Nachruf

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      Requiescat in pace.

      Ich habe letztens noch einen Videozusammenschnitt von seiner Leistung bei der WM 86 gesehen. Unfassbarer Spieler. Wohl die beste WM, die je ein Spieler gespielt hat. Einige Behaupten sogar, dass egal welche Nation Diego 86 im Team gehabt hätte Weltmeister geworden wäre. Wenn man ihn dort spielen sieht ist man geneigt dem zuzustimmen.
      Streitbarer Charakter, aber auf dem Feld zweifellos der größte seiner Zeit. 60 Jahre ist auch kein Alter, um zu gehen, trotz seiner gesundheitlichen Vergangenheit.
      "Not every man has it in him to be Prince Aemon the Dragonknight." -Wyman Manderly

      Ceterum censeo Casimirem esse delendum.
      Völlig egal was für ein großartiger Fußballer er war. Bei mir war er von dem Zeitpunkt an unten durch als er das klarste Handtor das jemals im Fernsehen übertragen wurde erzielt hat und dann noch irgendwas von der Hand Gottes faselt.
      "Tigris doofitis ordinaris"
      "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."
      "Der Strike ist dem Räumfehler sein Tod..."
      Er konnte nur mit dem Ball wirklich alles, wer ihn nie spielen sah - Fluch der späten Geburt. Als Mensch jenseits des Fußballfeldes leider immer völlig verloren.

      Machs gut, Diego, spiele ein paar leiwande Matcherl auf deiner Wolke mit Cruyff, Sindelar, Best usw.

      Oder wie Pele sinngemäß meinte: Warte auf mich, dann machen wir erst so recht ein tolles Spiel da oben!
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

      Dreenan Kel Zalan wrote:

      Völlig egal was für ein großartiger Fußballer er war. Bei mir war er von dem Zeitpunkt an unten durch als er das klarste Handtor das jemals im Fernsehen übertragen wurde erzielt hat und dann noch irgendwas von der Hand Gottes faselt.

      Alles für den Sieg! ;)
      Abseits des Spielfelds war Maradona sicherlich bis zu seinem Tod eine sehr kontroverse Persönlichkeit... Aber ich habe jetzt nichts im Kopf, dass er (mal abgesehen von der Hand Gottes) als besonders unfairer oder unsportlicher Spielgeist galt, kenne allerdings auch nur die allgemeine Rezeption, da ich noch zu klein war um seine aktive Karriere zu verfolgen. Ich würde ihn allerdings sportlich und menschlich nicht an einer einzigen Aktion beurteilen, so wie ich bspw. auch Zidane nicht wegen seines Kopfstosses verschmähen würde.
      R.I.P Maradona
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.
      Gibt keinen Spieler, dem man dem Spaß am Fußball so angemerkt hat und bei dem sich genau dieser Spaß auf den Zuschauer übertragen hat. Der Avatar der Spielfreude quasi. Selbst sein Aufwärmprogramm hat mehr Freude gemacht und war mehr Fußball, als so manches komplette Bundesligaspiel.

      Gibt sicher Spieler, die objektiv besser oder erfolgreicher waren, aber keiner hatte diese enorme Strahlkraft, die auch lange nach seinem Zenit (den ich selber nicht bewußt mitbekommen habe) nachwirkte.

      "To see the ball, to run after it, makes me the happiest man in the world"
      Mainstream commercial nihilism can't be trusted?!
      Ich würde ihn allerdings sportlich und menschlich nicht an einer einzigen Aktion beurteilen

      Ich halt irgendwie schon. Das habe ich als Zwölfjähriger vor dem Fernseher. Sportlich hat er geschummelt und menschlich versagt als er sich danach die Hand Gottes angeeignet hat. Das er dafür auch noch gefeiert wurde.
      Sein späteres Gehabe neben dem Platz hat ihn auch nicht sympathischer gemacht.
      Sein fußballerisches Talent stelle ich natürlich nicht in Abrede.

      so wie ich bspw. auch Zidane nicht wegen seines Kopfstosses verschmähen würde.

