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  1. Eis-und-Feuer Forum
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Der Frust Thread

  • Raven
  • 3. Mai 2004 um 13:38
  • Erbauer
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    • 24. Februar 2022 um 21:46
    • #10.241
    Zitat von Ser Oberyn Martell

    wenn er das Land zerstört und sich zurückzieht, könnte der Westen einen Marshallplan samt Einbindung in westliche Bündnissysteme auf den Tisch legen.


    Warum sollten NATO oder EU plötzlich anfangen, frisch gefrorene Konflikte in sich einzubinden?

    Zitat von Ser Oberyn Martell

    Und unabhängig von der Situation in der Ukraine hat Putin zahlreiche Fürsprecher im Westen verloren und so deutlich sein wahres Gesicht gezeigt, dass der Westen ihn wieder ganz oben auf der Liste hat und in geradezu unbekannter Einigkeit und Geschlossenheit auftritt.


    Die Gysis, Schröders, Weidels und Chrupallas beteiligen sich zwar brav am Verurteil-O-Rama des Westens, aber was heisst das schon. AKK hat uns doch eine schöne Liste an Gelegenheiten präsentiert, "das wahre Gesicht" Putins zu bewundern. Die besagten Fürsprecher stehen offensichtlich auf seine Fratze.
    Klar, die jetzigen Vorgänge spielen sich in anderen Maßstäben ab als Krim oder Donbass und Ukraine grenzt im Gegensatz zu Georgien oder Tschetschenien direkt an NATO - und EU-Staaten, sodass die Empörung und der Handlungsdruck größer sind, aber ob das reicht, damit ihm die Unterstützung im Westen im relevanten Maße wegbricht?

  • Brigthroar
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    • 24. Februar 2022 um 22:06
    • #10.242
    Zitat

    Lol. Der Tagesschau nach sind die Helme noch nicht mal angekommen.


    Deshalb konnte ich das Rumgedruckse um Waffenlieferungen für die Ukraine auch nicht nachvollziehen. Da war es wenigstens von Beginn an offensichtlich, dass die nicht mehr rechtzeitig kommen können :whistling: Stattdessen wählt die Bundesregierung lieber den peinlichen Weg über nicht bewilligte DDR-Haubitzen aus dem Baltikum (mein letzter Wissensstand ist, dass man die Bundesregierung dort einfach ignoriert und die Dinger trotzdem geliefert hat) und nicht gelieferte Helme, weil die eigene Moral in Gefahr war.

    Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton

  • el_drogo
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    • 25. Februar 2022 um 08:28
    • #10.243

    Ich denke, dass auch grosse Waffenlieferungen an die Ukraine in den letzten Wochen nicht mehr viel gebracht hätten.
    Es ist ja offensichtlich, dass dieser Angriff von langer Hand geplant und alle relevanten Entscheidungen hierzu längst getroffen waren. Russland ist in jeglicher Hinsicht eine Übermacht. Putin hätte eine grössere Waffenstärke der Ukraine sicherlich nicht mehr abgeschreckt, dieser Einmarsch hätte in jedem Fall genau so stattgefunden, da ihm neben Kollateralschäden zweifellos auch relativ wumpe ist, wie viele russische Soldaten für die Übernahme ihr Leben lassen (zumindest bis an den Punkt, wo die militärische Kraft deutlich geschwächt würde).
    Irgendwelche Sanktionen jucken ihn kurzfristig nicht die Bohne, wie Maegwin bereits sagte, die Staatskasse Russlands hat immense Reserven. Alles was der Westen jetzt tun kann ist empathische Parolen vom Stapel zu lassen und von den Logen-Plätzen aus zu beobachten wie die Ukraine in den nächsten Tagen eingenommen wird. Putin ist vielleicht ein imperialistischer Wahnsinniger, aber nicht dumm- welche Sanktionen der Westen auf Russland verhängt war ihm sicherlich ebenso klar wie die Tatsache, dass sich die Nato nicht militärisch einmischen wird.
    Die Fehler die gemacht wurden liegen wie hier schon angesprochen längst in der Vergangenheit. Der Westen hat Putin Jahrzehnte lang unterschätzt (wie ich selbst blauäugigerweise auch). Ich habe die Lage in in den letzten Wochen in den Medien mitverfolgt und nahezu alle (europäischen) Experten und Reporter waren sich bis vor wenigen Tagen einig darüber, dass es sich hier um ein strategisches Abschreckungsmanöver mit Säbel rasseln handelt um dem Westen maximale Zugeständnisse abzuringen (und das trotz aller gegenteiligen Vorzeichen, ich meine- der Mann hat sogar Blutkonserven näher an die Grenze gebracht verdammt nochmal !). Tja, war wohl nix.
    Ich klammere mich jetzt ebenfalls an den Strohhalm, dass die Situation nun dazu führt, dass der Westen künftig geeinter und geschlossener auftreten wird als je zuvor. Das Ganze wird wohl ein nie da Gewesesens Aufrüsten nach sich ziehen. Ich hoffe dass Putin sich in seiner blinden Wut auf den Westen trotz allem langfristig verkalkuliert hat und Russlands Position nachhaltig geschwächt werden wird. China spielt sicherlich auch noch eine grosse Rolle- lustigerweise hat man sich vor 2 Wochen noch gegen einen Konflikt mit Waffengewalt ausgesprochen und Russland angehalten nach einer diplomatischen Lösung zu suchen, während man jetzt offenbar Verständnis für "die Situation Russlands" hat.

