Vorschläge für die überarbeitete Übersetzung

  • Wer mag, darf hier Vorschläge zu allem und jedem posten, das in den deutschen Bänden 3-8 erstmals auftaucht. Die Neuauflage von Band 1 und die Druckfahnen von Band 2 werden von mir zwar auch noch durchgesehen, aber hier ist der Spielraum aus produktionstechnischen Gründen weitaus geringer als bei den genannten Bänden. Und natürlich gibt's keine Garantie dass mir Eure Vorschläge gefallen oder dass meine Vorschläge letztlich angenommen werden. Aber das ist wohl besser als nichts, oder?
    Oh, und natürlich habe ich auch gar nichts gegen Hinweise zu sperrigen Passagen, Buchstabendrehern, Namensverwechslungen und ähnlichem. Natürlich lese ich die Bücher gerade wieder neu und ich hab auch den Überblick über vieles, aber wahrscheinlich doch nicht über alles...

    'All hail Rhaegar Targaryen, the First of His Name, King of the Andals, and the Rhoynar, and the First Men, Lord of the Seven Kingdoms and Protector of the Realm!'

    Einmal editiert, zuletzt von Lord Varys ()

  • Dass du bemüht bist, Fehler zu eliminieren, wie du sie weiter vorne im Strang aufgezählt hast, ist sehr lobenswert, vor allem, weil man annehmen muss, dass Blanvalet unfähig ist, diese Fehlerbeseitigung von sich aus auf die Reihe bekommen, aber bei der Frage nach der Eindeutschung von Begriffen fängt es dann wieder an, lustig zu werden.


    Und natürlich gibt's keine Garantie dass mir Eure Vorschläge gefallen oder dass meine Vorschläge letztlich angenommen werden. Aber das ist wohl besser als nichts, oder?


    Nein, eigentlich nicht. Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber diese - Es ist euch erlaubt, etwas vorzuschlagen, aber ob ich es auch an Blanvalet weiterleiten werde, ist von meinen Launen und Gutdünken abhängig- Attitüde empfinde ich nicht als „besser als nichts“, und auch nicht als Dienst an der Community. Was ist, wenn der Großteil der Community gegen deinen Vorschlag ist, Strong in Kraft zu übersetzen? Scheiß egal, wird trotzdem vorgeschlagen, oder etwa nicht?


    - Der Verlag bezieht die Community nicht mit ein.
    - Die Übersetzerin bezieht die Community nicht mit ein.
    - Und selbst der neu ernannte Handlanger der Übersetzerin, stellt gleich klar, dass ihn die Vorschläge der Community eigentlich nicht interessieren, so sie nicht seinen eigenen Vorstellungen entsprechen. Wenn es unter dir, lieber Lord Varys noch eine weitere Stufe in der Übersetzungshierarchie gäbe, würde die sicher auch ihr ganz privates Süppchen kochen, um die eigenen Co-Autor-Ambitionen in den Büchern zu verewigen.


    Das ganze Übersetzungsprozedere ist ein einziges Fuck the Community und mein Hintern ist davon schon dermaßen wund, dass ich kaum noch sitzen kann.


    Um aber doch noch etwas themenbezogenes einzubringen: Im letzten Sansa-Kapitel von A storm of swords (also das sechste Buch auf deutsch) wurde Tansy mit Rainfarn übersetzt. Das mag zwar korrekt sein, aber das Verständnis, warum Hoster Tully im Delirium dauernd Tansy daherstammelt, geht dadurch flöten. In den FanPro-Ausgaben wurde Rainfarn daher auch folgerichtig in Tansykraut geändert.

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  • Ich finde Lord Varys' Bemühungen tatsächlich besser als nichts. Und ich finde es auch sehr anständig von ihm, dass er trotz der doch heftigen Anfeindungen, versucht eine Verbesserung herbeizuführen.

    "Be realistic", said the unicorn.
    Außerdem bin ich der Meinung, dass die Red Apple Fossoways von New Barrel Spalter sind!

  • Ich finde Lord Varys' Bemühungen tatsächlich besser als nichts. Und ich finde es auch sehr anständig von ihm, dass er trotz der doch heftigen Anfeindungen, versucht eine Verbesserung herbeizuführen.


    Nehmt es als verspätetetes Weihnachtswunder, aber ich bin doch tatsächlich mal zu 100 % Magrats Meinung.

    [b] Sorry, no dragons in Winterfell!


    Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

  • Ich kann prinzipiell nur noch mal meine Einschätzung zur Neuübersetzung abgeben, die ich schon im englischsprachigen Forum geäußert habe:


    1.) Sollte in meinen Augen prinzipiell auch bei der Bewertung einer Übersetzung differenziert werden. Der Großteil der Kritik an der Neuübersetzung lässt sich momentan an der Eindeutschung von Orten, Eigennamen etc. festmachen. Ein aber mindestens genauso wichtiger Teil einer Übersetzung ist die eigentliche Übersetzungsqualität (Formulierungen, inhaltliche Fehler etc.) und da muss ich, nachdem ich doch schon einen guten Teil der Neuübersetzung gelesen habe, sagen, dass mir die neue Übersetzung in diesem Bereich deutlich besser gefällt. Ich finde es ein bisschen schade, dass hier in der Diskussion die alte Übersetzung mittlerweile als Non plus ultra dargestellt wird. Das ist sie nämlich bei weitem nicht, tatsächlich ist die alte Übersetzung schlecht und strotzt nur so von Übersetzungsfehlern und es ist gut, dass der Verlag scheinbar selbst erkannt hat, dass es notwendig ist, gerade im Hinblick auf die kommende TV-Serie, hier Verbesserungen vorzunehmen.


    2.) Auch die optische Gestaltung der neuen Übersetzung kann durchaus lobend erwähnt werden. Im Vergleich zur alten Ausgabe ein deutlicher Fortschritt, auch wenn hier noch vieles hätte besser gemacht werden können: dünnere Seiten, kleinere Schrift (um die Bücher nicht mehr splitten zu müssen), Hardcover, schon hätte man richtig tolle Ausgabe gehabt. Dass die Kunden für so ein tolles Buch auch gerne 25 Euro auf den Tisch legen, zeigt ja die erfolgreiche Hardcover-Ausgabe von Patrick Rothfuss' "Der Name des Windes", mittlerweile in der 9. Auflage.


