Der Frust Thread

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      Maegwin wrote:

      Zunächst hat niemand im Forum behauptet, (...)


      Irgendwie habe ich heute keine Lust das aufzudröseln. Deshalb in aller Kürze: Meine Links sind keine Unterstellungen, sondern Hinweise.

      Die Polizei hat doch selbst das vollständige Demonstrationsverbot verfügt, das später gerichtlich einkassiert wurde. Als entsprechend albern würde ich den Vorwurf empfinden, sie würde sich gegenüber den Beteiligten aus politischen Gründen zu zuvorkommend verhalten


      Da ging es nur um die Infektionsschutzverordnung.
      Siehe
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade
      ​Irgendwie habe ich heute keine Lust das aufzudröseln.


      Das macht nichts. Es ist schlicht ein Formulierungsproblem.

      Da ging es nur um die Infektionsschutzverordnung.


      Da kann es rechtlich auch um nichts anderes gehen.

      Innensenator Geisel 2018:

      Klar ist jedoch schon jetzt: Innensenator Andreas Geisel (SPD) ist intern davor gewarnt worden, eine für Freitagabend – am symbolträchtigen 9. November – geplante Demonstration von Rechtsradikalen des Vereins „Wir für Deutschland“ zu verbieten. Selbst Vertreter der rot-rot-grünen Koalition äußerten Bedenken, weil nicht unwahrscheinlich ist, dass Geisel vor Gericht scheitert.

      Der Rechtsexperte der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Benedikt Lux, erklärte: „Das Verbot ist politisch mutig, aber rechtlich heikel.“ Juristenkreise gehen davon aus, dass das Gericht die Demonstration genehmigt. Das Versammlungsrecht sei ein hohes Gut. Der Verein hatte einen „Trauermarsch für die Opfer von Politik“ angemeldet – in Gedenken an die Todesopfer an der Berliner Mauer.

      (..)

      Geisel selbst hatte zum Verbot erklärt, dass eine Demokratie sich „nicht alles gefallen lassen“ müsse. Die Vorstellung, „dass Rechtsextremisten am 80. Jahrestag der Reichspogromnacht – womöglich noch in der Dunkelheit mit brennenden Kerzen – durch das Regierungsviertel marschieren“, fände er unerträglich.


      Innensenator Geisel 2020:

      Noch viel erschreckender allerdings ist Geisels Begründung, dass er "Corona-Leugnern, Reichsbürgern und Rechtsextremisten" Berlin nicht als Bühne überlassen will.

      Es klingt, als wolle das linke Berlin (nicht nur) rechte Kritiker mundtot machen. Das ist Wasser auf die Mühlen jener, die den Staat ohnehin als Unterdrücker sehen, und zudem ein Armutszeugnis für Geisel. Offenbar traut er seiner Polizei nicht zu, bei einer Corona-Demo für Ordnung zu sorgen. (Birgit Baumann, 27.8.2020)


      derstandard.de/story/200011962…-meinung-ist-fuer-alle-da

      Der Berliner Innensenator hat jetzt nun bereits zwei mal versucht einen Aufmarsch der Rechtsradikalen in Berlin zu verhindern und wurde von der Presse dafür als böser Meinungsunterdrücker de facto pulverisiert.

      Ich kann mich nur wiederholen:

      Man kann der Berliner Polizei sicherlich Organisationsschwächen vorwerfen - eine politische Hilfestellung zu Gunsten der Rechten zu unterstellen ergibt für mich in diesem
      Fall keinerlei Sinn.
      I have been despised by better men than you.
      Ich fand die Einladung der legendären drei Polizisten zu Herrn Steinmeier zwar sehr gut, auch als Signal an die Sicherheitskräfte für die Verteidigung wessen sie belobigt werden, man muss diesen ganzen 'Sturm' aber auch echt nicht zu hoch hängen. Bei allen Ankündigungen und Reichsflaggen war die Truppe da offensichtlich weder richtig organisiert noch übermäßig gewaltbereit und wurden in ein laar Minuten von den etwas verspäteten Polizisten die hinter ihnen hergerannt sind abgeräumt. Am besten war so eine blonde, schick angezogen Trulla die durch die Absperrung mit in den Bereich gelaufen ist und als die Polizisten sie 3 Sekunden später eingeholt hatten schon wieder aufgeregt mit erhobenen Händen raustrippelte. Von sowas sehe ich unsere Demokratie eher nicht bedroht.

      Mir macht eher Sorgen, dass wir in jeder größeren Krise einen weiteren Teil Menschen in die fundamentale Anti-System Opposition verlieren, ein Feld das von ursprünglich seriösen Medien wie NZZ Deutschland, Cicero, Welt und inzwischen Steingart sowie immer mehr Professoren und Ex-"Intellektuellen" und Beamten (wie Maaßen) bespielt wird.

