Der Frust Thread

  • Hallo zusammen,


    ich muss hier mal kurz meinen Frust loswerden, vielleicht hilft’s ja...


    Ich habe die letzten Jahre sehr viel gearbeitet, Karriere Leiter ging für meine Verhältnisse und Möglichkeiten gut nach oben. Allerdings bin ich aktuell mal wieder an einem Punkt wo ich das Gefühl habe nur für die Arbeit zu leben.


    Aufstehen, fertig machen, losfahren, arbeiten arbeiten arbeiten, heimfahren, essen, bisschen TV und Internet, schlafen und dann geht der Spaß von vorne los.


    Eigentlich mag ich meine Arbeit, aber just könnte ich einfach mal eine Woche im Bett bleiben was absolut nicht drin ist.. wenn jetzt WoW rauskäme hätte ich noch nicht einmal Zeit zu lesen :hmm:


    LG KK

  • Aufstehen, fertig machen, losfahren, arbeiten arbeiten arbeiten, heimfahren, essen, bisschen TV und Internet, schlafen und dann geht der Spaß von vorne los.

    Das klingt nach einer sehr unausgewogenen Work-Life-Balance...


    Eigentlich mag ich meine Arbeit,

    Und würdest du das nicht tun, wärst du wahrscheinlich längst umfgefallen...


    Ist das Problem denn Druck von oben, so dass du nicht ein wenig kürzer treten kannst? Oder setzt du dich eher selbst unter Druck, um bestimmte Ziele zu schaffen?
    Mittelfristig solltest du schon ein wenig runterfahren, sonst fällst du irgendwann einfach um.

    I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".

  • Druck kommt von oben, ja, aber ich weiß dass ich die Dynamik meines Chefs in den letzten Jahren aufgenommen habe und selber Druck ausübe, auch mich, Kollegen und mein Team auch fürchte ich...


    Ich hoffe so schnell nicht umzufallen, aber ich sollte wirklich versuchen etwas kürzer zu treten.


    Gibts hier Personen die ähnliche Erfahrungen haben, und falls ja, welche sind das und wie geht ihr damit um?

  • Wie siehts mit Sport aus, Hobbies? Du solltest dringend etwas für Dich tun, denn sonst geht eines Tages nichts mehr und dann folgen meist monatelange Ausfälle. Wenn Du nichts für Dich tust, fällst Du krankheitsbedingt aus, allen anderen schadest Du damit auch. Es gibt ja diesen Spruch: "Eine gute Mutter denkt zuerst an sich selbst", aber ich denke für andere, wie in diesem Fall Arbeitnehmer, gilt das auch.

  • Gibts hier Personen die ähnliche Erfahrungen haben, und falls ja, welche sind das und wie geht ihr damit um?

    Persönliche Erfahrungen habe ich nicht, aber eine Freundin von mir hat es nach einer Weile so aus den Schuhen gehauen, dass sie über ein Jahr wegen Burnout, psychosomatischen Beschwerden und sonst so einen Kram krank ausgefallen ist. Zurück im Job wurde sie dann einer anderen Abteilung zugeteilt, wo sie der Teamleiter von Anfang an auf dem Kieker hatte und ihre Nachfolgerin (mit ihrem Wissen...) schon sofort zu suchen begann. Sie hat sich dann was neues gesucht....

    I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".

  • @KingKarnja Ich hatte mehrere Burnouts und hab auch versucht, in den damaligen Job zurück zu kommen, was letztlich scheiterte. Seit letztem Oktober arbeite ich wieder Vollzeit in einem anderen Job in der gleichen Branche.


    Was dir hilft, musst du noch rausfinden. Ich hab mich auf die kleinen Freuden im Alltag fokussiert. Wie viel Spass es mir macht, mit meinem Auto zur Arbeit zu fahren, wie gut es sich anfühlt, nach einem harten Arbeitstag nach Hause zu kommen oder wie bequem das Bett ist, wenn man den ganzen Tag komplizierte Fälle jongliert hat.


