Bundestagswahl 2021 - ehemals 2017

  • Da kann ich dir nur voll zustimmen, ssnake.


    Zitat

    Das Müllproblem sehe ich nicht so, denn wir brauchen so oder so ein Endlager


    was ja wieder ein anderes Problem wäre, bis das mal evtl irgendwann durch ist. auch gorleben damals war ja nicht gerade ein sauberes Verfahren. Und solange lagern wir es schön in Hallen beinahe unter freien Himmel (wie in Ahaus) oder versuchen doch den Müll exportieren. Zumal ja auch immer die Abbaubedingungen für Uran in den weit entfernten Herkunftsländern außer Acht gelassen werden .


    Generell ist die Frage, ob eine Gesellschaft mit viel Industrie noch ein Zukunftsfähiger Gedanke ist.Was einsparpotentiale angeht, müssten im Zweifelsfall vielleicht harte Anreize für weiterentwicklung und umrüstung geschaffen werden, LED haben sich ja auch nur sehr zögerlich durchgesetzt - und Leistugnsstarke Batterien für E-Autos (die ich derzeit nicht als die wirkliche Lösung sehe) soll es in den VS schon Anfang der 90er gegeben haben.
    Was mir auch viel zuwenig gefördert wird, ist der Ausbau von Sonnenenergie (sowohl hier als auch in Kooperation mit sonnenintensiveren Ländern, allerdings weiß ich da auch nicht wirklcih was über die Rohstoffproblematiken bei der Herstellung).

  • Und zu denjenigen, die immer wieder den Ausstieg aus der Atomkraft als "kurzsichtig" geiseln: Na, wollt ihr neben einem AKW wohnen? Oder neben der Nuklearmülldeponie?

    Mir ist schon immer ein wenig mulmig, wenn ich darüber nachdenke, dass ich quasi in Steinwurfnähe zu einem ehemaligen AKW arbeite...
    Sieht man auf dem Bild hier ganz nett. Das AKW war unten rechts und ich arbeite in der Firma, die da oben links zu sehen ist. :|

    I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".

  • Die gute Nachricht ist: Strahlenerkrankung wäre vermutlich nicht dein Problem. :hmm:


    Ich habe grundsätzlich leichten Grusel vor Zu-großen-Industriegebäuden-und-Industriekaminen-mit-roten-Lämpchen. Ich könnte beispielsweise nie neben dem Klinikum Großhadern wohnen, ich habe es Umbrella-Corporation getauft. https://de.wikipedia.org/wiki/…_Klinikum_Grosshadern.jpg :/


    Aber ein Atomkraftwerk per se macht mir ehrlichgesagt nicht viel aus. Wenn sie FMR III in der Siedlung aufstellen würden, fein.

    I have been despised by better men than you.

  • Die Grünen könnten und müßten für einen schleunigen Ausbau der Windenergie sorgen und zwar ohne Rücksicht auf eigene basisdemokratische Befindlichkeiten.


    Also auch mal über durchaus einem selber nahestehende Bürgerinitiativen drüberfahren. Wenn das Haus brennt, sollte man sich nicht allzuviel mit der Aussicht aus dem Fenster aufhalten.


    Und zu denjenigen, die immer wieder den Ausstieg aus der Atomkraft als "kurzsichtig" geiseln: Na, wollt ihr neben einem AKW wohnen? Oder neben der Nuklearmülldeponie?


    Hätte ich kein Problem mit. Und wenn doch, reiße ich mich entweder zusammen oder ziehe halt weg. Zumal man gerade Atomkraftwerke recht gut da hinstellen kann, wo wenige Leute wohnen. Und es gibt tausende Dinge, die mich persönlich irritieren, deren Sinn ich aber dennoch anerkenne.


    Der Appell an die niederen Instinkte und den Egoismus der anderen Seite ist aber eh ein sehr schlechtes Argument. Das gilt ganz besonders, nachdem du dich einen Absatz vorher noch dagegen ausgesprochen hast, sich von NIMBYs beeinflussen zu lassen.

    Im übrigen meine ich, die deutsche Neuübersetzung sollte vernichtet werden.

  • Der Appell an die niederen Instinkte und den Egoismus der anderen Seite ist aber eh ein sehr schlechtes Argument. Das gilt ganz besonders, nachdem du dich einen Absatz vorher noch dagegen ausgesprochen hast, sich von NIMBYs beeinflussen zu lassen.



