• Zitat

    Ich war in der Tat ziemlich geladen. Der Tonfall mir gegenüber hat mich doch sehr gestört und auch, dass man mir offensichtlich nicht zutraut, Situationen vernünftig zu beurteilen. Wahrscheinlich kennt ihr mich dazu einfach auch zu wenig.


    Das ist eine Verwechslung von Ursache und Wirkung. Eine Forendiskussion ist weder für unverantwortliches Handeln, noch für unverantwortliche ethische Ansichten verantwortlich.
    Die Empfehlung der Regierung lautet eindeutig Kontakte auf die Kernfamilie zu beschränken, du hast Spielgruppen gebildet oder zugelassen. Wie verantwortungsbewusst du dich auch fühlen magst, du bist dem Robert-Koch-Institut vermutlich nicht vernunftmäßig überlegen. Es bedarf also keiner großen Interpretation, um das unvernünftig zu finden.


    Zitat

    Hätte ich vielleicht erwähnen sollen. (..)
    Im Übrigen wurden wir gestern informiert, dass es in unserer Firma 3 positiv getestete Kollegen gibt. Da unsere Abteilung mit einem von diesen Kontakt hatte, wurden wir endgültig ins Homeoffice verfrachtet. Heißt für mich, dass ich auch unsere Kinderbetreuung mit den anderen 2 Familien abgesagt habe.


    Es wäre nach deinen Ausführungen über draußen spielende Kindergruppen hilfreich gewesen wenn du es erwähnt hättest, aber der Hauptvorwurf war nicht das "Draußensein" sondern "extrafamiliäre Kontakte" die zumindest für die Betreuung stimmen. Ob jetzt auf Grund der Erkrankung in deiner Firma in Ernstfall nur deine Familie betroffen wäre oder gleich drei ist doch nur noch Glück und Zufall.
    Ich rechne dir an, dass du einsichtig reagiert hast bevor dich die Quarantäne ohnehin dazu zwang.


    Zitat

    Nein, das ist nicht mein größtes Problem, das ich damit habe. Mein größtes Problem damit ist, dass wir nicht wissen, was mit unserer Wirtschaft passiert. Mit unserer Zukunft.


    Niemand hat dich wegen deiner Zukunftsängste angegangen, es ging darum auf Grund welcher ("größten") Probleme du dich nicht an die Empfehlungen zur Kontaktvermeidung hältst. Die Zukunftsängste sind für mich absolut verständlich, ich denke, dass momentan sehr viele Menschen davon in irgendeiner Form betroffen sind.





    Wie gesagt, war es schon vor der Pandemie nicht möglich, alle Pflegeleistungen, die wir gerne hätten und die gezahlt werden würden, zu kriegen, aber mit der Abreise vieler osteuropäischer Pflegerinnen verschärft sich das Kapazitätsproblem. Die Pflegedienste tun mir echt leid.


    Mir auch. Ich denke, wir werden die Quittung für relativ viele Versäumnisse der letzten Jahre bekommen.


    Zitat

    Weißt du noch welche das war?


    Hmmmm. Nicht weit von der aktuellen, 14 oder 15 denke ich. Es waren nur ein paar Sätze, aber ich kann später versuchen die Stelle zu finden. Ich glaube so grob weiß ich noch, wo sie war.


    Zitat

    Ich will nicht in "Wir-sind-Intensivbettenweltmeister-Geschwafel" verfallen, aber wir haben nun mal den Vorteil einer extrem gut aufgestellten Industrie, die wie Dräger schon Kapazitätsausweitungen angekündigt hat. Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel sind ja nun keine aufwendigen Produkte und es wird hoffentlich nicht lange dauern, als das Chemie- und Textilunternehmen ihre Maschinen neu einstellen und Produktionsmaschinen werden ja ebenfalls in großem Stil hergestellt. D. h. Materialknappheiten werden kein so großes Problem und Drosten betont ja auch die gute Qualifikation der Angestellten.