    3.) Was ich dem Verlag aber maßgeblich vorwerfe, ist, dass sie erst das Kind in den Brunnen fallen lassen und dann scheinbar Gesprächsbereitschaft zeigen (aber auch nicht direkt, sondern über ausgewählte Hilfsübersetzer). Ich glaube übrigens, dass eine ordentliche Protestaktion seitens der deutschen Leser durchaus Wunder wirken kann. Gerade die Wege über Facebook, Twitter etc. eignen sich perfekt dafür, um schnelle Aufmerksamkeit zu erzeugen.


    Nun zum Hauptthema, der Übersetzung der Namen und Bezeichnungen in der Reihe:


    prinzipiell habe ich überhaupt kein Problem damit, wenn Namen ebenfalls übersetzt werden. Ich denke es ist maßgeblich eine Frage der Gewöhnung, neue Leser werden sich an einem "Jon Schnee" oder Orten wie "Witwenwacht" oder "Seegart" kaum stören. Problematisch wird es für mich durch zwei Dinge: Inkonsequenz und Nicht-Sinngemäße-Übersetzung. Ein Beispiel für Inkonsequenz sind die fürchterlichen Mischnamen, die durch die Übersetzung des Nachnamens bei nicht gleichzeitiger Anpassung des Vornamens entstehen, also bspw. "Preston Grünfeld" oder "Leyton Hohenturm". Da stellen sich bei mir sämtliche Nackenhaare auf und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich ein neuer Leser für solche Namen begeistern kann. Ein Beispiel für Inkonsequenz ist auch die Nichtübersetzung von "Winterfell". Dadurch, dass der Ortsname auch Deutsch gelesen werden kann und die meisten anderen Orte auch übersetzt sind, hat der Ortsname plötzlich in der deutschen Übersetzung eine neue Bedeutung. In der alten Übersetzung war dieser Effekt nicht so ausgeprägt, da fast alle anderen Orte ebenfalls nicht übersetzt waren.


    Noch problematischer ist für mich die Nicht-Sinngemäße-Übersetzung. "Rosengarten" ist ein Beispiel dafür oder auch "Königsmund". Der Übersetzer hat sich dazu bestimmt seine Gedanken gemacht und man mag die Übersetzung auch durchaus begründen können, aber für mich ist dies keine Übersetzung im klassischen Sinne, sondern eine Neudichtung. Hier werden die Ideen des Autors bewusst ignoriert und durch neue Bedeutungen ersetzt. Das hat für mich in einer Übersetzung nichts, aber auch gar nichts zu suchen. Zudem erschwert es natürlich auch die Kommunikation zwischen den Lesern der Deutschen Übersetzung und der Originalversion (mag für den Verlag nicht wesentlich sein, für die Leser aber sehr wohl). Mag man, gewisse Englischkenntnisse vorausgesetzt, "Drachenstein" "Dragonstone" zuordnen können, wird es bei Dingen wie "Altsass" und "Oldtown" oder "Rosengarten" und "Highgarden" schon deutlich schwieriger.


    Ein dritter Punkt sind noch die Germanisierungen von Namen. Also Übertragungen von "Peyk" zu "Peik" oder "Lannister" zu "Lennister". Da muss ich doch wirklich die Intention hinterfragen. Dient es dazu die westerosische Namensgebung einzudeutschen, dann müssen erst recht Namen wie "Preston" oder "Leyton" überarbeitet werden. Dient es dazu, dass der Leser die Namen Originalgetreu aussprechen soll, dann wird es noch absurder, weil der Graben zwischen deutscher Übersetzung und Original eh kaum größer mehr sein könnte.


    Resümierend halte ich die Neuübersetzung für keinen Fehler, die Reihe verdient eine gute Neuübersetzung und generell eine neue Gestaltung. Allerdings hätte ich mir bei der Übersetzung viel mehr Konsequenz erhofft, den direkten Kontakt mit den Lesern und vor allem etwas mehr Mut tatsächlich auch die Gestaltung der Reihe (was die Aufsplittung und insbesondere auch die Titelgebung angeht) deutlich zu überarbeiten.

    Einmal editiert, zuletzt von Rhaegar ()

  • Ein Beispiel für Inkonsequenz sind die fürchterlichen Mischnamen, die durch die Übersetzung des Nachnamens bei nicht gleichzeitiger Anpassung des Vornamens entstehen, also bspw. "Preston Grünfeld" oder "Leyton Hohenturm". Da stellen sich bei mir sämtliche Nackenhaare auf und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich ein neuer Leser für solche Namen begeistern kann.

    In der DDR waren damals solche Mischformen sehr beliebt: Mike, Peggy oder auch Elvis(!) in Verbindung mit einem deutschen Nachnamen keine Seltenheit. Heute wird bei einer solchen Mischform z.B. Kevin oder Justin + deutschen Nachnamen direkt auf die soziale Herkunft geschlossen(Stichwort: Kevinismus). Echt großartig, dass mir diese Assoziationen jetzt bei meiner Lieblingsfantasyreihe kommen...


    :merci:

  • Zitat

    prinzipiell habe ich überhaupt kein Problem damit, wenn Namen ebenfalls übersetzt werden. Ich denke es ist maßgeblich eine Frage der Gewöhnung, neue Leser werden sich an einem "Jon Schnee" oder Orten wie "Witwenwacht" oder "Seegart" kaum stören.


    Wenn einige Textstellen umformuliert werden, fände ich es in Ordnung. So lange es Sinn macht. Ich persönlich halte es aber für problematisch, wenn die Eigennamen neu übersetzt werden. Diese Namen haben sich über 13 Jahre lang bei den deutschen Fans etabliert und ich bin mir ziemlich sicher, dass man für die Synchronisation der Fernsehserie (so sie denn in Deutschland ausgestrahlt wird) die "alten" Namen verwenden wird. Auch von den alteingesessenen Fans der Bücher werden sicherlich weiter die alten Namen verwendet, was es für Neuleser schwieriger macht.



