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  1. Eis-und-Feuer Forum
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Kultivierte und respektvolle Grundsatzdiskussion über Alles

  • Maegwin
  • 3. September 2010 um 20:19
  • TheStranger
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    Beiträge
    729
    • 26. Februar 2018 um 19:44
    • #821
    Zitat von Kasimir

    Das sind fast alles keine Argumente, zumal du das eben nicht musst. Mach ich auch nicht und noch nie ist daraus ein Problem enstanden. Wenn das deine Probleme mit der heutigen Zeit sind

    Keine Argumente Ok. Ich weiß ja nicht in welcher Gesellschaft du dich bewegst. Doch meinen Beobachtungen nach, werden Menschen verspottet, teilweise sogar von ihrer Verwandtschaft, wenn sie nicht auf dem neuesten Stand sind.

    Zitat von Kasimir

    Dann kannst du ja froh sein, dass es mittlerweile so viele Alternativen gibt und nicht wie früher nur eine Handvoll Fernseh- und/oder Radiosender sowie Zeitungen.

    Gerade das es so viele Alternativen gibt, ist doch dass Problem. Jeder Volltrottel, darf heutzutage seine Meinung mitteilen.
    Und sag mir nicht das dies positiv ist, wegen Meinungsfreiheit usw.
    Ich kenne Menschen die viel Leid durchgemacht haben, wegen irgendwelchen "Gerüchten".

    Zitat von Kasimir

    Bessere Waffen führen nicht zwangsläufig zu mehr Todesopfern, zumindest nicht wenn man die letzten Jahrzehnte als Maßstab nimmt.

    Doch genau das tun sie. Und früher oder später werden wir genau das erleben.

    Zitat von Kasimir

    Und meist du die Vergangenheit, in der jederzeit ein Weltkrieg drohte, tatsächlich Weltkriege geführt wurden oder die, in der Kriege zwar nicht Alltag, aber doch übliches Mittel der Politik und entsprechend häufig waren.

    Das Ding ist, dass man mit früheren Kriegen nicht die ganze Welt auslöschen konnte. Heute wäre das durchaus möglich.

    Zitat von Grunkins

    Dafür haben die Eltern frühzeitig festgelegt, wen man zu heiraten hatte, so ziemlich jede Frau hat mindestens ein Kind im Säuglingsalter verloren, vorzeitige Tode durch Infektionskrankheiten waren üblich

    Von welcher Zeit reden wir jetzt ??

    Zitat von Grunkins

    Ne, man durfte froh sein, jeden Tag genug Kartoffeln und Rüben auf dem Teller zu haben.

    Und ? Mein Opa hat mir immer erzählt, wie schön es war sich schon über die kleinen Dinge zu freuen. Heute werden Tonnen von Essen, die nur einen Tag überlagert sind weggeworfen, während in den armen Ländern Kinder verhungern.

    Zitat von Grunkins

    Das hat früher der Pastor oder die Dorfgemeinschaft im Alleingang besorgt.

    Dann konntest du trotzdem noch das Dorf wechseln. Heutzutage bist du Landesweit gedemütigt, wenn du in den Medien erscheinst.
    Und ich denke kaum das der Pastor, irgendwelche Gerüchte gestreut hat.

    Zitat von Grunkins

    Du hast noch nie Jünger oder Remarque angerührt oder?

    ...

    Zitat von Ser Arthur Dayne

    Die Friedshofstille im Anschluss an einen der zahlreichen europäischen Kriege wird ja wahrscheinlich weniger gemeint sein.

    Und die Kriege heutzutage sind weniger harmlos ??

    Zitat von Ser Arthur Dayne

    Aber du und ich können ja auch ein unterschiedliches Wohlfühlgefühl im Vergleich zu einer früheren Zeit haben

    Anscheinend verschließen viele ihre Augen, vor den Schrecken heutzutage.

    Death

  • Kasimir
    Schlammblutkaiser
    Beiträge
    2.697
    • 26. Februar 2018 um 19:54
    • #822
    Zitat

    Keine Argumente Ok. Ich weiß ja nicht in welcher Gesellschaft du dich bewegst. Doch meinen Beobachtungen nach, werden Menschen verspottet, teilweise sogar von ihrer Verwandtschaft, wenn sie nicht auf dem neuesten Stand sind.


    Mag sein, ist aber nicht allgemeingültig und tatsächlich im Rahmen dieser Diskussion kein, oder zumindest ein sehr schwaches Argument.

    Zitat

    Und die Kriege heutzutage sind weniger harmlos ??


    Teilweise nein, teilweise ja. Auf jeden Fall sind sie sehr viel seltener. Offene Kriege sowieso. Von denen haben wir soweit ich weiß im ganzen Jahrzehnt auf der gesamten Welt bisher noch keinen einziges gehabt.