    Das ist alles richtig. Allerdings sehe ich mir zwischendrin die Appelle der italienischen Ärzte an (z.B. Dr.Grasseli von dem auch der Report stammt, Dr. Pavesi) und dann wird mir schlecht. Wobei ich ja freimütig einräume, dass mir vermutlich auch so schlecht werden, würde weil ich dem Elend nicht abhelfen kann obwohl ich es sehe. Meine Sorgen sind also durchaus immer auch "internationale Sorgen" beziehungsweise schlicht empathisch und emotional motiviert. Dessen bin ich mir aber bewusst und es fließt nicht in meine Bewertung der Lage ein.
    Die Kernbotschaft, der auch Drosten nicht widerspricht ist, dass derzeit kein Gesundheitssystem der Welt existiert, das ohne massive Vorsorge die Wellen abfangen könnte. Unsere Bettenzahl ist zunächst eine hypothetische, unser Beamtungspersonal zwar offensichtlich großartig aber zu wenig. Die Praxis klingt auch weniger zuversichtlich als Drosten selbst, wobei sie vermutlich durch die Belastungssituation der letzten Jahre zermürbt ist und subjektives und objektives "Können" oft auseinanderfallen, bis es so weit ist. Das macht es nicht leichter, sich ein realistisches Bild der Lage zu machen.


    Ich versuche also mir momentan noch keine Meinung zu bilden, bis mehr Fakten bekannt sind. Bis dahin fahre ich mit Heiner Müller:
    Optimismus ist nur Mangel an Information. :)


    Zitat

    Ich meine, ich habe auch nicht annähernd geglaubt, dass es so dramatisch werden könnte und es auch etwas belächelt; eine Postdoc von meinem Institut hat im Januar versucht Masken für ihre Eltern in China zu kaufen und keine mehr bekommen, dass fand ich doch arg albern.


    Es ehrt dich, dass du das zugibst - das wäre mir im Forum nicht aufgefallen.
    Grundsätzlich würde mich vielleicht amüsieren, wie viele Personen verzweifelt versuchen ihre "Einkaufsflucht nach vorne" immer noch als lässigen Moonwalk zu tarnen und innerhalb kurzer Zeit doch einen recht spektakulären U-Turn hingelegt haben, aber die Anzahl der völlig Uneinsichtigen ist derart unamüsant, dass ich bar jeder Ironie um jeden froh bin der informatorisch aufschließt. Zumal, wie du sagst, die offizielle Darstellung die Meinungsbildung zu Beginn nicht wirklich erleichtert hat.



    Zitat

    Es scheint aber bis jetzt auch keinen echten Wissenstransfer mit Fernost zu geben, obwohl Taiwan, Singapur, Hongkong, Japan und inzwischen auch Südkorea es zu vernünftigem Umgang gebracht haben (das wir nicht alle Elemente digitaler Totalüberwachung von dort übernehmen können - sei es drum).


    China soll neben ein paar Masken und Beatmungsgeräten in Italien auch ein paar Experten "schenkend" abladen. Über die propagandistischen Ziele dieser Geste brauchen wir uns gar nicht zu unterhalten und vermutlich sind sie weitestgehend so geknebelt, dass zur Gesamtlage nicht viel vernünftiges rauskommen wird. ABER ich hoffe sie bringen ein paar harte Zahlen und Fakten mit, mit denen Europa/USA weiterarbeiten kann.
    Immerhin kommt die Studie zur Wiedererkrankung und Immunisierung tatsächlich aus China:
    https://www.biorxiv.org/conten…0.03.13.990226v1.full.pdf


    Zitat

    (das wir nicht alle Elemente digitaler Totalüberwachung von dort übernehmen können - sei es drum)


    Da bin ich mir gar nicht mehr so sicher, Wieler liebäugelt offen damit. Wieler hat vor kurzem gesagt, dass eine Gruppe junger Engangierter unentgeltlich (lobend betont) an entsprechenden Apps arbeitet. Fast schon ironischerweise war die Politik dagegen, weil sie der Ansicht war den Leuten würden schon genug Grundrechtseinschränkungen blühen. Die offenen Daten werden ja ohnehin längst ausgewertet.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Maegwin ()

  • Part II:


    Podcast zu China:


    Zitat

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    Zu Japan:


    https://www.tagesschau.de/ausl…rus-kritik-japan-101.html


    Yay, in Japan bald bis 8000 Tests am Tag möglich. Wir haben momentan eine Kapazität von 20.000-30.000 am Tag? Bei einem Drittel weniger Bevölkerung? Und die reichen nicht.
    Schwierig.

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  • Wollen wir eigentlich einen eigenen Thread zu COVID-19 eröffnen?


    Wird vielleicht in der Zukunft ganz interessant sein, die Ereignisse dort nachzuverfolgen.

