Europawahl

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      NannyOgg wrote:

      Allmacht für Döner
      Ich würde die wählen. :)
      Ob einfacher Bauer,Soldat,Fürst oder einer der die wir einst Götter nannten. Wir alle machen immer wieder die selben Fehler. Sich in Sicherheit zu wiegen, ist töricht, denn wir sind nicht mehr als Sklaven. Sklaven eines Musters, dessen Natur wir noch nicht ansatzweise verstanden haben und das eines Tages unser aller Fall seien wird. Es ist ein ewiger Kreislauf. Immer die gleichen Konflickte, immer die gleichen Persönlichkeiten. Das Echo der Vergangenheit, ist das Gesetz unserer Gegenwart.
      Joa...das sagten unsere Schüler auch, bis unser Syrer ihnen erklärt hat, was es mit diesem Kürzel auf sich hat ;)

      @SuSansa @Narannia



      Falls ihr doch noch mal was zu Die PARTEI wissen wollt. Bei dem Interview bricht Sonneborn ein klein wenig aus seinem üblichen Stil aus und zwischen den Zeilen sieht man dann doch recht gut, war er im EU Parlament so treibt. Es geht ein bisschen länger, lohnt sich aber.
      Ein Witz kann eine Idee unter der Tür durchschieben, während die Ernsthaftigkeit immer noch dagegen hämmert. Terry Pratchett

      HappyTime wrote:


      Könnte ich mir vorstellen Grüne auch im Bund zu wählen? Vielleicht. Das werden die nächsten Monate zeigen.
      Aber ganz sicher werde ich nicht die Grünen wählen, sollten diese Grün/Rot/Rot als realistische Alternative ansehen. Kühnerts Aussagen vor einigen Wochen zeigen, warum diese Option für mich, und recht viele andere Menschen aus meinem Umfeld die gestern Grüne gewählt haben, keine Option ist.
      Stand jetzt, kann die nächste Regierung nur mit den Grünen gebildet werden. Wie gestern schon geschrieben, es wird spannend zu sehen, in welche Richtung es gehen wird.

      RRG wäre vor 2017 möglich gewesen, aber das ist Geschichte. Die Sozialdemokraten setzen derzeit auf jeden Tiefpunkt einen neuen Tiefpunkt (ein Ergebnis unter 15% haben sie zuletzt 1887 eingefahren) und ob die Linkspartei jemals alle ihre ehemaligen Wähler von der AfD zurückerlangen kann, darf man auch bezweifeln.

      SuSansa wrote:

      Ich weiß halt nicht, wie ich zu "Die Partei" stehen soll. Ich finde es gut, was sie machen, aber andererseits will ich halt auch vernünftige normale Politik. Nur mal angenommen, die würden jetzt 20, 30 % kriegen. Was für eine Politik erhalten wir dann?

      Man muss tatsächlich etwas hinter die satirische Fassade blicken. Die Partei hat schon klare Positionen, die aber manchmal hinter der satirischen Fassade etwas untergehen. Trotzdem nimmt Martin Sonneborn sein Amt sehr ernst und wenn es um etwas geht, stimmt er auch nicht abwechselnd mit ja oder nein ab. Nur war die Konstellation im Parlament bisher so, dass das nicht oft der Fall war.
      Die Partei ist aber auch eine reine Oppositionspartei und in der Position sind sie auch schön unbequem. 20% sind da aktuell nicht wirklich realistisch.
      Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton

      Farfrelsen wrote:

      Da ich selbst schon zwei mal bei FfF war, freue mich schon auf den Moment wenn meine Generation endlich wahlberechtigt ist.
      Die jetzigen Wählen sind ja nur ein Vorbote.
      Weiß tatsächlich gerade nicht, zu welcher Generation du dich zurechnest. Wäre aber aufjedenfall schön und wichtig, wenn viele wirklich interessiert, engagiert bleiben würden und sich eben nicht mit dem ersten Job, Partnerschaft o.ä. abbringen lassen würden ;)

      SerSeppel wrote:

      Toll finde ich auch diese demaskierende "Analyse" von Burkard Dregger, ebenfalls CDU:
      CDU-Fraktionschef Burkard Dregger nannte das Ergebnis der Union unbefriedigend. Kritisch äußerte sich Dregger zu den Grünen: "Den Grünen ist das Geschäft mit der Angst am besten gelungen. Sie haben die Angst vor dem Klimawandel in Zustimmung ummünzen können", erklärte er. "Diese Ängste haben gerade im Endspurt des Wahlkampfes die Ängste vor Terror und Kriminalität übertroffen."

      Tjo, wirklich demaskierend aber irgendwie auch ehrlich und traurig- bezeichnend, auch hier das es keine positive Vorstellung gibt, was erreicht werden soll, sondern nur Ängste (auch etwas was teilw. an FfF/Greta von manchen links-emanzipatoischen Kreisen kritisiert wird).

      Farfrelsen wrote:

      Ps: auf den Social Media Seiten gib es grade ja auch einen wirklich krassen CDU-Hass

      das mag auch mit an so'nem gewissen urheberrechtsparagraphen vor ein paar Monaten liegen, nachdem der hashtag "niewiedercdu" viral ging (omg, was für ne sprache ich verwende :D und als ob es nicht vorher schon potentiell Gründe dafür gegeben hätte ;) )

      Farfrelsen wrote:

      Ich meinte mit Manipulation auch eher Leute die wirklich keine Ahnung von der Materie haben zu Grünen zu machen.
      tja, gibt es sonst eher mit hetzerischen Schlagzeilen oder Schlammschlachten (in anderen Ländern ja noch stärker). Bezweifle aber das Leute die sich nicht nochmal damit auseinander setzen dauerhaft "grün" bleiben.