    Das verstehe ich jetzt ehrlich gesagt nicht. Was sind NIMBYS, mit der Abkürzung kann ich nichts anfangen?


    Egoismus von der anderen Seite? die Grünen müssten gegen elementar eigene Wählerinteressen und Grundprinzipien verstoßen, so die denn in Deutschland ans Ruder kommen, was die Durchsetzung der Windkraft betrifft. Ich halte das aber dennoch für das einzig richtige. Man kann immer lieb und nett sein - oder manchmal auch ein bisschen weniger lieb und nett und dafür das richtige tun. Das muss ja deswegen noch nicht autoritär und gegen geltendes Recht sein, man kann halt einfach unpopuläre Maßnahmen auch mal durchziehen.


    Und ich bleibe dabei, dass Kernkraft mit der JETZIGEN Technologie unwirtschaftlich (Bau-, Betriebs- und Entsorgungskosten decken höchst selten das Betriebsergebnis punkto Stromgewinnung, dafür trägt das Risiko der Steuerzahler, den Gewinn die Erbauer) und gefährlich ist.


    Die Annahme, man könnte gerade in Deutschland (oder auch Frankreich) die AKWS in entlegene Gebiete bauen, halte ich für falsch. Bei einem Super-Gau sind diese beiden Länder dafür relativ zu klein (für die wandernde Strahlung) und dicht bevölkert.


    Vom ethischen Problem der Gewinnung von Uran und Plutonium, die jetzt auch nicht auf den Bäumen wachsen, möchte ich nicht nicht mal anfangen.

    [b] Sorry, no dragons in Winterfell!


    Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

  • Generell ist die Frage, ob eine Gesellschaft mit viel Industrie noch ein Zukunftsfähiger Gedanke ist.


    Die aktuelle Alternative wäre eine Gesellschaft mit wenig Industrie und sehr viel Asien-Import.


    Zitat

    Was mir auch viel zuwenig gefördert wird, ist der Ausbau von Sonnenenergie.


    Das Gute an Solarenergie ist, dass sie inzwischen auch ohne Förderung konkurrenzfähig ist. Das Schlechte ist, dass man Produktionsschwankungen während des Tages, zwischen Tag/Nacht, zwischen verschiedenen Tagen (bewölkt versus blauer Himmel) und zwischen den Jahreszeiten hat. Die Frage wird sein, ob man eine effiziente Speichertechnologie findet.


    Und ich bleibe dabei, dass Kernkraft mit der JETZIGEN Technologie unwirtschaftlich (Bau-, Betriebs- und Entsorgungskosten decken höchst selten das Betriebsergebnis punkto Stromgewinnung, dafür trägt das Risiko der Steuerzahler, den Gewinn die Erbauer) und gefährlich ist.


    Das ist für den aktuellen Stand der Technologie zweifellos richtig, man muss sich nur mal die Neubauten in Europa anschauen. Den aktuellen Strombedarf in D kriegt man vermutlich auch mittelfristig mit EE und ein bisschen Gas zur Reserve gedeckt. Die Frage ist allerdings, was passiert, wenn im Wärme- und Verkehrsbereich zunehmend auf Elektrifizierung gesetzt wird. Dann steigt der Bedarf wieder steil an.


    Irgendwann haben Erneuerbare Energien auch höhere ökologische Kosten als konventionelle, wenn der Flächenbedarf zu groß wird.


    Als Österreicher fände ich es aber auch gut, wenn die dt. Energiepolitik so weiter geht, Sonntag z. B. hat Österreich 25% seines Stromverbrauchs aus D importiert und dafür noch Geld bekommen, weil der Strompreis in Deutschland zwischendurch -34€ pro MWh erreicht hat ;).

  • Als Österreicher fände ich es aber auch gut, wenn die dt. Energiepolitik so weiter geht, Sonntag z. B. hat Österreich 25% seines Stromverbrauchs aus D importiert und dafür noch Geld bekommen, weil der Strompreis in Deutschland zwischendurch -34€ pro MWh erreicht hat ;)


    Ach das ist doch ein Spielchen, das seit den 50er Jahren so geht. Wenn im Sommer dann die Laufkraftwerke bzw. die Windkraftwerke wieder anlaufen, wird der Strom aus Österreich nach Bayern zurückexportiert, das ist wirklich schon lange Usus. Mehr zum Kotzen finde ich eher, dass mit Recht auf die wackligen Atomkraftwerke in Tschechien und der Slowakei hingewiesen werden, und die Länder Niederösterreich und Oberösterreich (nicht Wien) aber unter der Hand brav zukaufen, also in Sonntagsreden dagegen, aber unter der Hand dann doch dafür. Das eine Bundesland hat eine absolute konservative Regierung, das andere hat die Konservativen mit den Faschos in der Landesregierung.