    Zitat

    Anscheinend verschließen viele ihre Augen, vor den Schrecken heutzutage.


    Und du scheinst dich nur unzureichend mit der Vergangenheit auszukennen.

    Bevor ich weiterschreibe, würde ich noch gern wissen, von welchem "früher" du eigentlich sprichst.

    Dieser Beitrag wurde bereits 12 mal editiert, zuletzt von „Kasimir“ (Heute, 17:14)

  • Ser Arthur Dayne
    The Sword of the Morning
    Beiträge
    4.992
    • 26. Februar 2018 um 19:55
    • #823

    Wir haben im westlichen Europa seit 45 keinen Krieg mehr gehabt. Ansonsten kann ich nur sagen, dass du hier ähnlich emotional reagierst und argumentierst wie im Serienbereich. Als ob früher nicht noch viel mehr Menschen verhungert wären...

    Das Wiki von Eis und Feuer freut sich über deine Mitarbeit. Schau mal vorbei: eisundfeuer.fandom.com/de
    __________________________________________________________________

    "We all swore oaths." - Arthur Dayne

    "There are ghosts everywhere. We carry them with us wherever we go." - Jorah Mormont

  • TheStranger
    Profi
    Beiträge
    729
    • 26. Februar 2018 um 20:00
    • #824
    Zitat von Kasimir

    Mag sein, ist aber nicht allgemeingültig und tatsächlich im Rahmen dieser Diskussion kein, oder zumindest ein sehr schwaches Argument.

    Ja alles ist immer ein schwaches Argument. Alles klar.
    Mir geht es nicht darum in dieser Diskussion starke Argumente zu bringen,
    sondern darum dass die Welt heutzutage scheiße ist.

    Zitat von Kasimir

    Auf jeden Fall sind sie sehr viel seltener. Offene Kriege sowieso. Von denen haben wir soweit ich weiß im ganzen Jahrzehnt auf der gesamten Welt bisher noch keinen einziges gehabt.

    Klar sind sie seltener. Aber wenn es einen gibt durchaus schlimmer.

    Zitat von Kasimir

    Und du scheinst dich nur unzureichend mit der Vergangenheit auszukennen.


    Es kommt für mir eher genau umgekehrt herüber.

    Zitat von Ser Arthur Dayne

    Wir haben im westlichen Europa seit 45 keinen Krieg mehr gehabt. Ansonsten kann ich nur sagen, dass du hier ähnlich emotional reagierst und argumentierst wie im Serienbereich. Als ob früher nicht noch viel mehr Menschen verhungert wären...

    Wenn ich das richtig sehe reagiert hier jeder im Forum emotional bei Diskussionen. Macht das nicht einen Menschen aus ?
    Ist das heutzutage auch schon verboten ?

    So ich muss jetzt los. Wir können gerne morgen weiter diskutieren.

    Death

  • Esmeralda
    Mad Maid
    Beiträge
    8.866
    • 26. Februar 2018 um 20:04
    • #825
    Zitat von TheStranger

    Keine Argumente Ok. Ich weiß ja nicht in welcher Gesellschaft du dich bewegst. Doch meinen Beobachtungen nach, werden Menschen verspottet, teilweise sogar von ihrer Verwandtschaft, wenn sie nicht auf dem neuesten Stand sind.

    Ich muss sagen, dass ich mich dann doch wohl in ähnlichen Kreisen bewege, wie Kasimir. Bis ich mir vor etwas über 2 Jahren dann doch mal ein Smartphone zulegte, wurde ich zwar manchmal groß angeguckt, wenn ich mal wieder sagen musste, dass ich kein Handy habe, aber ich hab deswegen jetzt keine Nachteile erlebt. Und das wir immer noch einen alten Röhrenfernseher haben, hat uns auch nicht geschadet und auch noch niemanden dazu gebracht, sich mit Grausen von uns abzuwenden. :)

    Zitat von TheStranger

    Gerade das es so viele Alternativen gibt, ist doch dass Problem. Jeder Volltrottel, darf heutzutage seine Meinung mitteilen.

    Ja, mir graust es auch, wenn ich mir gelegentlich die Kommentare unter irgendwelchen Artikeln im Netz angucke. Aber das Schöne ist ja, ich muss es nicht!

    Zitat von TheStranger

    Ich kenne Menschen die viel Leid durchgemacht haben, wegen irgendwelchen "Gerüchten".

    Ja, und das haben auch schon Leute vor 20 oder 30 oder mehr Jahren. Meine Mutter wurde damals auf der Straße geschnitten, weil sie es gewagt hat, einen geschiedenen Mann zu heiraten (das war in den 50ern) und meine Schwester war für die gesamte Nachbarschaft nur der "Bastard"!

    Zitat von TheStranger

    Das Ding ist, dass man mit früheren Kriegen nicht die ganze Welt auslöschen konnte. Heute wäre das durchaus möglich.

