Bundestagswahl 2021 - ehemals 2017

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      Grunkins wrote:


      Aus den letzten Wochen mit den unsagbar dämlichen (auch wenn ich vermute, außerhalb von Twitter eher geringfügig aufgenommenen) Kampagnen gegen Baerbock, dieser fürchterlichen Maaßen-Personalie und dem Getue von Giffey (gut das das nicht den Bundestagswahlkampf betrifft) lassen ja eher unschöne Erwartungen an den Wahlkampf aufkommen. Vielleicht werden die nervigsten Klopper aber auch jetzt schon abgefrühstückt (haha).


      Cethleann wrote:


      Ich krieg das auch nur über Reddit mit, aber es sind wohl solche Sachen wie "Sie will als Namensquote jedem 10. deutschen Kind nen muslimischem Namen aufzwingen" und überhaupt Flugzeuge, Eigentumswohnungen und anderes Zeug verbieten.


      Tatsächlich meinte ich damit eher diese dämlich-deutsche Juristendiskussion, ob man sich mit einem Master aber ohne deutschen Volljuristen-Status als Völkerrechtlerin bezeichnen darf. "Dämlich" war also wörtlich gemeint, nicht im Sinne von "superdramatisch" oder so.

      Inzwischen bin ich aber einigermaßen entgeistert von dem Grünen-Wahlkampfmanagement. Nichts von den Skandälchen finde ich wirklich schlimm, aber das Baerbocks Leute zu einem Zeitpunkt, als ihre Kandidatur bereits sehr wahrscheinlich war, sich nicht die Mühe gemacht haben, Lebenslauf und Nebeneinkünfte wasserdicht zu machen. Und das dieses Buch so schlecht zusammengeschrieben wurde (klar das Genre ist sowieso überflüssig wie ein Kropf) finde ich ebenfalls bemerkenswert. Das viele von den Grünen jetzt so tun, als hätten sie es bei diesen (sicher überbewerteten, aber faktenbasierten) Dingen mit trumpesken Kampagnen nach amerikanischen Vorbild zu tun ist peinlich und lächerlich. Von (nicht ganz unwichtigen) grünen Leuten war auf Twitter teilweise auch schon von "rechtsextremer Kampagne" die Rede.

      Die mangelnde Erfahrung jenseits der eigenen Partei und Fraktion ist vielleicht doch nicht soo irrelevant, wie manche meinen.

      Post was edited 1 time, last by “Grunkins” ().

      Naja, diese "Plagiats-Vorwürfe" zeigen aber meiner Meinung auch genauso, dass man sich offenbar wirklich bedroht fühlt und deshalb nach jedem Krümel sucht um Partei und Kandidatin anzuschwärzen. So oder so, das Ziel wurde erreicht, der Grünen-Wahlkampf ist quasi gelaufen.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

      el_drogo wrote:

      Naja, diese "Plagiats-Vorwürfe" zeigen aber meiner Meinung auch genauso, dass man sich offenbar wirklich bedroht fühlt und deshalb nach jedem Krümel sucht um Partei und Kandidatin anzuschwärzen. So oder so, das Ziel wurde erreicht, der Grünen-Wahlkampf ist quasi gelaufen.


      Also ein paar Basic checken, wie einen im Internet einsehbaren Lebenslauf oder ein extra fürs Wahljahr auf den Markt geschmissenes Buch, finde ich nicht sonderlich "krümelig". Das finde ich verhältnismäßig normal für einen Wahlkampf. Plagiatsprüfungen sind technisch auch nicht mehr wirklich aufwendig und nach den ganzen Plagiaten bei Politikerdissertationen auch erwartbar. Gerade vor dem Hintergrund verstehe ich nicht, wie einem sowas unterlaufen kann, wenn man das Kanzleramt schon im Blick hat. Würde mal vermuten, dass der "Koautor" es sich leicht gemacht hat und Baerbock keine Mitarbeiterkapazitäten frei hatte, um ihm auf die Finger zu schauen.

