den ein oder anderen Zuschauer für einen Einbruch des Nervenkitzels sorgen (oder bessergesagt Zuschauerin, True Crime scheint mit 70% Zuschaueranteil eher ein Frauending zu sein) - gut.

    Die Unterdrückung von Frauen, Homosexuellen usw. wohl schon, aber da habe ich die westliche Arroganz zu sagen, dass ich das falsch finde.


    Huihuihui. Na, lehn dich da mal nicht zu weit aus dem Fenster! :huh:


    Nein, ernsthaft jetzt. Allein die Andeutung, dass der Widerstand gegen die Verhängung von mehrjährigen Haftstrafen für außerehelichen Geschlechtsverkehr, männliche Vormundschaft über die Ehegattin oder die Verhängung von körperlichen Zuchtstrafen bis zur Todesstrafe für homosexuelle Handlungen lediglich ein westlicher "Quirk" sein könnte - das grenzt für mich an kulturrelativistischen Irrsinn.


    Ich weiß, ich bin mit meiner sozialen Bubble recht gesegnet, aber die Menschenrechtslage im Gastgeberland hat in den Diskussionen, die ich miterlebt habe immer eine recht zentrale Rolle (wenn nicht die Rolle schlechthin) gespielt.


    Zitat

    Vielleicht wird es mir auch so gehen, vielleicht bin ich aber auch abgestumpft genug, mich ohne Hintergedanken abends von Live-Fußball berieseln zu lassen, auch wenn das zugegeben in Hinblick auf den vorherigen Satz grad ziemlich bescheuert klingt.


    Ein bisschen.


    Ich weiß, die Debatte "Künstler von Kunst", "Sport von Politik", "Sportler von Privatmensch" trennen ist philosophisch etwas ausartend. Hint: Wenn du einen Weg findest, den Filmproduzenten Weinstein zu unterstützen ohne den Straftäter Weinstein zu unterstützen oder einen Weg das Gastgeberland Qatar zu feiern, ohne totalitären, radikalen Islamismus zu unterstützen - happy you.

    Aber nicht sonderlich realistisch, nicht wahr? Erfolg fällt nunmal zu gleichen Teilen in seiner Gesamtheit auf eine kritische Person oder ein politisches Konstrukt zusammen, auch wenn man es als Befürworter unbefangener Teilaspekte gern anders hätte.


    Wenn man sich moralisch auf etwas wackeligen Beinen fühlt, würde ich einfach mal nach links und rechts gucken, wer neben mir in der Schlachtlinie steht.

    Und wenn das Herr Infantino wäre, würde ich persönlich laufen, bis mir die Sohlen rauchen.

    Oh, das bezog sich auch nur auf den Mothma Strang. :)



    Ansonsten kann ich meine Feststellung zur Lieblingsserie nur bekräftigen. Ich glaube, Folge 9 bleibt trotz der tollen 10 bis jetzt mein Favorit, aber die Serie macht es mir auch nicht einfach.

    In der 8ten gab es den wunderbar intelligenten Party-Dialog darüber, was man denn von einem Überwachungsstaat zu befürchten hätte, wenn man nichts falsches getan hat. In der 10ten geht Mothmas großartige Schauspielleistung glücklicherweise nur deshalb ein wenig unter, weil Kino und Luthen sich selbst übertroffen haben.

    Ich halte Luthens Monolog, tatsächlich die ganze Szene, für ein (Achtung, großes Wort) Meisterwerk.


    Auf Grund der Entwicklungen um den Witcher und Ringsdings und Andor bin ich dabei, meine Welt ein bisschen neu zu sortieren, dahingehend was ich beim Writing in einer existenten Franchise für wichtig erachte und was nicht.


    Was die letzten beiden Folgen von Andor angeht, bin ich aber kein bisschen euphorisch. Danach gibt es nämlich kein Andor mehr und zwar voraussichtlich bis 2024 nicht.

    Ein Alptraum.

