Bundestagswahl 2021 - ehemals 2017

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      Ich bin absolut sicher, dass Laschet die Leute zur AfD und FDP treiben wird.
      Erstens ist die Sehnsucht nach "Klartext" und "dem starken Mann" dort besonders groß und zweitens sammelt gerade die AfD Stimmen damit, dass "denen da oben" der kleine Mann egal ist. Und ja, es wirkt tatsächlich gerade, als wären der CDU ihre Stammtischconnections wichtiger als der Wähler. Was für ein desaströses Signal.

      Es ist aus meiner Sicht auch nicht so, dass bei Laschet noch besonders viel zu retten wäre. Wir haben ihn ja ausgiebiger in Aktion bewundern dürfen, als es bei anderen Kandidaten in der Vergangenheit der Fall war.

      Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.
      I have been despised by better men than you.
      Weiß man eigentlich, wie groß die Mehrheit in der CDU-Fraktion für Laschet ist?


      Man weiß nicht einmal, ob es wirklich eine gibt.

      Laschet „ringt um Fassung“: CDU-Leute werben für Söder - Dramatische Momente im Kanzler-Showdown | Politik (merkur.de)

      s. teilweise drastische Updates ab 16.32 Uhr aufwärts

      Seine Parteifreundin Karin Maag berichtet von Druck aus der Basis: „Bei mir laufen im Wahlkreis die Telefone heiß, weil die Menschen wollen, dass ich Markus Söder unterstütze - und das tue ich heute.“


      Der CDU-Abgeordnete Christoph de Vries aus Hamburg sagt: „Es geht um die Frage, bleiben wir führende politische Kraft oder nicht. Wir müssen nur in die Nachbarländer in Italien und Spanien gucken, was dort mit unseren Schwesterparteien passiert ist. Es gibt keine Begeisterung für den Kandidaten Laschet. Markus Söder ist der Bessere.“ Ein anderer Kollege aus Baden-Württemberg verliest Nachrichten von Wählern aus seiner Heimat, die mit Parteiaustritt drohen, wenn Laschet Kandidat wird.


      „Wir dürfen die Umfragen nicht leichtfertig beiseite schieben. Und wir dürfen die Basis nicht vernachlässigen“, sagt sie. „Aus dem gesamten norddeutschen Raum nehme ich Unterstützung für Markus Söder und Austrittsdrohungen bei Laschet wahr.“


      Der Freiburger Abgeordnete Matern von Marschall fasst die Sorge der Söder-Unterstützer im Saal - und teils an den Bildschirmen, die Sitzung der Fraktion läuft hybrid - zusammen: „Wenn der Kanzlerkandidat nicht Markus Söder heißt, dann werde ich meinem Wahlkreis den Wahlkampf weitgehend alleine führen müssen.“



      Es gibt allerdings keine Situation, die so tragisch wäre, dass es nicht auch was zu lachen gäbe:

      Merz:
      Laschet sei zwar nicht der „Liebling in den Umfragen“ und es gebe auch Vorbehalte innerhalb der CDU. Aber zur Identität der CDU gehöre, „dass sie auch bereit ist, sich dem häufig sehr flüchtigen Zeitgeist entgegenzustellen und ihre gewachsenen Wertvorstellungen über die eigene Person zu stellen“, so Merz mit einer Breitseite gegen Söder.
      I have been despised by better men than you.
      Das Merz und Söder sich nicht nur nicht mögen, sondern regelrecht verabscheuen, ist bekannt.
      _____
      Edit um Doppelpost zu vermeiden:

      Ich bin mir in Hinblick auf das Unions-Kanzlerduell ja in keinerlei Hinsicht wirklich sicher.