    Da lobe ich mir das so angeblich rückständige Burgenland (ehemals Deutsch-Nordwest-Ungarn), das in Ermangelung von Flüssen nicht ein einziges Laufkraftwerk hat und dementsprechend lange von fossilen Kraftwerken bzw. Stromimporten zu 75% lebte.


    Heutzutage am Rande der ungarischen Tiefebene zu hundert % autark durch Windstrom und es bleibt sogar noch was übrig, um teilweise das nahe Bratislava mitzuversorgen.


    (Bratislava hat mehr als doppelt so viele Einwohner als das Einwohner-mäßig kleinste Bundesland der Republik.)

    [b] Sorry, no dragons in Winterfell!


    Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!


  • Ach das ist doch ein Spielchen, das seit den 50er Jahren so geht. Wenn im Sommer dann die Laufkraftwerke bzw. die Windkraftwerke wieder anlaufen, wird der Strom aus Österreich nach Bayern zurückexportiert, das ist wirklich schon lange Usus.


    Zahlt ihr denn auch dafür, dass die Bayern österreichischen Hydrostrom abnehmen? Außerdem laufen im Sommer die Solaranlagen in Bayern so richtig an. Übers Jahr gesehen lag der dt. Nettostromexport nach Österreich 2018 bei 25 TWh, 2019 bei 19.
    https://www.agora-energiewende…esauswertung_2019_WEB.pdf, S.30
    Ist jetzt auch nicht so, als hätte ich etwas gegen grenzüberschreitenden Stromhandel und das aktuelle Maß der Kosten für die Stromabnahme durchs dt. EEG hält sich mit ca. 0,5 Mrd. € pro Jahr auch noch in Grenzen, aber wenn man die 30% Solar+Wind deutlich erhöht, werden die Kosten dafür in die Höhe gehen, besonders wenn die Grundlast der dt. AKWs wegfällt.


    Nachtrag: https://www.zeit.de/2019/08/wi…blaetter-probleme/seite-2

    Einmal editiert, zuletzt von Grunkins ()

  • Das verstehe ich jetzt ehrlich gesagt nicht. Was sind NIMBYS, mit der Abkürzung kann ich nichts anfangen?


    https://de.wikipedia.org/wiki/Nimby steht für "not in my backyard" und bezeichnet Leute, die gegen an sich sinnvolle Maßnahmen sind, die ihr persönliches Umfeld beeinflussen würden, ich habe die von dir erwähnten Bürgerinitiativen mal da eingeordnet, wobei ich mich natürlich irren kann.


    Zitat

    Egoismus von der anderen Seite? die Grünen müssten gegen elementar eigene Wählerinteressen und Grundprinzipien verstoßen, so die denn in Deutschland ans Ruder kommen, was die Durchsetzung der Windkraft betrifft. Ich halte das aber dennoch für das einzig richtige. Man kann immer lieb und nett sein - oder manchmal auch ein bisschen weniger lieb und nett und dafür das richtige tun. Das muss ja deswegen noch nicht autoritär und gegen geltendes Recht sein, man kann halt einfach unpopuläre Maßnahmen auch mal durchziehen.


    Und eine unpopuläre Maßnahme wäre eben auch der Bau eines Atomkraftwerks. Und deswegen lasse ich das "würdest du neben einem Atomkraftwerk wohnen wollen?"-Argument nicht gelten.


    Zitat

    Und ich bleibe dabei, dass Kernkraft mit der JETZIGEN Technologie unwirtschaftlich (Bau-, Betriebs- und Entsorgungskosten decken höchst selten das Betriebsergebnis punkto Stromgewinnung, dafür trägt das Risiko der Steuerzahler, den Gewinn die Erbauer) und gefährlich ist.


    Im Gegensatz zu Erneuerbaren, die ganz explizit subventioniert werden müssen? Und Kohle bläst ihre Schadstoffe einfach in die Atmosphäre, dafür hat es bisher auch keine Rechnung gegeben.