    Edit: was mir gestern während Bidens Ansprache noch durch den Kopf ging- Gott bewahre uns davor was jetzt los wäre, wenn Trump immer noch auf dem Präsidentensessel sässe, und mir graut jetzt schon davor wie die Wahl in Amerika in 3 Jahren ausgehen wird.

    ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

    6 Mal editiert, zuletzt von el_drogo (25. Februar 2022 um 08:42)

  • GotFox84
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    • 25. Februar 2022 um 11:51
    • #10.244

    Der gestrige Tag war so ein Ereignis, dass unser zukünftiges Leben in Europa verändern wird.
    Zur Zeit durchlebt die Demokratie eine sehr schwere Phase. Immer mehr Alleinherrscher bestimmen die Weltpolitik (Russland, China, Türkei) und unterdrücken die demokratischen Freiheiten ihrer Völker.
    Staaten wie die Ukraine, Hongkong u.a. werden mit Gewalt und Druck ihrer Freiheiten beraupt.
    Die größte Demokratie der Welt (USA) ist so zerissen wie seit dem amerikanischen Bürgerkrieg nicht mehr.
    Wir haben uns so an unsere Freiheit gewöhnt, dass wir sie für selbstverständlich hielten. Obwohl diese Freiheiten alle erkämpft wurden.
    Die westlichen Demokratien müssen wieder lernen wehrhafter zu werden.
    Ich denke auch, dass wir in eine Phase des neuen kalten Kriegs treten und tatsächlich muss unsere kaputtgesparte Bundeswehr besser ausgerüstet und modernisiert werden.
    Fühlt sich nicht so gut an alles. Als Kind der 90er ist man mit einem Optimismus für die Zukunft aufgewachsen, der kalte Krieg war beendet, Deutschland wieder vereinigt, man fing an sich um Umweltprobleme zu kümmern und nun sind die Entwicklungen beängstigend.
    Die Geschichte lehrt uns, dass wir uns wohl wieder an Pandemien, Krieg und Naturkatastrophen gewöhnen müssen.
    Mir kommt es vor als sei Putin der eiskalte Tywin Lennister und der Westen ist der ehrbare aber naive Eddard Stark.
    Ob der Westen sich langfristig wieder behaupten kann oder wir ein zweites Imperium Romanum werden, wird die Zukunft zeigen

  • Rory2016
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    • 25. Februar 2022 um 22:13
    • #10.245

    bedrückung, angst, hilflosigkeit/ohnmacht... kann vieles was hier geschrieben wurde aus den letzten Tagen gut nachvollziehen- genauso wie, die Angst von Menschen in meinem nahen Umfeld, selbst evtl bald aus der Stadt oder Land fliehen zu müssen. Für meine Generation, die den kalten Krieg nicht mehr bewusst erlebt hat aufjedenfall umso irrealer .
    Was das politische angeht, scheint mir das die Vorentscheidung mit der Nicht-Aufnahme der Ukraine vor ein paar Jahren und dem Binden von Weißrußland nach der Hilfe beim "Protest-niederschlagen" gefallen zu sein, auch wenn - erst recht bei der praktischen Politik der letzten Jahre (Saudi Arabien etc)- Lieferungen von defensiv Waffen vermutlich schon etwas hätten bringen können.So ist die Drohkulisse bzw Abhängigkeit von Putin mit Nuklearwaffen und Öl/Gas wohl zu groß für den Westen :( einfach nur ein alptraum

  • Maegwin
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    • 26. Februar 2022 um 00:42
    • #10.246
    Zitat von GotFox84


    Mir kommt es vor als sei Putin der eiskalte Tywin Lennister und der Westen ist der ehrbare aber naive Eddard Stark.