    Das kann man schon seit Ewigkeiten. Ich bin jetzt über 50 und schon als ich Kind war, wurde mir in den Medien immer wieder vorgerechnet, wie oft die Supermächte mit ihren Waffen die Welt zerstören könnten.
    Das war etwas, dass im Kalten Krieg ständig im Raum stand.

    Zitat von TheStranger

    Von welcher Zeit reden wir jetzt ??

    Meiner Oma wurde noch ihr erster Mann bestimmt. Von beiden Omas sind mehrere Kinder im Säuglingsalter verstorben. Meine Mutter hatte eine Fehlgeburt und ein Kind, dass nur eine Stunde lebte.

    Zitat von TheStranger

    Und ? Mein Opa hat mir immer erzählt, wie schön es war sich schon über die kleinen Dinge zu freuen. Heute werden Tonnen von Essen, die nur einen Tag überlagert sind weggeworfen, während in den armen Ländern Kinder verhungern.

    So blöd das klingt, so ist das doch Zeichen für unseren Wohlstand. Und ganz ehrlich, unsere weggeworfenen Lebensmittel würden kein verhungerndes Kind retten.
    Gott... wie hab ich das immer gehasst, wenn meine Oma mir den komplett überfüllten Teller reichte und meinte ich solle bloß alles aufessen, denn "in Afrika verhungern die Kinder"... Verdammt, ich hätte sie alle retten können, wenn ich nur aufgegessen hätte. :S

    Zitat von TheStranger

    Heutzutage bist du Landesweit gedemütigt, wenn du in den Medien erscheinst.

    Und morgen vergessen.

    Zitat von TheStranger

    Und ich denke kaum das der Pastor, irgendwelche Gerüchte gestreut hat.

    Hast du eine Ahnung. Die Geschichte von meiner Mutter oben? Ja, der Pfarrer hatte seinen Anteil daran.

    Zitat von TheStranger

    Anscheinend verschließen viele ihre Augen, vor den Schrecken heutzutage.

    Der Schrecken heutzutage...
    Wir hatten Kalten Krieg, RAF-Terror, Bürgerkrieg in Nordirland, den Iran, Flugzeugentführungen um Gefangenen-Befreiungen zu erpressen, Sauren Regen und Tschernobyl.
    Und als Medium die Tagesschau und die Bildzeitung. Yay...

    I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".

    Einmal editiert, zuletzt von Esmeralda (26. Februar 2018 um 20:13)

  • Kasimir
    Schlammblutkaiser
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    • 26. Februar 2018 um 20:14
    • #826
    Zitat

    Klar sind sie seltener. Aber wenn es einen gibt durchaus schlimmer.


    Blödsinn. Es gibt einzelne Kriege im 19Jh. in denen mehr Menschen gestorben sind als im ganzen 21 Jh. zusammengenommen. Vom 20. Jh. mit seinen Weltkriegen ganz zu schweigen.

    Zitat


    Mir geht es nicht darum in dieser Diskussion starke Argumente zu bringen,
    sondern darum dass die Welt heutzutage scheiße ist.


    Ne, das tust du nicht. Du kannst die Welt von heute gerne scheiße finden, das ist subjektiv und ich bin auch nicht von ihr begeistert. Du meinst aber, dass sie schlechter wäre als die Vergangenheit und da muss man schon mehr als Argument bringen können.

    Zitat

    Es kommt für mir eher genau umgekehrt herüber.


    Lustig. Da hat sich mein Geschichtsstudium ja gelohnt.

    Dieser Beitrag wurde bereits 12 mal editiert, zuletzt von „Kasimir“ (Heute, 17:14)

  • Ser Arthur Dayne
    The Sword of the Morning
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    • 26. Februar 2018 um 20:27
    • #827

    @Stranger
    Habe ja kein Problem damit, wenn du emotional bist, mein Problem ist eher, dass deine Emotionen Argumente ersetzen, was du ja selber zugibst. Funktioniert aber nicht, wenn du vorher eine starke These aufstellst.

    Das Wiki von Eis und Feuer freut sich über deine Mitarbeit. Schau mal vorbei: eisundfeuer.fandom.com/de
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  • Brigthroar
    Erleuchteter
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    4.099
    • 26. Februar 2018 um 20:42
    • #828
    Zitat

    Es gibt einzelne Kriege im 19Jh. in denen mehr Menschen gestorben sind als im ganzen 21 Jh. zusammengenommen. Vom 20. Jh. mit seinen Weltkriegen ganz zu schweigen.


    Da kann man noch den Dreißigjährigen Krieg ergänzend hinzufügen. In Teilen Süddeutschlands sind 2/3 der Bevölkerung durch den Krieg und seine Folgen umgekommen.

    Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton

  • ssnake
    Ser Höllenhund
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    • 26. Februar 2018 um 22:26
    • #829

    Ach ja, die guten alten Zeiten, als alles noch so schön ruhig war ...