      So oder so sollte man sich aber doch auf so etwas vorbereiten, wenn man eine realistische Chance sieht, die Bundeskanzlerin zu stellen.
      Ich finde auch, dass man mehr Augenmerk auf die Korrektheit hätte legen müssen. Was mich stört ist, dass sich viele der Medien jetzt darauf einschießen. Das wäre ja verständlich wenn Frau Baerbock die einzige wäre, die Mist gebaut hat, aber dem ist ja nicht so. Der "Plagiatsjäger" hat der Zeit ein Interview gegeben indem er genau das gefragt wird. Warum nur A.B.? Sinngemäss sagt er da, er habe eben nicht mehr Kapazitäten und da konzentriere er sich eben auf sie. Das hat schon ein Geschmäckle. Der Schaden ist angerichtet, nun kann Laschet auch ganz großzügig darauf hinweisen dass man doch bitte wieder auf Inhalte zurückkommen solle. :ill:
      "Let me tell you something about wolves, child. When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies, but the pack survives." -Eddard Stark
      Zum Plagiatsjäger sei zu sagen, dass der in Österreich davor eine konservative Ministerin aus dem Amt gejagt hat.

      Ich würde dem nicht unbedingt Parteilichkeit unterstellen.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Wenn der erste Kommentar unter dem Artikel stimmen sollte, aber vielleicht Misogynie.

      tagesspiegel.de/politik/stefan…uerfe-macht/27375816.html
      saechsische.de/plus/der-streit…-doktortitel-2777422.html

      Was mich selbst betrifft hoffe ich, dass ich nicht allzu zynisch klinge, aber mich hat der blauäugige Umgang der Grünen mit den Problemen mehr gestört als die Probleme selbst.
      Gegen eine Regierungspartei prasseln tagtäglich wie gegen die Erdatmosphäre 24213412 Meteoriten die Sekunde ein. Da muss eine Abwehr stehen, die sie alle pulverisiert bevor etwas Schlimmes passieren kann. Da kommen noch ernstzunehmendere und deutlich besser bewaffnete Gegner als die bisherigen.

      Edit:
      Gnarf.Links.Gnarf.


      I have been despised by better men than you.

      Post was edited 5 times, last by “Maegwin” ().

      Hat kein pazifistisches Blumenkind Lust in Kabul ein bisschen für Frieden auf- und ab zu demonstrieren?
      Ich wünschte, es gäbe mal vier Wochen am Stück in denen ich nicht das Gefühl hätte, dass wir außenpoltisch auf voller Linie versagen.
      I have been despised by better men than you.

      Maegwin wrote:

      Hat kein pazifistisches Blumenkind Lust in Kabul ein bisschen für Frieden auf- und ab zu demonstrieren?
      Ich wünschte, es gäbe mal vier Wochen am Stück in denen ich nicht das Gefühl hätte, dass wir außenpoltisch auf voller Linie versagen.


      Jo. Und nicht nur außenpolitisch. Ich glaube mich hat, trotz Corona, trotz der präzise vorhergesagten Flutkatastrophe in unmittelbarer Nachbarschaft etc., sehr lange nichts so sehr aufgeregt wie dieses unwürdige Schauspiel bei dem man die eigenen Leute so sehr im Stich gelassen hat. Und auch hier wurde seit Monaten gewarnt (bzgl. des quasi sofortigen Zusammenbruchs des afghanischen Staats- und Militärwesen nach Abzug der int. Truppen schon seit mehr als einem Jahrzehnt). Abgesehen von dieser Schande, nach Trumps Verrat an den Kurden der zweite große Verrat an Verbündeten vor Ort in kürzester Zeit, macht es auch sonst Angst. Das ist jetzt das x-te Thema, bei dem trotz entsprechender Warnungen über Monate abgewiegelt, aufgeschoben, rumdiskutiert wurde und dann im Zeitpunkt des Geschehens elendig versucht werden muss, das Gesicht zu wahren und die letzten Reste zusammen zu kratzen.
      Ja, an die Kurden musste ich auch sofort denken. Würde ich historisch fast schon ihre als wiederkehrende Volkstragödie betrachten.
      Und die Harkis in Algerien. Die Mühen, die französische Militärs eingegangen waren um "ihre" Algerier wegen de Gaulles unverzeihlicher Ignoranz nach Frankreich zu retten hatten praktisch Railroad-Qualität.
      Ich wünschte, die Demokraten würden die verbleibenden drei Jahre nutzen um einen vernünftigen Kandidaten zu stellen. Ich hoffe nicht, dass Biden eine zweite Amtszeit erlebt. Laschet war zu diesem Thema übrigens zum ersten mal seit Monaten beinahe erträglich für mich anzuhören.
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      Maegwin wrote:

      Ich wünschte, die Demokraten würden die verbleibenden drei Jahre nutzen um einen vernünftigen Kandidaten zu stellen. Ich hoffe nicht, dass Biden eine zweite Amtszeit erlebt.


      Ich hoffe sehr, dass Biden gesundheitlich fit genug bleibt, um nochmal anzutreten. Aktuell ist er in meinen Augen der einzige weit und breit, der eine Wiederauflage von Trump verhindern kann und Derjenige, der am meisten tut um den politischen Fokus in Amerika vom Kulturkampf abzulenken. Das die USA sich als Ordnungsmacht zurückziehen und schlechte Zeiten für Falken sind, ist eine strukturelle Entwicklung, die kaum jemand wird verhindern können. Kamala Harris ist von historischer Unbeliebtheit und Irrelevanz und wird daher keine Option sein.

      ​Laschet war zu diesem Thema übrigens zum ersten mal seit Monaten beinahe erträglich für mich anzuhören.


      Tja die Wahlentscheidung wird nicht einfacher. Laschet hat sich für mich mit seinem Verhalten inzwischen als Kandidat disqualifiziert und die Union mit ihrem komplett inhaltsbefreiten Wahlkampf auch. Scholz ist trotz CumEx und Wirecard mein favorisierter Kandidat aber die SPD in dieser außen- und sicherheitspolitischen Verfassung und mit Esken und Kühnert als Taktgeber auch auf anderen Feldern erst Recht nicht. Den Grünen traue ich nicht das Führen einer Regierung zu.
      Ich wüsste nicht, wer einen Präsidenten wählen sollte, der in Rekordzeit bi-partisane Shitstorms zu den wenigen Themen eingefahren hat, bei denen sich die Amerikaner ausnahmsweise vollkommen einig waren.
      Die Art wie der Abzug abgelaufen ist, ist sowohl aus humanitärer als auch globalstrategischer Hinsicht ein Desaster und macht es somit weder Idealisten noch Realisten recht.

      Obama musste mal einen "mean tweet" über sich vorlesen, in dem es hieß er könne sich nicht einmal eine Gurkenscheibe beim Mäckes herausverhandeln. Ich habe ihn als Philanthrop immer sehr geschätzt, aber auf Grund des Ned-Stark-Syndroms nie als Politiker. Biden ist genauso unfähig, ohne Obamas Idealismus und Esprit zu haben.

      Ich stimme dir nicht zu, was die globale Rolle der USA betrifft. Nachdem es bei Afganistan ohnehin vorrangig um das "wie" und nicht "ob" geht, muss ich mich dabei allerdings nicht zwingend verbal ausbreiten.

      Zustimmung zu Harris.

      Zustimmung zu den Kanzlerkandidaten.
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      Post was edited 1 time, last by “Maegwin” ().

      Maegwin wrote:

      Ich wüsste nicht, wer einen Präsidenten wählen sollte, der in Rekordzeit bi-partisane Shitstorms zu den wenigen Themen eingefahren hat, bei denen sich die Amerikaner ausnahmsweise vollkommen einig waren.