      Ich könnte mir z. B. vorstellen, dass es für die Wahl im September netto überhaupt keine oder nur eine minimale Rolle spielt. In Deutschland werden traditionell Parteien und nicht Kandidaten gewählt. Aber selbst wenn: Söder ist für einen deutschen Politiker vergleichsweise charismatisch und zieht durch sein Auftreten, alleine schon seine körperliche Präsenz vielleicht Wähler, die sich für Autorität begeistern und verkörpert vielleicht auch einen geradlinigen Kurs, auch wenn der mit seiner realen Politik bekanntermaßen herzlich wenig zu tun hat. Vielleicht hilft ihm dieser Stil bei den etwas rechteren Wählern. Andererseits hat er sich in den letzten beiden Jahren ganz gezielt als Merkels Ziehbursche mit grünen Streifen und strikten Coronakurs positioniert, was potentielle AfD- und FDP-Wähler abschreckt. Bei Laschet ist es genau andersherum: Er verkörpert Merkels Ausgleichen, Herbeiführen von Konsens und Fahren auf Sicht, was für dieses Wählerklientel abschreckend ist. Andererseits hat er in NRW gerade im Bereich Innenpolitik eine sehr konservative Gangart angeschlagen und sich auch wirtschaftspolitisch Richtung MIT und FDP orientiert. Auch gesellschaftspolitisch ist er konservativ, ist im Gegensatz zu AKK aber auch schlau genug, es nicht zu thematisieren, weil er weiß, dass der Kampf für die Union endgültig verloren ist. Man darf auch nicht vergessen, dass er NRW mit einem Ergebnis gewonnen hat, welches selbst in der alten BRD für die CDU mindestens respektabel gewesen wäre.

      Die Umfragen sind natürlich eindeutig, aber ich glaube für die Wahl im September überschaubar relevant. Der Absturz der Union - und die wird ja am Ende gewählt - hängt denke ich eher mit Korruption und dem Krisenmanagement zusammen. Wie groß der Corona-Frame im Wahlkampf sein wird, weiß Keiner.

      Ich weiß auch nicht, wen ich lieber hätte. Auf den ersten Blick Söder, aber andererseits traue ich ihm nicht wirklich. Opportunismus ist für Unionspolitiker auch eine Stärke, aber bei Söder ist der so ausgeprägt, dass er sein Fähnchen auch wieder in einen rechten Wind hängen würde. Seine Lektion aus 2018 hat er genau solange gelernt, wie er nicht von einem rechteren Kurs profitieren kann. Gerade, dass er jetzt versucht, Merz-Stil eines populistischen "Basis-gegen-Parteiführung"-Kurs zu kopieren, lässt mich arg zweifeln. Laschet hat zumindest den Vorteil, dass er, so konservativ er auch in mancher Hinsicht sein mag, niemals in fragwürdige Gefilde abdriften würde. Andererseits waren manche seiner Aussagen zur Pandemie so himmelschreiend doof, und zwar in jeglicher Hinsicht, dass er auch irgendwie "verbrannt" ist. Obwohl sich seine Realpolitik und die Ergebnisse dieser (Inzidenz) dann doch auch kaum von der Bayerns unterscheidet.

      Auch die Wirkung auf die CDU ist ja irgendwie verhext - andererseits will kaum einer außerhalb der Parteiführung lieber mit Laschet in den Wahlkampf, andererseits wäre es eine Art Selbstaufgabe, wenn der PV bereits nach 3 Monaten wieder ausgenudelt wäre. Das die CDU als letzte große Volkspartei Kontinentaleuropas zerfällt, fände ich auch keine angenehme Aussicht, aber auch da haben beide Kandidaten Vor- und Nachteile.

      Ich glaube, unterm Strich wäre mir Söder doch etwas lieber, in dem Sinne, dass sein Stil nach 16 Jahren Merkel-Koma etwas Abwechslung wäre. Wenn er doch ins unangenehme Fahrwasser rutscht, kann gegen ihn wenigstens mobil gemacht werden. Zudem bin ich fest davon überzeugt, dass es Schwarz-Grün geben wird und das ist - was man im Detail auch immer davon halten mag - zumindest mal wieder ein politisches Projekt und nicht nur Verwalten und Geld um die schwarze Null herum verteilen.