    Ich entwickle in Bezug auf das Team Gilroy/Gilroy/Schiff/Willimon/Wohlenberg starke Misery-Gefühle. Wunderkind Luke Hull nicht zu vergessen. Leider passen in unseren Keller nicht einmal Sachen, die in einen Keller gehören. Ich schätze das schließt eine liebevolle Entführung unter Schreibzwang aus. :(


    Im Deutschen. Ich hatte mich noch gar nicht schlau gemacht, wie viele Bände es im Original sind. Nur kurz bei Amazon eingetippelt und von großen Zahlen angesprungen worden.

    Dann mache ich erstmal mit Mistborn weiter.

    Das stimmt.

    Momentan bin ich aber noch verhältnismäßig optimistisch. Es gab ja bereits zwei offensichtlich angezählte Charaktere und trotzdem war, wenn auch nicht das Ereignis an sich, so der Weg dorthin trotzdem gut und etwas anders gemacht als erwartet.

    Zumindest gehe ich davon aus, dass außer mir noch ein paar hundert tausend Leute vor dem Fernseher saßen und Uli darauf eingeschworen haben auf seine Hände zu achten. Und auch wenn klar war, dass mit Meero und Syril irgendetwas passieren wird, war die letzte Begegnung vermutlich allgemein hin überraschend (wenn auch alles andere als unlogisch).


    Die letzte Folge war übrigens meine Lieblingsfolge bis jetzt. Der Titel Nobody´s listening! schlug sich von Mon Mothma im Senat, über das Gefängnis, zum schlürfenden Syril und Bix als Beispiel dafür, was passiert, wenn man zuhört auf so schön vielen Ebenen durch.

    Mein Herz und mein Mitgefühl lagen beim Medic - arme Socke.

    Habe ein Buch von dem ich euch nur raten kann die Finger zu lassen: Priory of the Orange Tree (oder wie es absolut korrekt übersetzt wurde: Der Orden des Geheimen Baums :S ) von Samantha Shannon. Wird als feministisches Herr der Ringe und das nächste Game of Thrones (ja der Serientitel wird genannt) gelobt, ist jedoch ein großer Reinfall, besonders die zweite Hälfte.
    Der erste Teil geht vielleicht noch als interessantes Worldbuilding und Kennenlernen der Charaktere los (auch wenn mir von den vier Hauptcharaktere nur 1,5 halbwegs sympathisch geworden sind), was jedoch alles bis etwa zur Mitte des Buches aufgebaut wird, wird dann in der zweiten Hälfte durch ein völliges Überstürzen des Plots sowie ein Deus-ex-machina nach dem nächsten komplett zerstört. Das geht so weit, dass nichts was in dieser zweiten Hälfte passiert irgendeine Wirkung auf mich hatte oder ich in irgendeiner Situation mit den Charakteren mitgefiebert habe, sondern nur noch wollte, dass es vorbei ist.


    Das Buch wirkt dadurch insgesamt unfassbar leer und einfallslos, obwohl es Drachen, Magie, LGBTQ und Intrigen gibt. Nur wird das irgendwie alles mal kurz reingeklatscht ohne das sich dahinter eine Struktur erkennen lässt. Drachen zum Beispiel (egal ob es die guten oder bösen sind) entscheiden sich nur zum Angriff, wenn es gilt einen Helden aus einer eigentlich unlösbaren Situation zu befreien. Zwei absolut wichtige Charaktere, ohne die die Handlung gar nicht funktioniern würde, werden mal eben off-screen um die Ecke gebracht. Gewisse Konfliktsituationen für die beispielsweise ein GRRM ein halbes Buch brauchen würde, werden mal eben fix in einem Kapitel gelöst. Und ich könnte noch weitere Dinge aufzählen (beispielsweise, dass eine Verschwörung aufgedeckt, weil einer der Hauptcharaktere den plötzlichen Geistesblitz und sich meilenweit vom Ort des Geschehens entfernt an das Wappen eines Hauses erinnert).