    Zitat

    Ein dritter Punkt sind noch die Germanisierungen von Namen. Also Übertragungen von "Peyk" zu "Peik" oder "Lannister" zu "Lennister". Da muss ich doch wirklich die Intention hinterfragen. Dient es dazu die westerosische Namensgebung einzudeutschen, dann müssen erst recht Namen wie "Preston" oder "Leyton" überarbeitet werden. Dient es dazu, dass der Leser die Namen Originalgetreu aussprechen soll, dann wird es noch absurder, weil der Graben zwischen deutscher Übersetzung und Original eh kaum größer mehr sein könnte.


    Bei diesem Punkt kommt noch dazu, dass viele Leser die Namen in Büchern ganz automatisch Englisch aussprechen, weil man es einfach so gewöhnt ist. Der Buchmarkt (speziell im Bereich Fantasy) wird nun einmal von englischsprachigen Autoren dominiert. Und wenn ich sehe, dass der Autor eines Buches Amerikaner ist, dann gehe ich automatisch davon aus, dass seine eigens kreierten Namen auch Englisch ausgesprochen werden. Wenn man dann die Originalschreibweise eindeutscht, finde ich das eher verwirrend. Und könnte u. U. sogar zu sehr seltsam klingenden Namensversionen führen.

  • @ Lord Varys:
    Danke, dass Du hier die Initiative ergreifst!


    @ Miyagi:
    Sorry, aber Dein Posting ist bis auf die letzten 3 Sätze alles andere als hilfreich. Lag's an der frühen Stunde ?
    Vorschlag: Mache selber was Konkretes und mecker' nicht über Leute, die immerhin ...was machen :miffy:


    @ Dirtyblack:
    Ich als komischerweise in Sachsen Geborener kenne zwar keine Elvisse Meier oder Kevins Schweinebauch, aber warum auch immer wird das auf den Osten gemünzt - die Schandalle kenne ich aber eher aus Dortmund :D
    Unabhängig davon habt Ihr meiner Meinung nach mzusammen mit Rhaegar - Recht.


    @ Rhaegar:
    herzliche Grüße, alter Kämpfer!

    Eine Fahne ist sichtbar gemachter Wind.

  • Na ja, muss sagen, dass ich mich als bis vor 'ner Woche oder so als unschuldiger Fan hier schon etwas, hm, deplaziert fühle. Offenbar erwarten einige (konkret: Miyagi) von mir Vorschläge zu unterbreiten und zu vertreten, denen ich selbst nicht zustimme. Das erscheint mir dann aber doch schizophren. Ich werde doch nicht sagen ändert X weil Nickname Y das sagt, ich selbst aber anderer Ansicht bin. Dass ich in meinen Eingangsposting die Erwartungen gesenkt habe, hat auch damit zu tun, dass ich ja nicht weiß, was letztlich entschieden werden wird, bevor das dann so ist. Wenn ich dann vorher den Eindruck erwecke, dass dieses und jenes jetzt so und so ist, und sich das dann als Irrtum herausstellt, stehe ich am Ende ja noch schlechter da, als ich das offenbar ohnehin schon tue. Und darauf habe ich ehrlich gesagt wenig Lust.
    Was Mischnamen angeht, so werde ich versuchen, das insofern in Grenzen zu halten, als man eben auch englisch klingende Vornamen germanisieren könnte. Dann ändert man zwar noch mehr, aber in dem Fall ist mehr wohl tatsächlich mehr. Stichwort 'Hanter'. Da stehe ich recht konsequent auf der 'Entweder Jäger oder Hunter'-Schiene. Wir sollten im Hinterkopf behalten, dass obwohl viele Namen in Westeros englisch klingen, die wenigsten davon echte englische Namen sind. 'Jon' z.B. kann man als 'John' aussprechen, allerdings auch als 'Jon'. Aber ich werde versuchen, derlei in Zukunft in Grenzen zu halten. Was echte Übersetzungen angeht, so lege ich da großen Wert auf Textnähe. 'Gulltown' wurde z.B. als 'Möwenstein' angedacht, wohingegen ich das gerne ganz profan 'Möwenstadt' nennen möchte. Wahrscheinlich läuft es auf daraus hinaus. Mit allen Ortsnamen auf der Karte im neuen Band 1 habe ich nichts zu tun. Mit manchen kann ich leben, andere würde ich gerne noch ändern, weiß aber nicht, ob das noch möglich ist. Meine Vorschläge werden sich erst in Band 2 bzw. der 2. Auflage von Band 1 niederschlagen.
    Tansy ist ein interessantes Problem. Da wäre ich aber nicht für das Hybridkunstwort 'Tansykraut', das im Prinzip dasselbe wäre wie Preston Grünfeld, Hanter oder Reiterlord, sondern für die Suche nach einem pflanzlichen Abortivmittel, das im Deutschen auch als weiblicher Fantasy-Vorname funktionieren könnte. Noch habe ich keine Idee, aber das könnte noch werden. Kennt übrigens jemand eine archaische deutsche Formulierung von 'mayhaps'/'vielleicht'? Ich möchte da nicht vielleicht benutzen, um den 'Lord vom Kreuzweg'-Spielgag beizubehalten, wenn Walder Frey zu Robb in ASoS 'mayhaps' sagt.

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  • @ Miyagi:
    Sorry, aber Dein Posting ist bis auf die letzten 3 Sätze alles andere als hilfreich. Lag's an der frühen Stunde ?