      NannyOgg wrote:

      Das mag in der Masse so sein, glaube ich dir, aber es erreicht durch die Medienpräsenz einiges und wenn ich mir unsere Schüler anschaue, merke ich deutlich, dass sich im Gegensatz zu früheren Jahren doch etwas tut. Es wird nachgefragt, das habe ich schon ewig nicht mehr erlebt....
      Hoffentlich. Ist aber auch das was ich von Menschen die im Schul und Jugendbereich nicht selten mitbekomme.

      NannyOgg wrote:

      Oh ja....das kenne ich, wir hatten in der 7. in Politik mal eine Stunde mit lustigem Rätselraten was denn SPD, CDU und so weiter bedeutet. Mein Highlight war Allmacht für Döner, eigentlich ist das nicht witzig, aber
      das weckt an Erinnerungen an meine Schulzeit, als wir 2001 mal Themen im Politik Unterricht vorschlagen sollten, und gemäß von Filmen Sachen wie "Vietnam-Krieg" genannt wurden (und ja sicher nicht in der Erwartung, über eine starke Bewegung zivilen Ungehorsams etc in den USA mit zu thematisieren ;) ).

      Grunkins wrote:

      Na ja "gut recherchiert" finde ich deutlich zu positiv für ein Video, indem anscheinend ein ziemlich antidemokratisches Politikverständnis durchscheint. Einen Haufen Belege für irgendeine Leitthese ("CDU ist doof") zusammenstellen ist nicht besonders schwierig.
      Und in einem hat AKK recht, wenn Zeitungen, Stiftungen oder Verbände offen Wahlkampfempfehlungen aussprechen würde das vielerorts ein Tabubruch darstellen, im Internet spielen solche Überlegungen keine Rolle. Der Youtuber ist nur seiner kreischenden Fanbase verpflichtet. Das die Regulierung von Meinungen indem Zusammenhang eine bescheuerte Idee ist, bleibt aber natürlich stehen.


      Finde solche Aussagen gewagt, wenn man sich nicht wirklich persönlich mit der Thematik auseinandergesetzt hat. Ich sehe das prinzipiell ja eigentlich ähnlich (ist vielleicht auch ein Fehler und zu sehr denken in Stereotypen) was Youtube-Informationen betrifft. Der Rezo ist auch deutlich zu hipp und jung für mich, wenn ich jemanden "Digga" sagen höre, krieg ich innerlich die Krise.

      Er hat sich halt relativ einfache Themen ausgesucht, es hat natürlich nicht die Tiefe einer Doktorarbeit und vieles wird auch überspitzt dargestellt, aber wenn er das Dröge wie die Politiker oder Juristen machen würde, würde er auch niemanden begeistern. ABER .. er hat unzählige Quellen, Belege und Expertenmeinungen angeführt und angegeben und gewisse Punkte sind nun mal auch einfach nicht von der Hand zu weisen, daher tut sich auch eine "professionelle" Partei wie die CDU so schwer sinnvoll und öffentlichkeitswirksam dagegen zu argumentieren.

      Dementsprechend sind eher die Reaktionen der CDU und auch SPD auf das Video diffamierend und pauschalisierend. Und pauschalisierender als die dämlichen Wahlplakate geht ja sowieso nicht mehr.

      Desweiteren betreiben auch Qualitätsmedien Meinungsmache je nach politischer Gesinnung, was solange es nicht in Propaganda übergeht und die Aussagen mit Belegen gedeckt sind ja m.E. in einem demokratischen System in Ordnung ist. Es sagt auch niemand etwas dagegen, wenn z.B. Stiftungen oder Verbände sich dafür aussprechen nicht die AFD zu wählen. Es wird ganz gefährlich, wenn man in einer Demokratie damit anfängt da je nach Partei unterschiedliche Maßstäbe anzusetzen.

      Der demokratische Diskurs sollte niemals durch Verbote, sondern immer durch Argumente, bestimmt werden.

      Ich bin kein Fan von dem und kenne den abgesehen von dem Video auch nicht, aber er hat es offensichtlich geschafft (oder dazu beigetragen), dass Politikinteresse der Jugend etwas zu erhöhen und das ist m.E. eine SEHR gute Sache. Für die CDU halt gegenbenfalls nicht, ist nicht ihre Wählergruppe .. da kann man schon verstehen, dass es denen besser gefallen würde, wenn die mal alle schön Nichtwähler bleiben.

      Ich bin auch kein Fan der Grünen, aber von mir aus können die dann auch einen temporären Boost dadurch erhalten, wenn es dazu führt, dass sich die entsprechenden Wähler mehr mit Politik beschäftigen als zuvor.

      Antidemokratisch ist daran auf jeden Fall gar nichts. Aus welcher deiner Literaturquellen hast du diese Information? Interessiert mich ernsthaft.

      Farfrelsen wrote:

      SuSansa wrote:

      Hast du dir das Video angesehen?
      Ich weiß bin zwar nicht angesprochen aber mindestens habe ich das Video gesehen, deshalb antworte ich mal.

      Das Video ist meiner Meinung nach eher mittelmäßig recherchiert, bzw er lässt Fakten weg damit die CDU/SPD schlechter dastehen.

      Bei der Bildungspolitik nimmt er sogar eine falsche Statistik, damit vor allem die Grünen besser dastehen.