      Worauf beziehst du das? Auf Afghanistan? Ich gehe davon aus, dass die meisten - relevanten - amerikanischen Wähler hauptsächlich aus Afghanistan rauswollen und ihnen auch das wie ziemlich egal ist.
      "Raus" ja, "egal wie" glaube ich aber nicht. 75% der Amerikaner wären ja dafür gewesen, die Truppen für den Abzug zu verstärken.
      Ich glaube aber auch nicht, dass die Reps nochmal mit Trump antreten.
      Die werden sich jemanden suchen, der für mehr Leute vertretbar und nicht 800 Jahre alt ist. Ich habe mich ein bisschen in die Kommentarspalten vertieft und der Pro-Biden-Tenor ist nach wie vor extrem stark "immer noch besser als Trump". Aber irgendwann wird das auch nicht mehr ausreichend sein, er wird eine selbstständig positive Biographie aufbauen müssen.

      Data from an Reuters-Ipsos poll showed that Biden's approval rating dropped from 53% on Friday to 46% on Tuesday -- a dip that seems directly tied to the chaos happening in Afghanistan and the President's somewhat-slow response to it.


      edition.cnn.com/2021/08/18/pol…nt-afghanistan/index.html
      reuters.com/world/us/biden-app…iban-takeover-2021-08-17/

      Das mit unseren eigenen Wahlen macht mich langsam übrigens dezent wahnsinnig.
      Wenn es den Scholz allein gäbe, hätte ich ihn schon vier mal gewählt. Aber nicht in dem Paket. Jetzt habe ich mich gestern mal in das Wahlprogramm der Grünen vertieft. Gute Güte, das liest sich wie Young Adult Fantasy.
      I have been despised by better men than you.
      Gestern mal das neue Vid von Rezo gesehen.
      Der macht das schon ganz gut.
      An meiner Haltung gegenüber CDU hat sich jetzt nix geändert, die stimmte vorher schon damit überein. Aber er hat es nochmal sehr anschaulich auf den Punkt gebracht.
      Mein Punkt hier ist, man kann das Wahlprogramm der CDU ja durchaus als positiv bewerten, wenn man das will. (ich tue es nicht)
      ABER, wenn man eine Partei wählt, deren Minister so offen für Lobbyismus und gegen den Bürger agieren, das einem der Begriff KORRUPTION schon den Schädel sprengt, und diese Minister nicht aus dem Amt entfernt werden, dann macht mit seiner Wahl ein eindeutiges Statement in Richtung zukunftsfeindliche Bananenrepublik.
      Und mit einem Laschi als Kanzler wäre dieses Statement umgestzt.
      So sehe ich das.
      Auch ich habe mit Scholz' Vergangen bei CumEx und Wirecard meine Probleme. Ebenso mit der Erfahrung aus der Causa Schröder (soll heissen, auch SPD hat schon bewiesen, dass Lobbyismus Programm ist).
      Aber ich ziehe tatsächlich in Betracht, SPD oder Grüne zu wählen, um die sichere Korruption und Zukunftsfeindlichkeit gegen eine mögliche solche auszutauschen.
      Ich gehe tatsächlich davon aus, das die kommenden zwei Legislaturperioden die letzten sind, in denen noch etwas erreicht werden kann, um die Probleme der Zukunft halbwegs in den Griff zu bekommen. Bestenfalls.
      Und hier wird die CDU NEVER EVER liefern.
      There are but two types of people in the world:
      1. Those who can extrapolate from incomplete data!
      Habe ich mir gestern auch angeguckt und fand es wieder sehr auf den Punkt. Ich beschäftige mich sicher bei weitem nicht genug mit Politik um wirklich mitreden zu können, aber die Beispiele die er bringt habe ich aller irgendwo direkt oder am Rande mitbekommen und finde das alles absolut zutreffend.
      Sehe es wie du, die CDU muss weg und durch rot/grün ersetzt werden. Scholz ist aus meiner Sicht aktuell die einzige wählbare Option für Deutschland (trotz der bitteren Beigeschmäcker).
      Bin schon gespannt auf Teil 2
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

      Maegwin wrote:

      "Raus" ja, "egal wie" glaube ich aber nicht. 75% der Amerikaner wären ja dafür gewesen, die Truppen für den Abzug zu verstärken.