    “I walked away from the Last Great Time War, I marked the passing of the Timelords, I saw the birth of the universe and I watched as time ran out, moment by moment until nothing remained – no time, no space, just ME! I walked in universes where the laws of physics were devised by the mind of a mad man! And I watched universes freeze and creations burn, I have seen things you wouldn’t believe, I have lost things you will never understand!"
    -The Doctor

  • Der hier anwesende großkotzige Single schwingt sich täglich in die Öffis und arbeitet derzeit mal für einen, mal für zwei Elternteile gleichzeitig mit, damit die gemäß ihrer privaten Lebensplanung zu Hause ihrem Erziehungsauftrag nachkommen können.


    Glückwunsch. Pokal gefällig?
    Ich mache übrigens das gleiche, von den Öffis abgesehen.
    Aber ist es zu viel verlangt, in für uns alle belastenden Zeiten mal ein wenig vom verbalen Gaspedal zu treten?
    In der Sache stimme ich dir ja zu, aber ein bisschen Empathie auch für Eltern schadet nicht.

    It`s not easy to be a birdplane.


    Ich muss meine Reaktionen haben dürfen!

  • Ein gewisses Problem des Alltags wird es immer geben: Menschen, die aus verschiedenen Gründen keine Nachrichten konsumieren.


    Meine Freundin hat mir heute wieder erzählt, wie Menschen sich in einen noch nicht gesperrten Park begeben und sich auf die Parkbänke setzen wie die Vögel auf der Stange. Kommt die Polizei vorbei, und macht sie darauf aufmerksam, dass das so nicht geht, sind sie nicht aggressiv, aber oft auch unverständig. Verstehen oft gar nicht, was die Polizei von ihnen will.


    "Warum ein Meter Abstand?" Und die Polizisten müssen tatsächlich Dinge erzählen, die doch jeder Mensch seit Wochen wissen sollte. Aber es gibt so ungefähr 10-15 Prozent von Menschen in einer Gesellschaft, die wissen wirklich gar nichts von dem, was in der Welt vorgeht.

    [b] Sorry, no dragons in Winterfell!


    Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

  • Zitat

    Glückwunsch. Pokal gefällig?


    Kurzes Gedächtnis, hm?


    Zitat

    Du hast noch nie längere Zeit am Stück mit Kindern verbracht, oder? Ich selber habe keine, konnte diese Erfahrung aber auch schon mal einige Wochen am Stück machen. Wenn ich mich in die Lage von Eltern versetze, die 4 Wochen plus X Kinder zu hüten haben, die nicht raus dürfen, eventuell in einer Wohnung ohne Garten, und dabei noch arbeiten müssen... (..) Aber Singles und Kinderlose, die diese Lage bestenfalls theoretisch kennen, sollten sich hier und jetzt mal einfach zurück halten, und sich großkotzige Kommentare klemmen.


    Du bist derjenige, der hier vom Singlethron aus Mutterverdienstpokale verteilen will. Ich habe mich auch über meine selbstverständliche Zusatzarbeit nicht beschwert und wie bereits erwähnt - auch meine "Arbeitsmamas" über ihre nicht (von Galgenhumor mal abgesehen).


    Zitat

    Aber ist es zu viel verlangt, in für uns alle belastenden Zeiten mal ein wenig vom verbalen Gaspedal zu treten?
    In der Sache stimme ich dir ja zu, aber ein bisschen Empathie auch für Eltern schadet nicht.


    TL;DR: Ja.


    Ich empfinde keine Empathie für Personen, die Andere fahrlässig gefährden, während einen Katzensprung weiter Militärkonvois Särge aus Städten fahren. Und wenn du wüsstest, was genau ich von Personen halte die lautstark überlegen, ob es nicht gesellschaftseffizienter wäre ältere und geschwächte Menschen einfach dem Tod zu überlassen, dann wäre klar, dass das Bremspedal bereits funkenschlagend über den Asphalt streift.


