"Ich suche ein Buch" oder "Was soll ich lesen?"

  • ausserdem ist es von eminentem vorteil wenn du lateinisch kannst.


    ach herrje. Ist das so schlimm wie bspw bei Eco's Der Name der Rose? Hat mich da tierisch genervt.


    Da übersetzen wir echt jeden Fuzzel ins Deutsche - Namen, Vornamen, Ortsbezeichnungen, Titel - oder änder sie auch mal eben nur damit sie dem dt. Leser nicht fremd in den Ohren klingen, und daneben lässt man komplette, für die Handlung wesentliche Sätze in einer unverständlichen Fremdsprache stehen. Logik ?? :dash:
    vielleicht kann man mal bei Blanvalet wegen einer Neuübersetzung anfragen ... *duck* :whistling:


    Andererseits hab ich den ersten Band vor einiger Zeit schon gelesen gehabt und kann mich nicht entsinnen dass mir sowas unangehm aufgefallen wäre. Oder wird das noch heftiger im Laufe der Serie?

  • Was hat denn das Übersetzergemantsche mit der Absicht des Autors zu tun? :huh:


    Der möchte beim Erstellen des Werks ein bestimmtes Klima schaffen und wenn er lustig ist, schreibt er neben seiner Alltagssprache eben komplette Passagen auf Mandarin.
    Die sind in seiner Muttersprache auch nicht übersetzt.
    Friss oder stirb.


    In vielen klassischen Werken gibt es gesprochene Passagen auf Französisch, weil sie eben einer Zeit stammen, als es die Bildungssprache oder später eben Modesprache war. Das macht Sapkowski nach gleichem Muster ähnlich.


    Fehlt ja gerade noch, dass der Verlag Bücher jetzt komplett nach eigenem Ermessen umschreibt. :crazy:

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  • Die übersetzung polnisch-deutsch ist also ok, aber die übersetzung lateinisch-deutsch ist gleich eine "komplette Neufassung durch den Verlag"? huh? ?(
    Letztlich geht doch bei bei beidem unweigerlich etwas vom Ursprungswerk verloren. Dass ist eben der Preis mit dem eine Übersetzung immer leben muss, um dafür ihr Ziel zu erreichen das Werk auch für Leute zugänglich zu machen die der Originalsprache nicht mächtig sind.
    Ich finde da keinen Unterschied zwischen dem Übersetzen des polnischen Textes oder der lateinischen Einschübe ...


    Die Absicht des Autors diese Stilmittel zu nutzen lassen wir mal außen vor. Darum gehts mir nicht.
    Sondern um die Erstellung der Übersetzung.
    Ich greif ja eben nicht zum Originalwerk sondern zu einer übersetzten Fassung damit ich das einer Sprache lesen kann die ich beherrsche.

  • Häh?


    Das Originalbuch ist polnisch/latein, die Übersetzung ist entsprechend deutsch/latein.
    Polnisch/latein IST das Ursprungswerk.


    Wenn der Autor es gewollt hätte, hätte er es ganz auf polnisch geschrieben. Und der wird seine Zielgruppe um Himmels willen selbst bestimmen dürfen.

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  • nun ist es aber sicher kein Naturgesetz, dass man aus polnisch/latein kein deutsch/deutsch machen kann, oder?
    Es würde den Verlagen freistehen mit entsprechenden Wünschen an den Autor heranzutreten.


    Wenn aber ich deinen Posts entnehmen soll, dass Sapkowski solchen Wünchen eine kategorische Ablehnung erteilt, kann man da halt nix machen.
    Ich für meinen Teil würde mich allerdings drüber freuen, wenn es Edition geben würde, wo das Lateinische auch übersetzt ist.

  • Aber der Autor hat sich nunmal sicher etwas dabei gedacht, wenn er das so geschrieben hat. Und das sollte man auch respektieren und nicht daran rumpfuschen. Er hätte auch statt Latein die polnische Übersetzung nutzen können, hab jedoch darauf verzichtet und Latein genommen. Wieso sollte man in außerpolnischen Fassungen das anders handhaben und das lateinische übersetzen?

    "Dann geh. Es gibt andere Welten als diese."

  • Zitat

    nun ist es aber sicher kein Naturgesetz, dass man aus polnisch/latein kein deutsch/deutsch machen kann, oder?


    Doch, genau das ist es.
    Latein ist in Polen genau so wenig geläufig wie hier und Sapkowski dürfte ganz von selbst aufgefallen sein, dass es auf unserer Europakarte kein Lateinien gibt und alle, die es als Alltagssprache gesprochen haben tot sind und zwar seit ein paar hundert Jahren.
    Es würde dem Verlag auch freistehen an den Autor mit dem Wunsch heranzutreten den Hauptcharakter in "Sir Blanvalet" umzubenennen, nur weiß der Teufel warum man so was machen sollte.


    Darüberhinaus werden einige Wendungen auch hinten im Buch übersetzt - zumindest in der polnischen Fassung - würde mich wundern wie es im deutschen nicht so wäre. Und wenn die Beschwerden lediglich daher rühren, dass man eine Lektüre nicht vorgekaut bekommt hält sich mein Mitleid generell in Grenzen.
    Sapkowski läuft einem ja nicht mit einem Beil hinterher und zwingt einen zum lesen.


    Das ist als würde man BV bitten bei EuF die Hälfte der Nebenfiguren rauszustreichen, weil man sich die Namen nicht merken kann. 8|

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  • nun ist es aber sicher kein Naturgesetz, dass man aus polnisch/latein kein deutsch/deutsch machen kann, oder?
    Es würde den Verlagen freistehen mit entsprechenden Wünschen an den Autor heranzutreten.


