Bundestagsqual

  • Zitat

    Die Bayernpartei?! Ach Gottchen. Ist das nicht diese kleine Separatistengruppe, die Bayern aus der Bundesrepublik lösen wollen, weil sie meinen dass dann alles automatisch besser und toller wird? Wie kommst du denn zu sowas? :D


    Genau die sind das :D
    Ich frag mich selbst wie ich dazu komme und als ich mir dann die Begründungen jeweils anschauen wollte war bei 85% "Die Partei hat keine Begründung dazu abgegeben" suuuuper!


    Wir schauen zu den gleichen Sternen hinauf
    und sehen unterschiedliche Dinge.
    "Jon Snow"

  • Weil ich sehe, dass viele hier daran denken, die Piraten zu wählen, zwei kleine Anektoten.


    Ich sitze ja im Wahlamt (jobmäßig) und kenne daher schon alle Kundmachungen, Plakate und auch Stimmzettel.


    Ich mußte sehr grinsen, als für einen Regionalwahlkreis der örtliche Spitzenkandidat als Berufsbezeichnung beinhart "Arbeitsloser" reinschreiben ließ.


    Letzte Woche war ich einen Sprung beim "Volksstimmefest", das ist ein alle zwei Jahre stattfindendes Freiluftfest der KPÖ.
    (Ja,in Österreich gibt es immer noch eine Partei, die sich kommunistisch nennt.)


    Natürlich haben dort auch andere linke Gruppierungen Stände, von der syrischen sozialistischen Volksbefreiungsfront über die örtlichen Grünen bis ... zu den Piraten.


    Was ein gewisses Schlaglicht auf das politische Selbstverständnis der örtlichen Piraten, die sich von den deutschen wohl nur marginal unterscheiden dürfte, werfen dürfte.


    Im allgemeinen sage ich, dass Datenschutz und Userrechte ja nett sind, aber für ein Wahlprogramm doch ein wenig dürftig.


    Soviel mein ausländischer Müll dazu.


    In Österreich wird eine Woche nach Deutschland gewählt, und ich wähle wie immer und mit weniger Zweifel als sonst die Grünen, die allerdings hierzulande anders aufgestellt sind als in Deutschland.

    [b] Sorry, no dragons in Winterfell!


    Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

  • Im allgemeinen sage ich, dass Datenschutz und Userrechte ja nett sind, aber für ein Wahlprogramm doch ein wenig dürftig.


    Keine Ahnung, wie das bei den österreichischen Piraten ist, aber bei den hiesigen ist das Wahlprogramm ziemlich umfassend, auch wenn Freiheitsrechte im Allgemeinen und Netzpolitik/Bildungspolitik im Besonderen natürlich quasi deren Wesenskern sind. Nicht, dass irgendwer ernsthaft Wahlprogramme lesen würde, aber dass die Piraten kein vernünftiges haben, ist tatsächlich ein Vorurteil, bzw. dem Image der Nerds geschuldet.


    (Und ganz nebenbei bin ich gerade bei dem aktuellen NSA-Mist der Ansicht, dass es nichts Wichtigeres gibt, als unser Grundgesetz bzw. die Grundrechte, die mal eben nebenbei abgeschafft werden :wacko: )


    Falls es wen interessiert:


    https://wiki.piratenpartei.de/…agswahl_2013/Wahlprogramm


    Ein dicker, fetter Punkt ist da zum Beispiel die Sozialpolitik, inklusive dem bedingungslosen Grundeinkommen. Aber keineswegs nur das.


    Ergänzung: Wem nicht klar ist, wieso "Netzpolitik" (oder allgemeiner, Politik bezüglich neuer Medien) ein ganz fundamental wichtiges Thema ist, an der sich zu einem guten Teil unsere Zukunft entscheiden wird, kann sich diesen Vortrag hier mal angucken. Dauert ne Stunde und ist auf englisch, aber der gute Mann spricht klar und deutlich.


    https://www.youtube.com/watch?…&v=sKOk4Y4inVY&nomobile=1

    2 Mal editiert, zuletzt von Arrakir ()

  • In Österreich wird eine Woche nach Deutschland gewählt, und ich wähle wie immer und mit weniger Zweifel als sonst die Grünen, die allerdings hierzulande anders aufgestellt sind als in Deutschland.


