Kino

  • Du das geht mir mit meinen Kumpels ganz ähnlich. ^^ Haben uns prächtig unterhalten gfühlt und viel gelacht. Vielleicht (oder eher ziemlich sicher) übertreibt es der Film an mancher Stelle etwas mit den Albernheiten, aber insgesamt ist die Balance zwischen Dramatik und Humor gar nicht mal so schlecht getroffen, finde ich. War ja auch in Thor 3 schon das Problem. Aber wer Waititis Ragnarok mochte, wird auch an diesem seine Freude haben. Er ist wieder herrlich abgedreht, bunt und es gibt unzählige humoristische Details, Referenzen und Cameos zu bewundern.

    Von Gorr the Godbutcher hätte ich mir tatsächlich etwas mehr erhofft. Das liegt aber meiner Ansicht nach weniger an C. Bale, er drückt der Rolle schon seinen Stempel auf, als am Drehbuch, das ihm sehr wenig Raum zur Entfaltung schnekt. Mehr Screentime (und vor allem mehr Sezenen wo er seinem namensgebenden Tagesgeschäft nachgeht) hätte dem Charakter wirklich gut getan, so bleibt er leider blasser als erhofft, auch wenn er insgesamt sicherlich zu den besseren Bösewichten gehört.

    Die Story ist so dünn, dass sie auf einen Bierdeckel passt und das Finale ist ziemlich lahm. Insgesamt ein sowieso ein übles CGI Monster, aber darauf war man vorbereitet.

    Trotzdem schafft der Film es durchaus, an den richtigen Stellen emotionale Höhepunkte zu setzen und aus meiner sicht viel Liebe zu transportieren (gerade auch mit Blick auf das Ende), was sicher nicht zuletzt auch mit an der tollen Chemie von Portman und Hemsworth liegt. Trotz dramaturgischer Schwächen fand ich ihn daher sehr schön, wenn ich Punkte vergeben müsste wären es wohl gut gemeinte 7/10 oder so.

    Ich denke so oder so ähnlich hatte ich das schon mal formuliert, hoffentlich klappts diesmal. ^^

    ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

  • was sicher nicht zuletzt auch mit an der tollen Chemie von Portman und Hemsworth liegt.

    Das finde ich interessant. Ich fand in den vorigen Filmen immer, dass die beiden so gar keine Chemie haben und bin daher auch gerade nicht so erpicht darauf einen Film zu schauen, in dem die beiden scheinbar wieder mehr interagieren (habe ihn entsprechend noch nicht gesehen). Fandest du die Chemie auch in den vorigen Filmen schon toll oder meinst du da gab es jetzt eine Verbesserung? Sowas ist natürlich immer subjektiv, vielleicht passt es nur einfach für mich persönlich irgendwie nicht. Ich empfand aber Natalie Portman im MCU bzw. der Rolle auch insgesamt immer recht deplatziert und dabei ist es keineswegs so, dass ich sie als Schauspielerin nicht mögen würde.

  • Hm. Es ist so, dass ich die ersten beiden Thor - Filme bis auf ein paar Momente nicht wirklich gut (vielleicht bestenfalls okay) fand. Daher tue ich mich etwas schwer das jetzt genau zu beurteilen. Trotzdem sah ich die beiden eigentlich immer ganz gerne glaub ich. Ob das jetzt allerdings an der Kombination oder einfach daran lag, dass ich beide Figuren einfach gerne mag, kann ich nicht genau sagen. Im ersten Thor gibt es eine Szene, in der Thor Jane versucht im nächtlichen Gespräch unter Sternenhimmel das Universum aus seiner Perspektive zu erklären- die Faszination, Neugierde als auch die offensichtliche Zuneigung zueinander fand ich hier immer sehr ehrlich und authentisch.

    Klar- die Dialogzeilen (in allen Filmen, auch in diesem), die die beiden miteinander wechseln dürfen sind häufig ziemlich unglücklich ausformuliert und hauptsächlich Klischee-Kitsch oder einfach doof. Aber ihre Ausstrahlung und die Blicke fühlten sich für mich immer richtig an.