    Als Teenager ging ich mit dem Bewußtsein schlafen, dass jede Nacht die letzte auf Erden sein könnte, falls nämlich irgendein Übernervöser auf den roten Knopf drücken sollte, dann hätte es in Mitteleuropa für die meisten kein Morgen mehr gegeben und die Überlebenden hätten die Toten wahrscheinlich noch beneidet.

    Wie wir heute wissen, hätte es 1983 zum Interkontinentalen nuklearen Krieg kommen können, in dem Fall wäre kaum noch jemand von uns hier.

    http://www.spiegel.de/einestages/ver…d-a-948852.html

    Ein Hoch auf den kürzlich verstorbenen Stanislav Petrow!

    Nicht unzynisch, als mich meine elfjährige Nichte mal neulich ängstlich nach der Möglichkeit eines Nuklearkrieges in Fernost gefragt hatte, und ich sie beruhigte, dass auf uns das wohl nur geringfügige Auswirkungen hätte. (Irgendein Idiot hat ihr eingeredet, dass vier Atombomben ausreichend für das Aussterben der gesamten Menschheit sein könnte.)

    Nicht unzynisch vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass ich recht wahrscheinlich ohne Petrow meinen 11. Geburtstag gar nicht erlebt hätte.

    [b] Sorry, no dragons in Winterfell!

    Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

    2 Mal editiert, zuletzt von ssnake (26. Februar 2018 um 22:37)

  • Kasimir
    Schlammblutkaiser
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    • 26. Februar 2018 um 22:34
    • #830

    Wobei man da sagen muss, dass seine eigene Einschätzung da sehr viel näher an der Wahrheit ist als das, was in westlichen Medien raus gemacht wird. Da wird immer unterschlagen, dass bei einem Weiterleiten der Informationen durch Petrow kein Automatismus zum Atomkrieg losgetreten, sondern lediglich eine höhere Entscheidungsinstanz zugezogen worden wäre. Über einen Atomschlag entschied kein Offizier, sondern das militärische Oberkommando und die Staatsführung. Und dass die bei der Sachlage einen Atomangriff angeordnet hätte, halte ich für ziemlich weit her geholt.
    Trotzdem, guter Typ und die Wahrscheinlichkeit minimiert hat er auf jeden Fall.

    Dieser Beitrag wurde bereits 12 mal editiert, zuletzt von „Kasimir“ (Heute, 17:14)

  • Cethleann
    Profi
    Beiträge
    1.672
    • 26. Februar 2018 um 22:37
    • #831
    Zitat von TheStranger

    Aber denke mal daran, wie ruhig es früher war.
    Keine Hektik. Kein neuer Trend dem man jedem Monat hinterher rennen muss.
    Nicht jeden Monat, sich neue Anschaffungen machen um immer auf dem neuesten Standard zu sein.
    Ich hasse die Zeit in der wir leben.
    Alleine die Medien die alles und jeden schlechtmachen müssen.
    Oder auch die Massenbeeinflussung, die davon ausgeht.

    Wenn das die großen Probleme sein sollen, muss es uns ja ziemlich gut gehen. :)

    Ne, im Ernst, du bringst als großen Terror der Neuzeit hauptsächlich unwichtiges Zeug. Ja, ich weiß, dass es nicht ganz so einfach ist, aber ich denk mir gerade hauptsächlich "Na, dann renn doch keinem Trend hinterher", "Na, dann schaff dir halt nichts an, was du nicht haben willst", "Na, dann scheiß doch darauf, was die anderen von dir denken", "Na, dann lass dich doch nicht beeinflussen". Das mag nicht ganz so banal sein, wie ich es klingen lasse, aber ich könnte mir tausend schlimmere Dinge vorstellen, über die ich weniger Kontrolle haben würde.

    Einmal editiert, zuletzt von Lann (26. Februar 2018 um 22:47)

  • Ser Erryk
    Gast
    • 26. Februar 2018 um 22:59
    • #832

    Die Diskussionen haben sich ja hier schon ganz schön überschlagen. Zu der "früher-war-alles-besser"-Fraktion habe ich auch lange gehört, wohl auch deshalb, weil meine Eltern und Großeltern gerade die DDR-Zeit so angehimmelt haben, als wäre es wirklich das sozialistische Paradie auf Erden gewesen. Mittlerweile weiß ich aber, dass sie mir damit nur beibringen wollten, dass die DDR längst nicht so schlecht war, wie sie in Presse und Medien immer wieder dargestellt wird.