    Über meinen Umgang mit "den Eltern" kann ich nicht viel sagen, weil es "die Eltern" für mich so nicht gibt. Unser Nachbar hat uns sogar gefragt ob es für uns in Ordnung ist, wenn sein dreijähriger Sohn (einziges Kind im Haus außer dem Babybruder) mit ihm unter Aufsicht auf der gigantischen, unbenutzten und eingezäunten Freifläche unseres Grundstücks spielen würde.
    Wir hatten vor nicht allzu langer Zeit eine Diskussion über den Kinderwunsch, während der ich heutigen Mamas eine - aus meiner Perspektive - übervernünftig hohe Opferbereitschaft zugesprochen habe. Ich habe entsprechend keinerlei Interesse an irgendeiner Form von Generalbashing. Schwierig wird es dann, wenn einzelne Eltern erwarten, dass auch Dritte zum Wohle ihrer Kinder unverhältnismäßige Opfer bringen müssten.

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  • Wollen wir eigentlich einen eigenen Thread zu COVID-19 eröffnen?


    Wird vielleicht in der Zukunft ganz interessant sein, die Ereignisse dort nachzuverfolgen.

    Das halte ich auch für ne gute Idee.


    "Warum ein Meter Abstand?" Und die Polizisten müssen tatsächlich Dinge erzählen, die doch jeder Mensch seit Wochen wissen sollte. Aber es gibt so ungefähr 10-15 Prozent von Menschen in einer Gesellschaft, die wissen wirklich gar nichts von dem, was in der Welt vorgeht.

    Solche Leute hab ich letzte Woche getroffen, die dachten die Krise sei anderswo, aber doch nicht bei uns...
    Gestern im Supermarkt waren es aber eindeutig Leute, die sich einen Dreck scherten.


    Ich hab noch ein Update für unseren tollen integrierten Tante Emma-Laden im Dorfgespräch. Da stehen jetzt zwei Leute von einem privaten Security-Dienst. Das kannte ich bisher nur aus der Großstadt. Ich bin da nicht gut drin, aber das sollte man fotografieren und ein Meme machen mit der Unterschrift "Unser Klopapier ist sicher."


    Edith: In Freiburg haben wir die erste Ausgangssperre, da hab ich unsere Grünen wohl etwas unterschätzt.

    HODOR !

    Einmal editiert, zuletzt von hodor ()

  • Meme machen mit der Unterschrift "Unser Klopapier ist sicher."


    Es könnte sich eine ganz neue Spezialeinheit herauskristallisieren: TPS. Toilet Paper Squad. Hände hoch und lassen sie das Klopapier fallen!



    Bei uns werden ier Handelsöffnungszeiten reduziert, die Supermärkte schließen ab jetzt eine Stunde früher. Gibt ja auch wirklich keinen Grund, die armen Schweine bis 20h im Laden zu behalten, wenn doch sowieso keiner mehr lange arbeitet und ganz viele gar nicht?

    [b] Sorry, no dragons in Winterfell!


    Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

  • Ich empfinde keine Empathie für Personen, die Andere fahrlässig gefährden, während einen Katzensprung weiter Militärkonvois Särge aus Städten fahren. Und wenn du wüsstest, was genau ich von Personen halte die lautstark überlegen, ob es nicht gesellschaftseffizienter wäre ältere und geschwächte Menschen einfach dem Tod zu überlassen, dann wäre klar, dass das Bremspedal bereits funkenschlagend über den Asphalt streift.


    Danke, das kann ich nur noch mal ganz dick unterstreichen (zumal Happytime wohl auch hauptsächlich mit dem Finger auf mich gezeigt hat, du bist ja genau genommen kein Single :) ).