      Allgemein merkt man das hinter dem Video der Zweck steht die Jugend so manipulieren, hat auch super gewirkt. Viele meiner Altersgenossen sind auf ein mal Umweltfreundlicher geworden, was eigentlich gut ist aber sie führen sich jetzt auf wie die größten Helden, was ziemlich überheblich wirkt.

      Ps: auf den Social Media Seiten gib es grade ja auch einen wirklich krassen CDU-Hass


      Ich denke wenn das Manipulation war, besteht unsere Presselandschaft und vor allem die Politik auch ausschließlich aus Manipulation. Lass sie sich doch wie Helden fühlen, ggf. wurde in ihnen zum ersten mal sowas wie Idealismus geweckt und wir brauchen Ideale der Jugend in unserer Gesellschaft, wenn sie langfristig tragfähig sein soll. Schau dir an wie die Grünen angefangen haben .. wesentlich wilder.

      Ich will eigentlich alles in allem nur sagen, dass es begrüßenswert ist, wenn die Jugend sich politisch engagiert und interessiert und dieser Rezo hat dazu einen Beitrag geleistet. Die Jugend darf auch ungestüm sein. "Seriösität" und Abgeklärtheit haben wir genug.


      Edit: Anscheinend hat @ssnake gleichzeitig mit mir, die Kernessenz meiner Aussage etwas wortgewandter niedergeschrieben. Dein Beitrag gefällt mir sehr gut.

      Post was edited 1 time, last by “Jaehaerys” ().

      Zum Thema "Video" kann ich nur sagen:

      So ein kleines Urlaubsvideo aus Ibiza kann Wunder wirken. Ich war immer schon ein politischer Mensch, aber ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, dass Politik wirklich in jedem Tagesgespräch, egal in welcher Gesellschaftsschicht oder Altersklasse so allgegenwärtig wäre. Ob am Fußballplatz, beim Spazierengehen im Wald oder in der U-Bahn: Menschen tauschen sich politisch aus, mit allen möglichen Meinungen.

      Und das ist gut so. Es wird plötzlich über Mechanismen der europäischen Union, Feinheiten der heimischen Verfassung, die Rolle des Bundespräsidenten etc. diskutiert, von Menschen, von denen du das nie erwartet hättest.

      Und das kann nur gut sein, dass sich die Leute mal Gedanken über das System machen. Es verändert keine Weltbilder von heute auf morgen, aber eine lebendige Demokratie lebt von der Teilnahme der Menschen am System. Und so stark habe ich das allgemeine Interesse in meinem ganzen Leben noch nie empfunden.

      Das zeigt schon, dass Privatsender permanent ihre Unterhaltungsprogramme absetzen und lieber live zu den nächsten Parlamentsdebatten, Regierungserklärungen oder Regierungsdemissionierungen schalten. Sie wären ja auch blöd, wenn sie es nicht tun würden, die Privatsender, sie machen genau wie die staatlichen Sender Sensationsquoten.

      Stelll dir vor, es ist Parlamentsdebatte und die hat 90% Einschaltquote ...

      Es wird natürlich nicht lange so bleiben, irgendwann habens die Leute auch satt (bei mir ist auch schön langsam ein gewisser Übersättigungseffekt zu merken), aber der polit-didaktische Effekt wird auf die Dauer nicht zu verachten sein.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

      Grunkins wrote:

      Nun ja, die CDU wird sich irgendwann wieder berappeln denke ich und im Bund sowieso.

      Hier bin ich mir nicht so sicher. Spätestens 2021 wird Angela Merkel abtreten und ein großes Loch hinterlassen. In der CDU gewinnt sich so genannte Wertegemeinschaft an Zustimmung. Auch die CSU hat daran gefallen gefunden. Falls Frau Karrenbauer wirklich Kanzlerin werden will muss sie wohl wieder auf Konservativen zu gehen. Eine Vorzeitige Ablösung will die SPD ja nicht mittragen.

      Grunkins wrote:

      Und das AfD-Problem wird, wenn nicht gerade eine neue Migrationswelle kommt, wohl auf ein spezifisch ostdeutsches Problem zusammenschrumpfen. In West- und Norddeutschland kriegen sie ohnehin besonders bei jüngeren Menschen keine Schnitte.

      Hier sehe ich das sich die AFD nun mehr auf die Grünen konzentrieren wird. Die Plakate mit dem Aufdruck "Diesel retten" sprechen ja für sich. Solange nicht Teile der Industrie mitziehen wird die AFD klein bleiben. Jedoch wird es ein böses erwachen im Herbst bei den Landtagswahlen geben. Die Europawahl war ja schon ein Vorgeschmack darauf.

      Grunkins wrote:

      Bei der SPD sehe ich das ganz anders und finde die Entwicklung sehr bedenklich, allerdings frage ich mich ernsthaft, was sie "raffen" muss.

      Die SPD hat sich bei der Abstimmung zur Urheberrechtsreform nicht schlau angestellt. Obwohl die EU Abgeordneten der SPD dagegen waren hat die Basis es nachträglich als richtig eingestuft und sich auf die Stufe zur CDU gestellt. Das ist das Hauptproblem bei der SPD momentan. Viele fragen sich wofür steht sie eigentlich. Nun ja sie steht für Soziales. Das wird aber schon seid längerer Zeit von der CDU mehr oder weniger bedient. Der rest wird als selbstverständlich abgetan. Da fällt die Grundrente von Hubertus Heil scheinbar gar nicht mehr ins Gewicht obwohl sie vielen Leuten helfen würde. Auch lässt sich die SPD gerne ihre Themen wegnehmen wie bei der Homosexuellen Ehe. Diese wurde dann von Angela Merkel beschlossen obwohl sie selbst mit nein gestimmt hat. Aber da sie wusste das das durch geht war es egal. Momentan wird auch die Führung der SPD stark kritisiert. Teilweise zu recht. Mit denen bräuchte die SPD nicht in einem Bundestagswahl ziehen. Trotzdem würde eine neue Führung derzeit auch nicht viel reißen. Die SPD muss ein paar Jahre in die Opposition und sich dann einen neuen starken Kanidaten herbei holen. Dieser könnte dann eine nicht mehr so starke Frau Karrenbauer denke ich schlagen.
      Im Europawahlkampf war die SPD einfach zu still. Frau Barley mag als freundlich und Bürgernah gegolten haben aber sie hat sich kaum positioniert. Und die Plakate mit "Frieden in Europa" hätten sie sich auch sparen können. Das Europa Frieden gebracht hat weiß jeder sofern er nicht gerade diesen Frieden zerstören will.