    Sogar ich als im Tiefschwarzen Bayern Aufgewachsener hat von Anfang an mit den Grünen immer sympathisiert.
    Bloß wo sind die Themen geblieben die uns immer sehr nah beieinander gehalten haben. Als Junger Mensch will man doch immer die Welt verbessern.
    Inzwischen sind die Grünen zu einer Unwählbaren Partei verkommen, die sogar Kriege mitgeführt haben, die nur noch am Rande Ihrer Bevormundungspartei Grüne Themen platziert um sich nicht in Zentralkomitee umbenennen zu müssen.
    Der unsägliche Trittin (ich hab ihn doch tatsächlich mal gemocht) hat beim Kirchenskandal um misshandelte Kinder die komplette Auflösung der Kirche gefordert und nun, nun als herausgekommen ist, dass die Partei durchzogen ist von Päderasten, die auch noch versucht haben den Missbrauch in der Gesellschaft als etwas normales zu etablieren, da hört man nichts, nur Luft.


    In Bayern stellt sich tatsächlich die Frage warum man versuchen will etwas zu ändern. Erfolgreich, Gesund, wirtschaftlich stark. Klar - der Filz - aber die Öffentlichkeit schaut jetzt schon besser hin und bevor ich das Bürgermeisterhanswurschtel Ude bekomme, wähle ich zehnmal lieber den Seehofer und erfreue mich weiterhein seinen verbalen Ausfällen. Wie er dem Söder ab und an eins über die Mütze zieht und dass es bei uns auch noch ab und an zugehen kann wie beim Königlich Bayerischen Amtsgericht.


    Bundesweit - so leicht wie dieses Jahr kanns eigentlich gar nicht mehr sein. Auch wenns mich nicht dringend Glücklich macht, so habe ich doch viel Einblick in die Lage der Wirtschaft und des Mittelstandes. So stehen wir als Land unangefochten vorne dran in Europa. Wir leben auf einem Niveau das kaum Vergleiche hat. Das nicht alles und jeder Punkt Zufriedenstellend ist und dass in anderen Ländern vielleicht bei der Gesundheit oder bei der Bildung bessere Ansätze zu sehen sind, so stinken sie doch in vielen anderen Punkten im Vergleich ab.


    Warum sollte man sich unsere Wirtschaft, unseren Stand und unsere Möglichkeiten verspielen mit Politkaschpern wie vor allem Sigmar Gabriel und Andrea Nahles. Der Steinbrück ist niemals ein Schröder, der ist das, was der Beckstein in Bayern vom Stoiber war. Ein Wadenbeißer.


    Vielleicht gibts beim nächsten Mal wieder bessere Alternativen - ich bin vom Typ her ein Wechselwähler, aber diesmal. Also ehrlich - Piraten - das ist doch nur ein lustiger Witz - der Rest - Diskussionslos.

    Religionskriege sind Konflikte zwischen erwachsenen Menschen, bei denen es darum geht, wer den cooleren, imaginaeren Freund hat

  • Ich wollte hier nur kurz einmal einwerfen, dass ungültig wählen in unserem Wahlrecht einer Nichtwahl gleichkommt. Viele Leute glauben noch immer, dass die Anzahl der abgegeben Stimmen zur Berechnung der 5%-Hürde verwendet wird. In der Tat sind es aber die gültigen Stimmen. Somit erschließt sich mir der Sinn einer ungültigen Wahl nicht, da kann man genauso gut zu Hause bleiben.


    Ich werde wohl bei dieser Wahl die Alternative für Deutschland wählen. Diese Partei stellt zumindest einge der im Bundestag als "alternativlos" verkauften Entscheidungen in Frage und hat meiner Meinung nach mitunter kompetentes Personal und Unterstützer, die ihre Leistungsfähigkeit in ihren Berufen bewiesen haben (wohingegen die meisten Politiker eher gescheiterte Persönlichkeiten sind). Zudem wurden ihre Programmpunkte im Wahl-O-mat, von ihnen aus meiner Sicht überzeugend begründet, im Gegensatz zu einigen "Großen Parteien", die dort nur ihre inhaltslosen Floskeln verlauten lassen.