    Wenn ich kann, helfe ich gerne, deine Situation kommt mir nämlich sehr bekannt vor. Melde dich einfach

    ignis aurum probat, miseria frontes viros
    _______________________


    Das Feuer prüft das Gold, das Unglück den Starken

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  • Uiuiui, ich glaub das solltest du echt abfangen, solange du noch kannst, @KingKarnja. Noch scheint es für dich ja eher nur "nervig" zu sein, aber ich befürchte, dass das schnell kippen kann. Wie siehts denn mit ner Woche Urlaub aus, sobald das Gröbste vorbei ist? Oder arbeitest du eigentlich immer auf 120 %? Urlaub bringt natürlich nur was, wenn du nachher auch ein wenig kürzer treten kannst...


    Ich hab auch bisschen Frust, heute. Ich hab mir am 29. Dezember ziemlich den Knöchel verstaucht. Ist jetzt doch schon ein Monat her und tut immer noch ziemlich weh. Ich war heute noch mal beim Arzt, Band dürfte zum Glück nur gezerrt sein und ich hab eine Prellung des Knöchels, aber es dürfte nichts gerissen sein. Der Arzt meint, es ist halb so wild und solche Dinge können leicht mal bis zu einem halben Jahr dauern.
    Ich will Sport machen, mich uneingeschränkt bewegen können, keine Schmerzen haben, wenn ich die Einkaufstaschen nach Hause trage....mäh

  • Auch von mir gute Besserung, Chopsticks.
    Mußt du eine Bandage oder dergleichen tragen, das würde ich mir sehr lästig vorstellen ...

    [b] Sorry, no dragons in Winterfell!


    Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

  • Der Arzt meint, es ist halb so wild und solche Dinge können leicht mal bis zu einem halben Jahr dauern.
    Ich will Sport machen, mich uneingeschränkt bewegen können, keine Schmerzen haben, wenn ich die Einkaufstaschen nach Hause trage....mäh

    Och menno! Gute Besserung und natürlich noch einen :cookie:

    I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".

  • Gute Besserung Chopsticks, man wird immer so fürchterlich unzufrieden und ungeduldig, wenn man nicht so kann wie man will,gell?Ich drücke mal die Daumen, dass es ganz schnell heilt. :)

    Expose yourself to your deepest fear
    After that...you are free
    -Jim Morrison


    Doch es ist Zeit für mich zu lernen, dass nichts für immer bleibt, sowohl das, was gut tut, als auch das, was schmerzt.