    Der Westen ist viel, aber ganz sicher nicht Ned Stark.
    Man kann auch naiv sein ohne ehrenhaft zu sein.

    https://www.msn.com/de-de/nachrich…7?ocid=msedgntp

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  • Grunkins
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    • 26. Februar 2022 um 11:58
    • #10.247

    Hilflos, wütend und verzweifelt.

    Viel kann man nicht tun, was man tun kann:

    https://ukraineverstehen.de/unterstuetzung-fuer-die-ukraine/

    Auch wenn man Scham und Schande, die unsere Russlandpolitik über uns bringt, nicht gutmachen kann.

    Hätte nie gedacht, dass ich mal nach Pro-Aufrüstungs- und Waffenlieferungsdemos Ausschau halte.

    Wenn die Berichte stimmen und die Ukrainer sich besser schlagen als gedacht, zeigt das nur umso mehr, was rechtzeitige Lieferungen selbst von "Defensivwaffen" wie Schutzausrüstung, Funkgeräten und Nachtsichtgeräten hätte bringen können.

    Angeblich will Putin nun die tschetschenischen Fanatiker von Kadyrow einsetzen, die schon den Georgienkrieg entschieden haben. Beängstigend, deutet aber daraufhin, dass es wirklich nicht so läuft, wie sie dachten.

    Unsere Helme werden jetzt angeblich geliefert. Sonst gibt es vermutlich gar nix, womit wir dienen können. Die Brigade in Litauen hat nicht mal winterfeste Jacken. Die Holländer dagegen wollen Luftabwehrraketen schicken.

    Immerhin hat Selenskyj den Stimmungskrieg schon klar für sich entschieden.

    Und ja, es gibt einen Case, indem Putin mit diesem Krieg Russland nachhaltig ruiniert hat: Wenn wir sie aus Swift rausschmeißen und damit faktisch ein Öl- und Gasembargo errichten. Das wird wehtun. Ginge aber.

  • Maegwin
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    • 26. Februar 2022 um 16:25
    • #10.248
    Zitat von Grunkins


    https://ukraineverstehen.de/unterstuetzung-fuer-die-ukraine/

    Danke, gleich umgesetzt. Hat gutgetan.

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  • Ser Pounce
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    • 26. Februar 2022 um 23:18
    • #10.249

    Ich kann mich noch gut an Ostern 2019 erinnern, als unter anderen eine ukrainische Bekannte zu Besuch war. Sie hat beim Grillen schier getobt ob der Nachricht, dass ein Soap-Opera-Schauspieler die Präsidentenwahl gewonnen hat; das sei schlimmer als die Wahl von Trump. Im Nachhinein macht er sich da doch ganz ordentlich muss ich sagen. Ich hoffe mal um ein kleines Wunder und sein Überleben.

    We all must choose. Man or woman, young or old, lord or peasant, our choices are the same. We choose light or we choose darkness.

  • GotFox84
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    • 26. Februar 2022 um 23:52
    • #10.250

    Eigentlich hatte ich einen recht langen Post geschrieben, aber vielleicht haben den russische Hacker abgefangen.
    Kurz was ich sagen wollte: Eddard Stark ist natürlich nicht ganz das passende Beispiel, aber es sollte ausdrücken wie zögernd der Westen lange war und man glaubte rein mit wirtschaftlicher Stärke und Verhandlungsgeschick Putin von seinen imperialistischen Plänen abzuhalten.
    Zu dem anderem was ich sagen wollte, hab ich einen guten Artikel gefunden:

    https://www.zeit.de/politik/2022-0…schland-ukraine

  • Erbauer
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    • 28. Februar 2022 um 14:44
    • #10.251
    Zitat von el_drogo

    Ich denke, dass auch grosse Waffenlieferungen an die Ukraine in den letzten Wochen nicht mehr viel gebracht hätten.

    Zitat von el_drogo

    Alles was der Westen jetzt tun kann ist empathische Parolen vom Stapel zu lassen und von den Logen-Plätzen aus zu beobachten wie die Ukraine in den nächsten Tagen eingenommen wird.


    Wie sieht es aus auf deinem Logenplatz? Überrascht, dass Kiew noch steht? Selenskyi frecherweise auch. Jetzt auch noch Freiwillige ohne genügend Ausrüstung, die der Westen liefern konnte und kann. Irgendwie scheinen die Ukrainer nicht ganz mit deinem Plan einverstanden zu sein.
    Auch wenn im Umfang und Ausführung die 5000 Helme peinlich waren, fand ich die Idee, hilfreiche Ausrüstung nicht tödlicher Art zu liefern und damit erstmal schnell, ohne Grundsatzdiskussionen zu handeln, nicht verkehrt. Ich denke die Kämpfenden würden nicht Nein zu Lebensrettern wie Schutzwesten, Helmen und Medizin sagen.