    Dass, die Merkel-CDU auch in dieser foreninternen Umfrage vorne liegt, wundert mich schon. Bisher hatte ich mir das gute Abschneiden der CDU bei Wahlen immer durch die Demographie Deutschlands erklärt, da ältere Menschen tendenziell eher konservativ sind und die Merkel-CDU für eine konservative Partei halten bzw. die CDU aus Gewohnheit wählen.


    Ich projiziere in meine eigene Wahl übrigens nicht viele Erwartungen hinein. Ich halte es ohnehin eher mit dem Kurt Tucholsky zugeschriebenen Satz:
    "Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten."

    "Not every man has it in him to be Prince Aemon the Dragonknight." -Wyman Manderly


    Ceterum censeo Casimirem esse delendum.

  • Ich habe jetzt auch einmal den Wahl-O-Mat ausprobiert. Habe außer den aktuellen Bundestagsparteien noch Die Piraten, die NPD und Die Partei mit meiner Auswahl vergleichen lassen, überwiegend aus Interesse. Das Ergebnis sah erst mal unerwartet aus, laut Wahl-O-Mat sollte ich am ehesten Die Piraten wählen, die geringsten Übereinstimmungen habe ich mit der CDU. Nachdem ich mir aber mal angesehen habe, welche Übereinstimmungen ich mit den jeweiligen Parteien habe, dann hat die CDU schon wieder deutlich nachgelegt. Die überwiegenden Übereinstimmungen mit Piraten, NPD, Linke und Grüne hatte ich in Bereichen, die mir entweder nicht so wichtig sind, in denen ich neutral angekreuzt hab, oder in denen mir die von den einzelnen Parteien angegebene Argumentation absolut nicht gefällt.


    Kleines Beispiel: Ich habe bei allgemeinem Mindestlohn nach einer gewissen Bedenkzeit 'Ja' angekreuzt, überwiegend deshalb, weil ich diverse fertig ausgebildete Angestellte kenne, die in ihrem Beruf unter sechs Euro verdienen, während ich als ungelernter Teilzeitangestellter über neun Euro bekomme. Ich weiß, dass sich gewisse Betriebe oder Branchen Löhne ab einer bestimmten Höhe gar nicht leisten könnten, halte aber fünf Euro eindeutig für zu wenig. Nun haben die Piraten das ebenfalls bejaht, jedoch mit der Begründung, das wäre ein erster Schritt zur Einführung eines allgemeinen Grundeinkommens, was mir nun wieder total widerstrebt, weil das ja gegenüber Geringverdienern eine noch größere Ungerechtigkeit wäre und auch in gewissem Maße die Arbeitslosigkeit noch förtern würde. Bei der CDU widerum wird der Mindestlohn abgelehnt, die Begründung klang aber für mich schlüssiger, als die Argumente der Parteien, die dafür sind, obgleich die CDU hier ja entgegen meiner Wünsche handeln würde.


    In der Art zieht sich das dann bis zum Ende durch und was vorher klar war, bleibt klar: Die Linke, die Grünen, Die Piraten, die NPD und die FDP haben entweder zu schwammige Erläuterungen, oder eine zu große Differenz zu meinen Vorstellungen, um auch nur ansatzweise in Betracht zu kommen. Schlauer bin ich durch den Wahl-O-Mat also eindeutig nicht geworden.

    Spatzen werden nie verstehen, warum Adler höher fliegen als Kirschbäume wachsen.

  • Ich glaub, Du hast das Grundeinkommen falsch verstanden. Das bekommst Du laut Wunschvorstellung immer, egal ob Du einen Job hast oder nicht. Also würde auch ein Geringverdiener immer noch mehr Geld in der Tasche haben, als ein Arbeitsloser. Mit Grundeinkommen wäre der Unterscheid sogar größer als er jetzt ist.