    Beiträge selektiv lesen, ist auch nicht gerade hilfreich, Art. Lag es an der abendlichen Stunde? ;)
    Oder woran sonst lag es wohl, dass du mein ausdrückliches Lob an Lord Varys für sein Engagement zur inhaltlichen Fehlerausmerzung überlesen oder als nicht relevant eingestuft hast? Überdies kritisiere ich nicht vordergründig den User Lord Varys, - der tut hier auch mehr oder weniger nur noch, was möglich ist - sondern das ganze Übersetzungsprozedere (genauer, das Eindeutschungsprozedere) und die Haltung der Community gegenüber. Klar ist es leicht jetzt vor Dankbarkeit auf die Knie zu fallen, weil nach dem Ignorieren seitens des Verlages und der Übersetzerin wenigstens die dritten Übersetzungsinstanz (der Assistent der Übersetzerin des Verlages) mit der Community redet, und in Aussicht stellt, vielleicht, werde man Vorschläge an die zweite Instanz weitergeben. Aber diese Dankbarkeit schmeckt bitter. Ein Mensch kann auch an 5-Sterne-Restaurants gewöhnt sein, nimmst du ihm nur lange genug die Möglichkeit zu essen, wird er irgendwann soweit sein und Dankbarkeit empfinden, wenn du ihm steinhartes Brot zu essen gibst. Das kann man akzeptieren, aber ich empfinde das Herunterschrauben von meiner Meinung nach legitimen Ansprüchen (das der Verlag ja nicht so sieht) als bitteren Geschmack.



    Vorschlag: Mache selber was Konkretes und mecker' nicht über Leute, die immerhin ...was machen


    Erstens: Was genau soll ich denn tun? Zweitens: Wie mir scheint, war ich bisher der Einzige in diesem Strang, der auch etwas zum eigentlichen Thema beigetragen hat. Drittens: Apropos: nicht meckern und was machen - Wo ist eigentlich dein konkreter Beitrag zum Thema? ;)

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  • Offenbar erwarten einige (konkret: Miyagi) von mir Vorschläge zu unterbreiten und zu vertreten, denen ich selbst nicht zustimme. Ich werde doch nicht sagen ändert X weil Nickname Y das sagt, ich selbst aber anderer Ansicht bin.


    Nein, nur weil Nickname Y das sagt, nicht. Das hat auch keiner verlangt, und wäre auch unsinnig. Sinnvoll ist nur der Majoritätskonsens. Wenn der Großteil der Community also der Meinung wäre, Casterly Rock nicht in Casterlystein, sondern in Casterlys Fels umzubenennen, und der Vorschlag den Übersetzungsrichtlinien nicht entgegensteht, dann wäre es ein Dienst an der Community, wenn du es vorschlägst, auch wenn du selbst den Begriff nicht gutheißt.



    Da wäre ich aber nicht für das Hybridkunstwort 'Tansykraut', das im Prinzip dasselbe wäre wie Preston Grünfeld, Hanter oder Reiterlord, sondern für die Suche nach einem pflanzlichen Abortivmittel, das im Deutschen auch als weiblicher Fantasy-Vorname funktionieren könnte.


    Und warum schon wieder eine satte Neuerfindung, wenn nicht aus Co-Autor-Ambitionen? Warum nicht einfach das "y" in ein "i" ändern, dann kann man Tänsi leichter als deutsches Tansi zu lesen. Oder wenn das die Seele noch immer nicht amused, könnte man, bevor man drauflos erfindet, erstmal einen einzigen Buchstaben ändern mit phonetischer Ähnlichkeit zum Ursprungslaut? Etwa Tamsi statt Tansi.


    Und was genau willst du an Reiterlord ändern? Lord und Lady aus dem Text zu verbannen kannst du schon mal vergessen. Gero hat mal erzählt, der Verlag würde diese Begriffe nicht austauschen. (Die sind dann anscheinend nicht mehr englisch genug) Wenn es also weiterhin Lords als Bezeichnung für mächtige Männer geben wird, sollte es auch weiterhin Reiterlords geben.

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  • Majoritätsvoten können natürlich auch täuschen, und natürlich ist dieses Forum hier auch nicht repräsentativ für die deutschsprachige Community, aber klaren Argumenten gegenüber werde ich nicht abgeneigt. Und Casterlystein ist meines Erachtens auch ein Fehler. Allerdings vermute ich, dass die Kontraktion zu einem Wort hier schon ihre Berechtigung hat, da der Burgname 'Casterlys Fels' sich so geschrieben wohl nicht tausend Jahre erhalten hätte. Ich wäre da schon eher für Casterlyfels.
    Was Tansy angeht, so ist Tansy ganz einfach einmal im Deutschen Rainfarn. Das lässt sich nicht ändern. Wenn wir nun - was in der Übersetzung getan wird - auch Namen übersetzen bzw. germanisieren, müsste man das mit diesem Namen auch tun. Man könnte 'Tansy' theoretisch also schon phonetisch germanisieren, aber in diesem Fall wiegt meines Erachtens allerdings die Doppelbedeutung um die ganze Abtreibungsgeschichte weit schwerer als der Umstand, dass der Name Tansy so vielleicht ganz gut klingt. Wermut, z.B. könnte ich mir sehr viel eher als Fantasy-Frauenname im Deutschen vorstellen als Rainfarn. Aber man wird sehen. Und wenn man das Original genau betrachtet, so sagt Hoster da ja 'Tansy' und das ist alles was er sagen will, und nicht etwa 'Tansykraut'. Catelyn erkennt den Pflanzennamen, schlussfolgert jedoch, dass er auch als Frauenname im einfachen Volk Verwendung gefunden hat. Wie dem auch sei, das ist jedenfalls ein interessantes Problem.
    An 'Reiterlords' stört mich - genauso wie an 'Drachenlords' - erst einmal der Umstand, dass das ein Hybridwort ist. Nur weil wir immer noch Lords und Ladys in Westeros haben, müssen nicht alle Lords im Text stehen bleiben. Lords als Titel der Feudalherren in Westeros kann ich zur Not akzeptieren (obwohl mir die eigentlich schon ziemlich auf die Nerven gehen), aber das gesellschaftliche System der Dothraki oder der Valyrer funktioniert(e) anders. Will heißen, dass es meines Erachtens durchaus zu vertreten ist, Lord als 'Herr' zu übersetzen, wenn es nicht um die Adelsherren von Westeros im strikten Sinne geht. Aber das eigentliche Ärgernis ist, dass wir uns alle einig sein sollten, dass die wörtliche Bedeutung von 'horse lords' eben nicht 'Reiterlords' sondern 'Pferdeherren' ist. Und genau das Wort hätte ich an der Stelle gern.
    Da wurden in der bestehenden Übersetzung 'Co-Autor-Ambitionen' verfolgt, nicht bei der Korrektur desselben.
    Ähnliches gilt meines Erachtens auch für den 'Sealord of Braavos'. Der wirkt, meiner Einschätzung nach, als 'Seeherr von Braavos' bei weitem einzigartiger und mächtiger als als 'Seelord von Braavos' - gerade weil's im Text von so vielen Lords wimmelt.