      Ich schon. Das war erstens nicht seine einzige derartige Entgleisung und zweitens wurde er wenn ich mich recht entsinne auch noch mit einem Fairplay Preis ausgezeichnet.
      "Tigris doofitis ordinaris"
      "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."
      "Der Strike ist dem Räumfehler sein Tod..."
      Dass Maradonas größte A...lochaktion (nämlich die Hand Gottes) und das Tor des Jahrhunderts innerhalb weniger Minuten passierten, ist eigentlich eine Metapher für sein Leben.

      Genie und Wahnsinn im selben Spiel.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Die "Hand Gottes" hat übrigens auch deswegen eine so starke Bedeutung in Argentinien, weil es gegen das verhasste England passiert ist. Der Falkland-Krieg war erst vier Jahre vorbei und gerade dieses Schummeltor sahen viele Argentinier als eine große Genugtuung für die Demütigung in diesem militärischen Konflikt, sogar mehr noch als das grandiose Solo danach. Rational erklärbar ist das natürlich nicht, aber Fußball funktioniert in Argentinien völlig anders als wir uns das hier vorstellen können, da ist es eine Ersatzreligion und Maradona war in der Hinsicht eben der Fußballgott.
      Zum Glück sind wir nicht in Argentinien und müssen die Niederlage bei einem militärjuntainitiierten Krieg nicht bedauern oder die dümmste Ausrede des Universums für ein Handspiel akzeptieren.
      Ein Koksoholiker, der in seiner Jugend good at games war und dem der Ruhm zu Kopf gestiegen ist.

      By the way: Einer der hauptengagierten Feuerwehrmänner in Tschernobyl ist vor einer Woche an Covid verstorben. Vielen Dank, lieber Ivan, dass ich nicht 3 Arme und keine Haare habe.
      I have been despised by better men than you.

      Post was edited 1 time, last by “Maegwin” ().

      Dreenan Kel Zalan wrote:

      Ich halt irgendwie schon. Das habe ich als Zwölfjähriger vor dem Fernseher. Sportlich hat er geschummelt und menschlich versagt als er sich danach die Hand Gottes angeeignet hat. Das er dafür auch noch gefeiert wurde. Sein späteres Gehabe neben dem Platz hat ihn auch nicht sympathischer gemacht.

      Ok verstehen kann ich das schon. Ich persönlich kann ihm bspw. die Aktion mit "der Hand Gottes" deutlich müheloser verzeihen, als bspw. Aktionen wie den Stinkefinger bei der WM vor 2 Jahren gegen Nigeria. Sowas finde ich dann tatsächlich unter aller Sau. Vielleicht ist die Toleranz-Schwelle für menschliche Entgleisungen auf dem Spielfeld bei mir einfach deshalb etwas höher, weil ich es nachvollziehbar finde, wenn Athleten einfach absolut alles unternehmen um zu gewinnen. Impuls-Aktionen wie das ein-/ oder andere taktische Foul oder Handspiel finde ich verschmerzbar. Maradona hatte einfach das Glück, dass der Schiri damals offenbar just in diesem Moment seine Schnürsenkel zuband, weshalb dieser meiner Meinung nach mindestens so viel Schuld an diesem Tor hat wie Maradona selbst. ;)
      Aber wie gesagt, abgesehen von dieser sicherlich unschönen Aktion, hatte Maradona glaube ich nicht den Ruf ein besonders unfairer Spieler zu sein. Nach allem was ich von ihm sah wirkt er auf mich wie ein Mensch, der den Sport liebte wie kein zweiter. Ich respektiere in dafür als grossen Sportler, weniger als Mensch.

      Dreenan Kel Zalan wrote:

      Ich schon. Das war erstens nicht seine einzige derartige Entgleisung und zweitens wurde er wenn ich mich recht entsinne auch noch mit einem Fairplay Preis ausgezeichnet.

      Bei Zidane geht es mir ähnlich wie bei Maradona. Die Grenze ziehe ich übrigens bei Typen wie dem notorischen Beisser Suarez, was der noch auf einem Spielfeld verloren hat ist mir schleierhaft, Spieltalent hin oder her.
      Grundsätzlich finde ich allerdings, dass polarisierende Persönlichkeiten jeder Sportart gut tun, daher war ich auch immer schon ein grosser Zlatan-Bewunderer und bin es noch.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.
      So nebenbei bemerkt: Für mich war Maradona der Beste seiner Zeit- und ich bin froh, ihn wenigstens einmal vor Ort spielen gesehen zu haben.