    Die Situation in Italien ist echt unerträglich und schlägt mir auch allmählich aufs Gemüt... . Was ist eigentlich aus der europäischen Solidarität geworden? Alles was man wahrnimmt ist, dass jeder seine Grenzen dicht macht, was ich zu diesem Zeitpunkt schlicht nur noch für wenig effektiv wenn nicht gar sinnlos halte. Im Gegenteil, der Warenfluss mit wertvollen Gütern wird erheblich beeinträchtigt, LKW Fahrer stecken in Superstaus ohne Essen oder Trinken, Leute kommen nicht mehr nach Hause zu ihren Familien- was soll das denn jetzt noch bringen wo das Virus sich eh schon überall ausbreitet?? Die meisten machen doch bloss ihre Arbeit und der Rest will vermutlich eh nur nach Hause, ich kann mir nicht vorstellen, dass noch mehr als ein paar % der Grenzüberquerer das nur aus Jux und Tollerei machen.
    Dass China Material und Equipment nach IT schickt finde ich ja löblich (das politische Statement ist mir erst mal herzlich egal), aber 10 zusätzliche Ärzte und Pflegekräfte reissen den Karren leider auch nicht aus dem Dreck. Die EU und alle Länder schnüren fette Geldpakete, aber ich habe einfach nicht das Gefühl dass auch irgendwas passiert. Vor allem muss ich auch das italienische Kirsenmanagement ins Gebet nehmen. Die Lombardei schreit ja nicht erst seit gestern um Hilfe, sondern seit Ende Februar, trotzdem scheint sich die Situation mit jedem Tag zu verschlechtern. Wenn man schon alles Geld der Welt zur Verfügung hat, warum dauert dann alles so verflucht lange?? Liegt das echt nur am Mangel an Fachkräften? Dass man sich kompetente Leute nicht aus dem Hut zaubern kann, ist mir schon klar. Aber es muss doch eine Möglichkeit geben, das bestehende Personal zu entlasten, damit diese sich auf Kernaufgaben konzentrieren können? Praktikanten, angehende Pflegefachkräfte und Ärzte, oder Leute die erst kürzlich in den Ruhestand gegangen sind, wahrscheinlich gebe es auch unzählige Freiwillige die helfen würden, diesen müssten halt Aufgaben zugeteilt werden für die es keine grossen Fachkompetenzen benötigt bzw. man kann auch gezielt Crash-Kurse für bestimmte Aufgaben durchführen. Ausserdem gibt es doch auch sicher beim Militär Ärzte und Fachkräfte die aushelfen könnten. Alle diese Leute könnten ja offenbar sogar fürstlich entlohnt werden.
    In China werden innerhalb von 10 Tagen 2 Krankenhäuser mit jeweils 1000 Betten, Equipment und Pflegepersonal hochgezogen, und in Italien passiert in einem Monat gefühlt überhaupt nichts, ausser dass der Ruf nach Hilfe immer lauter wird. Ich weiss, dass wir nicht in China sind, aber der Notstand ist dazu da, bestehende Prozedere und Regulariern ausser Kraft zu setzen um notwendige Massnahmen zu beschleunigen, damit die Krise bewältigt werden kann. Trotzdem scheinen demokratisch geführte Länder das Instrument nicht gezielt nutzen zu können, autoritär geführte Staaten sind in dieser Hinsicht tatsächlich klar im Vroteil.

    ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

  • Die meisten Deutschland umliegenden Länder sind medizinisch sehr viel schlechter aufgestellt als Deutschland selbst und bei einem Gefälle von 15000 zu 500 machen Grenzkontrollen mit Fiebermessung immer noch Sinn. Insbesondere da viele Menschen in allen möglichen Grenzgebieten die angekündigten Grenzschließungen nochmal dazu genutzt hatten sich heuschreckenartig in das jeweilige Nachbarland zu ergießen und mit Billigvorräten einzudecken. Es gibt Länder, die ihre Ansteckungsrate quasi zu 50% auf Ischgl zurückführen können, östlich von D kommen praktisch alle Ansteckungen über D (noch wohlgemerkt, Russland scheint ja gar nichts zu testen). Die jeweiligen Landespolitiker können sich nicht vorwerfen lassen, sie hätten das gewusst aber nicht reagiert, ähnlich wie bei Quarantänegebieten. Sollten sich die Zahlen eines Tages stärker angleichen, wird die Angelegenheit wieder einfacher.
    Abgesehen davon, dürften viele Staus auf Grund der verkehrstechnischen Vollbremsung entstanden sein, die Angelegenheit muss sich erstmal einpendeln. Warenverkehr ist ja weiterhin gewünscht.


    Zitat

    Die EU und alle Länder schnüren fette Geldpakete, aber ich habe einfach nicht das Gefühl dass auch irgendwas passiert. Vor allem muss ich auch das italienische Kirsenmanagement ins Gebet nehmen. Die Lombardei schreit ja nicht erst seit gestern um Hilfe, sondern seit Ende Februar, trotzdem scheint sich die Situation mit jedem Tag zu verschlechtern. Wenn man schon alles Geld der Welt zur Verfügung hat, warum dauert dann alles so verflucht lange?? Liegt das echt nur am Mangel an Fachkräften? Dass man sich kompetente Leute nicht aus dem Hut zaubern kann, ist mir schon klar.