      ssnake wrote:

      Kurz wird im Oktober Schwierigkeiten haben, einen Koalitionspartner zu finden.

      Ich denke ähnlich wie die Union hier. Wenn die Grünen glaubhaft bleiben wollen können sie nicht mit der Union koalieren. Die FDP ist zu schwach.

      ssnake wrote:

      Die ÖVP ist bekannt dafür, gerne mal den Parteivorsitzenden abzusägen, wenn es nicht läuft ...

      Gibt es denn da jemand der ihm gefährlich werden kann?

      Lord Ironbone wrote:

      Ohne Weber hätte die Union meiner Einschätzung nach wohl noch etwas mehr Stimmen verloren.

      Ich denke mal vor allem weil er Deutscher ist.

      Post was edited 1 time, last by “Masc” ().

      Masc wrote:

      Gibt es denn da jemand der ihm gefährlich werden kann?


      Momentan nicht wirklich. Der wird garantiert als Spitzenkandidat in die nächste Wahl gehen. Gefährlich wird's für ihn nach der Wahl, wenn er keinen Koalitionspartner findet.

      Und würden die Wahlergebnisse von gestern so im September so wieder kommen (wann hat man schon mal eine Umfrage mit vermutlich 75% derjenigen, die auch im Herbst wählen gehen werden), dann hätte er keinen Koalitionspartner, andererseits ist eine Koalition abseits der ÖVP vermutlich auch unmöglich. Was würde also näher liegen, als den Hauptprotagonisten auszutauschen, um wieder eine Koalition zusammenzubringen? Feinde hat der parteiintern sich genug gemacht, aber da traut sich noch keiner aus der Deckung.

      Aber jetzt kommt erst mal der Wahlkampf nach dem Wahlkampf von jetzt bis September - und da wird sehr, sehr viel passieren. Die FPÖ hat schon angekündigt, punkto verblichenem Koalitionspartner ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern.

      Rechte gegen Rechtskonservative, die sich in eine Schlammschlacht verwickeln werden - man bringe das Popcorn. Bleibt nur die Frage, ob die hiesigen Roten zur Abwechslung mal die Elfmeter ins leere Tor schießen. Bis jetzt streiten sie sich immer wieder so lange erfolgreich, wer mit dem linken oder rechten Fuß schießen soll, bis das Spiel vorbei ist.

      Wobei der Schiedsrichter (die Medien in Österreich sind überwiegend konservativ bis rechts) auch hin und wieder das Spiel ungut beeinflussen kann...
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

      ssnake wrote:

      Rechte gegen Rechtskonservative, die sich in eine Schlammschlacht verwickeln werden - man bringe das Popcorn.

      Da du echt hinter der Sache da stehst wünsche ich dir da viel Erfolg für die nächste Wahl. :)

      ssnake wrote:

      Und würden die Wahlergebnisse von gestern so im September so wieder kommen (wann hat man schon mal eine Umfrage mit vermutlich 75% derjenigen, die auch im Herbst wählen gehen werden), dann hätte er keinen Koalitionspartner, andererseits ist eine Koalition abseits der ÖVP auch unmöglich.

      Wird sehr spannend. Ich frage mich wo Deutschland heute stehen würde wenn nach der Wahl 2017 es nicht zu GroKo gekommen wäre? Angela Merkel wäre keine Kanzlerin. Aber wer dann? Armin Laschet? Horst Seehofer, Jens Spahn oder jemand anderers? Christian Lindner wäre der Königsmacher geworden und wäre vielleicht Vizekanzler. Auch die Grünen mit Anton Hofreiter, Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir wären in der Regierung. Baerbock und Habeck säßen wohl noch in der zweiten Reihe. Aber Frank Walter Steinmeier hat dann doch Martin Schulz überredet eine neue Groko zu bilden. Als Schulz auch noch daran teilnehmen wollte war sein ende besiegelt. Ob es so auch in Österreich kommt?

      NannyOgg wrote:

      Joa...das sagten unsere Schüler auch, bis unser Syrer ihnen erklärt hat, was es mit diesem Kürzel auf sich hat ;)

      @SuSansa @Narannia



      Falls ihr doch noch mal was zu Die PARTEI wissen wollt. Bei dem Interview bricht Sonneborn ein klein wenig aus seinem üblichen Stil aus und zwischen den Zeilen sieht man dann doch recht gut, war er im EU Parlament so treibt. Es geht ein bisschen länger, lohnt sich aber.


      Danke für das Video.

      Fand es auch gut, wie die Partei veranlasst hat, dass die Videos von der CDU offline gehen mussten. Also sozusagen mit den eigenen Waffen geschlagen :D
      “When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.”