      Für die Grünen gilt die Irrelevanz der Kandidatenwahl meiner Meinung nach genauso; wenn sie Habeck aufstellen, haben sie einen Charismatiker, der visionär auftritt und sich dadurch von allen anderen Kandidaten abgrenzt, wenn sie Baerbock nehmen, haben sie eine nüchterne Sachpolitikerin wie sie den Deutschen gewohnt ist die sich schon alleine durch ihr Geschlecht abgrenzt. Im Gegensatz zur Union, die nichts richtig machen kann, können sie nichts falsch machen. Wobei ich glaube, dass Habeck sich am Ende durchsetzen wird, weil er nicht warten kann. In einer Exekutivfunktion kann man nicht 4 Jahre visionär daherschwurbelnd durchs Land ziehen, sondern muss die Visionen tagtäglich an der harten Realität messen lassen. Daher ist Habecks einzige Chance auf die Kanzlerschaft dieses Jahr. Im Gegensatz dazu kann Baerbock sehr wohl eine Legislaturperiode harte Sacharbeit machen und damit 2025 antreten.

      Noch ein Edit:

      Die Nominierung von Maaßen halte ich für die CDU tatsächlich für ein viel dramatischeres Problem, als die Wahl des Kanzlerkandidaten.

      Post was edited 2 times, last by “Grunkins” ().

      ​Ich könnte mir z. B. vorstellen, dass es für die Wahl im September netto überhaupt keine oder nur eine minimale Rolle spielt. In Deutschland werden traditionell Parteien und nicht Kandidaten gewählt.


      Hm. Das war aus meiner Sicht einmal.
      Die SPD ist Sarrazin aber Scholz. Die CDU ist Merkel aber Maaßen. Die Grünen Palmer aber Roth.
      Solche Personalien haben bereits für Massenmigrationen von Wählern von und zu Parteien gesorgt.

      Deutschtürken lassen SPD fallen: Von Thilo Sarrazin vertrieben - Politik - Tagesspiegel


      ​Die Umfragen sind natürlich eindeutig, aber ich glaube für die Wahl im September überschaubar relevant. Der Absturz der Union - und die wird ja am Ende gewählt - hängt denke ich eher mit Korruption und dem Krisenmanagement zusammen.


      Auch das glaube ich nicht. Also - hinsichtlich der voraussichtlichen Wahlentscheidung kann sich natürlich noch viel ändern. Klar. Aber nicht bei den kläglichen Werten, die Laschet zum Beispiel bei Führungsstärke zeigt und seinen offensichtlichen Kommunikationsmängeln.
      Ich glaube beides ist bei einem Bundeskanzler nicht zu viel erwartet.

      Auf die Frage „welche Personen des öffentlichen Lebens, egal ob Politiker, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, Künstler oder andere Prominente würden Sie gerne als Bundeskanzler bzw. Bundeskanzlerin sehen?“, antworteten nur drei Prozent mit Armin Laschet. Am meisten konnte auch hier Markus Söder überzeugen. 36 Prozent der Befragten nannten Bayerns Ministerpräsidenten.


      (1) Wahlforscher Thorsten Faas: „Laschets Umfragewerte sind eine Bürde für die Union“ - Politik - Tagesspiegel

      ​Die Nominierung von Maaßen halte ich für die CDU tatsächlich für ein viel dramatischeres Problem, als die Wahl des Kanzlerkandidaten.


      Es ist ein dramatisches Problem, ja.
      I have been despised by better men than you.

      el_drogo wrote:

      Im Spiegel las ich heute einen Artikel, der ziemlich fies gegen Söder schiesst.
      spiegel.de/politik/deutschland…ee-4930-b126-2122b5341573

      Was sagt ihr dazu? Sind die Anschuldigungen bzw. Behauptungen berechtigt?