    Und die Gefahr wird im Allgemeinen deutlich überschätzt, gerade in Ländern ohne Erdbeben oder Tsunamis. Die hohen Sicherheitsstandards tun da ihren Job und verursachen eben auch die hohen Kosten.


    Und wo wir gerade von jetziger Technologie reden: Das Energiespeicherproblem, das einem vollständigen Umstieg auf Erneuerbare im Weg steht, ist ungelöst. Man muss also die Kapazitäten irgendwie auffangen, und fossile Brennstoffe haben den Nachteil, dass sie im Normalbetrieb sehr klimaschädlich sind, also der Gesellschaft eine garantierte Rechnung präsentieren.


    Zitat

    Vom ethischen Problem der Gewinnung von Uran und Plutonium, die jetzt auch nicht auf den Bäumen wachsen, möchte ich nicht nicht mal anfangen.


    Eine Menge Zeug wächst nicht auf Bäumen - unter anderem auch nicht die Rohstoffe, die man für Batterien benötigt. Und gerade Kernenergie ist äußerst treibstoffeffizient.

    Im übrigen meine ich, die deutsche Neuübersetzung sollte vernichtet werden.

  • Zitat

    Im Gegensatz zu Erneuerbaren, die ganz explizit subventioniert werden müssen? Und Kohle bläst ihre Schadstoffe einfach in die Atmosphäre, dafür hat es bisher auch keine Rechnung gegeben.

    Die halbe Wirtschaft wird mega subventioniert, Kohle und Landwirtschaft sähen ohne schon lange ganz anders aus. Dagegen ist das bei den erneuerbaren doch schon fast Peanuts.



    Zitat

    Und die Gefahr wird im Allgemeinen deutlich überschätzt, gerade in Ländern ohne Erdbeben oder Tsunamis. Die hohen Sicherheitsstandards tun da ihren Job und verursachen eben auch die hohen Kosten.

    Die "Grundstrahlung" in der Umgebung ist ja meist auch nicht ohne, selbst wenn der genaue Zusammenhang mit erhöhten Krebsraten immer bagatelisiert oder nicht "hundertprozentig nachgewiesen" werden konnte.


    Zitat

    Eine Menge Zeug wächst nicht auf Bäumen

    Ein Grund mehr sich zu fragen ob nicht besser die Lebensweise umgestellt werden sollte, zumal auch bei vielen Sachen die "auf Bäumen wachsen" es sehr, sehr gut täte wenn mehr Menschen auf Herkunft und Produktion achten würden (Schokolade, Bananen, Haselnüsse z.B.)

  • Die halbe Wirtschaft wird mega subventioniert, Kohle und Landwirtschaft sähen ohne schon lange ganz anders aus. Dagegen ist das bei den erneuerbaren doch schon fast Peanuts.


    An Atomstrom hat sich z.B. Siemens dumm und dämlich verdient, der französische oder tschechische Steuerzahler sieht das mittlerweile ganz anders. Dass in Frankreich die Atomkraftwerke nämlich reduziert werden, hat nichts mit Umweltschutzgedanken oder Sicherheit zu tun: Die jahrzehntelange Rechnung, dass sich die Überkapazitäten durch Stromexporteinnahmen von selbst finanzieren würden, ist sowas von nach hinten los gegangen ... da hat man seinerzeit die Abbau- und Entsorgungskosten nämlich sträflich unterschätzt.


    Und wenn wir schon bei

    "not in my backyard"

    sind: Gibt es hier irgend jemand, der gerne in einer Mine arbeiten würde, in der Plutonium oder Uran abgebaut wird? Oder seine Freunde/Familie/Liebsten?


    Natürlich, das kann man auf viele Bergbaubereiche ausdehnen, das Gerät auf dem ich tippe oder das Telefon, mit dem ich telefoniere, ist sehr wahrscheinlich durch menschenunwürdigsten Abbau im Kongo ermöglicht worden (googelt mal Koltan), es bleibt aber immer die Frage, welches Übel wirklich notwendig ist?


    Ich behaupte nun mal, dass ich kein Problem hätte, wenn in 200m Entfernung ein Windrad quietscht. Ich habe mich damit abgefunden, dass Wien nicht mehr an der Donau, sondern am Stausee liegt. Aber in der unmittelbaren Nähe eines Atomkraftwerkes möchte ich nun mal nicht wohnen. Mir reicht schon Mochovce völlig. Da freut sich der Zyniker in mir über den Klimawandel und immer seltenere Wetterlagen, die für mich Ostwind bringen ... Falls am Tag X doch Ostwind weht, betrifft da ja eh nur 4-5 Millionen Menschen ...


