Kosmische Schrecken, Barbaren, vergessene Welten

  • Besonders zwei spuken mir da gleich im Kopf herum (frag mich bloss nicht nach den Titeln): in der einen unterhält er sich mit einem Riesen, glaube ich, über den Sinn des Lebens;

    Ist zwar jetzt geklärt, aber wenn ich dich hiermit dezent auf meine aktuelle Signatur hinweisen darf. ;)

    I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".

  • Ist zwar jetzt geklärt, aber wenn ich dich hiermit dezent auf meine aktuelle Signatur hinweisen darf.


    Nice :) . Kennst du eine gute englische Ausgabe seiner Werke?

    Für mich ist gerade das, was den Menschen so ungeheuer kostbar macht, seine schöpferische Fähigkeit, das heißt, daß aus jedem Menschen eine ganz neue Welt hervorgehen kann. (M.E.)


  • Die Ausgabe sieht ja schon genial aus. Aber der Preis ist happig. Würde sich aber gut im Regal machen. Vielleicht habe ich mal die Möglichkeit in einer der Bände hereinzuschauen.
    Vielen Dank für den Link :)


    Wie sieht es denn mit Howard aus? Wollen wir nicht einfach mal den ersten Band der Conan- Ausgabe von Festa gemeinsam lesen?
    So schön das auch ist, den Leseinspirationen in diesem Thread zu folgen. Eine wirkliche Diskussion kommt so nicht auf.

    Für mich ist gerade das, was den Menschen so ungeheuer kostbar macht, seine schöpferische Fähigkeit, das heißt, daß aus jedem Menschen eine ganz neue Welt hervorgehen kann. (M.E.)

  • Kennst du eine gute englische Ausgabe seiner Werke?

    Nein, leider nicht. Eigentlich schlage ich mich noch mit der uralten Bastei-Lübbe-Version herum. Das englische Zitat hab ich mir ergoogelt. :D

    I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".

  • Die - mit Abstand - beste und angsteinflößendste Geschichte von Lovecraft ist meiner Ansicht nach "Die Farbe aus dem All". Bei aller Liebe zu seinen restlichen Erzählungen hat es keine andere geschafft, ein solches Grauen vor meinem geistigen Auge heraufzubeschwören. Möglicherweise, da die "Farbe" eine der wenigen Geschichten ist, die geeignet ist, echtes Mitgefühl für die Protagonisten aufzubauen. Zur Abwechslung handelt es sich bei diesen ja einmal nicht um halbverrückte Okkultisten oder entfernte Bekannte derselben, sondern um ganz gewöhnliche Menschen, die ohne jedes Zutun von einem unbeschreiblichen Grauen heimgesucht werden.
    Ich will jetzt nicht spoilern, daher gehe ich mal nicht weiter auf den Inhalt ein.
    Aber diese, beinahe "Tschernobyl-artige" Atmosphäre der Erzählung ist, auch für Lovecraft, ziemlich singulär, wie ich finde. Kann ich nur empfehlen.


    Vielen Dank für den Lesetipp :) .
    'Die Farbe aus dem All' ist eine wirklich beeindruckende Erzählung. Dabei fängt sie eigentlich ganz harmlos an. Erst als der Ingenieur des Staudammes seinen Job hinschmeißt, bin ich hellhörig geworden. Aber erst als er dann anfing die Geschichte die ihm der alte Ammi erzählt hat an uns Leser weiter zu geben, hat mich diese Geschichte wirklich gepackt und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen.
    Und du hast recht mit den Hauptdarstellern der Geschichte muss man einfach Mitleid haben. Diese unvorstellbaren Grausamkeiten, die ihnen widerfahren in nur einem guten Jahr ist mitleiderregend. Die Farmersfamilie ist völlig schuldlos. Höchstens die kalte Arroganz der Wissenschaftler, die ja am Ende auch mit zitternden Knochen vor dem Finale stehen, könnte man für diese Dinge verantwortlich machen. Ihr Drang alles aufzuscheiden und zu untersuchen, hat wohl letztendlich für die Verbreitung dieser 'Farbe aus dem All' gesorgt.
    Weiß jemand, was Lovecraft zu dieser Geschichte inspiriert hat?

