In Deutschland sind bis jetzt erst die beiden ersten Romane "Die Kinder des Nebels" und "Der Krieger des Feuers" erschienen.
Mir haben die beiden Bücher sehr gefallen, vorallem weil das Setting unverbraucht scheint.
Vor 1000 Jahren wurde ein Held prophezeit, der mithilfe der "Heiligen Quelle" die Welt retten sollte. Dieser Held ist erschienen, doch statt die Welt zu retten, nahm er die Macht der Quelle für sich und regierte von da an bis heute als "Gott" mit eiserner Hand über die Welt, die er "Das letzte Königreich" (engl. The Final Empire) nennt. Eine kleine Verbrecherbande um den charismatischen Dieb Kelsier setzt sich zum Ziel diesen Ihren seit 1000 jahre herrschenden "Gott" zu stürzen und umzubringen.
Sandersons Welt is seltsam beschaffen. Nachts zieht auf der ganzen Welt Nebel auf, und die Bevölkerung hat eine abergläubische Angst davor. Außerdem fällt ununterbrochen Asche vom Himmel und die Sonne is rot. Es ist auch kein Pseudo-Mittelalter, es hat mich am ehesten an ein viktorianischen England erinnert, mit Gentlemen-Dieben, Adelsbällen und der ein oder anderen Intrige.
Für mich wars wirklich ein wenig schwierig mir diese Welt im Kopf vorzustellen bzw. da reinzufinden, aber wenn das mal geschafft ist, versprüht sie einen ganz eigenen Charme.
Es gibt natürlich auch Magie in Sandersons Welt (immerhin wandelt ein Gott über die Erde), sie nennt sich Allomantie und hat verschiedene Metalle als Grundlage. Manche Individuuen können die Kraft der Metalle auf einzigartige Weise nutzen und sich beispielsweise mit Hilfe von Weißblech stärker machen oder mit Zinn ihre fünf Sinne verstärken.
Soviel erstmal, um einen kleinen Eindruck zu gewinnen. Hoffe es hat gut genug geklappt. ![]()
Was mir an den Büchern so ungemein gefällt ist zunächst einmal ein eher bekanntes rhetorisches mittel, dass Sanderson benutzt: Am Anfang eines jeden Kapitels stehen ein paar Zeilen aus dem Tagebuch des "letzten Helden" (bzw. dem heutigen "Gott", der nun über die Welt herrscht), als er noch ein Mensch war und die Welt retten wollte. Das schafft ein ganz seltsame Art von Spannung, denn der Kerl den man so Stück für Stück kennen lernt, will so garnicht zum tyrannischen und gnadenlosen Gott passen. Man fragt sich also was geschehen ist. Das ist auch ein großer Teil der Story, die viel damit zu tun hat, was damals wirklich geschehen ist. Man wird einfach unglaublich neugierig mit der Zeit und dann fesselt es einen einfach.
Weiterhin die Action. Von der gibts zwar nicht sehr viel, aber wenn sie mal vorkommt ist sie sehr abwechslungsreich. Liegt vorallem an dem Magiesystem und Sandersons tollen Bildersprache. Man weiß genau was gerade passiert, kann es sich wunderbar in der Phantasie vorstellen. Ich kanns ehrlich gesagt nicht gut beschreiben und belasse es hier einfach dabei.
Die Charaktere sind zwar ebenfalls toll und gut geschrieben, aber jetzt nicht unbedingt meisterhaft. Dennoch, Kelsier als der von Rache getriebene Gentlemen-Dieb und charismatische Anführer und Vin, die ihr ganzes Leben auf der Straße gelebt hat und sich von der grauen Maus langsam zur Frau wandelt, machen ihre Sache gut und sind auch auf Anhieb sympathisch.
Im Großen und Ganzen hat mich am Buch aber mehr die Story an sich und die Weltenschaffung Sanderson's fasziniert und weniger die Charaktere. Das kann man jetzt irgendwie auch negativ werten, aber ich persönlich sehe das nicht so.
Ok, bevor ich hier noch aus versehn spoilere, frag ich einfach wers kennt und wie er es findet? ![]()
Edit: So, die gröbsten Fehler müssten nun behoben sein!