    Gerade bei der Topografie der Slowakei, die zahlreiche Alternativmöglichkeiten zur Energiegewinnung hätte, kann man echt nur den Kopf schütteln.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Mochovce

    [b] Sorry, no dragons in Winterfell!


    Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

  • Im Gegensatz zu Erneuerbaren, die ganz explizit subventioniert werden müssen?

    Bei der Finanzierung der AKWs bleibt dann dafür die Lagerung der verbrauchtten Brennstäbe am Steuerzahler hängen. Und das sind langfristig ja nun wirklich keine Peanuts.


    Und die Gefahr wird im Allgemeinen deutlich überschätzt, gerade in Ländern ohne Erdbeben oder Tsunamis. Die hohen Sicherheitsstandards tun da ihren Job und verursachen eben auch die hohen Kosten.

    Stimmt, Erdbeben oder Tsunmais haben wir hier wohl weniger zu befürchten. Aber vielleicht Flugzeugabstürze oder ganz dämliche kleine Störfälle. Bei dem Kraftwerk nahe meiner Arbeitsstelle gab es in den 423 Tagen des Betriebs mehr als 120 meldepflichtige Störfälle. Dazu kam dann noch, dass die Katastrophe von Tschernobyl dazu genutzt wurde radioaktive Aerosole auszublasen, da man dachte, das fällt im Fallout von Tschernobyl nicht weiter auf und man wohl nicht warten wollte, bis die bestellten Filter drei Wochen später geliefert wurden. Natürlich wurde dieses bestritten und die damalige NRW-Landesregierung schlug sich auf die Seite RWEs und lehnte weitere Untersuchungen ab.
    In einer Studie wurde im Nachhinein eine signifikant erhöhte Belastung durch Schildrüsenkrebs bei Frauen vorgelegt, wobei natürlich auch diese Studie einen Zusammenhang mit besagtem Kraftwerk verneint.
    Nach dem Beschluss, dass Kraftwerk stillzulegen wurden die Brennelemente teils entsorgt, teils aufbereitet. Kosten dafür (siehe Wikipedia-Eintrag)

    Zitat

    Obwohl diese Kosten bis 2009 ausschließlich von der öffentlichen Hand getragen wurden, erhielten die Eigentümer von der EU Steuervergünstigungen für die Stilllegung; wegen eines laufenden Verlängerungsantrags für diese Steuervergünstigungen kam es 2011 zu einer politischen Kontroverse.


    Und das hier ist nur Kleinvieh. Ich verstehe nicht, wenn die Menschen immer sagen, Atomstrom ist billig. Ist er nicht. Nicht, wenn man alles mit einrechnet.

    I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".

  • Ich verstehe nicht, wenn die Menschen immer sagen, Atomstrom ist billig

    Yeah. Und sauber ist er auch nicht. Was ist mit der Endlagerung? usw. Rationale Gründe, die für die Kernenergie sprechen, gibt es wenig.
    Und emotionale Gründe schon gar nicht. Ich wohne verdammt nah an Fessenheim...

    HODOR !

  • Ein Grund mehr sich zu fragen ob nicht besser die Lebensweise umgestellt werden sollte, zumal auch bei vielen Sachen die "auf Bäumen wachsen" es sehr, sehr gut täte wenn mehr Menschen auf Herkunft und Produktion achten würden (Schokolade, Bananen, Haselnüsse z.B.)


    Mag sein, wird aber immer eine elitäre und fruchtlose Diskussion bleiben. Auch im Jahr wo es mit Greta, fff und Grünen bei der Europawahl so richtig steil nach oben ging, wurden in Deutschland neue Fluggast-Rekorde und neue SUV-Zulassungsrekorde erreicht.


    Und wenn wir schon bei

    sind: Gibt es hier irgend jemand, der gerne in einer Mine arbeiten würde, in der Plutonium oder Uran abgebaut wird? Oder seine Freunde/Familie/Liebsten?


    Nö aber wie du selbst im nächsten Abschnitt eingestehst gilt das auch für die 30.000 Windkrafträder und 1,7 Mio. Solaranlagen in Deutschland (die verdrei- oder vervierfacht werden müssen) sowie die zukünftig Millionen Batteriespeicher und E-Auto Akkus, die werden auch nicht aus Bioabfällen hergestellt und anschließend kompostiert. Die Rohstoffe mögen im Einzelnen weniger schlimm sein, aber die pure Menge ist um ein vielfaches höher als bei Atomstrom.


