Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2020

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      Und Gillibrand ist schon wieder weg. War mir diesmal gar nicht so sicher, wen ich als Ersatz in die Umfrage packe, da unter den Demokraten kein anderer Name mehr wirklich groß ist. Habe an Howard Schultz oder Joe Walsh gedacht, mich aber dann für jemanden entschieden, der hier bereits Fans hat. Ace Watkins.
      “I walked away from the Last Great Time War, I marked the passing of the Timelords, I saw the birth of the universe and I watched as time ran out, moment by moment until nothing remained – no time, no space, just ME! I walked in universes where the laws of physics were devised by the mind of a mad man! And I watched universes freeze and creations burn, I have seen things you wouldn’t believe, I have lost things you will never understand!"
      -The Doctor
      Irgendwie das erste Mal, dass ich bereits vor der ersten Vorwahl das Interesse so ziemlich verloren habe. In gut einer Woche (3. Februar) geht's also los und irgendein uralter Sack wird wohl gewinnen. Alle jüngeren Kandidaten haben nie wirklich das Geld zusammenbekommen, um im großen Umfang bzw. am "Boden" (Ground Game halt) Wahlkampf zu machen. Buttigieg hat das Gegenteil gemacht und sich zum kantenlosen Mittekandidaten hochstilisiert. So bekam er zwar das Geld, um (als junge Biden-Alternative) noch dabei zu sein, hat aber überhaupt kein besonderes Profil mehr. Warren hat zehn Monate wirklich gute Arbeit gemacht, aber als sie im Herbst sogar zur Favoritin aufstieg, wurde sie zwischen den beiden demokratischen Flügeln aufgerieben. Schade, sie hätte zumindest die demokratische Partei versöhnen können und das wäre eigentlich der erste wichtige Schritt. So haben wir halt wahrscheinlich den gleichen Unsinn wie bereits vor vier Jahren.

      Die Odds sehen momentan so aus:
      38 % Biden
      26 % Sanders
      17 % Keiner
      11 % Warren
      8 % Buttigieg
      0,5 % einer der restlichen Kandidaten

      Quelle: projects.fivethirtyeight.com/2…-forecast/?ex_cid=rrpromo

      Auf der einen Seite haben wir also mit Joe Biden einen Gehard Schröder der Dems, der im Übrigen auch älter als Gerhard Schröder ist. Und als Tony Blair und dessen Vorgänger John Major. Oder als Bill Clinton, Al Gore und W. Bush. Oder als Frank Beckenbauer, Udo Lindenberg und Janis Joplin (RiP). Abgesehen, dass Biden eben nicht für eine andere Politik als die neoliberalen Dems der nach 90er steht, merkt man ihm inzwischen sein Alter einfach schon viel zu sehr an. Kaum eine längere Antwort, in der er keinen Versprecher hat. Und es geht hier nach dem Wahlkampf um die Präsidentschaft von 2021 bis (hoffentlich) 2029. Also um die nächsten neun Jahre. Auf der anderen Seite steht dann halt Bernie, der nochmal knapp älter ist (im Herbst einen kleinen Herzinfarkt hatte) und eigentlich kein Demokrat ist (er tritt im Wahlkampf nur immer der Partei bei). Egal, ob man seine Unabhängigkeit nun gut oder schlecht findet, die Partei würde im Wahlkampf halt nur halbherzig für ihn laufen. Gleichzeitig kommt auch schon wieder das "Bernie or bust" in die andere Richtung. Sprich die Progressiven werden Biden nicht mehr unterstützen als Hillary vor vier Jahren. Dafür sind die Gräben inzwischen einfach zu groß.

      Am Ende wird im Herbst der Senat leider sowieso rot bleiben und damit wird dann kein Demokrat große Sprünge machen können. Insofern lustig, wenn man sich zB die momentanen Streitereien der Kandidaten über Details bei der Krankenversicherung anhört. ZB die Kritik an Warren wegen kleinerer Abschwächungen gegenüber Bernies Plänen. Es wird sowieso nichts davon umgesetzt werden können. Nichts davon wird durch den Senat kommen. Nichtmal Biden sehr konservative Vorschläge, werden eine echte Chance haben. Und seine Pläne sind im Prinzip die gleichen, wie Obamas ursprünglicher Ansatz, der aber vor zehn Jahren trotz einer 60 % Mehrheit an blauen Senatoren im Senat nicht durchging. Konservative Demokraten wie Joe Lieberman haben damals wesentliche Punkte verhindert.
      What's with all these awards? They're always giving out awards. Best Fascist Dictator: Adolf Hitler.

      Post was edited 1 time, last by “Moebius” ().

      So, Delaney ist raus. Ich habe dafür Deval Patrick eingefügt.

      Kaum zu glauben, dass wir immer noch genug haben, um die 20 Antwort-Optionen auszufüllen.