    Das Buch wird ziemlich gehypt, ist aber sein Geld und auch eure Zeit absolut nicht wert. Dann greift lieber zu Sanderson.


    Darüber stolpere ich immer wieder, weil Amazon offensichtlich davon ausgeht, dass ich es zwingend lesen muss. Allerdings haben mich drei Metaphern in den ersten 10 Zeilen der Leseprobe doch sehr abgeschreckt. Offensichtlich nicht zu Unrecht.


    Ich bekam auch einen Vorschlag für ein Shades-Of-Grey-Read-Alike mit 9000 positiven Bewertungen, das aus der Ich-Perspektive und dem Sprachschatz nach zu urteilen mit Fingermalfarben auf Küchenrolle verfasst wurde.

    Da ich momentan allerdings dringend auf Lesenachschub angewiesen bin, habe ich einfach hier im Forum durch die Empfehlungen geblättert.



    "Eiswelt" von Jasper Fforde. Ich habe bisher von ihm bloß die Thursday Next Reihe gelesen und frage mich, wieso nicht mehr. Muss ich unbedingt nachholen.

    In diesem Buch geht es darum, dass die Eiszeit nie aufgehört hat und wie sich die Menschen damit arrangieren. Es gibt tatsächlich Winterschlaf. Und Leute, die die Schlafenden schützen, so auch unser Hauptheld.

    Voller lustiger Einfälle und sehr unterhaltsam!


    Das war extrem unterhaltsam, vielen Dank für den Tipp!


    Lustigerweise bin ich vor ein paar Wochen auch ganz eigenständig über Karen Duve gestolpert, allerdings nicht Die entführte Prinzessin sondern Sisi.

    Gemessen daran, dass ich mich für die Kaiserin in etwa so sehr interessiere wie für Profi-Heuballenpressen, war das Buch ein Genuss. Meinem Verständnis nach, hat sie 4 Jahre auf die historischen Recherchen verwendet und man erkennt das in jeder Zeile, während der Schreibstil auf wunderbare Weise sarkastisch angehaucht ist.


    Und dann habe ich schwungvoll auf Netflix Die Kaiserin eingeschaltet, erlitt einen sofortigen Kulturschock und wippte ein paar Stunden lang katatonisch vor mich hin.


    Ansonsten habe ich recht zügig Uprooted von Naomi Novik konsumiert und bin der Auffassung, dass sie - wie Frau Kingfisher auch - ihre vielen Auszeichnungen verdient hat.


    Uuund einen Mistborn-ReRead habe ich hinter mir. Es war eine Sturmlicht-Leseprobe drin, von der ich recht angetan war. Allerdings sind 10 Bände auch wirklich ein Brocken.

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    Obwohl ich auch immer sehr viel negatives zu sagen habe, fühle ich mich hier oft fast als Hot D Fan-Girl. Es gibt wirklich einiges was in dieser Serie schief läuft, die oft extrem negativen Kommentare hier, kann ich dann aber doch nicht nachvollziehen.


    Ich lese deine Kommentare immer mit Interesse, aber sie folgen sehr der vorgeblichen inneren Logik der Charaktere, die die Macher mehr schlecht als recht zu etablieren versuchen.


    Die Sterbebett-Szene: Oh, beinahe hätte es den Krieg nicht gegeben! Rhaenys Anflug auf die Krönungsgesellschaft: Oh, beinahe hätte es den Krieg nicht gegeben! Aemonds Missgeschick: Oh, beinahe hätte es den Krieg nicht gegeben!


    Das ist doch wie eine Fred-Feuerstein-Folge bei der sich immer alle knapp verpassen und aneinander vorbeikommunzieren um Spannung zu erzeugen. Das Wissen, dass die Szenen konstruiert wirken, weil sie konstruiert sind, hilft nicht unbedingt weiter.

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    einen besseren Grund zu finden warum Alicent dann doch ihre Meinung ändert, z.B. eine (eventuell auch fälschlich ihr zugeschriebene) negative Handlung Rhaenyras


    Um Gottes willen.