    Bei der Finanzierung der AKWs bleibt dann dafür die Lagerung der verbrauchtten Brennstäbe am Steuerzahler hängen. Und das sind langfristig ja nun wirklich keine Peanuts.


    Nochmals: Diese Kosten haben wir so oder so. Die marginalen Kosten ein bisschen zusätzlichen Mülls dürften überschaubar sein.


    Ich verstehe nicht, wenn die Menschen immer sagen, Atomstrom ist billig

    Yeah. Und sauber ist er auch nicht. Was ist mit der Endlagerung? usw. Rationale Gründe, die für die Kernenergie sprechen, gibt es wenig.
    Und emotionale Gründe schon gar nicht. Ich wohne verdammt nah an Fessenheim...[/quote]


    Man kann nicht generalisierend sagen, ob eine Art Stromerzeugung günstiger oder teurer ist. Es ist klar, dass bei jeder Variante massiv Kosten nicht miteingepreist sind. Ein Land wie Spanien wird sich vermutlich in absehbarer Zeit gut mit Erneuerbaren versorgen können - reichlich Küste, keine allzu hohe Bevölkerungsdichte, verglichen mit D relativ mehr Wasserkraft, viel mehr und intensivere Sonne...dort sind EEs insgesamt auf lange Sicht günstiger.
    Ein Land wie Deutschland komplett mit Kernenergie zu versorgen wäre ineffizient und unglaublich teuer, nur mit EEs allerdings auch. 10 oder 20% Atomstrom als konstant verfügbare Grundlage reduzieren den Speicherbedarf und die notwendigen Leerkapazitäten für wind- und sonnenarme Phasen nun mal massiv.


  • Aber vielleicht Flugzeugabstürze oder ganz dämliche kleine Störfälle. Bei dem Kraftwerk nahe meiner Arbeitsstelle gab es in den 423 Tagen des Betriebs mehr als 120 meldepflichtige Störfälle. Dazu kam dann noch, dass die Katastrophe von Tschernobyl dazu genutzt wurde radioaktive Aerosole auszublasen, da man dachte, das fällt im Fallout von Tschernobyl nicht weiter auf und man wohl nicht warten wollte, bis die bestellten Filter drei Wochen später geliefert wurden. Natürlich wurde dieses bestritten und die damalige NRW-Landesregierung schlug sich auf die Seite RWEs und lehnte weitere Untersuchungen ab.


    Wann ist denn zuletzt ein Flugzeug generell und besonders hier in Deutschland in ein AKW oder sonstige Anlage mit radioaktivem Zeugs gerauscht bzw. wie oft tun sie es im allgemeinen? Und das mit den Aerosolen is zwar ziemlich beschissen, die Tat an sich is aber etwas das überall bei allen möglichen Gelegenheiten vorkommt, sei es jetzt ein Tanker/Container-/Kreuzfahrtschiff das illegal Zeugs auf dem Meer verklappt oder sonst was. Das kriegt man nur in den Griff wenn man entweder den Faktor Mensch komplett streicht oder den betreffenden Menschen entsprechend gehirnwäscht. Der Mensch ist nun mal ein Arschloch.

  • Wann ist denn zuletzt ein Flugzeug generell und besonders hier in Deutschland in ein AKW oder sonstige Anlage mit radioaktivem Zeugs gerauscht bzw. wie oft tun sie es im allgemeinen?

    Die Tatsache, dass es noch nicht passiert ist, schließt die Möglichkeit nicht aus, oder?
    Auch ein Erdbeben oder Tsunami sind keine alltäglichen Vorkommnisse, aber kommen vor.


    Und das mit den Aerosolen is zwar ziemlich beschissen, die Tat an sich is aber etwas das überall bei allen möglichen Gelegenheiten vorkommt, sei es jetzt ein Tanker/Container-/Kreuzfahrtschiff das illegal Zeugs auf dem Meer verklappt oder sonst was.

    Beschissen ist das eine wie das andere, hat aber jetzt wenig miteinander zu tun.


    Deine Argumente sind jetzt ein bisschen, als ob ich sage "Es regnet gleich, wir sollten lieber nen Schirm einpacken!" und du antwortest "Ja, aber in Australien scheint die Sonne!"
    Beides Wetter, im Zusammenhang mit Schirm mitnehmen oder nicht aber irrelevant.