    Nach anfänglichem Schock und einem lethargischen Donnerstag vor dem Nachrichtenbildschirm bin ich emotional nicht mehr so erdrückt, Deutschland hat sowohl Waffenlieferungen als auch den SWIFT-Ausschluss beschlossen, umso mehr fange ich jetzt aber an, mich über "Kleinigkeiten" zu ärgern. Ukraine entlässt ehemalige Soldaten aus der Haft, die teilweise wegen Mord verurteilt wurden, um zu kämpfen? Wenn nicht paar Terminator in Kiews Gefängnissen geschmort haben, verstehe ich nicht, wie der Nutzen dieser Soldaten ihre Freilassung rechtfertigen soll.
    https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.krieg-i…729dea863d.html

    Währenddessen will die georgische Regierung sich nicht an den Sanktionen beteiligen. Ich bin ganz ehrlich, ich weiss nicht, ob die Auswirkung von georgischen Sanktionen auf Russland nicht viel zu marginal wären um die Auswirkungen auf die georgische Bevölkerung zu rechtfertigen, vielleicht wird da die richtige Entscheidung getroffen, aber im Hinblick auf die längst bekannte prorussische Einstellung dieser Regierung ist es auch klar, dass es nicht in erster Linie um den Schutz der eigenen Bevölkerung geht - die zu Tausenden für Sanktionen auf die Straße geht. Und es ist mal wieder ein Gefühl von Ohnmacht.
    https://taz.de/Georgien-und-d…raine/!5837899/

    Aber zumindest kann man als Einzelner ein bisschen tun. Die Liste von Grunkins bietet verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten, je nachdem, was man vorzuweisen hat: Geld, Zeit oder eine Unterkunft (Danke auch von mir @Grunkins). Und sonst kann man nach eigenen Fähigkeiten und Kontakten überlegen, wie man helfen kann. Ich bin zum ersten mal Glücklich darüber, dass meine Familie über halb Europa verteilt ist. Für eine Spende oder 1-2 Anrufe braucht man nicht den ganzen Tag und in der Masse hilft es doch.

  • el_drogo
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    • 28. Februar 2022 um 15:20
    • #10.252

    Es freut mich jeden Tag erneut davon zu hören, dass die Ukraine unerwartet hartnäckigen und erbitterten Wiederstand leistet. Jeder zusätzliche Tag den diese Invasion andauert ist eine Niederlage für Putin. Die westliche Welt steht nahezu geschlossen gegen ihn, auch der SWIFT-Ausschluss ist nun beschlossen und selbst die Schweiz scheint sich nun den EU-Sanktionen anzuschliessen.
    Seine weitere Eskalations-Rhetorik bzgl. Alarmierung seiner nuklearen Abschreckungskräfte war da fast schon zu erwarten. Deutschland schwenkt nun auch endgültig bzgl. Waffenunterstützung um. Die Frage ist nun, wo, wann und wie viele Waffen überhaupt noch rechtzeitig ins Land gebracht werden können.

    Ich hätte mal eine rein hypothetische Frage an die Leute hier, die sich besser mit der russischen Politik auskennen als ich: Gesetz dem Fall es bestünde die Möglichkeit den exakten Standort von Putin ausfindig zu machen und eine G.I. Joe - mässige Spezialeinheit für ein Attentat los zu schicken um ihn zu erledigen- würde es überhaupt was bringen der Schlange den Kopf abzuschlagen? Oder würde dann direkt der nächste imperialistische Wahnsinnige an seine Stelle treten? Die westlichen Medien sprechen ja immer davon, dass die Minister, Generäle und sein sonstiges Umfeld ja ausschliesslich aus persönlichen Marionetten besteht, was im Prinzip heissen könnte, dass sie vermutlich ohne Führer relativ schnell einknicken und kapitulieren würden. Die westliche Welt könnte ja problemlos alles abstreiten und als Anschlag von innen heraus verkaufen. Es wird ja immer ausschliesslich von "Putins Krieg" gesprochen, d.h. beseitigt man ihn sollte der Spuk schnell ein Ende haben oder nicht?