    Das habe ich bei uns schon nicht verstanden. Ich gucke ja auf Youtube regelmäßig die Ansprachen von Herrn Landrat Pusch (Landkreis Heinsberg), der macht das eigentlich ziemlich toll. Ihnen drohten zu einem sehr frühen Zeitpunkt die Ärzte wegen Quarantäne auszugehen. Jetzt haben wir davon in Deutschland 400.000 Stück. Nicht falsch verstehen, mir ist bewusst, dass ein Orthopäde keine OP am offenen Herzen durchführen kann und die sicher alle selbst gut beschäftigt sind. Aber im absoluten Notfall sollte es doch möglich sein 15-30 Personen über einen Zeitraum von zwei Wochen zu ersetzen?
    Die Hilfe der Bundeswehr scheint er völlig ohne Echo mehrfach angefordert zu haben. Man kann sich seine Krisen auch sehr gut selbst zuspitzen.


    Was Italien betrifft, scheint das größte Problem Material zu sein. Ich weiß nicht, wie es dort um die Beschaffung steht. In den Medien scheint sich das hier zu bestätigen:


    Die "Busfahrspur" müsste von politischer Seite eingerichtet werden. Da wurde und wird abgewartet. Seit Mitte letzter Woche läuft der Export (Schutzmasken etc.) von China wieder an. Von einem chinesischen Unternehmen, mit dem wir gelegentlich Geschäfte machen, wurde uns jetzt schon mehrmals angeraten, doch endlich zu kaufen. Wenn mir als "Mini" Unternehmer da Ware angeboten wird, müsste es doch auch schon längst für die öffentliche Hand möglich sein. Für mich unverständlich.


    https://www.spiegel.de/wissens…6b-4779-af8c-1912aebce7ac


    Ich hoffe, dass das mit der Großlieferung am Donnerstag jetzt wirklich klappt.


    Zitat

    In China werden innerhalb von 10 Tagen 2 Krankenhäuser mit jeweils 1000 Betten, Equipment und Pflegepersonal hochgezogen, und in Italien passiert in einem Monat gefühlt überhaupt nichts, ausser dass der Ruf nach Hilfe immer lauter wird. Ich weiss, dass wir nicht in China sind, aber der Notstand ist dazu da, bestehende Prozedere und Regulariern ausser Kraft zu setzen um notwendige Massnahmen zu beschleunigen, damit die Krise bewältigt werden kann. Trotzdem scheinen demokratisch geführte Länder das Instrument nicht gezielt nutzen zu können, autoritär geführte Staaten sind in dieser Hinsicht tatsächlich klar im Vroteil.


    Ich denke nicht, dass sie das wirklich sind. Ich glaube auch nicht, dass irgendein Wissenschaftler daran glaubt, dass Japan, China oder Südkorea ihre Krisen tatsächlich bewältigt haben.
    Meiner Arbeitshypothese nach haben sie die Totenzahlen durch Maßnahmen, die bei uns so nicht möglich sind (Liveüberwachung Erkrankter, Masken zum Fremdschutz) nochmal um die 20-40% gedrückt und verschmieren die restlichen einfach in der Statistik. In China sterben sowieso ca. 25000 Menschen täglich, bis die Erhöhung in der Statistik unumgänglich sichtbar wird, wird schon irgendjemand irgendwas erfunden haben.

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  • Update: In Österreich werden die bisherigen Maßnahmen bis 13.April, Ostermontag verlängert. Das wird ein Kraftakt in jeglicher Hinsicht ...


    Bayern scheint gerade Österreich punkto Maßnahmen nachzuziehen - dann haben alle schon mal einen Richtwert, wie lange das dauern wird.


    Dass die knallhart heute gesagt haben: Habt ihr die erste Woche gut geschafft? Es kommen noch dreieinhalb weitere - hätte ich in der Deutlichkeit nicht erwartet. Eher Salamitaktik.


    edit: Schicker neuer Thread und eines Tages ein schönes Zeitzeugendokument.

    [b] Sorry, no dragons in Winterfell!


    Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

  • Zitat

    Bayern scheint gerade Österreich punkto Maßnahmen nachzuziehen - dann haben alle schon mal einen Richtwert, wie lange das dauern wird.


    Ja, Söder hat es gerade verkündet.