    Ich finde das Modell an sich prinzipiell sehr, sehr spannend und auch komplett schön. Kenne aber keine Möglichkeit, das tatsächlich zu finanzieren. Der Ansatz der Piraten hält einer Rechnung mit echten Zahlen schlicht nicht stand.


    Über Mindestlohn an sich braucht man aber nicht diskutieren. Daß es tatsächlich Vollzeitstellen in Deutschland gibt, die so lächerlich entlohnt werden, dass man davon nicht eigenständig seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, ist ein Skandal und der absolute Offenbarungseid für die aktuelle Wirtschaftpolitik.

    Mainstream commercial nihilism can't be trusted?!

  • Zitat

    Über Mindestlohn an sich braucht man aber nicht diskutieren. Daß es tatsächlich Vollzeitstellen in Deutschland gibt, die so lächerlich entlohnt werden, dass man davon nicht eigenständig seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, ist ein Skandal und der absolute Offenbarungseid für die aktuelle Wirtschaftpolitik.

    /sign
    Sehe ich genauso. Wenn das Gros unserer Damen und Herren Volksvertreter auch nur noch ein kleines bisschen Anstand im Leib hätte, dann gäbe es bei uns den Mindestlohn schon längst. Im Gegensatz zu der ziemlich schwammigen, aber dennoch ständig und gebetsmühlenartig wiederholten "Erklärung" der Neoliberalen (zuletzt gehört bei Illner intensiv, als Rainer Brüderle zu Gast war), hat die Einführung eines flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohns in ihrem Kern nichts Branchen, regionalen Unterschieden der Lebenserhaltungskosten oder sonstigen ökonomischen Zwängen zu tun, sondern es geht einzig und allein um das letzte bisschen Anstand in unserer Überflussgesellschaft.
    Denn das bei uns, in einer der reichsten Gesellschaften der Erde, tatsächlich Menschen für eine Vollzeitarbeitsstelle so schlecht bezahlt werden, dass sie davon nicht mal ihren normalen Lebensunterhalt bestreiten können, ist einfach nur widerwärtig und asozial.

    Lang lebe König Staublin, Herr der Mummers vom geheimnisvollen Volk der Doom.

  • Absolutes /Sign an euch beide!


    Nicht zu vergessen, dass es die Urinfarbenen waren, die vor der letzten Wahl großmundig versprachen, "Wir werden das komplizierte Steuersystem vereinfachen werden und Steuern senken."


    http://www.youtube.com/watch?v=WzSNStYBr5M


    Naja der flächendeckende Mindestlohn ohne Ausnahmen und Umgehungstricks wäre ein echter Vorteil für jeden Arbeitnehmer und vor allem für Familien im unteren Einkommenssegment.
    Ich wäre dafür.

    There are but two types of people in the world:
    1. Those who can extrapolate from incomplete data!

  • Ich glaub, Du hast das Grundeinkommen falsch verstanden. Das bekommst Du laut Wunschvorstellung immer, egal ob Du einen Job hast oder nicht. Also würde auch ein Geringverdiener immer noch mehr Geld in der Tasche haben, als ein Arbeitsloser. Mit Grundeinkommen wäre der Unterscheid sogar größer als er jetzt ist.

    Ich hatte mir das grob bei Wikipedia durchgelesen, weil ich mich über das Konzept bis heute ehrlich gesagt nie informiert habe. Allerdings klang, was ich beim groben drüberlesen an Infos rausgezogen habe nicht besonders sinnvoll in meinen Augen. Denn wenn es auch 'Bedingungsloses' Grundeinkommen heißt, ist es doch an gewisse Bedingungen gebunden. Unter anderem, dass andere staatliche Zuwendungen pauschal nicht gezahlt werden, nicht nur Arbeitslosengeld, sondern beispielsweise auch Kindergeld.


    Aber jetzt hab ich es mir nochmal genauer durchgelesen und muss sagen, dass es da ja verschiedene Modelle gibt, von denen einige recht interessant klingen. Dennoch scheint nichts davon in einem momentan umsetzbaren Maße ausgereift zu sein. Aber ich werd das mal weiter verfolgen. Die Argumentation für dieses Grundeinkommen klingt auf jeden Fall nachvollziehbar.