    Für mich ist gerade das, was den Menschen so ungeheuer kostbar macht, seine schöpferische Fähigkeit, das heißt, daß aus jedem Menschen eine ganz neue Welt hervorgehen kann. (M.E.)

  • Auf die Sache mit dem Stausee ist er durch das Scituate Resevoir in Rhode Island gekommen.
    Mehr steht bei mir im Vorwort auch nicht.

  • Auf die Sache mit dem Stausee ist er durch das Scituate Resevoir in Rhode Island gekommen.
    Mehr steht bei mir im Vorwort auch nicht.


    Vielen Dank. Du hast mich damit daran erinnert das ich hier eine zweibändige kommentierte Ausgabe von Lovecrafts Cthulhumythos- Geschichten stehen habe.
    Zu deinem erwähnten Staudammprojekt kommt wohl auch noch Lovecrafts Faszination für unberührte freie Natur. Und die Geschichte ist nicht 'Weird Tales' sonder in 'Amazing Storys' erschienen.

    Für mich ist gerade das, was den Menschen so ungeheuer kostbar macht, seine schöpferische Fähigkeit, das heißt, daß aus jedem Menschen eine ganz neue Welt hervorgehen kann. (M.E.)

  • Auch der Ausblick, den die Geschichte bietet, ist erschreckend. Denn, wie der Ingenieur so schön sagt.."niemals würde ich von dem Wasser aus dem Staudamm trinken wollen". Es bleibt offen, ob die Verseuchung durch diese "Farbe" nicht noch viele Opfer mehr fordern wird. Ein grandioses und ausgesprochen bitterböses Ende, wie ich finde.

    "I swear, I will go to my grave thinking of my brother’s peach." (Stannis Baratheon)

  • Ja, die "Farbe" ist für wahr ganz großartig. Soweit ist ich mich erinnere, ist sie frei von allen seinen problematischen Aspekten und wohlgefüllt mit seinen Stärken.


    Gestern ist Thomas Ligotti in Form von "Grimscribe - Sein Leben und Werk" eingetrudelt. Hach, was freue ich mich. Über die optische Schönheit des Büchleins und darauf, den Inhalt zu lesen. "Das letzte Fest des Harlekins" habe ich ja bereits bei "Die Saat des Cthulhu" zum Juwel der Antho erhoben. Schön, dass ich diese Geschichte nun in meinem Besitz wissen darf. Vielleicht verstehe ich dieses Mal sogar die Pointe vollends.
    Die Story ist übrigens H. P. Lovecraft gewidmet (war sie zumindest in der Antho) und seine Kurzgeschichte "Das Fest" stellt wohl die Grundinspiration für dieses Werk Ligottis dar.


    @Torshavn
    Du, Conan und ich warten m. M. n. doch besser noch auf Ser Erryk. Einfach weil es wohl unersetzlich wäre "live" mitzukriegen, was jemand, der antike Geschichte studiert hat, zum Hyborischen Zeitalter sagen wird. (Auch wenn sich da natürlich zig Epochen mischen). ;)

  • Zitat

    Du, Conan und ich warten m. M. n. doch besser noch auf Ser Erryk. Einfach weil es wohl unersetzlich wäre "live" mitzukriegen, was jemand, der antike Geschichte studiert hat, zum Hyborischen Zeitalter sagen wird. (Auch wenn sich da natürlich zig Epochen mischen).