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  • Dass die knallhart heute gesagt haben: Habt ihr die erste Woche gut geschafft? Es kommen noch dreieinhalb weitere - hätte ich in der Deutlichkeit nicht erwartet. Eher Salamitaktik.
    edit: Schicker neuer Thread und eines Tages ein schönes Zeitzeugendokument.


    Die Deutlichkeit ist auch nötig, damit alle begreifen, dass es ernst ist.
    Massenpsychologisch problematisch sehe ich es dann allerdings wenn dieser Ausnahmezustand dann zur Normalität wird und lange andauert. Für viele nicht betroffene Menschen ist das Virus nämlich noch ein zu ungreifbares Phänomen. Ich sehe da schon die Gefahr vermehrter Trotzreaktionen und Ungehorsam, gerade je länger die Situation andauert.


    Das viel wertvolle Zeitzeugendokument für die Nachwelt ist im Übrigen der Smalltalk des Grauens. It is known.

    "Not every man has it in him to be Prince Aemon the Dragonknight." -Wyman Manderly


    Ceterum censeo Casimirem esse delendum.

  • Das hängt von der konsequenten Durchsetzung ab. Wenn vorhanden, dann wird die Einschränkung zur neuen Normalität. Ob die Kapazitäten für eine konsequente Durchsetzung da sind, lasse ich mal offen.

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  • Ich war grade im Supermarkt auf der anderen Straßenseite und dort wurden jetzt Abstandslinien am Boden vor der Kasse angebracht. Erfreulicherweise haben das die Leute auch einfach so hingenommen. Ich will mir aber nicht vorstellen, wie das morgen aussieht. Samstagmorgen ist ja die Hauptstoßzeit in Supermärkten und dann gibt es immer so Idioten, die glauben, dass eine Schlange schneller abgewickelt wird, wenn sie 5cm weiter vorne stehen, obwohl die Anzahl der Leute vor ihnen gleich bleibt.
    Die Regale sind übrigens gut gefüllt, auch wenn ich darauf verzichtet habe bei Mehl und Nudeln zu gucken.


    Die Verkehrslage auf der Straße ist übrigens ein absoluter Traum. Man kann praktisch über die Straße laufen, ohne nach links und rechts zu schauen. Wenn die Gesellschaft den Zustand erreicht hätte, ohne dass nebenbei Todesgefahr für viele Menschen besteht, wäre das natürlich noch besser. Wahrscheinlich ist das auch wieder vorbei, wenn der Normalzustand wieder Einzug hält, aber wer weiß? Vielleicht findet der eine oder andere doch Gefallen an einem ruhigeren Stadtverkehr.

    Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton

  • Ich denke nicht, dass sie das wirklich sind. Ich glaube auch nicht, dass irgendein Wissenschaftler daran glaubt, dass Japan, China oder Südkorea ihre Krisen tatsächlich bewältigt haben.
    Meiner Arbeitshypothese nach haben sie die Totenzahlen durch Maßnahmen, die bei uns so nicht möglich sind (Liveüberwachung Erkrankter, Masken zum Fremdschutz) nochmal um die 20-40% gedrückt und verschmieren die restlichen einfach in der Statistik. In China sterben sowieso ca. 25000 Menschen täglich, bis die Erhöhung in der Statistik unumgänglich sichtbar wird, wird schon irgendjemand irgendwas erfunden haben.


    Da bin ich grundsätzlich schon bei dir, ich traue den Zahlen aus China ja auch nicht und in Südkorea scheint sich der Wind eh gerade wieder langsam zu drehen.
    Trotzdem war die Aktion mit den beiden Krankenhäusern schon ziemlich beeindruckend und zeugt von starkem, direktivem und ganzheitlichen Krisenmanagement. Vergleichbares wäre wohl in keinem Land Europas denkbar, obwohl genau solche Massnahmen jetzt in Krisenherden wie Norditalien wirklich helfen und den Karren aus dem Dreck ziehen könnten.
    Bist du dir bzgl. Live-Überwachung Erkrankter sicher? Möglicherweise würde der "Ausnahmezustand" auch solche Massnahmen rechtfertigen, da bin ich aber freilich zu wenig gesetzeskundig. Technisch dürfte es allerdings problemlos auch bei uns machbar sein.