    Spatzen werden nie verstehen, warum Adler höher fliegen als Kirschbäume wachsen.

  • Ich habe den Wahl-O-Mat noch einmal ausprobiert und meine Meinung auch noch einmal mit wirklich allen kleinen Parteien verglichen. Dabei kam heraus, dass ich mit einer Partei noch mehr Übereinstimmungen hatte, als mit den Piraten und zwar der deutschen Nichtwählerpartei(Die Partei gibt zu fast gar nichts einen Standpunkt und will nur eine Alternative zum Nichtwählen sein). Was sagt das wohl über mich aus?
    Liegt wahrscheinlich daran, dass ich bei allem neutral angekreuzt habe, wo ich denke, dass ich sowieso nicht genug Ahnung habe, um etwas melden zu dürfen. Hinzu kommt, dass diese Partei in den wenigen Punkten, in denen sie sich zu einem Standpunkt bekannt hat, Sachen gewählt hat, mit denen ich wirklich 100%ig übereinstimme(Ja zum Adoptionsrecht für Schwule und Lesben usw.).
    Ich glaube allerdings nicht, dass ich diese Partei oder die PARTEI(Mit denen hatte ich auch sehr viele Übereinstimmungen) wählen würde. Auch wenn Sonneborn natürlich verlockend wäre.


    Scheinbar bin ich auch relativ links eingestellt, denn die Linke und die MLPD waren bei mir sehr weit oben.

  • Em, ja, netter Spot. Gefällt mir.
    Der Spot unterschlägt aber, dass in der Realität der Anteil der Wechselhaften Wähler doch am ehesten bei den großen Parteien liegt.
    Damit hätte die Regierugnspartei des Beispiel eben nicht konstant die 40 Wähler und dadurch dann die 50%.
    Das ist leider realitätsfern.
    Aber die Kanzlerin war gut :)

    There are but two types of people in the world:
    1. Those who can extrapolate from incomplete data!

  • Naja, in Westdeutschland hat sich nach dem Verbot der KPD die DKP gegründet, die auch noch existiert, nur halt wohl ohne größere Erfolge. ^^

    DKP, genau die meinte ich auch. Danke.


    Ehrlich gesagt kann ich das sogar verstehen. Ich bin oft stolz auf meine Kinder, weil da auch ein Stück meiner Erziehung drin steckt.
    Bin aber auch oft stolz auf meine Frau, wenn sie mir von dem einen oder anderen Erfolg berichtet. Hmm, daran habe ich aber so gut wie keinen Anteil . Ihre Erziehung ... ohne mich. Ihre Karriere ... hat sie selbst zustande gebracht. Kein eigener Anteil dran und trotzdem stolz auf sie.
    Es geht also. Und genau so kann man auch auf seine Heimat stolz sein irgendwie.
    Du musst das auch nicht unbedingt begründen, das ist nämlich auch eine emotionale Reaktion, der Stolz. Du musst nur höllisch aufpassen, dass du nicht einen falschen Stolz fühlst, dann dein Stolz auf Deutschland sollte alle Deutschen und deren Zutun umfassen, also auch die mit Migrationshintergrund. Die gehören nämlich seit Generationen fest mit zu diesem Land.
    So sehe ich das.

    Zitat


    Was ist an Radikalität oder radikalen Parteien schlimm? Bzw verwechselst du zufällig Radikalität und Extremismus? Falls ja, sry fürs klugscheissen, aber die Verwechslung dieser beiden alles andere als deckungsgleichen Begriffe nervt mich immer hart.

    Stimmt, extrem = radikal aber radikal =/= extrem. Dennoch sollte die Aussage soweit stimmen, da ja auch die radikalen Parteien eher die kleinen sind, die meist an den 5% scheitern. Oder sind FDP, Linke und Grüne bereits als radikal einzustufen?

    There are but two types of people in the world:
    1. Those who can extrapolate from incomplete data!