    Wenn ich mich aber heute mit vor 15 Jahren vergleiche, sicher da gab es eine unbeschwerte Kindheit, nee eher nicht. Im ersten Jahr auf dem Gymnasium gemobbt, weil ich neu im Dorf war, auf dem zweiten Gymnasium war es schon besser, auch wenn es da auch immer wieder Probleme gab. Da lobe ich mir doch jetzt die Berufsschule. 23 Mitschüler mit denen ich keine Probleme habe und die sich untereinander gegenseitig helfen.
    Oder Fußball: Vor 15 Jahre Videotext starren, weil schon damals das Warten auf ran (für die Jüngeren: das war früher sowas wie Sportschau ;) ) zu unerträglich war, besonders weil es fünf Millionen Werbepausen bei ran gab. Und heute: zig Millionen Liveticker und sogar Streams im Internet, und zur Not geht man in die nächste Sky-Bar. Als Kind war Letzteres natürlich nicht möglich.
    Oder Handys: Ich bin einige Male verlorengegangen oder habe irgendwo sinnlos stundenlang gewartet, weil ich etwas falsch verstanden habe und die Möglichkeit das durch mobile Kommunikation zu korrigieren nicht möglich war. Heute kann ich durch Whats App alles Wissenswerte zu unserer Schulklasse erfahren.

    Das nur persönlich. Allgemein, früher gab es Bush, heute Trump. Der eine ist ein Idiot, der andere ein Idiot, der einen unrechtmäßigen Krieg begonnen hat. Nahost, Balkan gab es damals auch schon. Ging einem aber nicht so nahe wie der Syrien-Bürgerkrieg, denn das Leid hat man distanziert im Fernsehen gesehen und nicht durch tausende von Social Medias durchdiskutiert und Flüchtlinge gab es natürlich in dem Ausmaß auch nicht. Rassismus und Fremdenhass habe ich deshalb gar nicht erst erlebt, obwohl ich im bösen Sachsen aufgewachsen bin. Wie ich schonmal erwähnt habe, einer meiner Klassenkameraden war Iraner und mit dem habe ich mich super verstanden. Heute ist Fremdenhass und Xenopohobie leider bei Menschen zu sehen von denen man es nie erwartet hätte.
    So gesehen ist auch nicht alles gut geworden und ich habe eben den Syrienkrieg deswegen angesprochen, weil er in meinen Augen im Kern steht von diesem Rechtsruck und Hinwenden der Leute zum Fremdenhass, den ich aus meiner Kindheit nicht kannte.

  • ssnake
    Ser Höllenhund
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    • 26. Februar 2018 um 23:05
    • #833

    Kasimir: In Anbetracht der damaligen verflucht kurzen Entscheidungsfenster und der durch Andropows Siechtum extrem geschwächten Entscheidungsschwäche im Kreml halt ich Petrows Beitrag keineswegs für zu gering.

    Gehst du von einem Erstschlag aus - und was in dem Spiegelartikel noch zu wenig raus arbeitet gewurde, er wurde dafür nicht nur getadelt, sonder sogar gedisst - dann hätte es nur "entweder oder" gegeben.

    Ich hatte noch das zweifelhafte Vergnügen, im PoWi-Studium Nuklearkriegsstrategien kennen zu lernen, und die Möglichkeit einer begrenzten Reaktion gab es nicht. Ist das der Erstschlag? Ja? Dann Totalreaktion, solange du noch kannst. Erstschlag bedeute ja im Groben, dass eine Seite versuchte, per Nuklearangriff die Raktenbasen des Feindes entscheidend zu treffen, so dass die Kapazitäten nicht mehr in den Orbit gebracht werden, die Kommunikationsmöglichkeiten von Kurz- und Mittelraketenbasen entscheidend gestört etc.

    Das perverse Spielchen, dass sich nannte: "Begrenzter Nuklearkrieg". Das wissenschaftlich höchst lächerliche (nach heutiger Lesart) SDI-Programm Reagans zielte ja darauf ab, den sowjetischen Erstschlag abfangen zu können, also Interkontinentalraketen, die die Interkontinental- und Mittelstreckenrakten des Feindes zerstören sollten, bevor die gestartet werden konnten.

    Und durch gezielte Fallouts darauf hoffen, das möglichst wenige Kurzstreckenraketen gestartet werden können. Wobei diverse Langstreckenbomberstaffeln, Atom-U-Boote und dergleichen kaum berücksichtigt werden können.

    Und so weiter und so weiter.

    Ich rate jedenfalls immer mal wieder zur Ansicht von "Dr. Strangelove" - auch nach fast 60 Jahren immer noch eim Meisterwek Kubricks. Es waren und sind immer Minutenspielchen mit Millionen Menschenleben und der unwiderruflichen Auslöschung ganzer Kulturen.

    Hin und wieder ertappe ich mich ja dabei, dass ich mir ja fast wünsche, dass mal eine möglichst kleine A-Bombe fällt, um der in Vergessenheit dämmernden Menschheit mal wieder zu demonstrieren was das eigentlich bedeutet. Aber wie könnte man diese Opfer jemals rechtfertigen?