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  • Die halbe Wirtschaft wird mega subventioniert, Kohle und Landwirtschaft sähen ohne schon lange ganz anders aus. Dagegen ist das bei den erneuerbaren doch schon fast Peanuts.


    Und das setzt eben die Argumentation gegen Kernkraft über Subventionen ins Verhältnis. Ich habe ja auch nichts dagegen, Solarenergie zu subventionieren. Aber dann darf man bei einem ökonomischen Argument keine doppelten Standards ansetzen.


    Zitat

    Die "Grundstrahlung" in der Umgebung ist ja meist auch nicht ohne, selbst wenn der genaue Zusammenhang mit erhöhten Krebsraten immer bagatelisiert oder nicht "hundertprozentig nachgewiesen" werden konnte.


    Das ist meines Wissens nicht der Fall. Soweit ich weiß, ist das Wohnen neben einem Kernkraftwerk ähnlich strahlungsintensiv wie das regelmäßige Essen von Bananen.



    Und wenn wir schon bei

    sind: Gibt es hier irgend jemand, der gerne in einer Mine arbeiten würde, in der Plutonium oder Uran abgebaut wird? Oder seine Freunde/Familie/Liebsten?


    Du machst es ja schon wieder. Ich würde auch nicht Müllmann sein wollen, und deswegen plädiere ich noch lange nicht für die Abschaffung der Müllabfuhr.


    Zitat

    Natürlich, das kann man auf viele Bergbaubereiche ausdehnen, das Gerät auf dem ich tippe oder das Telefon, mit dem ich telefoniere, ist sehr wahrscheinlich durch menschenunwürdigsten Abbau im Kongo ermöglicht worden (googelt mal Koltan), es bleibt aber immer die Frage, welches Übel wirklich notwendig ist?


    Da würde ich in jedem Fall eine stabile Energieversorgung als notwendiger ansehen als dein Handy.


    Aber solche Probleme würde ich ohnehin eher separat angehen.


    Bei der Finanzierung der AKWs bleibt dann dafür die Lagerung der verbrauchtten Brennstäbe am Steuerzahler hängen. Und das sind langfristig ja nun wirklich keine Peanuts.


    Alles, was zu tun ist, ist ein geeignetes Lager zu finden und vorzubereiten (was so oder so gemacht werden muss) und ansonsten schickt man jeden Monat einen Zug los. Die Demonstranten, mit denen man es zu tun hat, verursachen dabei wahrscheinlich höhere laufende Kosten als die Endlagerung an sich.


    Zitat

    Stimmt, Erdbeben oder Tsunmais haben wir hier wohl weniger zu befürchten. Aber vielleicht Flugzeugabstürze oder ganz dämliche kleine Störfälle. Bei dem Kraftwerk nahe meiner Arbeitsstelle gab es in den 423 Tagen des Betriebs mehr als 120 meldepflichtige Störfälle. Dazu kam dann noch, dass die Katastrophe von Tschernobyl dazu genutzt wurde radioaktive Aerosole auszublasen, da man dachte, das fällt im Fallout von Tschernobyl nicht weiter auf und man wohl nicht warten wollte, bis die bestellten Filter drei Wochen später geliefert wurden. Natürlich wurde dieses bestritten und die damalige NRW-Landesregierung schlug sich auf die Seite RWEs und lehnte weitere Untersuchungen ab.


    Fehlverhalten in der Vergangenheit ist jetzt nicht wirklich ein Argument gegen Kernkraft an sich. Dafür müsste man sich moderne Technologie und Sicherheitsstandards anschauen.


    die öko-eliten mit Hartz4-Niveau :D Kein Grund die Diskussion aufzugeben. Manchmal musst du auch das unmöglich scheinende fordern um ans realistisch mögliche heran zu kommen.


    Mag sein, aber es ist kontraproduktiv, wenn die Forderung nach dem Unmöglichen von der Diskussion möglicher Lösungen ablenkt.

    Im übrigen meine ich, die deutsche Neuübersetzung sollte vernichtet werden.

  • Zitat

    Gibt es hier irgend jemand, der gerne in einer Mine arbeiten würde, in der Plutonium oder Uran abgebaut wird? Oder seine Freunde/Familie/Liebsten?


    Das Milchmädchenargument kann man sich bei 1000 aktiven Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen in der Tat schenken.

    I have been despised by better men than you.

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