    Praktisch alles was die Serie versiebt ist doch entweder shock values oder dem Versuch geschuldet, den Charakteren auf primitive Weise "neue Dimensionen" zu verleihen ohne die Handlung ändern zu müssen.


    Taiwan Konflikt in der HBO-Fassung:


    Xi überfällt das Land lediglich, um seinen Babywelpen zu retten. Nach Jahren des Konflikts und Millionen von Toten haucht er auf dem Sterbebett "Atom". Der chinesische Generalstab sieht sich betroffen an und zündet die Raketen.

    Twist: Atom war der Name des Babywelpen.


    Die Zuschauer wischen sich die Tränen aus den Augen. "So deep! So shakespearian!"

    Die Presse: "Warum die Atombombe gezündet werden musste." (insert showrunner interview)

    Andere Presse: "Tragisch und doch aktuell." (insert peta doc)

    Es regnet Emmys.



    Bei der Prophezeiung handelt es sich um exklusives Wissen, das die Showrunner von GRRM bekommen haben. Ironischerweise lernt man schnell, sie als Badabummmts für Weird Shit Incoming wahrzunehmen - und zwar von der ersten (Viserys) bis zur letzten (Daemon) Folge. Das random Gewürge von ihm fiel wohl Einigen negativ auf, weshalb sich Condal beeilte zu sagen, dass die Zuschauer Daemon ja wohl nicht besser kennen als er selbst und GRRM. Immerhin hätte Daemon seine erste Frau umgebracht. Oh well.

    Ich kann mich nur wiederholen: Wenn das das Niveau ist, auf dem GRRM mittlerweile operiert, dann hoffe ich nach 15 Jahren Warterei auf ein ordentliches Buch, dass er sich und mir etwas Linderung verschafft und sich einfach anderen Projekten widmet. Bestimmt gibt es irgendeine Dothraki-Unterwäsche-Linie in die er seine kreative Energie stecken kann.

    Sudokus sind angeblich auch sehr entspannend und schön.

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    Alles in allem sehr interessant. Wenn ihr mögt, tuts euch an.


    War es, vielen Dank für das Verlinken.


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    Auch wird hier deutlich, dass einer der schärfsten Kritiker des Papers selbst ziemlich unwissenschaftlich kritisiert. Why? Thats not professional.


    Ich glaube, dass hängt einfach vom Grad der Kritik ab.
    Für einen Laien klingen sowohl die Texte als auch die Schlussfolgerungen fancy und wissenschaftlich, aber ich denke nicht, dass sie es für einen Berufskollegen im gleichen Sinne tun.


    Sagen wir überspitzt wir wären Schiffsbauern und merken, wie ein Kollege sich anschickt Interviews als Vorzeigeprofi zum Schiffsbau zu geben und dabei den Klüpfel verkehrt herum hält - dann wäre es sehr naheliegend, nicht zu den Grundsätzen umgeformter Bewegungsenergie auszuholen.

    Umso mehr, da es sich um ein so kontroverses Thema handelt und die Befürworter bis jetzt tendenziell nicht aus der Mitte des Wissenschaftsbetriebs kamen.


    Diese Kritik hier war für mich als Laie die nachvollziehbarste:


    Alex Crits-Christoph auf Twitter: „Alright, I had a look last night and will quickly do a thread on it. There are many kinds of 'wrong' in science, but this preprint is False. There are many reasons (links at end), but the main one: the “unusual” sites are all *exactly* found in natural bat coronaviruses. 1/n“ / Twitter


    Aber ich möchte gar nicht so tun, als würde ich deutlich mehr verstehen als Bahnhof und Kartoffelpuffer. Letzten Endes werde ich darauf zuwarten müssen, dass die übliche Review-Walze über das Thema gerollt ist und dann jemand die Ergebnisse hoffentlich verständlich zusammenfasst.