  • Deswegen sollte man seine politische Bildung nicht über die AfD erwerben...


    Der Spot geht einfach von einer anderen Voraussetzung aus: Aus Desinteresse/Lustlosigkeit nicht zur Wahl zu gehen ist nunmal eine andere Motivation als aus Protest gegen eine bestimmte Partei nicht zur Wahl zu gehen (was generell schon mal eine völlig hohle Vorgehensweise wäre. Aber das bedeutet ja nicht, dass das niemand machen würde). Und das hat dann auch rechnerisch ganz andere Konsequenzen.
    Wenn ich gezielt die CDU weghaben möchte, dann ist es natürlich effektiver, eine andere Partei zu wählen, als gar keine. Das ist als Aussage aber völlig banal und braucht keine eigene Erklärung.


    Wenn es aufgrund von Desinteresse oder Lustlosigkeit keine gesonderte Präferenz der politischen Richtung geht, dann muss man die Stimmen der Nichtwähler von allen "normalen" Parteien abziehen, deren Verhältnis untereinander davon nicht geändert wird. Wenn man davon ausgeht, daß die extremistischen Parteien ihr Wählerpotential vollständig mobilisieren können und daher von diesem Stimmverlust aus Desinteresse nicht betroffen sind, werden sie also im Verhältnis stärker.


    Wenn man es ganz allgemein formulieren möchte: Nichtwählen nutzt immer den Parteien, denen man seine Stimme auf gar keinen Fall gegeben hätte. Besonders stark wird dieser Effekt, wenn eine dieser Parteien dadurch die 5%-Hürde knackt.

    Mainstream commercial nihilism can't be trusted?!

  • Die Wahl rückt näher und ich bin kein bisschen schlauer.
    Hab daher eben mal den Wahl-O-Mat ausprobiert und der rät mir zu Rot-Grün:
    76,1% SPD
    68,5% Grüne
    67,4% Piraten
    64,1% CDU
    55,4% FDP


    Mehr Parteien hab ich nicht zum Vergleich herangezogen, die Piraten eigentlich auch nur aus Jux und Tollerei.


    Das Ergebnis überrascht mich nicht mal sonderlich. Ich steh politisch so ziemlich zwischen allen Stühlen, mit einer leichten Tendenz nach links.
    Bei so Sachen wie Videokameras an öffentlichen Plätzen und Vorratsdatenspeicherung hab ich glaub ich neutral angeklickt, denn das sind Themen, die mich wenig interessieren und die ich für oftmals zu aufgebauscht halte. Ich will den Euro behalten, keine Banken verstaatlichen (zerschlagen wär ein anderes Thema, "too big to fail" anyone?), die Türkei nicht in der EU, die doppelte Staatsbürgerschaft ist mir egal, der Mindestlohn nicht (bin dafür, und nicht für die Wischiwaschilösung, die die CDU will ... Tarifpartner, ts, in vielen Branchen sind kaum noch Betriebe tarifgebunden und die Gewerkschaften verkrüppelt und schwach, die werden doch übern Tisch gezogen, zudem klingt dieser Quatsch mit Festsetzungskommissionen nach einem Bürokratiemonster und die regionalen Unterschiede auf Dauer auch noch übern Mindestlohn zu zementieren finde ich auch verkehrt), und das Grundeinkommen halte ich für nen schlechten Witz. Seit wann ist es Aufgabe des Staates, alle seine Bürger durchzufüttern? Mein Staatsverständnis sieht anders aus (ordnender Faktor, Schiri, Hüter des Rechts, sowas in der Art, nicht Nanny für alle). Mein Menschenbild auch. Der Mensch ist bei mir von Natur aus mehrheitlich faul und träge und braucht triftige Gründe, morgens den Arsch aus dem Bett zu heben, zB dass er nicht unter ner Brücke pennen will.


    Lustig fand ich die Begründung zu "Deutschland soll den Euro als Währung behalten."
    Piraten: Zu dieser These hat die Partei keine Begründung vorgelegt. :lol:

    2 Mal editiert, zuletzt von Keaton ()

  • Zitat

    Keaton : Ich steh politisch so ziemlich zwischen allen Stühlen, mit einer leichten Tendenz nach links.

