Erscheinungsdatum "The Winds of Winter"

  • Heute ist in der Süddeutschen ein guter Artikel erschienen: "Im Labyrinth", vielleicht ist er bald auch online nachlesbar.
    Kurzzusammenfassung: Es geht darum wie den Autoren von Mammutwerken ihre Kreationen über den Kopf wachsen, aufgehängt an Martin, aber auch um Methoden anderer Schriftsteller die Komplexität zu beherrschen.
    Dabei sind auch ein paar Bonmots aus dem jeweiligen Schriftstellersein.
    Leider schließt der Artikel mit der Überlegung gar nicht mehr zu versuchen das Ende zu schreiben, sondern es der Serie zu überlassen und lieber einen radikal neuen Ansatz zu wählen, wie z.B. Cervantes in Don Quijote
    in dem das erste Buch zu einem physischen Objekt der Welt des zweiten Buches wird und damit die Protagonisten (wenn sie es gelesen haben) natürlich auch das Wissen darum haben.
    Dieser Lösungsansatz nimmt Bezug auf die Aussage Martins er fülle sich "quixotic" (den Verstand vor lauter Ritterromanen verloren).

  • Oh, ja, ich wüsste ich was....


    Prolog "The Winds of Winter":


    +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
    "Eine Fantasy-Reihe?" Benioff schüttelte ungläubig den Kopf. "Ich glaube kaum ,dass wir auch nur annähernd das Budget erhalten, dass dafür..." Weiss unterbrach ihn energisch: "Doch, das werden wir. Und es wird der größte Erfolg unserer Karriere. Ich habe die Bücher überflogen. Das ist pures Gold. Vertrau mir."
    Als Weiss einen Tag später in Benioffs Büro kam, zitterten seine Hände von der Last der schweren Bücher, die er in einer Walmart-Tüte den ganzen Weg vom Parkplatz bis hierher getragen hatte.
    "Benioff", sagte er aufgeregt, "die Geschichte ist unglaublich...sie wiegt mindestens sechs Pfund als Taschenbuchausgabe, vielleicht sogar mehr!" Benioff nickte zufrieden. "Aber es gibt ein Problem" warf Weiss ein". "Der Autor ist seit der Veröffentlichung des letzten Bandes verschwunden. Offenbar ein mysteriöser Unfall mit einem Burrito...Und die Geschichte ist nicht abgeschlossen. Wir können doch keine halbfertige Geschichte..." "Du bist immer so umständlich und verkopft" unterbrach ihn Benioff. Er drückte einen Knopf und die Verspiegelung der gläsernen Rückwand seines Büros klärte sich und gab den Blick auf einen kleinen Korridor frei, in dem etwa ein Dutzend dickleibiger, älterer Männer warteten, die Weiss allesamt an den Weihnachtsmann erinnerten.
    "Du willst ihn durch ein Double ersetzen?" Nein, sagte Benioff. "Ich will den Menschen Hoffnung geben. Und dafür braucht es ein Symbol. Ich betrüge die Fans nicht...ich tue ihnen einen Gefallen."
    Weiss war beeindruckt. Doch er hatte noch einen letzten Einwand: "Und die fehlenden Bücher?" Benioff lächelte wissend: "Wenn es soweit ist, wird ohnehin niemand mehr Bücher lesen. Es ist der Beginn des digitalen Zeitalters, vergiss das nicht. Ich habe alles sorgsam geplant."


    Ende des Prologs zu " The Winds of Winter".
    Bitte legen Sie DVD 1 ein. Die Geschichte wird hier fortgesetzt.


    ++++++++++++++++++++++++++

    "I swear, I will go to my grave thinking of my brother’s peach." (Stannis Baratheon)

  • :rofl: Sehr kreativ!
    Aber du weißt doch, dass der Charakter im Prolog eigentlich immer recht schnell das zeitliche segnet. Oder war das genau deine Intention? :D

  • Sehr schön,Herr Pfirsich. :thumbup:
    Gefällt mir mit Sicherheit und Abstand besser, als das was die beiden Herren selbst daraus machen würden.

    Expose yourself to your deepest fear
    After that...you are free
    -Jim Morrison


    Doch es ist Zeit für mich zu lernen, dass nichts für immer bleibt, sowohl das, was gut tut, als auch das, was schmerzt.

  • Als Weiss einen Tag später in Benioffs Büro kam, zitterten seine Hände von der Last der schweren Bücher, die er in einer Walmart-Tüte den ganzen Weg vom Parkplatz bis hierher getragen hatte.