      Dem Median-Demokrat wäre es sicher nicht egal. Aber die weiße Midwest-Working Class und die ethnischen Minderheiten, insbesondere Schwarze, die zwar zuverlässig Dems wählen aber die auch mobilisiert werden müssen, also den verbliebenen Wechselwählern, ist es ziemlich egal oder es wird zumindest keinen Ausschlag bei der Wahl geben. Und gegenüber gerade diesen Gruppen, ist Biden aktuell der einzige sprechfähige Kandidat. Streicht man Harris, bleiben Buttigieg (den mögen die Schwarzen nicht und wohl auch nicht zuletzt auch wegen seiner Homosexualität nicht) sowie Klobuchar und Warren, denen ich außerhalb der Stammwählerschaft auch wenig zutraue. Oder halt jemand von den Progressives...

      Biden hat in den Umfragen Federn gelassen aber das ist nun auch nicht ungewöhnlich. projects.fivethirtyeight.com/b…roval-rating/?cid=rrpromo

      Ich glaube aber auch nicht, dass die Reps nochmal mit Trump antreten.
      Die werden sich jemanden suchen, der für mehr Leute vertretbar und nicht 800 Jahre alt ist. Ich habe mich ein bisschen in die Kommentarspalten vertieft und der Pro-Biden-Tenor ist nach wie vor extrem stark "immer noch besser als Trump". Aber irgendwann wird das auch nicht mehr ausreichend sein, er wird eine selbstständig positive Biographie aufbauen müssen.


      So ziemlich alle Beobachter auf beiden Seiten des Atlantiks betrachten das Phänomen Trump ja eher so rum, dass Trump mit den Reps angetreten ist. Nachdem selbst ein Angriff auf das Capitol mit mehreren Toten nicht gereicht hat, um Trump wirklich loszuwerden, habe ich meine Zweifel. McConnell würde zwar gerne, aber selbst er kann es trotz der Geldtöpfe auf denen er hockt nicht so richtig.

      ​Das mit unseren eigenen Wahlen macht mich langsam übrigens dezent wahnsinnig.
      Wenn es den Scholz allein gäbe, hätte ich ihn schon vier mal gewählt. Aber nicht in dem Paket. Jetzt habe ich mich gestern mal in das Wahlprogramm der Grünen vertieft. Gute Güte, das liest sich wie Young Adult Fantasy.


      Ich verstehe die Union auch einfach nicht. Was die Grünen machen ist ihre übliche Kirchentags-Poesie für Kernwähler und Altmitglieder, darunter schimmern immerhin einige sinnvolle Ansätze durch. Mag ich nur bedingt, aber immerhin kann ich rational verstehen, warum das Programm so aussieht. Bei den Sozialdemokraten sieht es mir jenseits von Scholz eigenen Ideen nach üblichen Klientelgeschenken aus, kann ich ebenfalls nachvollziehen. Bei der Union sieht es hingegen nach gar nichts aus. Warum beschließt man ein Steuerprogramm, indem netto noch weniger und noch besser verdienende Leute entlastet werden als die FDP? Aber die eigentliche Katastrophe bei der Union ist für mich das Personal. Die SPD-Minister, zumindest Scholz, Heil, gewissermaßen auch Schulze, machen einen passablen Job, Maas ist natürlich eine Katastrophe die wohl dem Kabinettspoker 2017 geschuldet war. Die einzige Ministerin der Union, die ich weiterbeschäftigt sehen will, ist AKK. Karliczek ist eine Frechheit sondergleichen, Klöckner veralbert das kernigste Kernklientel der Union überhaupt, die Landwirte, obwohl sie selber sogar vom Hof kommt (Warum zum Teufel lässt man sich bei einer Kampagne für regionale & saisonale Produkte mit einem Glas Orangensaft ablichten?? lzdirekt.de/pos-wissen/news/bio-lockdown-hochrechnung-332), Spahn hat seine Ursprünge als Pharmalobbyist wohl noch nicht so ganz abgelegt und von den CSU-Leuten will ich gar nicht anfangen.
      Dem Median-Demokrat wäre es sicher nicht egal. Aber die weiße Midwest-Working Class und die ethnischen Minderheiten, insbesondere Schwarze, die zwar zuverlässig Dems wählen aber die auch mobilisiert werden müssen, also den verbliebenen Wechselwählern, ist es ziemlich egal oder es wird zumindest keinen Ausschlag bei der Wahl geben. Und gegenüber gerade diesen Gruppen, ist Biden aktuell der einzige sprechfähige Kandidat. Streicht man Harris, bleiben Buttigieg (den mögen die Schwarzen nicht und wohl auch nicht zuletzt auch wegen seiner Homosexualität nicht) sowie Klobuchar und Warren, denen ich außerhalb der Stammwählerschaft auch wenig zutraue. Oder halt jemand von den Progressives...