    Und ja, es ist für mich in gewissem Sinne sehr unbefriedigend nicht zu wissen, ob eine Theorie in der Luft zerrissen wurde weil sie nicht dem Mainstream entsprach, oder weil sie grobe Fehler enthalten hat. Aber ich denke ab einem bestimmten Komplexitätsgrad werden meine Versuche sie selbst nachzuvollziehen eher von meinen Überzeugungen, einem Vertrauensvorschuss gegenüber bestimmten Sachverständigen und der jeweiligen Präsentation bestimmt sein, als ernsthaftem Verständnis der Materie. Entsprechend ist das interessante an der Theorie für mich, dass die Studie von "unbescholtenen" Wissenschaftlern kommen soll.


    Eine richtige Klärung dauert manchmal ein bisschen länger. :)


    King Charles backs DNA test for Princes in the Tower murder mystery (thenews.com.pk)

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    Gerade, weil dieser nun unausweilich konkrete Konsequenzen für meine Familie, mich und das ganze Reich haben wird.


    Während eine dauerhafte Verstümmelung und Verletzung natürlich keine gehabt hätte.

    Jemandem absichtlich Säure ins Gesicht zu kippen und ihn dadurch erblinden zu lassen oder zu sein Gesicht schwer zu verstümmeln bringt einem 12 Jahre Knast ein. Wie gesagt, gibt es für Totschlag nicht mehr, meistens deutlich weniger. Entsprechend ist der Schritt von Verstümmeln zu Töten ein winziges bisschen kleiner als der von verstümmeln zu erschrecken.


    Aber während in der Realität unseres Jahrhunderts Windsor-Kinder mit 7 das Verbeugen und Knicksen lernen, steht in Drachenbums ja auch eine Rhaenyra nach 17 Jahren mittelalterlicher Hofhaltung wie ein Affe auf einem Balkon und weiß keinen geraden Satz an einen Adeligen zu richten.


    Entsprechend sinnfrei ist es, dieser Serie mit Logik beikommen zu wollen. Genauso gut könnte man die Gefrierpunkte in Frozen erörtern.

    „Unerhörter Vorwurf“: Lambrecht warnt Russland nach Behauptung über „schmutzige Bombe“ (tagesspiegel.de)


    Lambrecht warnt Ukraine vor "Überschreiten von roter Linie" - ZLIVE-NEWS


    Kann ich mir jetzt selbst aussuchen, wen Lambrecht gewarnt hat?



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    Diese Regierung lässt mich sprach- und fassungslos zurück (wer eine Lambrecht hat, braucht keine CSU-Minister mehr), aber bevor ich eine Partei wähle, die Friedrich Propagandaschleuder Merz zum Vorsitzenden gemacht hat, ziehe ich nach Schleswig-Holstein und wähle den SSW.


    Ich weiß ja auch nicht. Ich komme mir vor, wie in diesem bärtigen Witz über Uhren. Darüber, dass die, die nachgeht immer die falsche Uhrzeit anzeigt und die, die stehengeblieben ist, immerhin zwei mal am Tag die richtige.

    Wenn ich Glück habe, trifft die CDU mit 2 von 17 Vetos vielleicht auch mal ins Schwarze? Ist das besser oder schlechter als 10 schräge Gesetzesentwürfe? Ich verstehe, dass der Wunsch nach einer starken Opposition besteht, aber vier Oppositionsparteien ohne Regierungspartei erscheinen mir doch etwas viel.


    Ich habe spaßeshalber eine Mail an die Grünen geschickt, weil Gesetzesentwurf X aus meiner Sicht offensichtliche Lücke Y aufwies. Ich bekam recht schnell eine recht nette Antwort mit dem sinngemäßen Inhalt: "Wird schon nicht passieren."

    Na hapuh.

    Das tut mir jetzt als Jurist beim Lesen doch etwas weh.