    Wenn aber ich deinen Posts entnehmen soll, dass Sapkowski solchen Wünchen eine kategorische Ablehnung erteilt, kann man da halt nix machen.
    Ich für meinen Teil würde mich allerdings drüber freuen, wenn es Edition geben würde, wo das Lateinische auch übersetzt ist.

    Es wird geunkt es gäbe Lateinische Wörterbücher. Ich sehe kein Hindernis daß man sich sowas selbst übersetzt.

  • de facto sind so ziemlich sämtliche redewendungen, aussprüche und wörter derer sich reinmar, scharley und konsorten im lateinischen bedienen auch in der deutschen fassung im anhang näher erläutert.


    im übrigen könntest du auch noch auf komplette annalen der polnischen geschichte bestehen, da sapkowski in allen drei bänden schon beinahe inflationär mit historischen polnischen, nicht storyrelevanten personen und religiösen splitterfraktionen um sich wirft, was meiner bescheidenen meinung nach ohnehin wesentlich verwirrender ist, alls die paar lateinischen sätze, die ausserdem eine gute übung für eingerostete lateinischkenntnisse sind.

  • Und vice versa.
    Da es im Buch um Schlesien geht wird auch mit - für polnische Leser - unverständlichen deutschen oder eben schlesischen Begriffen (oft entstanden per Mischmasch aus D/PL) um sich geworfen.
    Angefangen beim Titel, der erste Band "Narrenturm" trägt in der polnischen Originalfassung nämlich haargenau den gleichen Titel: "Narrenturm".


    Bis jetzt ist noch niemand an den Originalverlag herangetreten um das zu ändern. :rolleyes:

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  • Frage: Kennt jemand die Night Angel Trilogie von Brent Weeks? Bin in nem anderen Forum zufällig drüber gestolpert und hab mir direkt mal ein paar amazon Reviews durchgelesen. Es hört sich sehr vielversprechend an: vielschichtige Charaktere, kein Schwarz/Weiß, komplexe Story etc...


    Hats jemand gelesen und möchte vielleicht was sagen? (oder für immer schweigen :crazy: )

  • hab den ersten band äh angelesen und na...lynch, pehov, weeks, bowden, peinkofer. wer einen kennt, kennt sie alle.


    mmn nicht zu empfehlen.

  • Ich habs gelesen, und fands gar nicht mal so schlecht.


    Aber hier kommt wirklich das vor, was viele einfach mal über das Spiel der Götter behaupten:


    Mächtiger Held ist übermächtig, bis der nächste große mann kommt nur um dann noch mächtiger zu werden.......


    Aber ich kann sagen, dass ich mich unterhalten gefühlt habe.

    You don´t shoot Bambi, Jackass.
    You shoot Bambi´s Mother.
    - Bobby Singer -

  • Danke fürs Feedback. Hört sich ernüchternd an und nach ein paar amazon reviews mehr siehts jetzt doch nicht mehr ganz so prall aus. Werds mir vermutlich nicht holen...

  • Zur Night-Angel Trilogie:

    Zitat von Randyll

    hab den ersten band äh angelesen und na...lynch, pehov, weeks, bowden, peinkofer. wer einen kennt, kennt sie alle.

    Wie sieht es denn aus, wenn man keinen davon kennt? Ich hätte durchaus Appetit auf ein düsteres Werk ohne nennenswerten Anspruch, das mich durch eine dichte Atmosphäre und interessante Charaktere* unterhält. Taugt es dann was?
    * Interessant meint eigentlich nur, dass es kein Prince Charming ist, der immer nur das richtige und gute tut und dabei über die Bösartigkeit der Welt klagt.


    Ansonsten hätte ich noch Brandon Sandersons "Mistborn" auf dem Zettel: Bei 15€ für die 3 Bücher kann man nicht viel falsch machen, oder?


    Abseits der Fantasy im engeren Sinne, hätte ich auch mal wieder Lust auf Sci-Fi bzw. eine zünftige Space-Opera. In der engeren Auswahl wären da Iain Banks' "Bedenke Phlebas" und William Gibsons "Neuromancer"-Trilogie. Kann da jemand was zu sagen? Mein letztes Sci-Fi Werk war Dan Simmons' grandioses Hyperion/Endymion - wenn es also auch nur halbwegs da ran kommt, bin ich schon zufrieden.


    Ich bin für jede Empfehlung, Warnung oder sonstige Entscheidungshilfe dankbar.

    And who are you, the proud lord said, that I must bow so low?
    Only a cat of a different coat, that's all the truth I know.
    In a coat of gold or a coat of red, a lion still has claws.
    And mine are long and sharp, my lord, as long and sharp as yours.

  • Zitat

    Abseits der Fantasy im engeren Sinne, hätte ich auch mal wieder Lust auf Sci-Fi bzw. eine zünftige Space-Opera. In der engeren Auswahl wären da Iain Banks' "Bedenke Phlebas" und William Gibsons "Neuromancer"-Trilogie. Kann da jemand was zu sagen? Mein letztes Sci-Fi Werk war Dan Simmons' grandioses Hyperion/Endymion - wenn es also auch nur halbwegs da ran kommt, bin ich schon zufrieden.


    Also ich habe Hyperion nicht gelesen, also kann ich dazu nix sagen. Die Neuromancer-Trilogie aber schon. Ist eines der wichtigsten Werke des Cyberpunkgenres überhaupt. Das ganze ist sehr dreckig und unsentimental.Mir gefällt's. Aber eine Space-Opera ist das nicht. Dann würde ich eher den originalen"der Wüstenplanet-Zyklus"(Frank Herbert, nicht das Zeug das sein Sohn 20Jahre später nachgeschoben hat) empfehlen, da gibt's da SpaceOpera in epischer Breite.

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