      Ich hätte tatsächlich eher an Kandidaten aus zweiter Reihe gedacht, die hierzulande gar nicht so geläufig sind wie Newsom oder McAuliffe. Es gibt ja einige jüngere Gouverneure die es versuchen könnten, ohne gleich ganz wild zu werden wie z.B. mit AOC.
      Meinem Eindruck nach hat niemand Biden für einen sonderlichen Überflieger gehalten bzw. waren die Altersbedenken sehr groß. Aber die Demokraten hatten ausreichend Angst um sich bei den Vorwahlen verhältnismäßig diplomatisch zu verhalten (und Sanders den Mund zuzukleben) und ich denke, dass sie durchaus etwas daraus gelernt haben. Das würde vermutlich grundsätzlich auch für einen anderen gemäßigten Kandidaten funktionieren.

      So ziemlich alle Beobachter auf beiden Seiten des Atlantiks betrachten das Phänomen Trump ja eher so rum, dass Trump mit den Reps angetreten ist. Nachdem selbst ein Angriff auf das Capitol mit mehreren Toten nicht gereicht hat, um Trump wirklich loszuwerden, habe ich meine Zweifel. McConnell würde zwar gerne, aber selbst er kann es trotz der Geldtöpfe auf denen er hockt nicht so richtig.


      Ok, dieses Thema ist auch in den USA extrem umstritten. Ich würde deshalb für nichts eine Hand ins Feuer legen. Allerdings hat er mit Twitter ja schon verloren und "nur" 50-60 Prozent aller Republikaner konnten der These vom Wahldiebstahl etwas abgewinnen. Abgesehen davon wurde er bei seiner Erstwahl massiv von den Mercers unterstützt, die sich an der Politik mehr als nur eine blutige Nase geholt haben und seitdem nicht mehr so recht mögen. Auch hier gäbe es von DeSantis bis Rick Scott einen bunten Strauß an Alternativen.

      cnbc.com/2020/11/24/mercer-fam…es-heading-into-2020.html

      Solltest du/ihr irgendwann ein paar Minuten Zeit haben, den Artikel zum Thema fand ich sehr spannend:

      theatlantic.com/politics/archi…06/trump-run-2024/619207/
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      Maegwin wrote:


      Ich hätte tatsächlich eher an Kandidaten aus zweiter Reihe gedacht, die hierzulande gar nicht so geläufig sind wie Newsom oder McAuliffe. Es gibt ja einige jüngere Gouverneure die es versuchen könnten, ohne gleich ganz wild zu werden wie z.B. mit AOC.
      Meinem Eindruck nach hat niemand Biden für einen sonderlichen Überflieger gehalten bzw. waren die Altersbedenken sehr groß. Aber die Demokraten hatten ausreichend Angst um sich bei den Vorwahlen verhältnismäßig diplomatisch zu verhalten (und Sanders den Mund zuzukleben) und ich denke, dass sie durchaus etwas daraus gelernt haben. Das würde vermutlich grundsätzlich auch für einen anderen gemäßigten Kandidaten funktionieren.


      Über McAuliffe weiß ich nicht viel, aber Newsom muss sich doch jetzt sogar einem Recall stellen. Mein Eindruck war bisher nicht, dass er auch nur in Kalifornien übermäßig beliebt ist. Biden ist in die Vorwahlen ja auch schwer gestartet, damit hast du Recht, aber er war halt der einzige verbliebene Mitte-Kandidat, der keine Wählergruppe abgeschreckt hat und ich glaube sein Alter ist zumindest insofern ein Vorteil, dass er politisch sozialisiert wurde bevor der Kulturkampf so richtig eskaliert ist. Mag sicher sein, dass es in der zweiten Reihe Leute gibt, die jetzt nicht so auf dem Schirm sind, aber das ist zumindest riskant.