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  • Als Nicht-Deutscher, der aber deutsch spricht, und in dessen Sprachgebrauch von Natur aus der Fremdwortanteil höher ist als in Deutschland (in Österreich oder der Schweiz wird z.B. der frz. Reifen als" Mischlöh" und nicht Michelin ausgesprochen, die Zahnpasta Colgate ist nun mal Kohlgäht und nicht Kolgate, ein schlecht geschossener Corner im Fußball kann noch so sehr ein Eckball sein, aber es geht ins Out und nicht ins Aus, und in der Schweiz kannst du beim Tennisspielen, bei 40:40 leider nie Einstand hören, sondern immer nur Deuce usw, usw... ) sind für mich vor allem die Denglisch-Mischformen fürchterlich zu hören.


    Casterly Rock ist entweder der Schloßfelsen - Schlößlicher Felsen wäre ja auch zu blöd - oder man läßt die Eindeutschung. Gibt es in der Vorstellung einen Leser, der das Original "Kasterlü Rock" ausspricht? Wohl kaum. Abgesehen davon ist ein "Rock" ein Felsen und kein Stein - in meinen Augen ein Übersetzungsfehler.


    Entsetzlich finde ich auch die Falschschreibung - ich sage bewußt nicht Eindeutschung, denn das wäre der Ehre zu viel - der offensichtlich englischen Originalnamen.


    Ist euch schon jemals der Gedanke gekommen, dass künftige Leser eventuell dazu neigen könnten, die seltsam eingedeutschten Namen im Endeffekt dann doch falsch, nämlich englisch auszusprechen? Die eingedeutschen Royce könnten als Rois dann nämlich entweder als Roh-is oder noch schlimmer als die Mehrzahl der frz. Könige "Roah" gedacht werden. Aus den vergewaltigten "Lennisters" werden plötzlich die engl. ausgesprochenen Linnisters usw., usw.


    Im Groben und Ganzen ist es nun einmal so, als würde man in die Tage der Schundheftchen der 60er Jahre zurückkehren und jeden Dreck eindeutschen.


    Ich bin aber der Ansicht, dass die Leserschaft der durchaus komplexen Fantasystory, pardon, Phantasieerzählung mit mehreren tausend Seiten doch eher einer höheren Bildungsschicht angehört, die durchaus mit dem Gebrauch der englischen Sprache mächtig ist, und dass das an Boulevardzeitungsdeutsch angepasste Leserpublikum hier ohnehin in der klaren Minderheit ist und ergo kaum berücksichtigt werden sollte. (Als pollitisch links denkender Mensch schäme ich mich, das so zu sagen, aber es ist nun mal so: Das klassische Proletarriat liest keine Wälzer über mehrere 1000 Seiten.)


    Ich konnte mich schon schwer damit zurechtfinden, dass Ortsnamen wie "Altestein" plötzlich in den ansonsten eindeutig englischen Ortsnamen vorkamen, konnte mich aber eingermaßen damit abfinden. Ob Gottes Auge oder Gods Eye, nicht so schlimm.


    Wie allerdings der Blackwater Rush zu übersetzen wäre? Schwierig, schwierig. Eilendes Schwarzwasser? Schwarzwasserhektik?
    "Fall" ist für einen Fluss, in dessen Mündung eine Riesenseeschlacht stattfindet, auf alle Fälle falsch.


    "Königslandung" ist daneben, Königsmund hört sich aber irgendwie nach einer royalen Körperöffnung an. Wenn schon Kings Landing übersetzt werden muss (warum eigentlich? Von Hafenmund habe ich noch nie gehört von Portsmouth schon jede Menge), dann wäre ich für "Königsbucht", ist zwar keine 1:1-Übersetzung, hört sich aber nicht ganz so behindert an.


    Wenn aber recht eindeutig englisch auszusprechende Eigennamen in der selben Aussprache, die eigentlich jeder Dümmling mit mittlerer Reife richtig ausgesprochen hinbekommen sollte, eingedeutscht werden, dann wirkt das mAn irritierender als hilfreich.


    P.S. Stone, Snow, Sand, Rivers, Storm usw... gerade die Bastardnamen der verschiedenen Regionen sollten mAn bitte nicht übersetzt werden.


    Z.B. ist Rivers eine wunderschöne Anspielung auf den "War of Roses". Die Brüder der Gattin von der Gemahlin Eduard IV., Lady Grey, waren Rivers ...


    Und ein zweites P.S. In meiner Kindheit durfte der Polizeipräsident von Entenhausen "Hunter" und nicht Jäger heißen. Okay, ich habe das damals als 7jähriger mit "u" ausgesprochen, dennoch hätte ich nie einen Jäger gewollt ...


    In einer deutschsprachigen Welt, in der die meisten Grundschüler schon im Alter von sechs Jahren Englischunterricht bekommen, sollte doch überlegt werden, ob zu viele "Hilfen" nicht kontraproduktiv wirken.


    P.P.S. Caterlyfels ist bin meinen Ohren zwar immer noch schrecklich, aber schon ein Schritt in die richtige Richtung. Flüssiger und wenigstens richtiger übersetzt.

    [b] Sorry, no dragons in Winterfell!


    Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

    3 Mal editiert, zuletzt von ssnake ()

  • Ich hab nicht viel Zeit, also mal ganz kurz zu einzelnen Wörtern/Vorschlägen, natürlich unter der Prämisse dass eingedeutscht werden MUSS (grähks) :


    -Königslande


    Würde ich so belassen. Westeros ehemalige Reiche sind eher föderalistisch organisiert als souverän. Analog zu den Bundesländern passt das ganz gut und das echte Königreich Dorne hebt sich im Text besser ab.