    Vielleicht liegt es subjektiverweise aber auch ein wenig daran, dass ich Natalie Portman von Tag 1 an immer unheimlich mochte und sie mit Leon auch noch in einem meiner all time- favorites mitspielt. Ich sah Episode I glaub ich damals mit 13 oder so, und auch wenn über die Prequels (zu recht) viel geschumpfen wird, war Padme Amidala immer eine meiner Lieblingsfiguren und ich war selten trauriger als sie starb. Die Dialoge waren natürlich teilweise regelrecht zum davon laufen, aber ich denke sie hat in Star Wars das Beste aus dem gemacht, was sie zur Verfügung hatte, ähnlich sehe ich es auch bei Thor im MCU. Ich mochte in diesem Film eigentlich alle Szenen mit den beiden, aber ich fände es auch nachvollziehbar, wenn du das diametral anders sehen würdest. ^^ Guck in dir am Besten einfach an und sag Bescheid. ;)

    ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

  • Ich könnte mir vorstellen, dass die Chemie etwas besser zur Geltung kommt, weil die Charaktere sich dieses mal ebenbürtiger sind. In den ersten beiden Thor-Filmen war Jane Foster zwar eine sehr intelligente Astrophysikerin, aber auch irgendwie klar als Love-Interest für Thor geschrieben und im zweiten Teil nahezu komplett auf seine Hilfe angewiesen. Es hatte ja seine Gründe, warum Natalie Portman vorübergehend aus dem MCU ausgeschieden ist und es wohl ernsthafter Überzeugungsarbeit Waitikis bedurfte, um sie wieder an Board zu holen.

    Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton

  • Ich habe mir am Samstag zwei Filme hinereinander im Kino angeschaut.


    Bullet Train

    Das ist halt genau die Sorte Film, die ich mag. Ein Bischen Tarantino, ein Bisschen Guy Ritchie und ausserdem erinnert er an Smokin Aces. Nichtsdestotrotz hat der Film seine eigene, bunte, launige Bildsprache und ein cooles Star Ensamble. Brad Pitt sehe ich eigentlich immer gerne und besonders hervorheben möchte ich auch noch Aaron Taylor Johnson, der sich unheimlich gemacht hat. Nach Godzilla und Tenet hatte ich ja eher das Gefühl, dass ich ihm ernsthaftere Rollen nicht so wirklich abkaufen kann und die Kick Ass-Aura immer an ihm kleben bleiben wird, aber hier ist davon wirklich absolut nichts mehr zu spüren, fand sein Performance absolut grandios (gebt dem Mann mehr solcher Rollen!).

    Am Ende geht dem Film wie ich finde leider die Luft aus und er überspannt den Bogen ein wenig, nichtsdestotrotz sau unterhaltsam und aus meiner Sicht perfektes Popcorn Kino. Eine solide 7,5 mit Tendenz zur 8.

    Das krasse ist, dass dieser Film in der Kritik im Grunde durchgefallen ist (53% bei Rotten) und ich immer noch nicht begreifen kann warum sowas wie Prey bei 93% liegt, auch wenn er beim zweiten Sehen zugeben etwas unterhaltsamer war.


    Nope

    Direkt nach Bullet Train war das halt so richtig was ganz anderes. Man kann zu dem Film fast nichts sagen ohne direkt zu spoilern, aber ich versuch mal mein Bestes. Trotzdem sei hiermit eine kleine Warnung ausgesprochen.

    Ich mochte Jordan Peeles Get Out sehr, weshalb ich ziemlich gespannt auf sein neues Werk war. Get Out Vibes sind in der ersten Stunde durchaus spürbar, jedoch entwickelt er sich nach und nach in eine ganz andere Richtung. Peele setzt diesmal nicht auf klassische Reveals oder Twists, sondern sträut für den Zuschauer immer wieder falsche Fährten. Man fragt sich ständig wo das Ganze hinführen wird, ohne überhaupt wirklich greifen zu können wo man sich gerade befindet und es dann am Ende (je nachdem wie man es interpretieren mag) noch dazu keine wirkliche Auflösung gibt. Ich schätze das dürfte der Hauptgrund sein warum der Film beim Publikum nicht so gut ankam und teilweise ein unbefriedigendes Gefühl hinterlassen hat.