      George R.R. Martin,
      A Game of Thrones

      Jaehaerys wrote:


      Finde solche Aussagen gewagt, wenn man sich nicht wirklich persönlich mit der Thematik auseinandergesetzt hat. Ich sehe das prinzipiell ja eigentlich ähnlich (ist vielleicht auch ein Fehler und zu sehr denken in Stereotypen) was Youtube-Informationen betrifft. Der Rezo ist auch deutlich zu hipp und jung für mich, wenn ich jemanden "Digga" sagen höre, krieg ich innerlich die Krise.


      Es ist auch sehr inkonsistent mit meiner üblichen Einstellung, über das Video zu urteilen ohne es mir im Original angeguckt zu haben. Würde ich auch nicht tun, wenn es nicht offensichtlich einen enormen Impact hat und ich nicht aus so vielen verschiedenen Sekundärquellen (sowohl Artikel, als auch kompetente Freunde) darüber Infos bekommen hätte. Na ja, wenns entmonetarisiert ist werde ich mir noch ein paar Ausschnitte ansehen.
      Mich hat die Problematik aber damals schon bei LeFloid genervt. Der hat auch ohne Ende "junge Menschen" für Politik interessiert, aber dummerweise hat der Großteil davon einfach nachgeplappert, was er in seinen Kurzvideos erzählt hat. Das Format, indem solche Videos gedreht sind an sich widerstrebt mir schon, da die Informationen dort in einer Weise und Frequenz zusammengepackt sind, dass kritisches Nachdenken oder Zusammenhänge begreifen unmöglich wird.

      Desweiteren betreiben auch Qualitätsmedien Meinungsmache je nach politischer Gesinnung, was solange es nicht in Propaganda übergeht und die Aussagen mit Belegen gedeckt sind ja m.E. in einem demokratischen System in Ordnung ist. Es sagt auch niemand etwas dagegen, wenn z.B. Stiftungen oder Verbände sich dafür aussprechen nicht die AFD zu wählen. Es wird ganz gefährlich, wenn man in einer Demokratie damit anfängt da je nach Partei unterschiedliche Maßstäbe anzusetzen.


      Na ja ein Qualitätsartikel, etwa zum Thema Ungleichheit, sähe in meinen Augen so aus, dass sich entweder eine spezifische Studie herausgenommen wird und diese grob auf Stärken und Schwächen abgeklopft wird oder ein Interviewpartner kritisch befragt wird. Eine größere Reportage sollte dann schon verschiedene Meinungen abbilden. Das das häufig nicht der Fall ist geschenkt, allerdings würde ein einzelner Artikel natürlich auch niemals den Impact erzielen, den so ein Video erzielt.
      Und die Aufrufe AfD nicht zu wählen finde ich je nach Institution durchaus problematisch.

      Der demokratische Diskurs sollte niemals durch Verbote, sondern immer durch Argumente, bestimmt werden.


      Klar, der Diskurs wird allerdings auch verzerrt, wenn sich ein Teil der Diskutanten an bestimmte Grundregeln hält und ein Teil nicht. Hat man ja auch an der AfD gesehen, nur sowas ist schnell wieder vergessen, wenn Leute, die man gefühlt auf der "richtigen" Seite verortet sich ähnlicher Methodiken
      bedienen.

      Antidemokratisch ist daran auf jeden Fall gar nichts. Aus welcher deiner Literaturquellen hast du diese Information? Interessiert mich ernsthaft.


      nzz.ch/international/ein-hyper…e-cdu-in-panik-ld.1483832
      Der NZZ-Artikel macht hier einen Punkt, den man generell an der aktuellen Klimabewegung kritisieren muss. Und auch an dem Politikverständnis vieler "junger Leute".

      Jaehaerys wrote:

      Ich denke wenn das Manipulation war, besteht unsere Presselandschaft und vor allem die Politik auch ausschließlich aus Manipulation.
      Der Großteil besteht ja auch aus Manipulation, vor allem die Presselandschaft beseht fast nur aus Grünen/SPD und nein das ist jetzt keine Verschwörungstheorie sondern Fakt.
      de.statista.com/statistik/date…rnalisten-in-deutschland/
      Deshalb entstehen auch angebliche Hetzjagden, die auf ein Video auf bauen.
      Ob einfacher Bauer,Soldat,Fürst oder einer der die wir einst Götter nannten. Wir alle machen immer wieder die selben Fehler. Sich in Sicherheit zu wiegen, ist töricht, denn wir sind nicht mehr als Sklaven. Sklaven eines Musters, dessen Natur wir noch nicht ansatzweise verstanden haben und das eines Tages unser aller Fall seien wird. Es ist ein ewiger Kreislauf. Immer die gleichen Konflickte, immer die gleichen Persönlichkeiten. Das Echo der Vergangenheit, ist das Gesetz unserer Gegenwart.


      @Rory2016


      Genauso hätte es bei uns aussehen können ;)

      @SuSansa

      Gerne! ;)
      Solche Dinge sind es, wofür ich sie wähle. Man kann getrost davon ausgehen, dass sie nie 20% erreichen werden, aber das ist ja auch gar nicht ihre Intention. Sie sind eine Partei für Protestwähler, so einer bin ich auch. Jetzt kann man natürlich sagen, da gibt es ja auch noch genug andere Kleinstparteien, aber die beschränken sich meist wirklich auf einige wenige Themen und oft habe ich nicht den Eindruck, das sie das große Ganze wirklich überblicken, dem Sonneborn traue ich das durchaus zu.

      edit

      Für unsere Jugend würde ich mir mehr Gregor Gysis wünschen, der ihnen auf verständliche Weise erklärt was abläuft.