    -Lord


    Kommt drauf an. Seeherr klingt imo schlechter als Herr der See, ist aber weitestgehend in Ordnung. Herr hat bei uns inzwischen zu wenig vom herrschen und zu viel vom Mann mit Hut und Herr Lehmann, um durchgehend zu wirken.


    Enstprechend finde ich Pferdeherren ziemlich verdammt schlimm. Klingt nach Typen die mit Gäulern kopulieren, oder Typen mit Pferdegesichtern.


    Das wäre für mich eine akute Verschlimmbesserung. Lord wurde inzwischen mehr als ausreichend in unseren Sprachgebrauch integriert.



    -Tansy


    Aloe und Angelika sind beide angebliche Abortiva (Angelica archangelica, aloe vera).



    -Winterfell


    als deutsches Wort gefällt mir für die Burg nicht. Die Assotiation ist kuschelig bis albern. Schöner und näher an der Übersetzung wäre Wintertrutz/Wintertrotz/Winterfeste.



    - Casterly Fels


    Es gibt 6790 Möglichkeiten Casterly zu übertragen. Wenn schon Übersetzungswahn, dann bitte auch bei diesem Haus wo es ein mal was nützt.



    -Grow Strong


    Ich finde das Motto in der alten Fassung (ja, das gibts auch) nicht gut übersetzt mit "kräftig wachsen". Die Bedeutung der Zielsetzung geht flöten.
    Vorschlag:
    In Stärke erwachsen.
    oder
    In Kraft erwachsen.



    - Blackwater Rush


    Schwarzwasserstrom oder Schwarzwasserschnellen.

    I have been despised by better men than you.

  • Wie lauten im Original eigentlich die Bezeichnungen fuer die Meister der Muenzen, Ohrenblaeser, etc.? Auch Lords of... oder gibt es fuer die noch eine andere Bezeichnung?

  • Casterly Rock:
    War, wie gesagt, nicht meine Idee, wenn man's konsequent machen würde, wäre wohl 'Schlösserfels' die beste Variante (mit den Casterlys dann als 'Haus Schlösser'). Das würde im Deutschen dann auch die Funktion und Größe von Casterly Rock deutlicher zur Geltung bringen. Mein Bruder war z.B. recht überrascht von dem Umstand, dass das Ding ein riesiger ausgehöhlter Felsen sein soll. 'Schlösserfels' könnte diese Assoziation allerdings noch beinhalten. Wahrscheinlich ist der Zug allerdings abgefahren. Aber ich versuche darüber nochmals zu sprechen.
    Godseye ist jetzt Götterauge, und das passt so.
    Königslande: Keine Ahnung ob ich das werde eliminieren können. Puristen des Originaltexts sollten auch meiner Seite sein, immerhin steht da 'Kingdoms' im englischen Text und nicht 'Kingslands'. Westeros scheint ein föderaler Staat zu sein, aber de facto ist er das nicht. Es gibt einen Monarch, und der regiert. Seine Lords Vasallen sind von ihm abhängig und theoretisch mit einem Federstrich zu entmachten. Das geschieht auch. Man denke an die Florents oder Aerys' unglücklichere Hände.
    Wenn wir bei Oldstones sind, würde ich im übrigen gerne 'Altestein' durch 'Altstein' austauschen. Das klingt im Deutschen einfach griffiger.
    Der Blackwater Rush ist bereits 'der Schwarzwasserstrom'. Damit kann ich leben. Strom weckt ja irgendwie auch noch die Assoziation zu Strömung. Man hat sogar berücksichtigt, dass sich häufig nur 'the Blackwater' im Text findet. Das ist daher nur 'das Schwarzwasser'.
    'Königsmund' sollte wohl von Landing weg den Fokus auf den Umstand legen, dass die Stadt an der Mündung des Schwarzwasserstroms liegt. Recht viele Städte an Flussmündungen spiegeln den Umstand wieder, dass sie dort liegen. Nicht meine Idee, aber auch keine, die ich für vollkommen dämlich halte.
    Pferdeherren: Na ja, ich weiß leider als non-native speaker nicht, welche Assoziationen verschiedenartige Lords in deren Köpfen so anregen. Allerdings weiß ich, dass Hybridnamen in meinen Kopf ganz stark nach Übersetzer- bzw. Verlagsinkompetenz oder -faulheit aussehen. Von daher finde ich dafür gerne textnahe Alternativen. Sklavisch ein Wort nicht zu übersetzen, nur weil man es in einer bestimmten Funktion (Feudalherr von Westeros) beibehält, muss ja nicht die anderen Nuancen dieses Wortes, die übersetzbar bleiben, ignorieren. 'Horse lords' sind nun einmal 'Pferdeherren'. Théoden von Rohan, den Saruman als 'Pferdeherr' ('horse-master' im Original) bezeichnet, fasst das als Beleidigung auf. Aber für die Dothraki gilt das nicht. In deren Kultur gilt der Herr/Meister der Pferde, derjenige, der sein Pferd meistert und beherrscht, erst als Mensch. Daenerys erster Schritt auf dem langen Weg zur großen Khaleesi an Drogos Seite ist, dass sie ihre Silberne wie eine Dothraki reitet. Drogos Anspruch zu herrschen, sein Status als Khal, endet, als er vom Pferd stürzt. 'Reiterlords' ist nicht nur ein falsches Kunstwort, es ist auch völlig unklar, was diese Typen denn nun sein sollen. Sind sie 'reitende Lords' oder Lords/Herren irgendwelcher Reiter? Herren der Dothraki? Oder ein Sammelbegriff für alle Dothraki? Letzteres ist das Original 'horse lords', Reiterlords jedoch nicht.
    Ich neige sogar dazu, 'Lord of the Seven Kingdoms' in der königlichen Titulatur in 'Herr der Sieben Königreiche' aufzulösen, weil auch der 'Lord of the Seven Kingdoms' nicht der Lord im Sinne seiner Vasallen ist. Aber auch da bin ich nicht sicher, ob das klappt.
    Tansy: An Aloe habe ich auch schon gedacht. Angelika wäre wohl idealer, man wird sehen. Es könnte sein, dass Lysa besagte Pflanzen im letzten ASoS-Kapitel bereits erwähnt. Falls nicht, könnte man sich wohl auf eine verständigen.
    'Kräftig wachsen' ging mir auch immer tierisch auf die Nerven. Ich kann nicht glauben, dass ich das bei meiner Korrektur der Anhänge übersehen habe. Da muss man wirklich noch drüber nachdenken.
    Die Mitglieder des Kleinen Rats werden zwar als Lords angesprochen, ihre Amtsbezeichnungen sind im Original allerdings 'Master of...'. Littlefinger ist 'Master of Coin', Renly 'Master of Laws', Stannis 'Master of Ships', Varys 'Master of Whisperers'. Letzteres möchte ich im Deutschen einheitlich als 'Meister der Flüsterer' übersetzen. Varys beschäftigt Informanten, keine Desinformanten, und 'Ohrenbläser' meint im Deutschen einen Spitzel, der in böser Absicht versucht, andere zu denunzieren. Zwar mag Varys selbst ein Ohrenbläser in diesem Sinne sein, nicht aber die Leute, die für ihn arbeiten (und schon gar nicht die zungenlosen Kinder in den Wänden, die nur aufschreiben, was sie hören) - sie informieren Varys ja über das, was tatsächlich geschieht, und kreieren keine üblen Gerüchte. Varys selbst ist derjenige, der abwägt, was er in welchem Kontext wem erzählt.