  • Kenne ich. Ich weiß nicht, ob es etwas für dich ist, aber mir hilft es immer sehr, mal ein paar Tage wegzufahren, zum Wandern in die Berge (ist jetzt akut natürlich nicht die Jahreszeit dafür, aber da gibt es sicher ein Äquivalent).
    Wirklich wandern, soweit die Füße tragen, 20km am Tag, alleine, mit einfacher Unterkunft und vor allem ohne Geschäfsthandy.
    Das ist so gut, um sich im wahrsten Sinne des Wortes zu erden und einen freien Kopf zu bekommen, diese Mischung aus körperlicher Erschöpfung und unglaublich vielen gesunden Sinneseindrücken....und der unbeschreiblichen Erfahrung, wie schön und vielleicht auch wie gefährlich die Natur um einen herum sein kann. Für eine Weile verlieren Umsatzvorgaben dann ihre Relevanz. Und natürlich ist es großartig, am Ende des Tages ohne schlechtes Gewissen absurd kalorienreiches Essen genießen zu können :D
    Ich weiß nicht, ob Bergwandern dein Ding ist, jemand anderen zieht es vielleicht ans Meer oder in die Wüste oder wohin auch immer. Aber einmal raus zu kommen aus dem Korsett des Geschäftsalltags und frische Luft zu atmen ist unglaublich befreiend und man wird sich über manches klar und kann auch einmal loslassen.
    Für wichtig halte ich aber, dass man es allein tut. Und das es etwas ist, was einen reizt und erfüllt. Und um einen positiven Effekt zu erzielen, muss es kein halbes Jahr Neuseeland sein.
    Natürlich ändert das nichts am Alltag. Aber es ändert einen selbst und gibt einem Kraft. Du brauchst etwas, das dein Herz erfüllt, ich schreibe das jetzt mal bewusst so pathetisch, denn genau so ist es. Ich selber denke oft..."ich habe keine Leidenschaft mehr für irgendetwas". Und ich hasse dieses Gefühl, denn das war nicht immer so, früher hatte ich den Kopf voller grandioser Geschichten und Ideen und habe dafür gebrannt. Dafür hatte ich beruflich ziemlich den Kopf in den Wolken.
    Heute...ich bin Realist geworden...und tadaaa... beruflicher Erfolg ist da und es ist nicht so, dass ich meinen Job nicht gern mache. Aber dieses Feuer und die Begeisterung, die ich früher für so vieles hatte sind weg. Auch die brillianten Einfälle, die ich, ohne eitel sein zu wollen, von Zeit zu Zeit hatte. Es ist einfach alles grauer Alltag, aber es läuft. Nicht bezogen auf die persönliche Leistung, sondern auf das Gefühl, das man von sich selbst hat.
    Und an dem Punkt glaube ich dich gut verstehen zu können und komme wieder auf das Thema Bergwandern: Es reißt einem aus dem Trott, es macht dich zwangsläufig wieder zu einem Neugierigen, vielleicht nur, weil du nicht auf Anhieb den Weg findest oder wissen willst, was es mit der Burgruine vor dir auf sich hat. Es bereitet dir Muskelkater und bewirkt doch, dass plötzlich ein überteuertes Glas Milch auf einer Almhütte wie eine Offenbarung schmeckt. Du spürst wieder, dass du lebst und ein Mensch bist, wenn du durch einen kalten Bergsee schwimmst und dir danach die Sonne auf die (in meinem Fall) kaum mehr durchtrainierte Muskeln scheint.
    Und dazu musst du nicht lang unterwegs sein, das passiert spätestens am zweiten Tag.
    Wie gesagt, ich weiß nicht, was dein Fernweh anspricht, bei mir sind es eben die Berge. Vielleicht ist es bei dir etwas anderes. Aber ich weiß aus Erfahrung, dass einem so ein Trip in dieser Situation unglaublich gut tut. Vier, fünf Tage, mehr ist manchmal gar nicht nötig.

    "I swear, I will go to my grave thinking of my brother’s peach." (Stannis Baratheon)

  • Zeugnis Mist, dauerhaft mies gelaunt und jetzt auch noch konsequentes Fernweh.
    Ich hab kein Bock mehr...Schule ist doooof.

    Rhaegar fought valiantly,
    Rhaegar fought nobly,
    Rhaegar fought honorably.
    And Rhaegar died.

  • Lass mal Frühling werden, dann wird die Laune besser. Ist jedenfalls bei mir so. ^^

    I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".

  • Hi zusammen,


    mir geht wieder etwas besser. Vielen Dank für die Feedbacks. Ich fühle mich gerade etwas weniger gestresst.


    Mein Problem ist glaube ich, dass ich den Hals nicht vollkriegen kann was Geld / Gehalt angeht und alles im Rahmen meiner Möglichkeiten versuche an mehr Geld zu kommen (im Zusammenhang mit Arbeit). Dabei spare ich den größten Teil den ich bekomme. Ich bin neben meiner Haupttätigkeit auch noch selbständig tätig. Ich weiß, total bescheuert... dann braucht er sich nicht zu wundern werden jetzt einige denken. Würde ich vermutlich auch wenn ich das lesen würde. Vermutlich bin ich zu sehr geprägt von meiner Kindheit, weil ich aus total armen Verhältnissen stamme.
    Ich nehme mir eure Anregungen auf jeden Fall zu herzen, vor allem den Teil mit mehr Bewegung in irgendeiner Form, denn die kommt definitiv zu kurz!

    In diesem Sinne,
    LG KK

  • KingKarnja: Denk halt immer an eines: Zeit ist mit Geld nicht zu kaufen. Vor allem Zeit für dich selbst und deine Lieben.

    [b] Sorry, no dragons in Winterfell!


    Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

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