    [b] Sorry, no dragons in Winterfell!

    Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

    Einmal editiert, zuletzt von ssnake (26. Februar 2018 um 23:12)

  • Kasimir
    Schlammblutkaiser
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    • 26. Februar 2018 um 23:13
    • #834

    Dass es im Falle der Annahme eines tatsächlichen Angriffs zu einem totalen Gegenschlag gekommen wäre bezweifel ich nicht. Ich bezweifel aber sehr stark, dass niemand der eigentlich zuständigen in der Lage gewesen wäre zu erkennen, dass so niemals ein nuklearer Erstschlag aussehen würde. Aber wie gesagt, ich bestreite ja nicht, dass er das immer noch vorhandene Risiko ausgeschaltet hat, ich finde nur, dass da immer zu dick aufgetragen wird.

    Dieser Beitrag wurde bereits 12 mal editiert, zuletzt von „Kasimir“ (Heute, 17:14)

  • ssnake
    Ser Höllenhund
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    • 26. Februar 2018 um 23:32
    • #835

    Wir werden es zum Glück nie rausfinden müssen. Das bleibt unterm Strich.
    Beängstigend habe ich einmal eine Dokumentation über den kurz davor passierten Abschuß des koreanischen Flugzeugs durch die sowjetischen Streiftkräfte gefunden. Die dachten damals, sie hätten eine B-52 im Angriffsmodus vom Himmel geholt. Der kommandierende sowjetische Kommandant dachte tatsächlich, er hätte den Beginn des Atomkrieges verursacht.
    Dabei hat er nur 269 unschuldige Menschenleben ausgelöscht - verursacht durch einen Zivilpiloten, der zu stolz war umzukehren, obwohl sein Bordradarsystem defekt und er nicht wußte, wo er war.

    [b] Sorry, no dragons in Winterfell!

    Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

  • Grunkins
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    • 27. Februar 2018 um 00:38
    • #836
    Zitat von TheStranger


    Keine Argumente Ok. Ich weiß ja nicht in welcher Gesellschaft du dich bewegst. Doch meinen Beobachtungen nach, werden Menschen verspottet, teilweise sogar von ihrer Verwandtschaft, wenn sie nicht auf dem neuesten Stand sind.

    In früheren Gesellschaften wurde man verspottet, wenn man irgendwas anderes als die 25 Generationen vor Einem gemacht haben. Als mein Vater in die Schule gegangen ist, durften die Mädchen noch keinen Rock der kürzer als knöchellang war tragen. Wer nicht in die Kirche ging wurde sowieso behandelt wie ein Aussetziger und bis '69 ging man als Homosexueller noch ins Gefängnis.
    Mich stört das, was du beschreibst durchaus auch, aber zum Einen kann man sich dem doch auch meiner Erfahrung nach recht gut entziehen (ich habe mein Smartphone seit 4 Jahren, war noch nie außerhalb Europas und besitze keinen Fernseher und werde dafür nun nicht gerade diskriminiert), und finde doch, vor dem was früher üblich war, ist das alles ziemlich harmlos.

    Zitat

    Anscheinend verschließen viele ihre Augen, vor den Schrecken heutzutage.

    Edit: Sehe gerade das Kasimir das ungefähr genauso schon geschrieben hat. Sorry für die Doppelung.
    Nein. Ich finde nichts dabei, "die Welt scheiße zu finden", um es mal salopp zu sagen. Der Widerspruch, der dir hier entgegen schlägt, ist in den Wörtchen "heutzutage" oder "in dieser Zeit" begründet. Du charakterisierst die heutige Zeit (welchen Rahmen du damit meintest, musst du definieren) als besonders schlecht oder schrecken reich, aber im Vergleich mit anderen Epochen leben wir im Durchschnitt eben sehr viel besser und mit weniger Schrecken.

    Zitat

    Klar sind sie seltener. Aber wenn es einen gibt durchaus schlimmer.

    Hier zum Beispiel. SchlimmER ist ein relativer Begriff. Wogegen willst du den setzen? Im dreißigjährigen Krieg wurde ein Drittel der deutschen Bevölkerung ausgelöscht. Im Ersten Weltkrieg haben die Soldaten in abartigen Schützengräben gelebt und wurden mit flächendeckenden Granaten und Gasbombardements beschossen. Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Vernichtungskrieg mit alleine 25 Millionen Toten in der damaligen Sowjetunion geführt und flankiert durch den Holocaust, die Euthanasie etc. In der Antike wurden die besiegten Völker gerne versklavt. Die Politik der verbrannten Erde hat schon Cäsar genutzt. In den amerikanischen Hochkulturen waren Menschenopfer beliebt.

    Zitat

    Wenn ich das richtig sehe reagiert hier jeder im Forum emotional bei Diskussionen. Macht das nicht einen Menschen aus ?
    Ist das heutzutage auch schon verboten ?