    Ja,so kann man es wohl ausdrücken :) so gehts mir auch.Habe gestern per Briefwahl gestimmt und z.T. aus alter Gewohnheit ;) mein Kreuzchen bei den Grünen gemacht.

    Expose yourself to your deepest fear
    After that...you are free
    -Jim Morrison


    Doch es ist Zeit für mich zu lernen, dass nichts für immer bleibt, sowohl das, was gut tut, als auch das, was schmerzt.

  • Zitat

    das Grundeinkommen halte ich für nen schlechten Witz. Seit wann ist es Aufgabe des Staates, alle seine Bürger durchzufüttern? Mein Staatsverständnis sieht anders aus (ordnender Faktor, Schiri, Hüter des Rechts, sowas in der Art, nicht Nanny für alle). Mein Menschenbild auch. Der Mensch ist bei mir von Natur aus mehrheitlich faul und träge und braucht triftige Gründe, morgens den Arsch aus dem Bett zu heben, zB dass er nicht unter ner Brücke pennen will.

    Die Argumentation verstehe ich nicht ganz. Ich habe mich jetzt mit bedingungslosem Grundeinkommen auch nicht so furchtbar detailliert auseinandergesetzt, aber finde die Idee durchaus nicht uninteressant und kann deine Kritikpunkte kaum nachvollziehen: Denn durchfüttern tut der Staat seine Bürger doch so oder so (find ich auch gut btw), ob die Zuwendung die sie jetzt bekommen um über dem Existenzminimum zu leben nun Hartz 4 oder Grundeinkommen heißt. Und die Motivation zur Arbeit würde es doch eher steigern. Denn wenn heute jemand mit seinem Job, sagen wir mal lächerliche 200 Öcken kriegt, nun, dann stockt er auf und kriegt im Endeffekt wieder nur Hartz 4. Wer soll da noch Lust auf Arbeiten haben? Beim Grundeinkommen hingegen würde derjenige Grundeinkommen+200 Euro bekommen - Motivation ist vorprogrammiert! ;) Gerade deswegen finde ich es eine sinnvolle Idee, und halte deinen Einwand bezüglich der menschlichen Faulheit (Die auch ich - sogar am eigenen Leib - beobachten konnte!) eher für ein Argument pro Grundeinkommen.

    "Once they figure a way to work a dead horse, we'll be next. Likely I'll be the first too. 'Edd' they'll say, 'dying's no excuse for laying down no more, so get on up and take this spear, you've got the watch tonight.' Well, I shouldn't be so gloomy. Might be I'll die before they work it out." - Edd Tollett

  • Um wieder mal was aus dem Ausland einzuwerfen:


    In Österreich gibt es seit 2009 einiger Zeit die sogenannte Mindestsicherung von etwa 780 € im Monat.


    Die ist natürlich nicht bedingungslos. Du mußt dich trotzdem beim Arbeitsamt melden, und wenn du auf Dauer nichts findest, dann wirst du in höchst sinnlose Kurse gesetzt, die dir das Arbeitslos sein schnell verderben.


    Und große Sprünge machst du mit den paar Kröten auch nicht - aber du landest schon mal nicht unter der Brücke, und das ist auch nicht schlecht.


    Größeres Vermögen als 3000 € solltest du nicht besitzen, auch kein Auto, das diesen Schätzwert übersteigt.


    Im Wahlkampf haben zwar ein paar Mal unsere Konservativen ein wenig gegen die bösen Großstädter geschimpft, die das wesentlich stärker in Anspruch nehmen als die lieben, lieben Landeier. (Dort sitzt nämlich ihre Wählerschaft.)


    Aber die Abschaffung zu fordern wagen sie nicht - schließlich haben das die Konservativen als Juniorpartner der Großen Koalition selbst mit beschlossen.


    Übrigens: Österreich hat die niedrigste Arbeitslosenquote der gesamten europäischen Union.


    Vielleicht ist Nichtstun doch nicht so lustig?


