Neue Blanvalet-Ausgaben

  • Als ich vor eineinhalb Jahren zu lesen
    begonnen habe gab es schon die Neue Übersetzung,


    weshalb ich die Alte nicht kennen
    gelernt habe. Natürlich ist es ein Unding wenn mitten in der
    Reihe die Übersetzung gewechselt wird, und ich kann alle
    altgedienten Leser verstehen, die sich darüber aufregen.
    Grundsätzlich finde ich es trotzdem gut, das die Namen und Orte
    eingedeutscht wurden.


    Die Geschichte spielt ja eben nicht in
    einer englischsprachigen Welt, warum soll man dann alle Begriffe
    englisch lassen? Aber das hätte man dann natürlich schon
    von Beginn an machen sollen.


    Und ja, die eine oder andere
    Übersetzung ist vielleicht etwas unglücklich.

  • Und ja, die eine oder andere
    Übersetzung ist vielleicht etwas unglücklich.


    "Unglücklich" ist recht euphemistisch. Das Hauptproblem ist meiner Meinung nach einfach, dass ein Drittel gar nicht übersetzt wurde, bei einem weiteren Drittel die Umwandlung nicht als Übersetzung bezeichnet werden kann, sondern pseudomäßig eingedeutscht wurde (Dayne zu Dayn, Royce zu Rois, Glover zu Glauer ...), und bei weiteren Fällen die Übersetzung nicht das wiedergibt, was im Original steht (King's Landing zu Königsmund, Highgarden zu Rosengarten, ...).
    Ich habe selber gemerkt, wie schwierig es sein kann, den richtigen Weg zwischen Übersetzen und Beibehalten zu finden. Aber diese Inkonsequenz gepaart mit völlig abstrusen Veränderungen ist doch mehr als ärgerlich.

    Das Wiki von Eis und Feuer freut sich über deine Mitarbeit. Schau mal vorbei: eisundfeuer.fandom.com/de
    __________________________________________________________________


    "We all swore oaths." - Arthur Dayne


    "There are ghosts everywhere. We carry them with us wherever we go." - Jorah Mormont

  • Zitat

    Ich habe selber gemerkt, wie schwierig es sein kann, den richtigen Weg zwischen Übersetzen und Beibehalten zu finden. Aber diese Inkonsequenz gepaart mit völlig abstrusen Veränderungen ist doch mehr als ärgerlich

    /sign


    Vor allem ist das Ganze "ägerlich", wenn man bedenkt, dass einer der (angeblichen) Hauptgründe für die Neuübersetzung war, dass bitte doch jeder deutsche Leser die Bedeutung der Namen verstehen können soll, was bei völlig frei erfundenen Fantasiewörter wie Glauer oder aus irgendeinem mitteldeutschen Dialekt entlehnten Begriff wie Mulwarft die komplette Begründung ad absurdum führt.

    Lang lebe König Staublin, Herr der Mummers vom geheimnisvollen Volk der Doom.

  • Zitat

    Die Geschichte spielt ja eben nicht in


    einer englischsprachigen Welt, warum soll man dann alle Begriffe


    englisch lassen?

    Das Argument, dass es gut passen würde, in einer deutschen Übersetzung deutsche Namen zu haben, kann ich nur bedingt nachvollziehen. Zwar klingt es womöglich passender, aber Fakt ist, dass GRRM Westeros (wenigstens konnten in Essos die Namen nicht besonders verunstaltet werden) als US-Amerikaner erschaffen hat, dann kann man die Welt ja auch grundsätzlich so lassen (Wobei es auch Ausnahmen gibt, wo eine Übersetzung verständlich ist). Das wäre so, wie wenn in deutschen Atlanten englischsprachig geprägte Orte und Personen wie New York City plötzlich immer Neu Jork Stadt heißen würden, oder Swansea Schwanensee, Ashford Aschfurt, und Bush Busch und Clinton Klinten hießen.