    Die Kimmerier waren ein Bestandteil (wenn auch ein kleiner) meiner Masterarbeit. Immerhin werden sie vom Märchenonkel Vater der Geschichtsschreibung Herodot oft genug erwähnt. Hier die markanteste Stelle: "Es gibt aber auch eine andere Erzählung, welche also so lautet, und dieser stimme ich selbst am meisten bei. Hiernach wären die Skythen, welche als Nomaden in Asien lebten, in einem Kriege gedrängt von den Massageten, über den Fluss Araxes nach dem kimmerischen Lande gezogen; denn das Land, welches jetzt die Skythen bewohnen, soll vor alters den Kimmeriern gehört haben; bei dem Anrücken der Skythen beratschlagten die Kimmerier, weil ein so großes Heer heranziehe, und wären ihre Ansichten auseinander gegangen, obwohl von beiden Seiten eifrig verfochten; besser wäre jedoch die der Könige gewesen, denn die Meinung des Volkes wäre dahin gegangen, dass es dienlich sei, sich zu entfernen und nicht in die Gefahr eines Kampfes mit einer Übermacht sich zu begeben; die Könige aber hätten auf einen entscheidenden Kampf mit den Heranziehenden um des Landes willen gedrungen; also hätte weder das Volk den Königen, noch die Könige dem Volk nachgeben wollen; die einen gedachten ohne Kampf davonzuziehen und das Land den Heranrückenden zu überlassen, die Könige aber beschlossen, lieber in ihrem Lande zu sterben und im Grabe zu ruhen, nicht aber zugleich mit dem Volke zu entfliehen, in Erwägung des vielen Guten, das ihnen zuteil geworden, und all der Übel, die ihrer warteten bei der Flucht aus dem Vaterlande. Und als sie in der Weise sich entschieden hatten, trennten sie sich voneinander und, da sie an der Zahl gleich waren, stritten sie miteinander, und es begrub das Volk der Kimmerier alle die, welche von ihnen erschlagen worden waren, an dem Flusse Tyres, wo man noch jetzt ihr Grab sieht; nach der Bestattung aber zogen sie aus dem Lande ab und es rückten die Skythen heran, welche das verlassene Land in Besitz nahmen." (Hdt. IV, 11)
    Also so wirklich schlau kamen sie mir damals nicht vor. Sie richten aber dann in Kleinasien noch so einigen Schaden an bei den Phrygiern und den Lydern. Falls das das Thema ist bei Conan hat Howard gute Recherche geleistet. Sonst ist über die Kimmerier kaum etwas bekannt. Zumindest sind sie aber verknüpft mit einem meiner Lieblingsthemen der Antike.


    Ich hatte im übrigen vor so bald wie möglich "The Color out of Space" zu lesen. Nur puzzle ich irgendwie immer noch lieber.

  • Zitat

    Falls das das Thema ist bei Conan

    Ähm, nein, ist es nicht. :D Wirst du schon sehen ...
    Und ich glaube am interessantesten wird es vielleicht nichtmal sein, die eigentlichen Erzählungen mit dir zu lesen, sondern eher den Essay "Das Hyborische Zeitalter", auch wenn der natürlich keinesfalls über den Conan-Kanon hinaus ernst gemeint ist. :D


    Man liest allerdings gemeinhin, dass seine historischen Abenteuergeschichten für die damaligen Kenntnisse und seine Recherchemöglichkeiten top recherchiert waren. Nachdem Crossover mit Kull und dem, was ich sonst gehört habe, scheint mir der Zyklus um Bran Mak Morn aber heute eher " "historic" Fantasy", oder wie auch immer man das nennen will, zu sein.
    Am besten sollen in der Hinsicht ein paar seiner Kreuzfahrer-Storys gealtert sein.

  • Dann habe ich jetzt auch The Color ouf of Space gelesen (Spoiler).


    Die war schon richtig intensiv. So ein absolut nicht greifbarer Horror ganz ohne seltsame Wesen. Die Erzählung wurde ja immer düsterer und unheimlicher. Zunächst dieser eher harmlose Einstieg, dann kündigt der Arbeiter plötzlich seinen Job und dann geht die Hölle los. Interessant wie zunächst noch der wissenschaftliche Aspekt in den Mittelpunkt gerückt wird, eher immer subtilere Horrordetails auftauchen. Die komische Farbe, das seltsame Leuchten, die windstillen sich bewegenden Bäume, das komische Verhalten der Tiere und die Ungenießbarkeit aller Objekte. Danach wird es immer schlimmer: der Wahnsinn der Familie, das Sterben der Tiere, das Ding im Brunnen. Besonders schlimm fand ich die Stelle als Ammi die Tür im Dachboden aufschließt und in diesem schlimmen Geruch diese graue Masse wahrnimmt, das war so ein ganz unheimlicher Moment.
    Schön fand ich auch wie wieder die komplette Andersartigkeit zum Ausdruck gebracht wird: die Farbe (es ist eine Farbe, aber keine die beschrieben werden kann), das Leuchten und die Andeutung, dass es aus einem Universum kommt, welches nicht unseren Gesetzen folgt. Sich sowas auszudenken ist schon große Kunst und bringt einen mehr zum Erschrecken als jeder abgestumpfte Horrorfilm mit Jumpscares und Psychokillern.