    Edit: das Verfassen meines Beitrags hat sich wohl mit dem von @Erbauer überschnitten, trotzdem denke ich dass ich das auch so stehen lassen kann und nicht noch was explizites dazu sagen muss. Nur noch so viel- es gab (nicht ungerechtfertigter Weise) Experteneinschätzungen, dass die russischen Streitkräfte höchsten 2 Tage brauchen würden um bis nach Kiev vorzudringen und die Stadt einzunehmen. Meine Meinung vom Freitag basierte freilich auf solchen Aussagen und in diesem Fall stört es mich tatsächlich überhaupt nicht im Unrecht gewesen zu sein. ;)

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    4 Mal editiert, zuletzt von el_drogo (28. Februar 2022 um 15:38)

  • Maegwin
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    • 28. Februar 2022 um 15:49
    • #10.253
    Zitat

    Ukraine entlässt ehemalige Soldaten aus der Haft, die teilweise wegen Mord verurteilt wurden, um zu kämpfen? Wenn nicht paar Terminator in Kiews Gefängnissen geschmort haben, verstehe ich nicht, wie der Nutzen dieser Soldaten ihre Freilassung rechtfertigen soll.stuttgarter-nachrichten.de/inh…c6-9956-59729dea863d.html

    Die News habe ich heute Nacht schon gelesen, war aber mit einem potentiellen russischen Propaganda-Fake-Warnung getagged. Ich habe dazu nichts gefunden, außer einer unendlichen Kopie der gleichen dpa Meldung.

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  • Erbauer
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    • 28. Februar 2022 um 16:34
    • #10.254

    Ja egal wo, war es die gleiche Formulierung, ursprünglich hat ich es Nachts in den ganzen Live-Blogs gelesen. Die Warnung ist mir nicht überm Weg gelaufen und ich dachte einer dpa Meldung könnte man einigermaßen trauen.
    Ich habe jetzt zwar eine neue Nachricht mit einem Amnestieversprechen von Selenskyi an kampfbereite Häftlinge gefunden, aber nur bei Bild und SNA, einem Nachrichtendienst von dem russischen Medienunternehmen Rossija Sewodnja, dem auch RT gehört.
    Vielleicht bin ich in eine Falle getappt, danke für die Warnung.

    Zitat von el_drogo

    Meine Meinung vom Freitag basierte freilich auf solchen Aussagen und in diesem Fall stört es mich tatsächlich überhaupt nicht im Unrecht gewesen zu sein.


    Daran zweifle ich nicht. Ein Land für verloren zu erklären, sobald es von einer Übermacht angegriffen wird und zu behaupten, man könne sowieso nichts mehr tun, also brauche man es auch nicht versuchen, halte ich aber weiterhin für falsch.

  • Grunkins
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    • 28. Februar 2022 um 18:39
    • #10.255
    Zitat von Erbauer


    Wie sieht es aus auf deinem Logenplatz? Überrascht, dass Kiew noch steht? Selenskyi frecherweise auch. Jetzt auch noch Freiwillige ohne genügend Ausrüstung, die der Westen liefern konnte und kann. Irgendwie scheinen die Ukrainer nicht ganz mit deinem Plan einverstanden zu sein.

    Da möchte ich el_drogo doch in Schutz nehmen, die Haltung war auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen begründet und gerechtfertigt. Der einzige, von dem ich vor Donnerstag eine treffende Prognose der aktuellen Situation gehört habe, war dieser Ex-NATO General Egon Ramms, der am Dienstag bei Phoenix wirklich erstaunlich treffsicher war.

    Zitat

    Ukraine entlässt ehemalige Soldaten aus der Haft, die teilweise wegen Mord verurteilt wurden, um zu kämpfen? Wenn nicht paar Terminator in Kiews Gefängnissen geschmort haben, verstehe ich nicht, wie der Nutzen dieser Soldaten ihre Freilassung rechtfertigen soll.

    Nun ja, die Ukraine ist immer noch die klar unterlegene Kriegspartei und von einem Sieg weit entfernt. Moral und Motivation hat sich nicht nur im aktuellen Krieg, sondern auch schon im Mittleren Osten immer wieder als entscheidend herausgestellt. Einzig komplette Luftdominanz scheint mir das ausgleichen zu können. Und ganz nebenbei kann man solchen Kräften das Zeug überlassen, was nach dem Krieg besser nicht für die regulären Kräfte rauskommen sollte.

    Zitat

    Währenddessen will die georgische Regierung sich nicht an den Sanktionen beteiligen.

    Vielleicht einfach Angst? Der Impact von georgischen Sanktionen auf Russland dürfte ja überschaubar sein. Kann schon verstehen, wenn man das lieber NATO, EU und Ostasien überlässt (die Schweiz oder Singapur sind wirklich auch interessante Fälle).

    _
    Scholz war Sonntag bockstark. Bis dahin war die Reaktion des Westens hervorragend fand ich, die Sanktionierung geschickter als kompletter Swift-Rauswurf, auch die deeskalierende Entscheidung der Amerikaner, die Nuklearankündigung zu ignorieren. Ich hoffe aber, man kriegt jetzt nicht Oberwasser; diese Flugzeuglieferung ist Borell möglicherweise rausgerutscht und hätte nicht breit getreten werden sollen. Ein EU-Beitritt ist meiner Ansicht nach auch aktuell kein geschicktes Thema, wenn man sich festlegt, verbaut man den Russen Auswege oder muss nachher mal wieder einen Verbündeten enttäuschen.