    Körperverletzung mit Todesfolge hat natürlich ein andere Strafe zur Folge als ein Totschlag (§ 227 StGB sieht mindestens 3 Jahre vor, § 212 StGB mindestens 5).


    Dann hoffe ich, dass du im beruflichen Umfeld Texte genauer liest.
    Ich habe geschrieben, dass Totschlag in diesem Fall im gleichen Rahmen einzuordnen wäre, nicht dass er vom gleichen Strafmaß bedroht ist.

    Nachdem Totschlag im minderschweren Fall nach § 213 bei lediglich 1 bis 10 Jahren liegt und Aemond selbst zwar nicht in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang, so doch in der Vergangenheit selbst erheblich gesundheitlich geschädigt wurde, würde eine Verurteilung wegen Totschlags nach § 212 trotz höherer Mindeststrafe niemals auch nur in die Nähe des Höchststrafmaßes kommen, das im besonders schweren Fall mit Mord praktisch gleichgesetzt ist.

    Ebenso würde, nachdem bereits der Vorsatz zu einer schweren Körperverletzung bestand niemals das Mindeststrafmaß für Körperverletzung mit Todesfolge in Betracht kommen.


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    Was Du schilderst, sind beides Fälle bewusster Fahrlässigkeit, nicht von der niedrigsten Vorsatzform dolus eventualis.


    Richtig.


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    Es macht halt einen massiven Unterschied, ob ich sage "Ich erkenne zwar die Möglichkeit des Todes, hoffe aber, dass er nicht eintritt" oder "Ich erkenne die Möglichkeit des Todes und ich nehme diese Konsequenz bewusst in Kauf". Genau da verläuft die Trennlinie zwischen Fahrlässigkeit und Vorsatz.


    Ehemann getötet: 40-Jährige zu sieben Jahren Haft verurteilt - Würzburg erleben (wuerzburgerleben.de)


    Hint: Das durchschnittliche Strafmaß für Totschlag liegt bei 6,5 Jahren.
    Also: Nein, diesen massiven Unterschied gibt es in keinem Sinne. Eine besonders brutale Körperverletzung - insbesondere wenn eine dauerhafte Verstümmelung des Opfers durchaus vorsätzlich war und der Tod fahrlässig herbeigeführt wurde, wird recht genau da landen, wo es ein Totschlag mit Minderungstatbeständen auch täte. Wenn es tatsächliche ein zwingende moralische Abstufung zwischen beiden Taten gäbe, hätten sie im Strafmaß gar kein Überschneidungsfeld bis zur möglichen Höhergewichtung der Körperverletzung.


    Im Ergebnis:

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    Die Hemmschwelle zu einem Mord ist dennoch nunmal noch eine andere als zu einer Körperverletzung


    Wir sprechen hier nicht über die Abgrenzung zwischen einem Mord und einer Körperverletzung. Das erstere ist zu viel und das zweitere zu wenig.

    Diese Hey/Nay Qualifikation ist für mich jetzt folglich nicht sehr eingängig, aber ich sehe die Folgen bekanntermaßen nicht vollständig. Bestimmt gab es irgendeine Szene, die das ganz wunderbar erklärt hat.

    Vielleicht hat Aemond gerufen: "Ich möchte dir das Auge ausstechen, habe aber Kompressen dabei, damit du nicht verblutest!" Oder auch: "Bitte halte still, damit ich auf keinen Fall deinen Hals erwische!" Vielleicht hat er auch mehrfach Richtung Boros gezwinkert und eindeutige Fingerbewegungen Richtung Hals und Auge gemacht. Ich weiß es nicht, diese Youtube-Videos hören doch immer an der falschen Stelle auf.

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    Es mag sein und macht den deutlichen Anschein, dass Gilroy im Rahmen der Episodenstruktur in Akten a 3 Episoden denkt - das funktioniert für mich aber immer noch mehr schlecht als recht. Es wirkt eben eher wie ein Konzept von Filmen, welches dann in ein Serienformat gepresst worden ist.