    Dabei finde ich den Film kompositorisch wirklich meisterhaft und sehe ihn als Verbeugung an die Filmerei selbst, weil er mit Versatzstücken aus vielen Genres spielt, wobei die Filmerei (und Fernsehen) auch inhaltlich eine nicht unwesentliche Rolle spielt.

    Im letzten Viertel zieht er sich dann allerdings, weil irgendwann inhaltlich nichts neues mehr dazu kommt, weshalb der abschliessend ausgestreckte Mittelfinger zum Schluss dann noch mehr so wirkt, als wäre man gerade 2 Stunden lang verarscht worden.

    Nichtsdestotrotz- ich fands super. Hätte sich das Ende nicht so gezogen wären es vermutlich noch mehr Punkte geworden, so würde ich sagen 8,5. Ein Film über den man viel debattieren und noch mehr hineininterpretieren kann.

    ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

  • ...ich immer noch nicht begreifen kann warum sowas wie Prey bei 93% liegt, auch wenn er beim zweiten Sehen zugeben etwas unterhaltsamer war...

    Tatsächlich geht es mir ebenso. Ich bin schon ein Fan der Predator Filme, hauptsächlich weil die Darstellung des hoffnungslos überlegenen Jägers (ob gewollt oder nicht) 1:1 das Verhalten des Menschen mit der Natur widerspiegelt.


    Aber nach dem Hype um Prey war ich dann doch schwer enttäuscht. Das ist mir dann doch zu sehr in die Woke-Ecke abgedriftet.

  • Habs tatsächlich noch in eine Vorstellung von Top Gun: Maverick geschafft.

    Ich muss ehrlicherweise zugeben, dass ich von Anfang bis Ende ein dümmliches Grinsen auf dem Gesicht hatte. Ich habe wirklich selten eine Fortsetzung gesehen, die ihrem Vorgänger so ähnlich war. Also jetzt mal ganz im Ernst- Top Gun: Maverick ist genau der selbe Film wie Top Gun, nur einfach in Neu. Der Film kopiert und zitiert sich so oft selbst, dass man fast schon meinen könnte es ist der nächste Hot Shots.

    Das Rezept ist denkbar simpel: Testosteron, Nostalgie, Spass, Pathos, ein seichte Liebesgeschichte und wahrlich grandios inszenierte Flug-Action- mehr will er nicht sein und mehr braucht es auch offensichtlich nicht um sich zu den mittlerweile erfolgreichsten Streifen aller Zeiten zu zählen. Hey, für mich hats funktioniert, hinterher wollte ich einfach nur noch in einen Kampfjet steigen und losballern. In Punkten würde ich sagen eine lockere 7.5/10

    In diesem Lichte prophezeihe ich jetzt schon, dass Avatar 2 ca. 3,5 Milliarden einspielen, ca. 15 Oscar-Nominierungen absahnen und in allen technischen Kategorien gegen Maverick (leider) gewinnen wird.

    ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

  • Zufällig mitbekommen dass Kino-Donnerstag war und kurzfristig beschlossen mir für 5 Euronen Don't worry Darling an zu schauen.

    Der Film wurde beim Fantasiefilmfest ja sehr konträr aufgenommen bzw. von der Kritik ziemlich verschmäht und auch von komischen Gossip-Geschichten überschattet. Interessanterweise liegt der Audience-Score bei RT dennoch bei 85% während der Review Score bei 35% ist, was jetzt, mal abgeshen von so Dingern wie RoP, die eine gigantomanisch vorbelastete Fanbase haben, auch nicht soo üblich ist.

    Ich habe Olivia Wildes (völlig gegensätzlichen) Erstling Booksmart damals ja sehr genossen, daher war ich neugierig auf ihre zweite Arbeit.