    Die ganze unvollständige Reihe in einer Tüte? Von Walmart? Und die reißt nicht? Wie unlogisch ist das denn?


    Feine Geschichte :thumbup: Vielleicht behalte ich mir die mal als offizielle Version für den Wurst Case vor.


    Ach, und wenn die Prologcharaktere nach Beendigung der Serie das Zeitliche segnen, interessiert das doch auch keinen mehr.


    Der Plottwist kommt dann vor Staffel 8 :D

    Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton

  • Es gibt da noch ein paar krachende Thesen: (ungefähres Zitat) Seine Methode erinnere eher an Modelle der Volkswirtschaft als an Literatur und mit der Aufteilung der Charaktere in den Büchern 4 und 5 (verkürzte Zusammenfassung meinerseits) habe er das Zusammenspiel der Erzählstränge im Kopf des Lesers zerstört. Es sei kein großer Roman mehr sondern eher viele flache aber (bisher) geschickt miteinander verwobene Geschichten.


    Ich habe auch das Gefühl nach dem Meerenschen Knoten haben wir jetzt den nächsten Knoten und das Erscheinungsdatum entfernt sich mit der verstreichenden Zeit wieder. Eine Fata Morgana.

  • . Es sei kein großer Roman mehr sondern eher viele flache aber (bisher) geschickt miteinander verwobene Geschichten.


    Das habe ich schon oft gelesen, nur sind diese Verwebungen nicht selten nichts als absurde Zufälle oder einfach neu eingeführte Charaktere, sozusagen neue Variablen die alte und neue erklären sollen.

  • Interessanter Titel, aber tiefere Erkenntnisse bietet der Artikel dann leider doch nicht.
    Wer nach der Lektüre von Band 1 vergisst, wer Jeyne Poole war, hat diagonal gelesen oder kein Herz.

  • Ich würde eher sagen...wer nach ihrer Verheiratung mit Ramsey nicht weiß, wer Jeyne Poole ist, hat kein Herz. Im ersten Band konnte man sie, obschon sie ein trauriges Schicksal hatte, durchaus übersehen....Oder aber ich habe tatsächlich kein Herz, kann natürlich auch sein. ;)


    Danke übrigens für die positiven Resonanzen auf meinen konstruktiven Lösungsansatz für das Martinsche Dilemma :D

    "I swear, I will go to my grave thinking of my brother’s peach." (Stannis Baratheon)

  • Ich habe eher den Eindruck gewonnen, GRRM drückt sich davor fertig zu werden, weil er das Ende nicht bringen will. Irgendwas widerstrebt ihm dabei. Das sind nicht nur die vielen "Handlungsstränge".


    Ich glaube da sitzt noch etwas anderes "quer". Mit seinem Schreibstil löst er wichtige Handlungsstränge bzw. Ereignisse immer recht spät auf.


    Zum Vergleich jetzt die Staffel 6 und 7: Da wird radikal ziemlich viel aufgelöst -

    Ich glaube da sitzt irgendwie "sein Knoten".


    Er muss halt mit ein paar Auflösungen und Erklärungen rausrücken und das scheint ihm nicht so leicht zu fallen. Um seinen langsam-aufbauenden Schreibstil beizubehalten, müsste er eigentlich noch 10 Bücher schreiben. Ich glaube, dass wird ihm irgendwie klar sein.


    Er sagte mal, dass er sich zu Anfang immer gefragt hat "wie kann ich das umschreiben/ändern, um den Überraschungseffekt zu behalten" wenn Leser richtig spekuliert haben, wie es weiter geht. Dass er dann aber irgendwann beschlossen hat, dass die Geschichte nunmal nicht umzuschreiben geht und er sie nicht mehr ändern kann in vielen Teilen. Jetzt nimmt auch noch die Serie so grundsätzliche Ereignisse vorweg. Nun ist seine "Schreibblockade" mehr oder weniger perfekt, wenn diese denn dadurch kommt, dass er den Leser nicht mehr überraschen kann mit unerwarteten Wendungen.

    Einmal editiert, zuletzt von Snow White ()

  • @Snow White Dieses ist der Buchbereich. Könntest du deinen Vergleich mit der Serie bitte entfernen oder zumindest in Spoiler-Tags packen?


    Edith sagt Danke. :)

    I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".

    Einmal editiert, zuletzt von Esmeralda ()

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