      Ebenfalls vor Ort spielen gesehen habe ich Zinedine Zidane. Und der ist für mich der allerbeste, weil kompletteste Spieler gewesen, den ich je gesehen habe.

      Und noch dazu auch als Trainer jetzt schon im Legendenstatus, obwohl noch nicht mal 50. (Als erster den CL-Titel verteidigt - das bleibt für immer.)

      Zidane> Ronaldo/Messi (gleichwertig großartig)> Maradona.

      Pele fällt aus der Wertung, weil lange vor meiner Zeit.

      (P:S: Neymar ist eine Schwalbenpussi, wenn wir schon bei Spielern, die ich im Stadion gesehen habe, sind. :D )
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

      Post was edited 1 time, last by “ssnake” ().

      in den letzten Tagen haben sich wieder welche angesammelte derer es zu gedenken geht. In dieser Woche zu allererst (namenlos) die Opfer von Trier und die der steigenden Corona-Todeszahlen :(
      Aber auch zwei weitere Legenden (nach Diego, den ich nie spielen gesehen habe und ich vermutlich eher so wie ssnake einsortieren würde..); mit Pape Bouba Diop der einst 2002 im WM-Eröffnungsspiel Senegal-Frankreich die Fußballwelt etwas auf den Kopf stellte - und Liliane Juchli, eine sehr engagierte Krankenpflegerin und Wegbereiterin der modernen Pflege /Pflegewissenschaft.
      Wer das UEFA-Cup-Finale 2001, Liverpool - Alaves, 5:4 n.V., nicht gesehen hat, hat eine der größten Shows, die der Fußball je geboten hat, versäumt ...


      Tja, nebst Gerard Houllier (war zuletzt bei Red Bull als Head of Global Soccer tätig, Jesse Marsch, der Trainer von Salzburg, der von ihm persönlich erst für New York, dann als Co in Leipzig und danach als Chef in Salzburg rekrutiert wurde, fing vor laufender Kamera zum Weinen an) gibts im Fußball natürlich noch Paolo Rossi, den Held meiner ersten Fußball-WM (1982) zu beklagen - und mit Otto Baric auch noch ein in Österreich prominentes Corona-Opfer (war mit drei verschiedenen Clubs 7 Mal Meister und mit Rapid und Salzburg in Europacupfinalis, später noch Nationalteamtrainer).

      Abseits des Fußballs, good bye, John Le Carre, was wäre der Spionagethriller ohne dich gewesen?

      RIP, ihr alle.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Kentaro Miura, der Autor des Manga-Klassikers "Berserk" ist mit nur 54 Jahren verstorben.
      Die Reihe über den Antihelden Guts spielt in einer vom Hundertjährigen Krieg inspirierten, brutalen Fantasy Welt und lief seit 1989 ohne abgeschlossen zu werden. Die Fans dürften also in einer ähnlichen Situation sein wie Fans von ASoIaF wahrscheinlich in paar Jahren sein werden. Wobei ein Tod mit 54 selbstverständlich kein zu erwartendes, natürliches Ereignis ist.

      Ich persönlich habe das Manga noch nicht gelesen, habe mich aber vor 2 Jahren durch die Anime-Umsetzung von 1997 in die Geschichte verliebt und mich mit großem Interesse durch Sekundärquellen über die Welt von Berserk informiert. Ein beeindruckendes Werk, egal ob abgeschlossen oder nicht.
      Joey Jordison, der Schlagzeuger und Mitbegründer von Slipknot, ist im Alter von 46 Jahren verstorben. Er soll friedlich eingeschlafen sein, wobei die Todesursache nicht bekannt gegeben wurde.

      Ich höre Slipknot nicht oft. Sie machen keine Musik, dass ich mir beim Aufräumen oder Bahnfahren anhöre. Slipknot höre ich nur, wenn ich vor Wut nicht weiter weiß. Dementsprechend hat Joey Jordison zu den intensivsten Musikerlebnissen beigetragen, die ich je haben durfte.
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