  • Uhm, ich hab gerade eben "Die Grabgewölbe von Yoh-Vombis" aus der Feder des famosen Clark Ashton Smith mal wieder gelesen. Der einen leichten Brechreiz erregende Kloß im Hals bei bestimmten Passagen und die eigentümlichen Kopfschmerzen, die ich während des Lesens und jetzt danach habe, sind für mich drückende Zeugnisse für Smiths Fähigkeiten.
    Sein Mars-Zyklus, zu dem diese Story gehört, ist von denen, die ich bisher gelesen habe, der überzeugenste, wobei das Duo um Maal Dweb auch echt gut ist. Es ist bei beiden nur zu beklagen, dass Smith nicht mehr dazu geschrieben hat.
    Ich freue mich auf die Zothique-Erzählungen, wo seine echten Meisterstücke bei sein sollen.

  • Ich lese gerade, wenn die Motivation da ist, so die 1919/1920-Phase an Kurzgeschichten von Lovecraft. Das scheint so seine Findungsphase gewesen zu sein, was Literatur betrifft, da er zu der Zeit viele seiner Geschichten in Magazinen veröffentlicht hat, um Geld zu verdienen; habe aber auch gelesen, dass welche dabei waren, die erst nach seinem Tod veröffentlicht wurden. Vielen der Geschichten fehlt es irgendwie an Substanz, guter Handlung, interessanten Begebenheiten oder schlauen Twists. Was ich stattdessen oft genug entdecke sind eine ausgeprägte Xenophobie, Stereotypen, vorhersehbare Handlungen und ziemlich flacher Inhalt. Zumindest der Dream-Cycle lässt sich schon erkennen, das ist ja eine der großen Kategorien in die sich einige seiner Werke einfügen, der andere die Great Elders trat bisher kaum auf. In der Hinsicht erweist sich Lovecraft bisher als ein neuenglischer Kafka: sprachlich noch annehmbar, inhaltlich jedoch kaum überzeugend.

  • Zitat

    Ich lese gerade, wenn die Motivation da ist, so die 1919/1920-Phase an Kurzgeschichten von Lovecraft.

    Ja, mit der Motivation kann's bei creepy Howie schon mal schwierig werden.
    Welche Storys kommen nochmal so aus der Periode?


    Ich hab hier ja noch eine Poe-Gesamtausgabe rumfliegen, da werd ich wohl endlich mal drin schmökern. (Nein, ich habe tatsächlich kaum was von Poe gelesen. Nur das Gedicht "Der Eroberer-Wurm". Und das auch nur wegen Thomas Ligotti. :whistling: )


    Und eigentlich hatte ich vor geraumer Zeit den Einfall für einen Beitrag darüber, wieso ich "Die Königin der Schwarzen Küste" für die vielleicht beste und -im positiven wie im negativen- irgendwie auch repräsentativste Conan-Story halte.

  • Das waren Dagon, A Reminiscence of Dr. Samuel Johnson, Polaris, Beyond the Wall of Sleep, Memory, Old Bugs, The Transition of Juan Romero, The White Ship, The Street, The Doom the Came to Sarnath, The Statement of Randolph Carter, The Terrible Old Man, The Cats of Ulthar, The Tree, Celephais.

  • Jaaa, die sind alle eher ... nicht so toll, stimmt schon.

  • Oh, die sind wiederrum mehr oder weniger alle ganz okay. Ich fand eigentlich "The Nameless City" von der Prämisse her von all seinen Erzählungen am unheimlichsten. Und "The Music of Erich Zann", "The Festival" und "Nyarlathotep" solltest kennen. Vorallem letzteres Werk ist der Lovecraft-Schlüsseltext

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