    Die 21:00 Uhr Vorstellung ist für mich immer ein recht guter Gradmesser, ob ich einem Film was abgewinnen kann oder nicht, da ich sonst früher oder später auf jeden Fall schläfrig werde.

    Ich kann sagen, dass die zwei Stunden trotz des zaghaften Pacings deutlich schneller verflogen sind als ich zunächst angenommen hatte und das liegt wohl hauptsächlich an der fantastischen Darbietung von Florence Pugh. Sie trägt den Film über die gesamte Laufzeit und als Zuschauer bleibt man (gottseidank) auch permanent bei ihr. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, Harry Styles, Captain Kirk und wie sie alle heissen sind einfach nur Beilage. Abgesehen von ihrer herausragenden Leistung fand ich den Film atmosphärisch sehr stimmig und visuell hervorragend umgesetzt.

    Plot-technisch hat er allerdings schon einige Probleme, die jetzt für mich aber nicht ganz so schwer wiegen, dass ich irgendwie unglücklich oder gar sauer wäre. Ohne jetzt zu spoilern ist selbstredend von Anfang an klar, dass das ganze Ding auf irgend einen grandiosen Augenöffner zusteuert. Ob der Pay off dann befriedigend genug ist, kommt denke ich auf den einzelnen an. Ein paar offene Fragezeichen bleiben auf jeden Fall stehen, ausserdem muss man in der Lage sein, einige ziemlich dicke Logiklöcher runter zu schlucken und die Sache eher von der metaphorischen Ebene zu betrachten. In diesem Sinne ist die Rechnung für mich aufgegangen und ich ging solide unterhalten und zufrieden aus dem Film. Würde sagen eine gut gemeinte 7/10 und ein Sonderlob für Olivia Wilde die ihr Regie-Talent durchaus wieder aufblitzen lässt.

    ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

  • Ich habe nun tatsächlich Thor - Love and Thunder gesehen. Ich hatte ja Zweifel an der Chemie zwischen Natalie Portman und Chris Hemsworth geäußert:


    Ich fand in den vorigen Filmen immer, dass die beiden so gar keine Chemie haben und bin daher auch gerade nicht so erpicht darauf einen Film zu schauen, in dem die beiden scheinbar wieder mehr interagieren (habe ihn entsprechend noch nicht gesehen).


    aber nachdem el_drogo da sehr positiv gestimmt war, habe ich dem ganzen eine Chance gegeben.

    ähnlich sehe ich es auch bei Thor im MCU. Ich mochte in diesem Film eigentlich alle Szenen mit den beiden, aber ich fände es auch nachvollziehbar, wenn du das diametral anders sehen würdest. ^^ Guck in dir am Besten einfach an und sag Bescheid. ;)

    Bescheid! Tatsächlich hat mir der Film insgesamt überraschend gut gefallen. Natürlich macht einiges nicht allzu viel Sinn, aber da sich die Thor-Filme für gewöhnlich weniger ernst nehmen als die restlichen MCU-Filme, kann ich da recht gut drüber hinwegsehen. Es gab nur recht wenige Sachen die mich wirklich gestört haben, war aber jetzt auch nicht so schlimm, dass ich mich da weiter drüber auslassen müsste.

    Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern hat mir wirklich bedeutend besser gefallen als in den bisherigen Thor-Filmen und ich fand die She-Thor-Angelegenheit wirklich gut gelöst, da schwante mir nach dem Trailer Böses.

    Ich habe am Ende sogar ein paar Tränen vergossen, was mir bei MCU-Filmen seeeehr selten passiert.

    Insgesamt nichts weltbewegendes, aber ich habe mich gut unterhalten gefühlt.