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  • Zitat

    Massenpsychologisch problematisch sehe ich es dann allerdings wenn dieser Ausnahmezustand dann zur Normalität wird und lange andauert. Für viele nicht betroffene Menschen ist das Virus nämlich noch ein zu ungreifbares Phänomen. Ich sehe da schon die Gefahr vermehrter Trotzreaktionen und Ungehorsam, gerade je länger die Situation andauert.

    ja, ich höre nicht wenig die sich vorallem Sorgen machen das es Dauerzustand werden könnte (wenn keine exakten Enddaten für Verfügungen genannt werden oder weil in anderen Ländern ausnahmezustände immer wieder verlängert wurden).


    Gerade im supermarkt gewesen, Seife bekommen - aber bei vielen Sachen scheint es derzeit vielleicht auch glückssache zu sein, wann man gerade kommt. Viele Leute halten Abstand, einige scheinen aber auch zu denken man steht nur in der Gegend rum. Was jetzt auch schon nervt.... alles nicht einfach, hab gestern (neben der ebenfalls interessanten Illner-Sendung im zweiten- das erste mal seit gefühlt 15 Jahren dass ich das geschaut habe, einen interessanten Artikel von S.Lobo gelesen - muss man nicht alles teilen, aber als Denkanstösse gut finde ich

    )

  • Zitat

    Was jetzt auch schon nervt.... alles nicht einfach, hab gestern (neben der ebenfalls interessanten Illner-Sendung im zweiten- das erste mal seit gefühlt 15 Jahren dass ich das geschaut habe, einen interessanten Artikel von S.Lobo gelesen - muss man nicht alles teilen, aber als Denkanstösse gut finde ich


    Ich glaube, um den Artikel gut zu finden, muss man Lobo jemals gut gefunden haben. Es ist jetzt keine große Überraschung, dass du (natürlich den Posts nach zu urteilen) deutlich liberaler eingestellt bist als ich. :)


    Was er schreibt, halte ich für teilweise schlicht unsinnig.


    Wenn man Verhalten durchsetzen will, gibt es immer den repressiven und den konstruktiven Weg. Repressiv bedeutet zum Beispiel, einen Straftäter ins Gefängnis zu stecken. Konstruktiv bedeutet, ihm im Rahmen z.B. sozialpädagogischer Unterstützung davon zu überzeugen künftig keine Straftaten mehr zu begehen.
    Die repressive Variante stellt den Missstand sofort ein, die konstruktive wirkt nach, weil sich innere Überzeugung langfristiger auswirkt als ein aufoktroyiertes Verbot.


    Es ist weder möglich jeden Straftäter von seinem Unrecht zu überzeugen, noch hat man in der Notsituation potentieller weiterer Übergriffe seinerseits die entsprechende Zeit.


    Sinnvoll sind beide Formen parallel in der Anwendung. Genau das passiert aber gerade auch. Politik und Medien sprechen sich den Mund fusselig. Wer die geistige oder moralische Kapazität hatte, die Situation zu begreifen, hat es vermutlich bereits getan. Auf den Rest der Gesellschaft kann man jetzt leider keine zwanzig weiteren Monate mehr warten.


    Ironischerweise entschuldigt Lobo diejenigen, die sich gar nicht informieren wollen ja auch noch. Also sollte man ihnen nichts aufzwingen, im Gespräch dürfen sie sich aber gern auch noch die Ohren zuhalten.
    So wird das weder mit der repressiven, noch konstruktiven Variante etwas.

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  • Ironischerweise entschuldigt Lobo diejenigen, die sich gar nicht informieren wollen ja auch noch. Also sollte man ihnen nichts aufzwingen, im Gespräch dürfen sie sich aber gern auch noch die Ohren zuhalten.
    So wird das weder mit der repressiven, noch konstruktiven Variante etwas.


    Das wird wohl ewig der Tenor der Liberalen bleiben; Staatliche Regulierungen oder Verbote? -> Bitte auf das Individuum vertrauen, Freiheitsrechte, Mündigkeit, bla. Freiheiten lassen? -> bei Aufforderung diese Freiheiten vernünftig und verantwortungsvoll zu nutzen irgendwas von Hypermoralismus und Besserwisserei schwabafeln.


    Interessant finde ich auch die ganze Posse um Wolfgang Wodarg, besonders das er auch Lungenfacharzt ist, vielleicht sollte die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie mal die Qualitätsstandards in der Facharztausbildung checken, da war doch schon mal was mit hundert Lungenfachärzten und fragwürdigen Aufrufen....

    Einmal editiert, zuletzt von Grunkins ()

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