      Ein Witz kann eine Idee unter der Tür durchschieben, während die Ernsthaftigkeit immer noch dagegen hämmert. Terry Pratchett
      Das ist halt das Mantra von Rechts. Die Frage ist aber, ob sich das am Ende auf die Berichterstattung auswirkt. uebermedien.de/35884/journalis…fuer-linken-journalismus/
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      "There are ghosts everywhere. We carry them with us wherever we go." - Jorah Mormont

      NannyOgg wrote:

      Falls ihr doch noch mal was zu Die PARTEI wissen wollt. Bei dem Interview bricht Sonneborn ein klein wenig aus seinem üblichen Stil aus und zwischen den Zeilen sieht man dann doch recht gut, war er im EU Parlament so treibt. Es geht ein bisschen länger, lohnt sich aber.

      Danke! Werde ich mir heute abend ansehen.

      Jaehaerys wrote:

      Ich bin kein Fan von dem und kenne den abgesehen von dem Video auch nicht, aber er hat es offensichtlich geschafft (oder dazu beigetragen), dass Politikinteresse der Jugend etwas zu erhöhen und das ist m.E. eine SEHR gute Sache. Für die CDU halt gegenbenfalls nicht, ist nicht ihre Wählergruppe .. da kann man schon verstehen, dass es denen besser gefallen würde, wenn die mal alle schön Nichtwähler bleiben.

      Geht mir auch so. Ich habe mir das Video angesehen. Und ich finde es grundsätzlich eine gute Sache ... jetzt mal ganz davon ab, wie gut es recherchiert ist. Es hat viele Jugendliche erreicht. Und da waren bestimmt auch etliche dabei, die das Ganze hinterfragt haben und sich noch weiter informiert haben. Ich finde das wichtig. Und ich finde es furchtbar, wenn eine AKK nun daher kommt, und solche Videos in Zukunft vor Wahlen verbieten möchte. Was ist denn das für ein Signal?

      Grunkins wrote:

      Mich hat die Problematik aber damals schon bei LeFloid genervt. Der hat auch ohne Ende "junge Menschen" für Politik interessiert, aber dummerweise hat der Großteil davon einfach nachgeplappert, was er in seinen Kurzvideos erzählt hat. Das Format, indem solche Videos gedreht sind an sich widerstrebt mir schon, da die Informationen dort in einer Weise und Frequenz zusammengepackt sind, dass kritisches Nachdenken oder Zusammenhänge begreifen unmöglich wird.

      Ich traue einem Teil der Zuschauer durchaus zu, dass sie solche Videos auch hinterfragen. Wenn sie sich schon mal ein politisch motiviertes Video ansehen, dann setze ich ein gewisses Grundinteresse oder eine Neugier voraus, die dazu führen kann, dass man sich vielleicht im Nachgang etwas intensiver mit der Thematik beschäftigt.
      Ich glaube, dass das ein unüberlegter Schnellschuss von AKK gewesen ist, mit ihrer Aussage sowas verbieten zu wollen, aus der Unsicherheit und Angst heraus, weil sie einfach keinen Plan haben, wie sie darauf reagieren sollen. Die CDU spricht die Sprache der Jugend nicht und offensichtlich ist sie auch nicht bereit dieses zu ändern.
      Ein Witz kann eine Idee unter der Tür durchschieben, während die Ernsthaftigkeit immer noch dagegen hämmert. Terry Pratchett

      NannyOgg wrote:

      Für unsere Jugend würde ich mir mehr Gregor Gysis wünschen, der ihnen auf verständliche Weise erklärt was abläuft.
      Wohl wahr. Gysi war sogar geradezu prophetisch.

      "Gregor Gysi spricht am 23. April 1998 im Bundestag in der Debatte zur Euro-Einführung. Schon damals skizzierte er in großer Klarheit, welche Folgen der eingeschlagene Weg (ohne die elementaren Voraussetzungen dafür zu schaffen) für Europa haben werde. Er sollte Recht behalten."

      eine Kostprobe ...

      Post was edited 1 time, last by “Ser Durne” ().

      Grunkins wrote:



      Es ist auch sehr inkonsistent mit meiner üblichen Einstellung, über das Video zu urteilen ohne es mir im Original angeguckt zu haben. Würde ich auch nicht tun, wenn es nicht offensichtlich einen enormen Impact hat und ich nicht aus so vielen verschiedenen Sekundärquellen (sowohl Artikel, als auch kompetente Freunde) darüber Infos bekommen hätte. Na ja, wenns entmonetarisiert ist werde ich mir noch ein paar Ausschnitte ansehen.
      Mich hat die Problematik aber damals schon bei LeFloid genervt. Der hat auch ohne Ende "junge Menschen" für Politik interessiert, aber dummerweise hat der Großteil davon einfach nachgeplappert, was er in seinen Kurzvideos erzählt hat. Das Format, indem solche Videos gedreht sind an sich widerstrebt mir schon, da die Informationen dort in einer Weise und Frequenz zusammengepackt sind, dass kritisches Nachdenken oder Zusammenhänge begreifen unmöglich wird.


      Tendenziell sehe ich das auch eher gegenteilig auch wenn ich die LeFloid-Geschichte auch nicht ernst nehmen konnte. Aber deren "Content" ist halt eigentlich auch ausschließlich für bis dato Politikuninteressierte Leute, die von sowas dann im ersten mal in ihrem Leben für politische Themen wachgerüttelt werden (LeFloid war ja eher einschläfernd).
      Das die dann vor allem zu Beginn erst mal nur gehörtes nachplappern (da es sie überzeugt hat und für sie Sinn macht) ist demzufolge wenig überraschend, aber m.E. nichts anderes als wenn man vom charismatischem CDU/SPD/Wasauchimmer-Ortsvorstand überzeugt wird.