      Ok, dieses Thema ist auch in den USA extrem umstritten. Ich würde deshalb für nichts eine Hand ins Feuer legen. Allerdings hat er mit Twitter ja schon verloren und "nur" 50-60 Prozent aller Republikaner konnten der These vom Wahldiebstahl etwas abgewinnen. Abgesehen davon wurde er bei seiner Erstwahl massiv von den Mercers unterstützt, die sich an der Politik mehr als nur eine blutige Nase geholt haben und seitdem nicht mehr so recht mögen. Auch hier gäbe es von DeSantis bis Rick Scott einen bunten Strauß an Alternativen.


      Meine Hand ins Feuer legen würde ich auch für gar nichts, dazu scheinen mir die amerikanische Wahlbeobachter selbst schon viel zu sehr im Nebel zu stochern (siehe auch deinen Atlantic-Artikel) aber seit der letzten Wahl neige ich da zum Ultrapessimismus. Wenn man sich die ganzen Umstände anschaut - desaströses Pandemiemanagement mit einer halben Millionen Toten, frühzeitige Ankündigung, das Ergebnis nicht anzuerkennen, der Tod von RBG und der Umgang mit diesem, die eigene Covid-Erkrankung während der er sich, vermutlich umnebelt von Medikamenten, teilweise verhalten hat wie die Parodie auf den Diktator eines autoritären Bananenstaats, dann war das Ergebnis nahezug überragend. Florida mit deutlich größerem Abstand als 2016 gewonnen, Texas wieder einmal deutlich dem vermeintlichen demografischen Trend getrotzt, in den drei entscheidenden Midwests ebenfalls nur knapp verloren sowie in den inzwischen roten den Abstand problemlos gehalten und Arizona und Georgia mit kaum 10k Stimmen.

      Über die Gründe kann man natürlich reichlich spekulieren, aber unterm Strich kommt er bei den entscheidenden Wählergruppen nach wie vor gut an. So wie sich mir die Konstellation darstellt, muss enorm viel passieren, als das die Reps es schaffen, einen Blue State zu erobern - hier scheinen mir maximal noch Maine und New Hampshire in Frage zu kommen - d. h. es kommt umso mehr darauf an, Texas und Florida zu verteidigen und die Midwests zurückzuerobern und dafür braucht man vor allem die Latinos und die weiße Working Class und bei beiden Gruppen glaube ich nicht ohne weiteres, dass irgendein konservativer Kandidat vergleichbare Ergebnisse wie Trump erzielt, vermeintliche Establishment Leute schon gar nicht (auch wenn DeSantis da in der Tat ein Faktor sein könnte, bei dem ich die landesweite Meinung nicht einschätzen kann). Da finde ich es fast wahrscheinlicher, dass Tucker Carlson es probiert.

      Natürlich ist das relativ statisch gedacht, insofern, als das die Wählerfronten bei der Präsidentschaftswahl tatsächlich so verhärtet sind, wie bei den letzten zweieinhalb Wahlen. Bei Kongress- und Senatswahlen gibt es ja durchaus erstaunliche Fluktuationen.

      ​Solltest du/ihr irgendwann ein paar Minuten Zeit haben, den Artikel zum Thema fand ich sehr spannend:

      theatlantic.com/politics/archi…06/trump-run-2024/619207/


      Ja sehr interessant, vor allem auch immer sehr dytopisch sich derzeit mit amerikanischer Politik zu beschäftigen. Lisa Murkowski und Suzanne Collins hatten aber z. B. auch nach RBGs Tod angekündigt, die Turbo-Nachbesetzung nicht ohne weiteres mitzumachen und sind dann doch ziemlich schnell eingeknickt.
      Korrektur: Sind sie nicht, zumindest Murkowski nicht, hatte ich falsch in Erinnerung.

      Post was edited 1 time, last by “Grunkins” ().