  • War länger nicht hier und wundere mich gerade, dass es noch gar keinen Kommentar zu Avatar 2 gibt? Aber gut ist ja auch kein Filmforum.
    Naja, ich hatte nicht viel erwartet und auch nicht viel bekommen. Unter diesem Aspekt hielt sich die Enttäuschung also in Grenzen. Was die gähnende inhaltliche Leere und die konturlosen Figuren betrifft, finde ich ihn sogar noch deutlich schlechter als den Erstling. Jake Sully macht den ganzen Film nichts anderes als seine Kinder zurecht zu stutzen und irgendwas von "Familie" zu faseln (Abgründe zum Parallell-Universum aus F&F tun sich auf), während von Neytiris Charakter bis auf ein zeitweiliges Indianer "lululu" und das katzenhafte Gefauche überhaupt nichts mehr übrig geblieben ist, geschweige denn von ihrer (schon damals unlgaubwürdigen) Liebschaft. Wenn das Familie ist, dann gute Nacht.
    Die Story ist dünner als ein Blatt Papier. Die Handlung beschränkt sich auf "Kinder machen dummes Zeug, geraten in Gefahr - und zwar den ganzen Film hindurch - dann ziehen Mum & Dad los um sie zu retten". Achja und dann gibts da noch den wiederauferstandenen Quarritsch im frischen Avataranstrich. Sein Motiv wird von habgierigem Kolonialismus durch simple Rachegelüste ersetzt, welch sagenhaft origineller Schachzug. Ansonsten wird die Menschheit auf Pandora, oder was sie dort überhaupt wollen und machen schon gar nicht mehr thematisiert (wozu auch, schliesslich benötigt man die knappe Screentime für Wichtigeres). Ein paar richtig macho-mässige Szenen mit der neuen militärischen Anführerin, wie sie kaltschnäuzig (sogar im armor suit) an ihrem Kaffee nippt und Quarritsch die neue Welt erklärt, müssen reichen.
    Aber ich will nicht alles schlecht reden, man bekommt fraglos sehr schöne, um nicht zu sagen wunderschöne Bilder geboten und ja, ich würde sagen man kann sich wieder mal als neues Referenzwerk in Sachen CGI betrachten. Die höhere Bildfrequenz macht die visuelle Umsetzung noch homogener und sogar das 3D wird dadurch erträglich. Aber bei meiner Liebe zu dieser atemberaubenden Optik, das ist einfach zu wenig.
    Die Welt ist für meinen Geschmack nach wie vor zu sehr auf Hochglanz poliert, zu künstlich, zu bunt. Sie hat keine Tiefe und wirkt auch nicht komplex. Ich kann auch einen Navi immer noch nicht von dem anderen unterscheiden. Dieses Volk wirkt auf mich wie eine Aneinanderreihung von perfekt geformten, makellosen, 3 Meter grossen Schaufensterpuppen. Keinerlei Identifikatoren, keine Konturen, keine Persönlichkeit. Jeder einzelne Affe in der neuen Planet der Affen - Trilogie hat mehr Gesichtsprofil als alle Katzenschlümpfe in Avatar zusammen. Ich frage mich echt wozu man hier überhaupt irgendwelche Schauspieler benötigt (dass sich das besser auf dem Papier macht ist mir klar, aber das könnte garantiert auch alles problemlos so animiert werden). Auss meiner Sicht hatte Smaug mehr Ähnlichkeit zu Benedict Cumberbatch als Quarritschs Avatar zu Stephen Lang, ähnliches gilt für die anderen (wen Kate Winslet gemimt haben soll hab ich immer noch nicht herausgefunden, aber es ist mir ehrlich gesagt auch egal). Trotzdem sind das grundsätzlich alles Dinge, mit denen ich leben könnte, solange ein Film der Unterhaltsamkeit fröhnt. Aber nicht mal das schafft er! Es passiert einfach nichts! Ich meine- auch der Erstling war schon mehr oder weniger Expostion, aber da konnte ich Jake Sullys Integration in den Navi-Stamm tatsächlich noch einen Hauch von Charm abgewinnen, ebenso den Hänseleien von Neytiri. Aber hier passiert sage und schreibe 2 Stunden und 15 Minuten lang einfach überhaupt nichts, ausser dass die Welt erklärbärt und die Moralkeule geschwungen wird. Zwischsendurch hatte ich sogar immer mal wieder Sekundenschlaf, wie damlas in der Schule, als man den Kopf auf der Hand abgestützt und mit aller Macht versucht hat gegen die überbordende Müdigkeit anzukämpfen, während der Lehrer irendwas an die Tafel kritzelt.
    Nach all den grossspurigen Intevewies von Cameron in denen er prophezeit die Streamingdienste in die Knie zu zwingen und dem Marvel-Dummerlei den Mittelfinger zu zeigen, indem er der Menschheit das anpsruchsvolle, abendfüllende Unterhaltungskino zurückzubringen wird, finde ich das was man hier vorgesetzt bekommt fast schon frech und ich bin mir nun endgültig dessen gewiss, dass der Mann vergessen hat wie man eine gute Geschichte erzählt. Am Ende gibt es noch diesen einen unpassenden Gewaltmoment, in dem zwanghaft versucht wird sowas wie Dramatik zu erzeugen und er hatte wohl auch keine tolle Idee mehr im Petto, wie das grosse Finale aussehne könnte, also macht er einfach nochmal ne Runde auf Titanic. Nach weit über 3 Stunden im Kinosessel tat mir sprichwörtllich alles weh und ich war einfach nur noch froh dass es vorbei war.

    ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

    Einmal editiert, zuletzt von el_drogo ()

  • War länger nicht hier und wundere mich gerade, dass es noch gar keinen Kommentar zu Avatar 2 gibt? Aber gut ist ja auch kein Filmforum.

    Bei mir wurde jedes aufkeimende Interesse durch die Länge des Films erstickt. Ich fand den ersten damals als Kinoerlebnis großartig (ich müsste so 14 oder 15 gewesen sein), aber hatte auch nie wieder das Bedürfnis ihn zu gucken. Seit ich vom Konzept des "weißen Messias" gehört habe, könnte ich den Film auch kein zweites Mal mehr gucken glaube. Nicht weil ich es grundsätzlich für moralisch nicht tragfähig halte, aber einfach weil dieser Frame bei mir die ganze Zeit mitlaufen würde.


    Danke für deine ausführliche Kritik, da hat man sich wohl 3 bzw. mit drumherum 4h Lebenszeit gespart.

  • Hmm, ich fand ihn gut genug für 2x ins Kino - 1x mit HFR und einmal ohne.


    Ich kann mit HFR bei Kinofilmen nix anfangen, war schon beim Hobbit so. Sieht zu künstlich aus.


    Ohne HFR war der Film visuell atemberaudend schön. Selbstverständlich in 3 Dimensionen.


    Was deine Kritik angeht, el_drogo, kann ich in einigen Punkten voll zustimmen in andern überhaupt nicht.


    Wo du vollkommen recht hast, sind die blassen Beiwerke wie z.B. Neytiri, die hier wirklich viel zu wenig beiträgt.

    Auch die Metkayina waren zu homogen, werden sie ja plötzlich mit dem Alienvolk und deren fremder Lebensweise und deren Krieg konfrontiert. Dafür gab es zu wenig einblicke in deren umgang damit.

    JS hat sich auch nicht wirklich weiterentwickelt. Kämpfen kann er, Probleme erörtern eher nicht.

    Und das Logikloch in der Endschlacht empfand ich schon als peinlich.


    Aber ziemlich gut gefiel mir eigentlich die Geshichte der Kinder. Ich habe hier keine komplexe Coming of Age Story erwaret, sondern schlicht simple Shorts einer Flüchtlingsfamilie und wurde dabei nicht enttäuscht. Genau das gibt es und zusätzlich ein / zwei Einführungen / Fortführungen zum großen Thema der Reihe, der Manifestation einer "Mutter Natur"und der Symbiose Mensch/Na'vi <-> Natur.


    Das hat mir sehr gut gefallen und meine Empfehlung ist, schaut ihn euch an und genießt die Bilder.


    Für komplexe Charakter-Arcs ist Willow zustän... ups, ich meine eher sowas wie Andor oder Mr. Robot.

    Und dafür brauchts kein Kino.

    There are but two types of people in the world:
    1. Those who can extrapolate from incomplete data!

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