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  • Königsmund:
    Also was mich ganz persönlich bei dieser Umsetzung stört ist, dass da einfach ein Teil verloren geht. In "King's Landing" steckt eine Aussage drin. Der Name berichtet etwas, nämlich wann und wie diese Stadt entstanden ist, was es damit auf sich hat. Es ist der Ort, an dem der (erste) König der Sieben Königslande (oder "Königreiche" meinetwegen, damit kann ich gut leben) angelandet ist.
    Das fällt bei Königsmund einfach weg und wird durch etwas anderes ersetzt, nämlich den Hinweis, dass sich die Stadt an der Mündung des "Schwarzwassers" befindet. Und in dem Augenblick, wo so etwas getan wird, ist es eben keine Übersetzung mehr, sondern eine Veränderung, ein Eingreifen in das Schaffen des Autors. Damit habe ich in diesem Fall ein persönliches Problem.


    Zitat

    Sklavisch ein Wort nicht zu übersetzen...

    Ebenso unklug kann es jedoch sein zu versuche, sklavisch absolut alles, was einem an englischen Begriffen in den Weg kommt, ins Deutsche oder etwas dem Deutschen ähnliches zu pressen. Ich stehe mit sprachlichen Mischformen auf in den meisten Fällen auf Kriegsfuß, aber gerade bei dem Wort "Lord" habe ich da eigentlich kein Problem.
    Ssnake hat es ja schon geschrieben. Wer auch immer diese Buchreihe liest, dürfte zumindest ein wenig mit der englischen Sprache vertraut sein und daher mit diesem Wort keine größeren, sprachlichen (Verständnis-)Probleme haben. Ob man es nun schön findet oder nicht, ist eine andere Sache. "Lord" aber dogmatisch durch "Herr" ersetzen zu wollen, muss zudem auch nicht immer gut sein. Das deutsche Wort "Herr" hat nunmal andere Nuancen als das englische "Lord", wodurch eine solche Umsetzung auch wieder eine Art von Veränderung sein kann. Und, wie bereits oben erwähnt, habe ich mit Veränderungen (außer natürlich, dass sie unumgänglich sind wie die Umsetzung von Tansy in Angelika oder ähnliches) so meine Probleme.
    Das Wort "Lord" findet sich übrigens auch im Duden, ist also quasi schon von vornherein eingedeutscht. Das könnte man also guten Gewissens so lassen, zumindest meiner Meinung nach.


    Zitat

    ...Varys 'Master of Whisperers'. Letzteres möchte ich im Deutschen einheitlich als 'Meister der Flüsterer' übersetzen.

    Finde ich sehr gut. Dieses unselige "Meister der Flüsterer und Ohrenbläser" war ja in der "Ursprungsübersetzung" meiner Meinung nach ohnehin ein ... nun ja, dicker sprachlicher Fehlgriff, um es mal so auszudrücken.

    Lang lebe König Staublin, Herr der Mummers vom geheimnisvollen Volk der Doom.

  • Da für mich Westeros eine am mittelalterlichen England orientierte Welt ist, wäre es mir am liebsten wenn Städte- & Personennamen nur dann übersetzt werden, wenn es gar nicht anders geht oder es sich um Spitznamen handelt, die ansonsten merkwürdig wirken würden.



    Wenn Übersetzung, dann aber bitte mit Gespühr für Sprachmelodie und Stimmigkeit...
    z.B.
    Golden Tooth zu Güldenzahn statt Goldzahn oder goldener Zahn.
    Die Twins nicht zu "Die Zwillinge" sondern "Die Zwillingsburg(en)".
    Castle Black nicht zu "Schwarzburg" sondern "Schwarzes Kastell".
    Maidenpool nicht zum "Jungfrauenbecken" sondern zu "Jungfernbrunn"
    Casterly Rock nicht zu "Casterly Fels" sondern "Schlossfels" oder "Trutzfels"


    Kings Landing würde ich übrigens mit "Königshafen" übersetzten. Einfallslos aber doch passend.


    Allgemein wäre es mir aber lieber man beließe es beim Englischen. Fand schon die Zwangseindeutschung der Warcraftwelt albern und daneben (ich spiele zwar kein WoW, mag aber die Welt).