      Bei Corona sind es noch erstaunlich wenig, aber da sollte man sich keinen Illusionen hingeben; je beherrschbarer und weniger dramatisch die Pandemie aus medizinischer Sicht wird, desto schwieriger wird der politische Kampf ums richtige Vorgehen.
      Ich bin zwar nicht wirklich gefrustet, aber ich hätte jetzt nicht gewusst wohin sonst damit.
      Wir haben gestern meine Oma begraben. Auch wenn es sicher nie schön ist, wenn uns jemand verlässt, war ich ehrlich gesagt nicht sehr traurig. Es war erwartbar. Sie war mit 95 wirklich sehr alt und in den letzten 2-3 Jahren auch pflegebedürftig.
      Ich würde ja gerne behaupten, dass sie sich an einem langen und erfüllten Leben erfreuen durfte, aber mal ehrlich- wer kann sowas schon von sich behaupten, der noch zur Zeit des Faschismus in die Schule ging... Sie führte über Jahrzehnte ein hartes Leben an der Existenzgrenze. Unser Opa ist zudem schon 1983 an einem Herzinfarkt gestroben, weshalb man sich sicher vorstellen kann, dass sie es als Mutter von 9 Kindern nicht sehr einfach hatte. Auch wenn da die meissten schon erwachsen waren, bereiten so viele Kinder immer Kummer und Sorge.
      Ich habe nachgezählt- ihre Hinterlassenschaft sind neben den 9 Söhnen und Töchtern (ein Onkel ist leider bereits an Krebs verstorben) 23 Enkelkinder und (bis jetzt) 29 Urenkel.
      Tja, entsprechend Corona-untauglich war die Beerdigung. Das Resultat waren deutlich über 60 zum Teil schluchzende, rotzende Menschen in einer nach Corona-Massstäben viel zu kleinen Kriche, immerhin alle mit Maske. Freunde und Bekannte mussten draussen bleiben, deswegen war in der Hinsicht der Andrang auch nicht sehr gross. Trotzdem kamen einige die Abschied nahmen. Für Corona-Massstäbe sicherlich eine untypisch grosse Begräbnis. Entgegen kam uns immerhin, dass die meissten am vergangenen WE den Antigen-Schnellstest gemacht haben, das gibt etwas Sicherheit. Wäre jetzt wirklich nicht schön, wenn die Beerdigung meiner Oma zum Superspreader-Event werden würde. Aber ich hoffe jetzt einfach mal das Beste.
      Persönlich fand ich die Trauerfeier betrübter und drückender, als sie vielleicht hätte sein müssen. Ich habe bei Beerdigungen immer das Gefühl, dass jedes Lächeln und jedes heitere Wort als pietätlos angesehen wird. Leider sind Teile der Familie verstritten, andere wiederum kennen sich kaum, einige sind mehr, andere weniger gläubig... Von daher sehr schade, weil der ganze Haufen sicherlich nicht wieder so zusammen kommen wird. Oma hätte sich sicher einen etwas heiter-harmonischeren und weniger trübseligen Abschied gewünscht. Aber naja... Möge sie in Frieden ruhen. Ich hoffe, dass sie ihr starker Glaube nach fast 40 Jahren des Wartens in die Arme ihres Mannes geführt hat.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

      Post was edited 1 time, last by “el_drogo” ().

      Möge deine Oma in Frieden ruhen, 95 ist ja ein schönes Alter. Und das niemand gespreaded hat.

      Ja, Corona und die Begräbnisse, das ist so eine Sache. Vor ein paar Wochen starb einer der besten Freunde meines Vaters, die kannten sich seit mein Vater als Teenager Ende der 50er (!) in die Schweiz zum Arbeiten ging. Es war Krebs im Endstadium, es war erwartbar - und er war 83. Aber mein Vater hätte sich gerne persönlich verabschiedet oder wäre gerne zur Beerdigung gekommen.

      Haken an der Sache: Der lebte in Karlsruhe...

      Um eine Beerdigung im größeren Stil in besseren Zeiten zu ermöglichen, hat man ihn erst mal eingeäschert im engsten Familienkreis - und hofft auf eine Beisetzung im Frühjahr wenn es etwas freundlicher aussieht punkto Nächtigungsmöglichkeiten, Reisewarnungen etc. Dessen Lieblingsenkel z.B. konnte zu der Zeit aus Paris nicht raus.

      Ich habe nachgerechnet, heute vor 35 Jahren starb ein Opa von mir. Würde er noch leben, dann wäre er jetzt 111 - die Jahrzehnte reduzieren das Katastrophale ...
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Bei mir steht Wasser im Keller.
      Das Haus ist seit mehr als 30 Jahren im Familienbesitz, und das ist noch nie passiert.
      Es ist nicht durch die Fenster oder sonstiges eingedrungen. Scheinbar ist der Boden so gesättigt, dass es irgendwo durch die alten Ziegelwände gepresst wird.
      Es ist nicht genug für die Feuerwehr (die den ganzen Abend auch im Dauereinsatz ist), aber mich wird das noch einige Stunden Arbeit per Hand kosten.
      It`s not easy to be a birdplane.

      Ich muss meine Reaktionen haben dürfen!
      was ein mist, denke an dich und hoffe das es nicht mehr wird.
      war heute nachmittag im dortmunder süden wieder von der Arbeit aus unterwegs, teils überflutete Straßen und auch von vollgelaufenen Kellern gehört (und trotzdem nicht im geringsten mit z.b. dem benachbarten Hagen vergleichbar).