    Ich glaube bei China kann man im Augenblick sagen, dass sie einfach auf Zeit spielen und sich alle Optionen offen lassen. Die sehen den Westen und Russland gerne geschwächt und nehmen gerne jeden Tropfen Öl und jeden Kubikmeter Gas, den wir sanktionieren, aber sie wollen auch nicht, dass der Weltpreis durch die Decke geht.

    Ich frage mich aktuell, wie der Effekt auf Wahlen in Europa ausfallen wird. In Deutschland vermutlich überschaubar, Ralley around the flag in den Mitte-Parteien, aber glaube auf Linke und AfD wird das kaum Impact haben. In Osteuropa ist die große Frage, ob der Effekt eher die übliche Anziehung von eher rechtskonservativen Kräften in solchen Krisen ist oder doch einige gewisse Parallelen zwischen Putin und ihren Rechtparteien bemerken und das einen "liberalen" Schock hat. Noch stärker in Frankreich, wo sich der RN ja recht offen von den Russen hat finanzieren lassen und die Anti-Islam Stimmung Putin beliebt gemacht hat. Hab auch kein gutes internationales Pressebild, habe viel Atlantic gelesen, weil mir das eine der besten Quellen für solche Themen zu sein scheint.

  • Maegwin
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    • 28. Februar 2022 um 19:18
    • #10.256
    Zitat

    Nun ja, die Ukraine ist immer noch die klar unterlegene Kriegspartei und von einem Sieg weit entfernt. Moral und Motivation hat sich nicht nur im aktuellen Krieg, sondern auch schon im Mittleren Osten immer wieder als entscheidend herausgestellt. Einzig komplette Luftdominanz scheint mir das ausgleichen zu können. Und ganz nebenbei kann man solchen Kräften das Zeug überlassen, was nach dem Krieg besser nicht für die regulären Kräfte rauskommen sollte.

    Es gibt eine sehr viel einfachere Erklärung, selbst wenn die Mitteilung stimmt.
    Die Aufrechterhaltung eines Gefängnisbetriebs ist eine aufwendige und kostspielige Angelegenheit und in einer Krisenzeit, in der man kaum Mittel hat um die Normalbevölkerung zu versorgen kaum zu bewerkstelligen. Auch eine großflächige Evakuation dürfte schwer bis unmöglich sein und das entsprechende Personal woanders benötigt. Den Schlüssel wegwerfen oder zerbomben lassen ist erst recht nicht vertretbar. Da ist es doch sehr naheliegend den Gefangenen - wie jedem anderen - einen Eimer in die Hand zu drücken um das Wasser von Bord zu schütten, bevor das Schiff untergeht.

    Zitat

    Ein EU-Beitritt ist meiner Ansicht nach auch aktuell kein geschicktes Thema, wenn man sich festlegt, verbaut man den Russen Auswege

    Kaum hat sich der erste Schock gelegt, geht der naive Putin-Appeasement-Klatschkreis wieder los.

    https://www.n-tv.de/politik/RIA-ve…le23162580.html

    Welcher Ausweg soll das sein?
    Der "halbtotale" Krieg gegen die Ukraine?

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  • el_drogo
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    • 1. März 2022 um 07:33
    • #10.257

    Habe gestern noch eine Video-Aufzeichnung von Selenskyj gesehen, wo er selbst die Freilassung von Häftlingen ankündigt um ihre "Schuld abzuarbeiten, indem sie dabei helfen das Land zu verteidigen". Von daher scheint die Mitteilung schon der Wahrheit zu entsprechen. Scheint gemäss Kriegsrecht auch durchaus legitim zu sein und ich persönlich halte es auch für eine nachvollziehbare Massnahme, aus den Gründen die bereits aufgezählt wurden.

    Ich bin übrigens vor einigen Tagen im Rahmen eines Twitch-Streams auf diesen link gestossen, dort kann man erkennen wo überall im Land bereits russische Angriffe vermeldet bzw. welche Gebiete umkämpft sind oder bereits eingenommen wurden. Wie oft die Karte aktualisiert wird kann ich nicht sagen, auf der rechten Seite gibt es allerdings auch einen Live-Ticker mit aktuellen Meldungen, scheint alles seriös zu sein, vielleicht kennt ihr es auch schon. Die Seite nennt sich "Live Universal Awareness Map", bricht aber öfter mal zusammen, da die Zugriffszahl wohl entsprechend hoch ist.

    ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

  • Ser Oberyn Martell
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    • 1. März 2022 um 10:59
    • #10.258
    Zitat von Erbauer

    Warum sollten NATO oder EU plötzlich anfangen, frisch gefrorene Konflikte in sich einzubinden?


    Naja, so ganz daneben lag ich mich dem Gedanken ja nicht, wo es jetzt tatsächlich Überlegungen in diese Richtung gibt. Wird natürlich nicht schon morgen passieren, aber perspektivisch ist das auf dem Tisch.

    Zitat von Erbauer

    Klar, die jetzigen Vorgänge spielen sich in anderen Maßstäben ab als Krim oder Donbass und Ukraine grenzt im Gegensatz zu Georgien oder Tschetschenien direkt an NATO - und EU-Staaten, sodass die Empörung und der Handlungsdruck größer sind, aber ob das reicht, damit ihm die Unterstützung im Westen im relevanten Maße wegbricht?


    Die Autokratie-liebenden Rechten und die NATO-feindlichen Linken in Westeuropa wirst du nie überzeugen können, aber die sind auch eher selten relevant für die Regierungsentscheidungen. Somit würde ich schon sagen, dass relevante Unterstützung für Putin in erheblichem Maße weggebrochen ist.

    Ich kann manchmal nachts das Handy kaum weglegen, weil ich Angst habe, eine entscheidende Entwicklung zu verpassen, und mich die Fassungslosigkeit einfach wach hält. Andererseits sehe ich mich ein wenig in meinen ursprünglichen Hoffnungen bestätigt, dass der Preis für Putin sehr hoch sein wird. Bin mir nicht sicher, wie viele Punkte auf seiner "Dinge, die ich nie wollte"-Liste angesichts massiver Sanktionen, westlicher Aufrüstung und Unterstützung für die Ukraine noch offen sind. Außerdem interessiert man sich plötzlich dafür, dass Russland seit Jahren Einfluss auf westliche Gesellschaften und Politik nimmt. Und ich bewundere den Widerstand der Ukraine. Auch wenn das eigentlich gar nicht vergleichbar ist, hatte ich immer noch ein bisschen das kürzliche Desaster in Afghanistan vor Augen, also einen Fall innerhalb kürzester Zeit. Aber hier läuft das ja doch in eine andere Richtung. Slawa Ukrajini!

    "You're going to fight that?"
    "I'm going to kill that."

  • Grunkins
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    • 1. März 2022 um 15:35
    • #10.259
    Zitat von Maegwin


    Kaum hat sich der erste Schock gelegt, geht der naive Putin-Appeasement-Klatschkreis wieder los.

    https://www.n-tv.de/politik/RIA-ve…le23162580.html

    Welcher Ausweg soll das sein?
    Der "halbtotale" Krieg gegen die Ukraine?

    Das ist kein Appeasement, ich sehe schlicht den Nutzen für die Ukraine nicht, sofern wir am Ende nicht doch selbst dort kämpfen wollen. Wenn die Perspektive für einen Rückzug der Russen ein rascher Beitritt der Ukraine zur EU ist und damit das Zeitfenster für einen neuen Angriff endgültig zumacht, erhöht das Putins (interne) Durchsetzungskraft, die Mittel auszuweiten. Mag sein, dass die sowieso bei 100% ist und es trotz möglicherweise mangelnder Popularität des Kriegs bei einigen russischen Eliten keine Rolle für Putin spielt. Aber dann scheint es mir immernoch nichts positives zu bringen. Wenn die Beitrittsperspektive die Ukraine auch nur einen Tag länger verteidigt, gerne.

    Meine das auch nicht grundsätzlich, nur sollte man nicht zu viel rumposaunen und nicht mehr in den Mund nehmen, als man schlucken kann. Siehe auch Finnland, wenn Finnland der NATO beitreten will, soll man das bitte so vorbereiten, dass man im Moment der Bekanntgabe des Beitritts den Luftraum und die See- und Landzufahrt nach St. Petersburg sofort zumachen und verteidigen kann.

  • Maegwin
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    • 1. März 2022 um 17:41
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    Wenn die Perspektive für einen Rückzug der Russen ein rascher Beitritt der Ukraine zur EU ist und damit das Zeitfenster für einen neuen Angriff endgültig zumacht, erhöht das Putins (interne) Durchsetzungskraft, die Mittel auszuweiten.