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  • Sehe das genau so. Die Übersetzung von Eigennamen ist extrem schwierig, da es sich ja oft um Wortspielereien des Autors handelt und diese in der Regel nur in der Original-Sprache funktioniert. Eine Eins-zu-eins Übersetzung hört sich lächerlich an, also muss man es eben irgendwie so hinbiegen, dass es auch im Deutschen noch einigermaßen in die Welt hineinpasst. Dabei gehen jedoch zwangsläufig Informationen und mit ihnen auch einiges an Atmosphäre verloren. Deshalb bin ich auch immer strikt gegen die Übersetzung von Personen- und Städtenamen. Warum auch? Wenn mich ein Engländer namens William besucht und ich mich mit diesem auf Deutsch unterhalte, nenne ich ihn ja trotzdem William und nicht Wilhelm. New York ist New York und nicht Neu Jork. Genauso wie der Himmel blau und ein Weihnachtsbaum grün ist. Das ist nichts, was ich übersetzen muss/könnte. Tansy ist eben Tansy. Diese Person "existiert", sie heißt so und nicht anders. Zum Glück hat es Blanvalet vor 2.000 Jahren noch nicht gegeben, sonst würde ich heute wahrscheinlich nicht Michael sondern "Gottgleich" oder so heißen.


    Selbst wenn man nur über grundlegende Englisch-Kenntnisse verfügt, kann man Namen wie "Hunter" ohne weiteres lesen und verstehen; da braucht es keine "Übersetzung". Man sollte eben nur im Hinterkopf behalten, dass das Buch von einem englischsprachigen Autor verfasst wurde. Den Lesern, welche auf eine Übersetzung angewiesen sind, geht nichts verloren und der Rest muss nicht auf das Vergnügen verzichten, die Bücher in seiner Muttersprache zu lesen, wenn er diese wunderbare Geschichte unverfälscht erleben möchte.


    Und zum "Pferdeherren": Das hört sich für mich nicht nach einem grausamen Eroberer an, der 40.000-Mann Heere anführt, sondern eher nach einem Einsiedler, der zu viel Zeit mit bestimmten Vierbeinern verbracht hat. Wenn man das Lord schon unbedingt wegmachen muss, dann doch wenigstens etwas wie "Pferdefürst", o.ä. - das ist wenigstens respekteinflößend und nicht ganz so "abgehoben". Ist zwar nicht wörtlich übersetzt, aber im englischen "Lord" klingt eben auch noch etwas anderes mit, als im deutschen "Herr".

  • Ich bin eigentlich auch komplett gegen die Übersetzung von Eigennamen. Wenn überhaupt sollten diese, wie Einige bereits anmerkten, konsequenter übersetzt werden. Da es aber wirklich schwer bis unmöglich ist, dies einzuhalten und dies auch noch so zu meistern, dass alle Namen nicht 1:1 übersetzt sind, sondern wirklich stimmig klingen, ohne ihre eigentliche Bedeutung (Beispiel: Kings Landing) zu verlieren, bin ich strikt dafür Eigennamen einfach unangetastet zu lassen.
    Argumente hierfür wurden bereits genannt. Ich möchte ein weiteres hinzufügen: Die Kultur der Länder Martins
    Es ist kein Zufall, dass Martin englische Namen benutzt hat, da allein durch den Namen bereits eine Assoziation im Leser geweckt wird. Englische Namen --> Englisches Mittelalter. Dies macht noch mehr Sinn, wenn man bedenkt, dass die Rosenkriege als vages Vorbild für ASOIAF herhalten können. Westeros gleicht sehr stark dem klassischen, englischen Mittelalter, vor allem in den ersten Bänden, die sich fast wie ein Historienroman lesen.
    Es gibt genug Beispiele außerhalb von Martins Büchern, in denen englischsprachige Autoren (für sie) ausländische Namen benutzen, um dass von ihnen beschriebene Land, vorab ein wenig zu charakterisieren. Vielleicht kennt jemand die Warhammer Fantasy Welt. Dort gibt es das Imperium, in dem Personen sowie Städte Deutsche Namen haben, da es grob auf dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen beruht obwohl. Vermutlich wird keiner der Autoren mehr als 5 Wörter Deutsch können. Genauso gibt es Länder mit französischen Namen (Bretonen/ Französisches Mittelalter), sowie andere Länder mit weiteren Sprachen. Dies wurde ja nicht ohne Grund gemacht, sondern wie erwähnt um Assoziationen im Leser zu wecken. Würde man diese Namen übersetzen, wäre der Effekt kaputt und die Welt nur halb so stimmig.
    Meiner Meinung nach verhält es sich in ASOIAF ähnlich. Westeros ist europäisch angehaucht --> Englische Namen. Die Länder im Osten sind exotisch und eher Fantasy als Westeros --> Fantasy Namen, die keiner Sprache wirklich zuzuordnen sind.


    Ich will hier noch einmal wiederholen, dass ich kein Problem damit habe, eine konsequente, gute, deutsche Übersetzung zu lesen, in der jeder Eigenname STIMMIG übersetzt ist. Das würde nicht viel an der Mittelalterlichen Atmosphäre ändern. Allerdings ist dies fast unmöglich zu schaffen. Es ist schlicht nicht möglich die zahllosen Namen wohlklingend zu übersetzen. Und wenn z.B. Jon Snow nun Jon Snow bleibt, aber fast der gesamte Norden in deutsch-namigen Orten lebt, fragt man sich als Leser doch zwangsläufig, wie der sprachliche Ausbruch ins Englische kulturell im Buch zu begründen ist. Einfache Antwort vorweg genommen: Es ist nicht zu begründen, da es im Original auch keine Unterschiede gibt.
    Deshalb: Eigennamen so belassen und jeder sollte zufrieden sein.



    Noch etwas zu den "Pferdeherren":
    Es mag sein, dass das Wort nun aus dem Kontext gegriffen, ein wenig seltsam klingt. Ich habe allerdings kein Problem damit, sondern finde des Wort wirklich gut, da es schlichtweg gut in die Geschichte passt. Sie spielt in einer Mittelalterlichen Welt, in der das Wort "Herr" eben nicht alter Opa, sondern Meister, HERRscher bedeutet. Wer im Lesefluß wirklich sich am Wort Pferdeherr stößt, der ärgert sich vermutlich auch darüber, dass von einer "Schlacht" und nicht von einem "Gekloppe" die Rede ist, oder dass Charakter XY "getötet" und nicht "gekillt" wurde.
    Soll sich niemand angegriffen fühlen, aber ich denke, dass vielleicht altmodische Wort passt einfach in das Gesamtwerk.

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