  • Das Argument, dass es gut passen würde, in einer deutschen Übersetzung deutsche Namen zu haben, kann ich nur bedingt nachvollziehen. Zwar klingt es womöglich passender, aber Fakt ist, dass GRRM Westeros (wenigstens konnten in Essos die Namen nicht besonders verunstaltet werden) als US-Amerikaner erschaffen hat, dann kann man die Welt ja auch grundsätzlich so lassen (Wobei es auch Ausnahmen gibt, wo eine Übersetzung verständlich ist). Das wäre so, wie wenn in deutschen Atlanten englischsprachig geprägte Orte und Personen wie New York City plötzlich immer Neu Jork Stadt heißen würden, oder Swansea Schwanensee, Ashford Aschfurt, und Bush Busch und Clinton Klinten hießen.


    Die Namen in Essos sind wohl
    mesopotamisch angehaucht (Persisch, Babylonisch...). Diese klingen im
    englischen und im deutschen gleich exotisch. Westeros klingt mir halt
    mit den englischen Namen zu englisch, da habe ich immer Richard
    Löwenherz vor meinem geistigen Auge. Mit den deutschen begriffen
    neutralisiert sich das, und es fällt mir leichter das ganze
    unabhängiger zu lesen.


    Aber das ist vermutlich
    Geschmackssache, und hätte man die englischen Originalnamen
    gelassen wäre mein Lesegenuss vermutlich auch nicht viel
    geringer gewesen.


    "Unglücklich" ist recht euphemistisch. Das Hauptproblem ist meiner Meinung nach einfach, dass ein Drittel gar nicht übersetzt wurde, bei einem weiteren Drittel die Umwandlung nicht als Übersetzung bezeichnet werden kann, sondern pseudomäßig eingedeutscht wurde (Dayne zu Dayn, Royce zu Rois, Glover zu Glauer ...), und bei weiteren Fällen die Übersetzung nicht das wiedergibt, was im Original steht (King's Landing zu Königsmund, Highgarden zu Rosengarten, ...).
    Ich habe selber gemerkt, wie schwierig es sein kann, den richtigen Weg zwischen Übersetzen und Beibehalten zu finden. Aber diese Inkonsequenz gepaart mit völlig abstrusen Veränderungen ist doch mehr als ärgerlich.


    Ich kenne das englischsprachige
    Original nicht, aber in der deutschen Übersetzung gibst es ja
    ständig sprachliche Verbindungen zu den Rosen ( Dornenkönigin,
    Duft nach Rosen, usw.).



    Wie ist das denn im Original oder auch
    in der ursprünglichen Übersetzung, wenn Rosengarten
    ursprünglich Highgarden war?

  • Ja, Highgarden zu Rosengarten zu machen ist gar nicht so schwachsinnig, aber eine Stadt muss ja trotzdem nicht immer das Element im Namen haben, das sie am besten beschreibt. Z.B. in New York City gibt's ja auch viele Hochhäuser, aber die Stadt heißt nicht Skyscraper City oder so. Und in Rosengarten gibt es den Beschreibungen nach zu urteilen unheimlich viele Felder voller Rosen. Von daher ist sowas wie "Duft nach Rosen" bei Highgarden auch nicht verkehrt, und die Dornenkönigin (ich weiß gerade auch nicht genau, warum genau sie so heißt :D ) heißt vielleicht auch aufgrund ihres Verhaltens so, quasi ein wenig angriffslustig, spitzfindig usw.

  • Zitat

    Die Geschichte spielt ja eben nicht in einer englischsprachigen Welt, warum soll man dann alle Begriffe englisch lassen?


    Die Geschichte spielt schon gar nicht in einer deutschsprachigen Welt. Warum eindeutschen?


    Zitat

    Westeros klingt mir halt mit den englischen Namen zu englisch, da habe ich immer Richard Löwenherz vor meinem geistigen Auge.


    Sollst du auch sicherlich eher vor dem geistigen Auge haben als Karl den Dicken oder Ruprecht von der Pfalz.
    Weiß nicht, warum sich da für dich was neutralisiert. Für mich neutralisiert sich da Nix. Hintertupfing liegt für mich neben Vordertupfing und klingt nach Niederbayern, nicht nach Westeros.