      Rory2016 wrote:

      was ein mist, denke an dich und hoffe das es nicht mehr wird.

      Danke.
      Gottseidank ist es nur etwas mit Frustpotential, aber keine Katastrophe. Da hat es andere weit übler getroffen.
      Mein Vater lebt in Hagen, aber die haben auch Glück gehabt. Ebenfalls Wasser im Keller stehen gehabt, aber noch in Maßen.
      It`s not easy to be a birdplane.

      Ich muss meine Reaktionen haben dürfen!
      Oje, Happy Time, was für eine bescheidene Abendbeschäftigung.

      Aber ja, aus dem knochentrockenen pannonischen Ostösterreich liest man solche Meldungen mit Erstaunen und Besorgnis.

      Bin ja gespannt, ob der nächste Tornardo, der die öst. Grenze zuletzt um 20km und eine Stadt in Tschechien verwüstet hat,verfehlt hat, beim nächsten Mal etwas südlicher zielt.

      Ich persönlich bin da aus dem Schneider, weil Mittelgebirge in der Windrichtung im Rücken, aber ein paar Leutchen auf der anderen Seite der Donau, wo der Wind schön viel Platz zum Ausholen hat, die klappern jetzt mit den Zähnen bei Sturmwarnungen.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

      HappyTime wrote:

      Es ist nicht genug für die Feuerwehr (die den ganzen Abend auch im Dauereinsatz ist), aber mich wird das noch einige Stunden Arbeit per Hand kosten.

      Ich habe hier gehört, dass die Feuerwehr "erst" ab mindestens 10 cm Wasserstand kommt. Das dürften die meisten aber überschritten haben. Bis auf en paar Flecken an der oberen Zimmerwand von Nachbardach ist bei mir nichts, mein Vermieter hat auf der Seite auch etwas Wasser im Keller gehabt. Sonst ist alles trocken geblieben. Meine Mutter hatte auch Glück, hatte aber vor geraumer Zeit die Sickergrube in der Waschküche an den Kanal anschließen und an der Kellertreppe eine Pumpe einbauen lassen. In der näheren Umgebung ist die Düssel aber über die Ufer getreten mit verheerenden Folgen.
      Ich habe hier gehört, dass die Feuerwehr "erst" ab mindestens 10 cm Wasserstand kommt

      Die Feuerwehr musste je nach Ort wohl priorisieren und konnte zunächst nur zu den dringendsten Fällen.
      Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton

      HappyTime wrote:

      Bei mir steht Wasser im Keller.
      Das Haus ist seit mehr als 30 Jahren im Familienbesitz, und das ist noch nie passiert.
      Es ist nicht durch die Fenster oder sonstiges eingedrungen. Scheinbar ist der Boden so gesättigt, dass es irgendwo durch die alten Ziegelwände gepresst wird.
      Es ist nicht genug für die Feuerwehr (die den ganzen Abend auch im Dauereinsatz ist), aber mich wird das noch einige Stunden Arbeit per Hand kosten.


      Oha. Tut mir leid, klingt extrem lästig. Drücke auch die Daumen, dass du einen dieser "Bautrockner" auftreiben kannst, falls ihr einen braucht. So kenne ich es zumindest von kleineren Wassereinbrüchen.

      Ich muss zugeben, dass ich gedanklich immer noch darüber stolpere, dass es sich bei den vielen Toten und Vermissten um Inlandsnachrichten handelt. Das soll keineswegs despektierlich gemeint sein, NRW ist in meinem Kopf nur nicht als Gebiet für Naturkatastrophen verankert. Trotz 1997 und 2013 nicht.
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      ssnake wrote:

      Happy Time, was für eine bescheidene Abendbeschäftigung.


      Maegwin wrote:

      Tut mir leid, klingt extrem lästig.

      Lästig war es allemal. Aber wenn man sieht, was selbst in meiner doch eher verschonten Stadt alles los ist...
      Ich hab einige Bekannte, bei denen es richtig rein lief. Nicht nur in die Keller, auch in den Wohnbereich. Bäche, die maximal 20cm Wasser führen, haben ausgereicht Häuser zu fluten, die meterweit entfernt stehen. Beim Arbeitgeber meiner Freundin wurde das Büro komplett unter Wasser gesetzt. Einige tieferliegende Straßen sind wegen möglicher Unterspülung gesperrt.

      Maegwin wrote:

      Drücke auch die Daumen, dass du einen dieser "Bautrockner" auftreiben kannst, falls ihr einen braucht. So kenne ich es zumindest von kleineren Wassereinbrüchen.

      Hatte ich nach einem Rohrbruch auch schon mal hier stehen.
      Ich habe aber das Gefühl, dass ich mit meinen 70-80l Wassereinbruch nicht ganz weit oben auf der Prioritätenliste der Versicherung stehe. Die nächsten Tage werden warm und trocken, also alle Kellerfenster auf, und hoffen, dass es reicht.
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