    Nebeneffekt: In diesemLand nimmt unter 8 € die Stunde kaum jemand was in die Hand. Sonst könnte man ja gleich die Mindestsicherung beantragen ...


    War ein netter Effekt im Billiglohnsektor.

    [b] Sorry, no dragons in Winterfell!


    Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

  • Das war auch nicht wirklich ne fundierte Argumentation von mir, Jalabhar Xho, kein Wunder, wenn du die nicht verstehst. :crazy:
    Ich glaube einfach nicht so recht, dass sich die Mehrheit der Leute wirklich sinnvoll und für die Gesellschaft insgesamt produktiv beschäftigen würde, wenn es da keinen Druck von außen, durch Konkurrenz und ökonomische Zwänge, gäbe.
    So ein Markt hat den schönen Nebeneffekt, dass Angebot und Nachfrage sich gegenseitig beeinflussen, das gilt auch für den Arbeitsmarkt. Und die Mehrzahl der Leute sind daher nicht wirklich in ihrem Traumjob aktiv, sondern in einem, in dem sie gebraucht werden. Ein bedingungsloses Grundeinkommen neben dem Geld, was man sonst verdient, und völlig unabhängig davon, würde so manchen Träumer dazu verleiten, sich aus diesem Markt zurückzuziehen und ebendiesen Traum zu leben (sofern das geht, den Arztberuf kann man schlecht hobbymäßig ausüben). Hört sich hübsch an, ist nur großer Mist für die Wirtschaft, die in einigen Branchen so schon kaum Nachwuchskräfte findet.
    Mein Bild von der Gesellschaft als Ganzes kann man sicher auch mit einer Horde Steinzeitmenschen nachbilden und dadurch veranschaulichen.
    Jeder wächst da als Kind erst mal in eine Rolle hinein, in die seine Talente und die Bedürfnisse der Gruppe hineinspielen (wenn alle Kinder einer Generation talentierte Jäger sind, aber keines irgendwelche künstlerische und schauspielerische Begabung aufweist, dann wird eines von ihnen trotzdem irgendwie zum Nachwuchsschamanen zurechtgebogen, denn den brauchts ja auch). Zwischen den Erwachsenen ist die Rollenverteilung dann endgültig klar und jeder leistet seinen Beitrag dort, wo er gebraucht wird und effektiv einsetzbar ist.
    Das bedingungslose Grundeinkommen würde da irgendwie nicht reinpassen, das wäre einfach aberwitzig. Denn was soll man eigentlich verteilen, bevor alle zusammen dafür gearbeitet haben, es zu erlangen? Klar, wir sind keine Steinzeitmenschen und bei unsbekommt auch nicht jeder ein gleich großes Stück vom gemeinsam gebackenen Kuchen ab (mancher trotz sehr viel Anteil am Backen nur ein Krümelchen, manch anderer trotz Nixtun ein großes Stück). Doch das hat nix mit dem Grundeinkommen zu tun, sondern mit anderen Fragen wie zB der Reichensteuer.
    Mein Problem ist also ein Prinzipielles. Der Staat kann sicher Geld verteilen, das er vorher eingenommen hat (Steuern zB), aber dauerhaft Geldleistungen garantieren, für die keine sichere, beständige Quelle existiert? Klingt nicht seriös in meinen Ohren.

    Denn durchfüttern tut der Staat seine Bürger doch so oder so (find ich auch gut btw), ob die Zuwendung die sie jetzt bekommen um über dem Existenzminimum zu leben nun Hartz 4 oder Grundeinkommen heißt.


    Finde ich schlimm, dass so viele aufstocken müssen.

    Denn wenn heute jemand mit seinem Job, sagen wir mal lächerliche 200 Öcken kriegt, nun, dann stockt er auf und kriegt im Endeffekt wieder nur Hartz 4.


    Drum bin ich auch für einen flächendeckenden, branchenunabhängigen Mindestlohn. Arbeit, für die vom Arbeitgeber kein anständiges Geld fließt, weil er drauf vertraut, dass der Staat sich schon kümmert, ist für mich keine echte Arbeit, sondern eine getarnte ABM.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!