    Ein (s. Scholz in Moskau) perspektivisch extrem langfristiger Beitritt der Ukraine hat bereits als Feigenblättchen für einen Angriffskrieg ausgereicht. Wieso denkst du, dass eine Rückbesinnung auf diesen Status Quo ein "Ausweg" wäre, der den Russen ausreichen könnte? Zumal sie eine absurde Forderung nach der anderen stellen, um gerade nicht an den Verhandlungstisch zu müssen.
    Ich würde außerdem hoffen, dass mittlerweile auch der letzte Nützliche Idiot begriffen hat, dass sich um schlichten Expansionskrieg handelt, der schon immer als solches und nichts anderes angelegt war. Russland hatte keine Sekunde lang Angst vor einem Angriff der Nato. Russland kann gegen Nato-Staaten nur schlechter expandieren und gelungene Westbemühungen bedrohen durch potentielle Nachahmung sein eigenes kleptokratisches System.

    Zitat von Grunkins

    Meine Meinung zu Putins Ukrainepolitik resultiert auch nicht aus dem Umstand, dass die USA die "Schlimmeren" seien, sondern aus konkreten außenpolitischen Handlungen des Westens gegenüber der Ukraine. Diese haben Putin als russischen Präsidenten erst dazu gezwungen, die Krim zu annektieren.

    Zitat

    Wieso sollte sich ein russischer Präsident nicht einmischen, wo sein Verbündeter mittels eines teilweise vom Westen finanzierten und durch öffentliche Auftritte westlicher Politiker bei den "Demos" stark forcierten Staatsstreich ("Maidan") aus dem Amt geputscht wurde?

    Zitat

    ich sehe schlicht den Nutzen für die Ukraine nicht

    Ja, du hast dich in der Vergangenheit als großer Versteher der ukrainischen und russischen Interessen erwiesen.
    Schau, du hattest jetzt sechs oder sieben Jahre Zeit. Ein paar tausend Tote, die gegen ihre Zwangsrussifizierung kämpfen. Ein paar atomare Drohungen und die Veröffentlichung des russischen Fernsehens zu Putins tatsächlichen Plänen um schlauer zu werden. Vielleicht auch eine Vakuum-Bombe. Das ist sogar wahrscheinlich, die Amis gehen in ihren Einschätzungen in letzter Zeit ja wie ein Uhrwerk.
    Wenn du immer noch nicht verstehst, weshalb die Ukraine sich dem Westen annähern möchte und muss und du immer noch gesichtswahrende Optionen für die diplomatischen Verhandlungen mit den Russen wahren möchtest, würde ich das als relativ schwache Entwicklung betrachten.
    Dann schäme dich aber bitte auch nicht für deine Regierung und sei nicht verzweifelt, weil das ja genau die Einstellung ist, die uns dahin gebracht hat, wo wir heute sind.

    https://www.stern.de/politik/auslan…t-31647394.html
    https://www.msn.com/de-de/nachrich…sedgdhp&pc=U531

    Ich weiß, die Artikel sind lang, aber ich halte insbesondere den zweiten für wichtig.

    Zitat

    Die Behauptung, der Westen habe die postsowjetischen Republiken und vor allem die Ukraine zu einem Nato- und EU-Beitritt "animiert", ist besonders demagogisch. In Wahrheit hielt sich der Westen noch bedeckter bezüglich einer Beitrittsperspektive für diese Länder, als er es ursprünglich gegenüber Polen, Ungarn und anderen postkommunistischen Staaten Osteuropas tat. Und der Hauptgrund, wenn nicht der einzige Grund dafür war, es Moskau recht zu machen, Rücksicht zu nehmen auf seine Ansprüche auf "Einflusszonen" und seine antiquierten, imperialistischen Gefühle.

    Trotz ständigen Anklopfens und einer ziemlich intensiven Zusammenarbeit (vornehmlich auf Drängen der Ukraine), hat die EU der Ukraine bis gestern nie eine mögliche Mitgliedschaft in Aussicht gestellt. Am Sonntagabend sprach sich Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zum ersten Mal öffentlich für eine Mitgliedschaft aus. Vor dem Krieg nannte die EU die Ukraine in offiziellen Dokumenten nicht einmal ein "europäisches" Land – sondern nur ein "Partner-" oder "Nachbarland". So viel zum "Animieren".

    Man wird vielleicht meinen, an ihrem Ausschluss aus Europa sei die Ukraine vor allem selbst schuld, weil das Land tatsächlich weit davon entfernt war, die Kriterien für eine Mitgliedschaft zu erfüllen. Das stimmt vielleicht im Vergleich zu Estland, Polen oder der Tschechischen Republik, aber gewiss nicht im Vergleich mit den Balkanstaaten, die in keiner Weise besser dastanden. Der einzige Unterschied war, dass sie nicht als "russische Interessenzone" und damit potenzielle Reizfaktoren für Russlands imperiale Hybris erachtet wurden.

    I have been despised by better men than you.

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