      Und Iowa fängt heute an. Sanders führt in Umfragen, aber wenn ich die Iowa-Regeln richtig verstanden habe(was ich bezweifle), können die Wähler von den kleineren Kandidaten heute alle noch an nen anderen Kandidaten gehen? Also könnten bsw. Klobuchars Wähler mit ihren ca. 10% zu Biden mit seinen ca. 20% gehen und Sanders ca. 24% überholen?
      Iowa wird schön langsam zu einer echten Peinlichkeit.

      Ich bezweifle zwar im Gegensatz zu so manchen hysterischen Kommentator, dass dieses App-Desaster jetzt gleich die Dems bei den Wahlen chancenlos macht, aber ein guter Vorwahlkampfstart sieht definitiv anders aus.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Es ist halt schade, dass sich am Ende wahrscbeinlich mit Donalds Twitter-Wahn mehr auf irgendwelche Umstände konzentriert wird, als auf die Inhalte, die die Kandidaten angesprochen haben. Aber du hast Recht, ein guter Vorwahkampfstart sieht anders aus. :(
      "[…] Ich wünschte, all das wäre nie passiert …" "Das tun alle, die solche Zeiten erleben, aber es liegt nicht in ihrer Macht, das zu entscheiden … Du musst nur entscheiden, was du mit der Zeit anfangen willst, die dir gegeben ist." (J.R.R. Tolkien, Frodo und Gandalf)
      Während ich spätnächtlich noch auf ein Endergebnis warte - 62 % ausgezählte Stimmen fast einen Tag nach Wahlschluss sind einfach nur noch abartig peinlich - der Politgag zum Tag:

      The formerly as Iowa known Appghanistan...
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Übrigens das Update für die "Odds" nach Iowa ist ganz interessant:

      Sanders von 29 % auf 49 % Siegeschance
      Keiner von 17 % auf 23 % Und eine Brokered Convention würde irgendwie am Besten zu den derzeitigen Demokraten passen.
      Biden von 38 % auf 17 % Zumal er spätestens nach Iowa auch ein großes Geldproblem bekommt.
      Warren von 11 % auf 8 %
      Buttigieg von 8 % auf 3 %
      und nur noch 0,4 % für die restlichen Kandidaten

      projects.fivethirtyeight.com/2…-forecast/?ex_cid=rrpromo

      South Carolina sollte man abwarten, aber Biden dürfte im Duell der alten Säcke schneller untergehen als gedacht.
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      Es ist nicht uninteressant, dass Buttigiegs Chancen jetzt als merklich geschwunden angesehen werden?

      Bloomberg, so er einsteigt, wird sicher interessant. Normalerweise würde mich das Duell zweier alter reicher Säcke ja eher kalt lassen, aber jeder Präsident, der nicht Trump heißt, kann schon mal keine Verschlechterung darstellen.
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      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Bloomberg ist doch schon länger fix dabei. Nur halt erst ab dem Super Tuesday Anfang März auf den Stimmzetteln. Außerdem gibt er bereits fleißig seine angekündigte Milliarde an Wahlwerbung aus (zB auch sein Superbowl-Spot).

      Und naja, Iowa ist einer der - im Normalfall - wenigen Staaten, der Buttigieg liegt und wo er auch überdurchschnittlich viel investiert hat. Und es geht ja darum, am Ende über die Hälfte der Delegierten hinter sich zu haben. Und hier schaut es so aus, als gäbe es nach dem Biden-Debakel nur noch für Sanders einen klaren Weg. Buttigieg hat zB ein großes Problem bei den Schwarzen. Da ist er in der Wählergunst bisher so bei 0-2 %. Das funktioniert in Iowa, aber in den meisten anderen bzw. in den wichtigen Staaten nicht.
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      Immer noch ein bisschen surreal (in einem, zumindest für mich, durchaus guten Sinne), dass Sanders wirklich der nächste Präsident der Vereinigten Staaten sein könnte. Wird es am Ende tatsächlich passieren?
      “I walked away from the Last Great Time War, I marked the passing of the Timelords, I saw the birth of the universe and I watched as time ran out, moment by moment until nothing remained – no time, no space, just ME! I walked in universes where the laws of physics were devised by the mind of a mad man! And I watched universes freeze and creations burn, I have seen things you wouldn’t believe, I have lost things you will never understand!"
      -The Doctor

      Post was edited 1 time, last by “LordTywin” ().

      ssnake wrote:

      Bloomberg, so er einsteigt, wird sicher interessant. Normalerweise würde mich das Duell zweier alter reicher Säcke ja eher kalt lassen, aber jeder Präsident, der nicht Trump heißt, kann schon mal keine Verschlechterung darstellen.


      Technisch wahr, aber ich werde trotzdem traurig, wenn ich mich über Präsident Bloomberg freuen soll.