    Nö, das war "früher" verboten. Ich erinnere mich, dass der Kabarettist Richard Rogler erzählt hat, ein alter Afrikakämpfer war sein Chemielehrer und hat ihm indirekt gedroht, ihn durch die Abi-Prüfung rasseln zu lassen, wenn er Kriegsdienst verweigert. Das war ungefähr Anfang der Siebziger. Von dem was im Deutschen oder später im Dritten Reich geschehen ist gar nicht zu sprechen.

    Tatsächlich ist das Problem meiner Ansicht nach umgekehrt: Diskussionen werden derzeit viel zu oft viel zu emotional und moralisierend geführt. Ob es Erdogan-Fans, Volksverräter-Krakeeler oder auch diverse Teile des sich selbst als progressiv verstehenden Teils der Linksliberalen sind, meistens ergehen sich solche Gruppen in Emotionen, Stolz und Zorn oder wittern überall Ungerechtigkeiten. Damit erübrigen sich Diskussionen, denn gegen solche Emotionen kommen rationale Argumente nicht an.
    Und in deiner Reaktion taucht das auch wieder auf: Natürlich ist es nicht verboten, sonst könntest dus hier nicht schreiben, aber es ist eben auch uns erlaubt, zu kritisieren, wenn emotionale sachliche Beweggründe überlagern.

    Einmal editiert, zuletzt von Grunkins (27. Februar 2018 um 00:50)

  • TheStranger
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    • 27. Februar 2018 um 09:08
    • #837
    Zitat von Ser Arthur Dayne

    Als ob früher nicht noch viel mehr Menschen verhungert wären...

    Darum ging es mir nicht, sondern darum dass früher nicht die Massen an übriggebliebenen Lebensmitteln da waren.
    Heute hingegen schon.

    Zitat von Esmeralda

    Und ganz ehrlich, unsere weggeworfenen Lebensmittel würden kein verhungerndes Kind retten.

    Doch genau das würden sie. Ich rede nicht nur von einer Person, sondern auch von Supermarkt-Ketten die Tonnen von Lebensmitteln in den Müll werfen.

    Zitat von Esmeralda

    Ja, der Pfarrer hatte seinen Anteil daran.

    Ich kann natürlich nur aus eigenen Erfahrungen sprechen und unserer Pfarrer war echt korrekt damals.
    Eher genau das Gegenteil von "Gerüchte verbreiten".
    Das sollte doch gerade ein Pfarrer gerade nicht tun.

    Zitat von Kasimir

    Es gibt einzelne Kriege im 19Jh. in denen mehr Menschen gestorben sind als im ganzen 21 Jh. zusammengenommen. Vom 20. Jh. mit seinen Weltkriegen ganz zu schweigen.

    Es geht mir nicht darum was es gab, sondern um die Kriege die es geben könnte.
    Wenn es wieder einen "großen" Krieg gibt, würde es weitaus schlimmer werden.
    Aber jetzt schweife ich gerade total von der Diskussion ab.

    Zitat von Lann

    Wenn das die großen Probleme sein sollen, muss es uns ja ziemlich gut gehen.

    Ich hab nie gesagt das dass die großen Probleme sind ?!

    Zitat von Ser Erryk

    Zu der "früher-war-alles-besser"-Fraktion habe ich auch lange gehört, wohl auch deshalb, weil meine Eltern und Großeltern gerade die DDR-Zeit so angehimmelt haben, als wäre es wirklich das sozialistische Paradie auf Erden gewesen. Mittlerweile weiß ich aber, dass sie mir damit nur beibringen wollten, dass die DDR längst nicht so schlecht war, wie sie in Presse und Medien immer wieder dargestellt wird.

    Genau so ging es mir auch, in meinem Elternhaus.
    Die Frage ist, war die DDR denn so schlecht wie in den Medien dargestellt ?

    Zitat von Grunkins

    Nö, das war "früher" verboten. Ich erinnere mich, dass der Kabarettist Richard Rogler erzählt hat, ein alter Afrikakämpfer war sein Chemielehrer und hat ihm indirekt gedroht, ihn durch die Abi-Prüfung rasseln zu lassen, wenn er Kriegsdienst verweigert. Das war ungefähr Anfang der Siebziger. Von dem was im Deutschen oder später im Dritten Reich geschehen ist gar nicht zu sprechen.

    Erkläre mir bitte beim oberen Beispiel den Bezug zum Emotionalen. Hier hat doch dann eher der Lehrer emotional reagiert, wo war dass denn verboten für ihn ?


    PS: Ich würde gerne auf alles noch viel mehr eingehen, aber als einzelner Mensch hier immer mit 10 Leuten auf einmal zu schreiben, ist leider nahezu unmöglich bei meinen zeitlichen Bedingungen.