    I have been despised by better men than you.

  • Sollst du auch sicherlich eher vor dem geistigen Auge haben als Karl den Dicken oder Ruprecht von der Pfalz.
    Weiß nicht, warum sich da für dich was neutralisiert. Für mich neutralisiert sich da Nix. Hintertupfing liegt für mich neben Vordertupfing und klingt nach Niederbayern, nicht nach Westeros.


    Warum sollte ich das? Für mich hat
    Westeros mit dem englischen Mittelalter genauso wenig zu tun wie mit
    dem deutschen oder französischen. (Und Karl der Dicke ist für
    das klassische Mittelalter sowieso eine schlechte Wahl). Für
    mich ist Westeros eine eigene Welt, die ich als deutscher eben mit
    deutschen Eigennamen am leichtesten als solche erfassen kann.


    Aber ich war es nicht, der den
    Blanvaletverlag zur Neuübersetzung überredet hat...

  • Zitat

    Warum sollte ich das? Für mich hat Westeros mit dem englischen Mittelalter genauso wenig zu tun wie mit dem deutschen oder französischen.


    Dann deckt sich dein "für dich" eben nicht mit dem des Autors. Das beginnt bei der Namenswahl (Jon, Catelyn, Arthur, Willem - nicht Herrman, Kunigunde und Herbert). Wenn er es neutral gewollt hätte, wäre es auch ein leichtes gewesen wirklich neutrale Namen zu benutzen, wie bei Daenerys auch. Abgesehen davon sich George vom den Rosenkriegen inspirieren lassen.
    Aber das Thema hatten wir hier, wie man sich bei 118 Seiten denken kann schon ein, zwei, tausend mal.


    Zitat

    Aber ich war es nicht, der den Blanvaletverlag zur Neuübersetzung überredet hat...


    Behauptet ja auch niemand. Aber wenn du die gleichen Argumente benutzt wie die ein, zwei, tausend vor dir dann bekommst du eben auch die gleichen Antworten.

    I have been despised by better men than you.

  • Dann deckt sich dein "für dich" eben nicht mit dem des Autors. Das beginnt bei der Namenswahl (Jon, Catelyn, Arthur, Willem - nicht Herrman, Kunigunde und Herbert). Wenn er es neutral gewollt hätte, wäre es auch ein leichtes gewesen wirklich neutrale Namen zu benutzen, wie bei Daenerys auch. Abgesehen davon sich George vom den Rosenkriegen inspirieren lassen.
    Aber das Thema hatten wir hier, wie man sich bei 118 Seiten denken kann schon ein, zwei, tausend mal.



    Behauptet ja auch niemand. Aber wenn du die gleichen Argumente benutzt wie die ein, zwei, tausend vor dir dann bekommst du eben auch die gleichen Antworten.



    Dann deckt sich dein "für dich" eben nicht mit dem des Autors. Das beginnt bei der Namenswahl (Jon, Catelyn, Arthur, Willem - nicht Herrman, Kunigunde und Herbert). Wenn er es neutral gewollt hätte, wäre es auch ein leichtes gewesen wirklich neutrale Namen zu benutzen, wie bei Daenerys auch. Abgesehen davon sich George vom den Rosenkriegen inspirieren lassen.
    Aber das Thema hatten wir hier, wie man sich bei 118 Seiten denken kann schon ein, zwei, tausend mal.


    Bei dieser Argumentation kann ich dir
    auch nicht folgen, will aber nicht näher darauf eingehen, weil
    es das ja wahrscheinlich auch schon ein, zwei, tausend mal gab, und
    wir uns wohl sowieso nicht einig werden. Ich will mich auch nicht zum
    großen Verteidiger der Neuübersetzung aufschwingen.


    Wahrscheinlich rede ich mich einfach
    nur leicht, weil ich erst später zu lesen begonnen habe, und den
    Übersetzungsmäßigen Stilbruch mitten in der Reihe
    nicht miterleben musste.

  • Was ist so schwer daran zu verstehen?