    Tatsächlich hatten die Show Runner angekündigt, dass Folge 7 aus diesem Schema herausbrechen und für sich stehen würde. Ich hatte deshalb ein bisschen unbegründete Sorge davor, letzten Endes hat sie mir dann in gewissem Sinne allerdings besser gefallen als die deutlich spektakuläre 6.

    Deine strukturellen Probleme kann ich auch diesmal nicht greifen, zumal



    fast schon das klassischste Ende einer Folge war, das wir bis jetzt hatten.


    Cassian selbst leidet natürlich ein wenig unter dem Jon-Snow Syndrom, also die Figur zu sein deren Weg am vorhersehbarsten ist und die charakterlich unter vielen bereits etablierten Einschränkungen leidet.

    Weshalb es immer eine gute Idee ist bei Prequels Fokus auf Figuren zu legen, deren Schicksal man nicht eins zu eins woanders nachlesen kann *husthust*. Aber abgesehen davon, dass er bisweilen als Leinwand für Dritte fungiert, wie die großartige Szene mit seiner Mutter, finde ich ihn ordentlich geschrieben. Gerade die letzten beiden Folgen haben viel dazu beigetragen seine charakterlichen Eckpunkte im sozialen und moralischen Gefüge festzusetzen und die letzten Szenen mit ihm waren.. nun.. menschlich und lehrreich würde ich sagen.


    Zitat

    Darüberhinaus hoffe ich möglichst wenig von der namensgebenden Titelfigur zu sehen. :)


    Vielleicht erleidet er in den restlichen Folgen ja noch die ein oder andere Fehlgeburt oder wird zumindest ein bisschen gefoltert um ihn dir emotional näher zu bringen. :)

    Die Strafandrohungen für Körperverletzung mit Todesfolge und Schwere Körperverletzung unter Verlust des Augenlichts sind mit 3-10 Jahren identisch. Ein möglicher Totschlag wäre im gleichen Rahmen einzuordnen, einfach weil die Mordkriterien fehlen. Die drei Pfade machen also praktisch keinen juristischen Unterschied.

    Wie auch moralisch kein großer Unterschied dazu besteht, einen gigantischen Kampfhund auf jemanden zu hetzen und zu hoffen, dass man ihn doch irgendwie unter Kontrolle bekommt oder mit einem großen Schwert auf jemanden einzuhacken und zu hoffen "nur das Auge" zu erwischen.


    Der Unterschied ist für mich mal wieder ein rein inszenatorischer - Aemond ist ganz entsetzt, jaja.

    Nachdem sie Aegon deutlich negativer dargestellt haben, als sie hätten müssen versuchen sie nun irgendeinen Unterschied zwischen den beiden Brüdern herauszuarbeiten. Und ein verzerrtes Gesicht ist dabei eine sehr tiefhängende Frucht für etwas, das ohnehin keine Tragweite haben wird.

    Ja, die Konsequenzen für den Drachentanz wären bestimmt ganz andere gewesen, wenn er seinem Neffen lediglich mutwillig das Auge ausgestochen hätte. Was dieser mit Sicherheit gewiss auch akzeptieren würde, ohne dass einer der beiden im Übrigen ernsthaft zu Schaden kommt. Deshalb möchte Boros diesen verständlichen und harmlosen Meinungsaustausch auf seinem Boden auch nicht haben.


    Das ist mal wieder 1-EUR-Laden Deepness. Man zeigt wie Satan als Jugendlicher zwei mal in die Kloschüssel getaucht wird und Zack entsteht eine ganz neue Dimension aus Grautönen.


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    Da es in der Serie als 'grob fahrlässiger Unfall' dargestellt wird, werden die Reaktionen von Aegon etc ja nicht so sein können wie im Buch.


    Ich weiß nicht, was du dir davon versprichst. Obwohl beispielsweise Alicent recht regelmäßig in die Kloschüssel getaucht wird, handelt sie auch nicht anders als im Buch.

    Es ist grey fluff, mehr nicht.