    Death

  • Grunkins
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    • 27. Februar 2018 um 13:08
    • #838
    Zitat von TheStranger


    Erkläre mir bitte beim oberen Beispiel den Bezug zum Emotionalen. Hier hat doch dann eher der Lehrer emotional reagiert, wo war dass denn verboten für ihn ?


    PS: Ich würde gerne auf alles noch viel mehr eingehen, aber als einzelner Mensch hier immer mit 10 Leuten auf einmal zu schreiben, ist leider nahezu unmöglich bei meinen zeitlichen Bedingungen.

    Es ging mir generell um das, was "Verbote" sind.

  • ssnake
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    • 27. Februar 2018 um 13:24
    • #839

    Zum Thema: War in der DDR denn wirklich alles so viel schlechter?

    Ich kann die DDR nur von außen beurteilen, aber wenn es um schlichte Dinge wie materieller Wohlstand, persönliche Freiheit, Grundrechte etc. ging: Natürlich ging es den Leuten schlechter.
    Dafür gab es aber so eine Art marxistische Biedermeierkultur (womit ich das jetzt nicht sexuell meine, sondern in dem Sinne, das sich eben vieles des Privatlebens nicht im öffentlichen Raum abspielte sondern in den eigenen vier Wänden), eine gewisse soziale Sicherheit für alle, da es Arbeitslosigkeit ja offiziell nicht gab, und eine sehr viel unhierarchischere Gesellschaft, da es ja allen einigermaßen gleich schlecht ging, und sogar die "Bonzen" im Vergleich zu ihren kapitalistischen Gegenstücken ein eher bescheidenes Leben führten.

    Wenn sich allerdings heutzutage ältere Herrschaften über díe angebliche Regulierungswut der EU aufregen, die tatsächlich noch das Leben im Ostblock gekannt haben, muss ich doch ein wenig kichern und verschenke symbolisch einen Jahresendzeitbaumflügler.

    [b] Sorry, no dragons in Winterfell!

    Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

  • Hildegunda
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    • 27. Februar 2018 um 13:30
    • #840
    Zitat von TheStranger

    Hier hat doch dann eher der Lehrer emotional reagiert, wo war dass denn verboten für ihn ?


    Das war hochgradig unprofessionell. Eine Chemieprüfung in der Schule und die Verweigerung von Kriegsdienst haben nichts miteinander zu tun. Der Lehrer kann ja emotional reagieren, aber das möge er doch bitte abends bei seiner Frau oder bei den Kumpels in der Kneipe oder sonst wo tun.

    Sonst kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen. Klar habe auch ich manchmal den Weltschmerz, finde es zu laut, zu überbevölkert, zu weng Natur. Aber verglichen mit früher leben wir in einem absoluten Wohlstand unter superguten Beingungen. Noch gar nicht erwähnt wurden die Seuchen und Krankheiten der Vergangenheit. Zahnextraktionen! Psychisch Kranke, die erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts überhaupt eine angemessene Behandlung erhalten können. Und ich hätte wahrscheinlich nicht mal die Geburt meines Sohnes überlebt und er wahrscheinlich auch nicht. Und als Frau hätte ich kaum studieren können. Und als alleinerziehende Mutter wäre ich ein "gefallenes Mädchen" gewesen, dem man das KInd entzogen und zur Fürsorge gegeben hätte.

    Apropos DDR. Ich komme ja aus dem Westen, bin aber in den 60ern geboren, und da die Familie meiner Mutter aus Thüringen stammt, habe ich da schon einiges mitbekommen. Meine Mutter besuchte einmal ihre Freundin in Jena, die ein besonders Gericht machen wollte, zu dem aber Salat gehörte, den es aber gerade nicht gab. Die Freundin hat sich aber nicht getraut, am Telefon zu bitten, dass Salat vom Westbesuch mitgebracht werde, da das das Telefon abgehört werden konnte ud sie dann schlecht über die DDR geredet hätte. Überhaupt hatte sie immer Sorge, der Hauswart werde misstrauisch, weil sie öfter Westbesuch hatte und das im Hausbuch eingetragen werden musste, aber auch nicht wirklich gerne gesehen wurde. Der Cousin meiner Mutter wohnte noch im Sperrstreifen direkt an der Grenze (das Dorf meiner Großeltern liegt direkt an der Grenze zu Franken), in den auch DDR-Bürger nicht einfach einreisen konnten. Seine Schwester war in Dänemark verheiratet, wenn diese ihn besuchen wollte, mussten sie sich irgendwo in der DDR treffen. Schon alleine, dass er nicht nach Dänemark zu seiner Schwester fahren durfte, finde ich unmöglich. Wenn man da lebte und sich ruhig verhielt, konnte man es wahrscheinlich gut aushalten. Für meine Großeltern aber war es schlimm, dass sie nie in ihr Dorf zu Besuch zurückkehren konnten.

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