      Oder wenn man von der Fraktionspitze mitgeteilt bekommt, wie man im Parlament abzustimmen hat, ich kann mich noch mit Grauen an die Aussagen unserer absolut unkritischen Parlamentarier erinnern als die vor der ESM-Abstimmung im Bundestag dazu befragt wurden. Der Großteil war weder bzgl. der Summen noch der juristischen Grundlagen informiert. Wenn man jetzt von Leuten im öffentlichen politischen Diskurs detaillgenauere und feiner ausgearbeitet Aussagen als von unseren Parlamentarieren erwartet, erstickt man diesen komplett.

      Es liegt dann natürlich an einem selber inwiefern man das als Startschuss nutzt um sich zukünftig auch anderweitig politisch zu informieren und eigene Meinungen zu bilden, aber in jedem Fall ist es m.E. besser als Fortnite (oder von mir aus auch Game of Thrones :P) 95% der Gehirnkapazitäten beanspruchen zu lassen. Es ist offensichtlich eine Möglichkeit junge Menschen dazu zu bringen sich im öffentlichen Diskurs einzubringen bzw. sich überhaupt dafür zu interessieren.


      Na ja ein Qualitätsartikel, etwa zum Thema Ungleichheit, sähe in meinen Augen so aus, dass sich entweder eine spezifische Studie herausgenommen wird und diese grob auf Stärken und Schwächen abgeklopft wird oder ein Interviewpartner kritisch befragt wird. Eine größere Reportage sollte dann schon verschiedene Meinungen abbilden. Das das häufig nicht der Fall ist geschenkt, allerdings würde ein einzelner Artikel natürlich auch niemals den Impact erzielen, den so ein Video erzielt.
      Und die Aufrufe AfD nicht zu wählen finde ich je nach Institution durchaus problematisch.


      Ja Artikel dieser Qualität sind wünschenswert, gleichzeitig aber mangelware, zumindest in überregionalen Zeitungen. Ich habe immer wieder Zeitungen unterschiedlichster politischer Richtung abonniert (z.B. FAZ und Sueddeutsche), die in Deutschland m.E. eher zu den gehobeneren Medien zählen und auch dort findet man ausgearbeitete Artikel wie von dir beschrieben eher selten. In 90% der Fälle ist es doch eher so, dass der Autor eine Meinung hat und krampfhaft versucht diese zu belegen (wie du ja auch schreibst).

      Aber solche Ansprüche dann an "Kinder", die Youtube-Politik-Videos erstellen zu stellen, finde ich etwas übertrieben, wenn schon unsere hochdekorierte und akademisch versierte Journalistengemeinschaft nicht dazu in der Lage/willens ist. Und natürlich ist das abklopfen von Studien auch eher weniger geschaffen dafür, Leute für etwas zu begeistern.


      Klar, der Diskurs wird allerdings auch verzerrt, wenn sich ein Teil der Diskutanten an bestimmte Grundregeln hält und ein Teil nicht. Hat man ja auch an der AfD gesehen, nur sowas ist schnell wieder vergessen, wenn Leute, die man gefühlt auf der "richtigen" Seite verortet sich ähnlicher Methodiken
      bedienen.



      nzz.ch/international/ein-hyper…e-cdu-in-panik-ld.1483832
      Der NZZ-Artikel macht hier einen Punkt, den man generell an der aktuellen Klimabewegung kritisieren muss. Und auch an dem Politikverständnis vieler "junger Leute".


      Den Punkt verstehe ich nicht unbedingt, m.E. ist das alles vom Art. 5 GG gedeckt. Ich kann mich auch noch gut an die riesige Künstlergemeinschaft erinnern die (vor der letzten Bundestagswahl?) dazu aufgerufen haben, die AFD nicht zu wählen. Solange entsprechende Verbände/Stiftungen/Personen nicht von öffentlichen Geldern (Hallo ihr öffentlich-rechtlichen) finanziert werden, sehe ich darin kein Problem. Welche Grundregeln werden verletzt? Populismus betreiben sie alle (die Parteien) nur wird irgendwie in "guten" und "bösen" Populismus unterteilt je nach politischer Ansicht.

      Um noch kurz auf den betreffenden Absatz im Artikel einzugehen (dies ist kein Zitat von Grunkins, sondern von der NZZ, ich weiss aber leider nicht wie ich das richtig formatiere):


      Tatsachen wäre ein Hinweis auf Rezos fundamental unpolitische, ja antidemokratische Herangehensweise gewesen: Ginge es nach ihm, müsste man nur zur Kenntnis nehmen, was richtig ist, und entsprechend handeln. Tatsächlich aber ist Politik immer auch ein Ausgleich zwischen unterschiedlichen, nicht selten widerstreitenden Interessen


      Das ist doch völliger Quatsch und kommt für mich auch eher aus der Richtung Meinungsmache, inwiefern sollten bitte Privatpersonen dazu verpflichtet sein, ihre politischen Ansichten erst koalitionsfähig auszuarbeiten? Er stellt allgemeine Forderungen, die seiner politischen Denkrichtung entsprechen und ist nicht Teil der deutschen Regierung, die sich mit ihrem Koalitionspartner einigen muss. Vielleicht ist den Schweizern auch einfach nicht bewusst wie verschlafen unser öffentlicher, politischer Diskurs in Deutschland ist.