    Wenn man z.B. die Säulen der Erde liest, das im mittelalterlichen Großbritannien spielt, muss man auch mit Namen wie "Jack Builder" oder "Percy Hamleigh" klarkommen. Niemand würde auf die Idee kommen, daraus ein "Jakob Erbauer" oder "Pörsi Hamli" zu machen, weil deutsche Leser eventuell nicht gut englisch können.


    Dass Westeros an das mittelalterliche GB angelehnt ist, merkt man an allen Ecken und Enden...Sir, Lord, Master, dazu die typisch britischen Vor- und Nachnamen. Es spielt einfach nicht im HRR.


    Gleichzeitig fragt man sich, warum die Übersetzer nicht gleich völlig konsequent waren, und Catelyn, Jon und Sandor Clegane nicht direkt in Käthchen, Johann und Sandor Klee-gähn verwandelten.

    Dieser Beitrag wurde bereits 17 mal editiert, zuletzt von "Ser Twenty of House Goodmen" (Vor einem Moment)


  • Aber genau das meine ich ja. Die
    „Säulen der Erde“ ist ein historischer Roman und spielt im
    mittelalterlichen England, eingebettet in die mittelalterliche
    englische Geschichte. Das Lied ist kein historischer Roman, spielt in
    einem gewissen Westeros mit eigener Geschichte. Für mich sind
    das komplett getrennte Welten. Wenn die meisten hier das Lied mit dem
    mittelalterlichen England in Verbindung bringen (wollen), hat das
    seine Berechtigung, ich empfinde das eben anders.

  • Das Lied ist kein historischer Roman, spielt in
    einem gewissen Westeros mit eigener Geschichte. Für mich sind
    das komplett getrennte Welten. Wenn die meisten hier das Lied mit dem
    mittelalterlichen England in Verbindung bringen (wollen), hat das
    seine Berechtigung, ich empfinde das eben anders.


    Es geht aber eben nicht darum, wie der Leser das empfindet, sondern wie der Autor sich das gedacht hat. ;)
    Und wenn der Autor von vorne bis hinten abgewandelte englische Namen oder Titel benutzt, das englische Mittelalter als Vorbild bezeichnet (samt Kriegen und Red Wedding) und Westeros einen von der Form her durchaus an Großbritannien erinnert (gibt sogar den Hadridanswall im Norden), verwundert es mich schon etwas, wenn man Westeros dennoch nicht mit England in Verbindung bringen will.

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  • Das gehört jetzt zwar eigentlich nicht hier, und wurde wahrscheinlich irgendwo schon beantwortet,
    aber was ist das historische Vorbild für die Red Wedding ? ?(

  • Ich weiß es zwar nicht genau, könnte mir aber vorstellen, dass es die Bartholomäusnacht war.

    Zitat

    Die Bartholomäusnacht (auch Pariser Bluthochzeit genannt, französisch Massacre de la Saint-Barthélemy) war ein Massaker an französischen Protestanten, den so genannten Hugenotten, das in der Nacht vom 23. zum 24. August 1572 stattfand. Admiral Gaspard de Coligny und weitere Führer der französischen Protestanten wurden dabei auf Befehl der Königinmutter Katharina von Medici ermordet. Sie waren anlässlich der (vermeintlich der Versöhnung dienenden) Hochzeit des Protestanten Heinrich von Navarra (des späteren Königs Heinrich IV.) mit Katharinas Tochter Margarete von Valois in Paris versammelt. In der gleichen Nacht wurden in einem Pogrom weitere Tausende Pariser Protestanten ermordet.


    Quelle: Wikipedia

    Aber das ist jetzt eher geraten ;)

    I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".

  • Das war es meiner Erinnerung nach nicht, hat schon in England oder Schottland stattgefunden. Wahrscheinlich findet man unter "Sonstiges" einen Thread zum Thema "Historische Einflüsse" oder so, wo das drin steht.

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  • War ja auch nur geraten. Mich hat halt der Name "Bluthochzeit" daran erinnert, wobei es bei der ja noch ein bisschen mehr abging... 8|

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