      Dazu wird ja auch die SPD stark angegriffen, die größtenteils der Koalitionspartner der CDU war. Und manche Dinge sind ja wirklich simpel, wo ist es im Interesse Deutschlands (oder der CDU oder der SPD), wenn hier amerikanische Atombomben stehen? Inwiefern hilft es uns, wenn von Rammstein aus die Drohnenkriege gesteuert werden und wir so tun, als würde dies nicht passieren?

      Einfach zwei weitere Punkte von ihm, der CDU und auch der SPD steht es frei zu erläutern inwiefern uns das (geostrategisch, wirtschaftlich, moralisch) weiterhilft und warum es für sie Okay ist, wenn es wirklich an den gegenseitigen Regierungsinteressen gelegen haben sollte. "Wir sind den USA gegenüber lieber devot und verteidigen deren Interessen moralischer als es die USA selber tun" - kommt aber wahrscheinlich beim Wähler nicht so gut an.

      Ich komme mal lieber zum Ende, danke für den Link und fühl dich bitte nicht zu sehr verpflichtet jetzt detailliert auf alles einzugehen, ich diskutiere manchmal auch (zu) gerne. Alles in allem kann ich deine Denkrichtung auch wenn es vllt. nicht so wirkt, durchaus nachvollziehen und habe auch Sympathien dafür. Bzw. auch allgemein sind unsere Ansichten gar nicht so weit auseinander wie die Masse an Text, die ich jetzt fabriziert habe, suggerieren könnte.

      @Farfrelsen Die Grünen haben es dann ja anscheinend geschafft mit ihrem Marsch durch die Institutionen. Inwiefern jetzt die persönliche politische Richtung der einzelnen Journalisten die politischen Ansichten von Zeitungen wiederspiegeln, ist allerdings fraglich. Da gibt es noch Chefredakteure und vor allem die Eigentümer der entsprechenden Medienhäuser und zumindest bei letzteren, habe ich so meine Zweifel, dass dies jetzt größtenteil Grüne sind. Abgesehen davon, dass die deutschen Grünen für mich auch keine linke Partei (mehr) sind.

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      @Ser Durne
      Zu dem Thema hat er sich bei Jung & Naiv geäußert, jetzt, Jahrzente später kann man sagen, mit wirklich guten Ausführungen. Was ich besonders an ihm schätze ist, dass er auch ganz klar sagt, was eben nicht geht, auch wenn es seiner Überzeugung widerspricht. Von seinem Kaliber gibt es viel zu wenige.
      Ein Witz kann eine Idee unter der Tür durchschieben, während die Ernsthaftigkeit immer noch dagegen hämmert. Terry Pratchett

      Post was edited 1 time, last by “NannyOgg” ().

      Ich habe das Laschet-Zitat etwas vorschnell zum Zitat des Jahres gekürt. Er hat sich nämlich selbst nochmal unterboten:

      Auch wenn man jetzt das Klimagesetz beschließe, werde das am nächsten heißen Sommer nichts ändern, argumentierte Laschet."

      Und dann wollen mir irgendwelche Leute erklären, die PARTEI wäre die Spaßpartei in Deutschland?


      Zu "Rezo ja lol ey":
      Ich hab das Video auch nicht gesehen, mir aber die diversen Korrekturarbeiten des Videos in verschiedenen deutschen Leitmedien zu Gemüte geführt. Wenn die vorgebrachten Kritikpunkte tatsächlich die größten Schwachpunkte seiner Tirade sind, dann hat er offenbar eine fundiertere und belastbarere Analyse zustande gebracht, als der durchschnittliche Spiegel-, Focus-, Welt-, Zeit- usw.-Redakteur.
      Und im Vergleich zu gefühlt 90% aller Artikel, die ich selbst auf seriösen Nachrichtenportalen wie Zeit oder Süddeutsche lese, hat er seine Quellen verlinkt und seine Behauptungen damit überhaupt erst überprüfbar gemacht. Wie ist denn die Manipulativität (laut Google gibt es dieses Wort noch nicht. Ich habe es also grade erfunden!) von Rezo ja lol ey im Vergleich zu Debattenbeiträgen zu bewerten, die ihre Quellen verschweigen?

      Natürlich wird ein Großteil seiner Fans diese eigene Überprüfung nicht durchführen und ihm blind nachplappern. Aber wer überprüft denn detailliert jeden Zeitungsartikel oder Fernsehbeiträgen, die er konsumiert? Sind das mehr oder weniger als bei "Rezo ja lol ey"? Und ab welcher Quote ist ein Debattenbeitrag akzeptabel und nicht mehr "anti-demokratisch"?
      Warum werden einem youtuber(!) plötzlich viel höhere Maßstäbe angelegt, als an alle anderen Medien?

      Tjo, wirklich demaskierend aber irgendwie auch ehrlich und traurig- bezeichnend, auch hier das es keine positive Vorstellung gibt, was erreicht werden soll, sondern nur Ängste (auch etwas was teilw. an FfF/Greta von manchen links-emanzipatoischen Kreisen kritisiert wird).

      Das zeigt nicht nur, daß (nicht nur) die CDU ganz bewußt die Ängste der Bevölkerung instrumentalisiert, sondern auch, daß Politik inzwischen pures Marketing geworden ist. Es geht nicht mehr darum, echte bestehende Probleme zu erkennen und echte Lösungen anzubieten, sondern nur noch darum, die vorherrschenden Stimmungen zu erkennen, zu beeinflussen und in Marktanteile umzuwandeln. Kein Wunder, daß wir in allen wichtigen Punkten seit gefühlten Jahrzehnten nur noch auf der Stelle treten.
      Mainstream commercial nihilism can't be trusted?!