      Es ist einfach übertrieben und Söder ist immerhin schon Ministerpräsident. Die Trumpvergleiche sind einfach unter aller Kanone. Diesen Vergleich habe ich die Woche schon in einer Talkshow gehört. Ich finde die Medien schießen sich zu sehr auf Söder ein. Da kamen schon einige Kommentare, die ich ziemlich irritierend fand und die über eine neutrale Berichterstattung weit hinaus gehen. Gestern hat Frau Maischberger regelrecht auf Dorothee Bär eingeschlagen, während die Laschetänhängerin im Hintergrund gelächelt hat. Letztere erzählt irgendetwas über die Fraktionssitzung und war gar nicht dabei. Als Frau Bär das einfach nur richtig stellen wollte, krätscht Frau Maischberger rein.

      Ich verstehe auch nicht, wieso irgendwelche internen Machtstrukturen in der CDU von den Medien gehypt werden. Also wollen wir keine innerparteiliche Demokratie bzw. Demokratie in der Union? Wieso soll es denn bitte in Stein gemeiselt sein, dass der nächste CDU Vorsitzende der Kanzler wird? Ich meine, jetzt mal Tacheles: Bei der Wahl zum CDU-Vorsitzenden hatte Merz einfach mehr Stimmen. Also souverän sieht anders aus. Im 2. Wahlgang hat Röttgen quasi Laschet empfohlen und der gewann dadurch gerade mal so den Vorsitz. Mir wird schon übel bei dem Gedanken, wenn Merz als "Dank für sein Eingreifen" Wirtschaftsminister werden sollte.
      Mal abgesehen davon, dass die CDU ohne die CSU überhaupt keine Chance mehr hätte, die stärkste Fraktion zu stellen. So unwichtig wie die CSU hingestellt wird, ist sie also gar nicht.

      Pekkorino wrote:

      Ich bin der Überzeugung dass hinter dem Bigotten Getue ein extrem gefährlicher Mensch lauert.


      Bei Laschet stimme ich da zu. :)

      Edit: einige üble Typos korrigiert, sorry

      Post was edited 3 times, last by “Springer” ().

      Maegwin wrote:



      Die SPD ist Sarrazin aber Scholz. Die CDU ist Merkel aber Maaßen. Die Grünen Palmer aber Roth.
      Solche Personalien haben bereits für Massenmigrationen von Wählern von und zu Parteien gesorgt.

      Deutschtürken lassen SPD fallen: Von Thilo Sarrazin vertrieben - Politik - Tagesspiegel



      Der Artikel rechtfertigt seine Überschrift in meinen Augen nicht, dort wird keine Evidenz für die Rolle Sarrazins geliefert, außer Meinungen von Vertreterinnen der SPD, für die das natürlich eine Mischung aus eigener Haltung und bequemer Begründung für die Abwanderung der türkischstämmigen Wähler ist. Ansonsten lese ich das eher so, dass Persönlichkeiten "by proxy" eine Rolle spielen: Natürlich haben Merkel und Laschet entscheidende Effekte auf die türkischstämmigen Wähler, aber eher weil sie die ganze Partei systematisch aus der teils nahe, teils offen rassistischen Ecke geschoben haben (als Kind der 90er bin ich bei Rückblicken auf die Kampganen der hessischen Koch-CDU jedesmal völlig fassunglos, dass das mal offene Unionspolitik war). Sicherlich hätten die Grünen ohne Baerbock und Habeck nicht den halben Stand von heute, aber eher, weil die beiden den ganzen Stil der Partei endgütlig von links-alternativ auf bürgerlich verschoben haben. Nicht so sehr, weil man sich von ihnen ganz persönlich eine große Wende erhofft. Und in dem Sinne hat Laschet in meinen Augen keinen großen Nachteil, es ist bei ihm vor allem der Punkt Kommunikation.

      Auch das glaube ich nicht. Also - hinsichtlich der voraussichtlichen Wahlentscheidung kann sich natürlich noch viel ändern. Klar. Aber nicht bei den kläglichen Werten, die Laschet zum Beispiel bei Führungsstärke zeigt und seinen offensichtlichen Kommunikationsmängeln.
      Ich glaube beides ist bei einem Bundeskanzler nicht zu viel erwartet.


      Bei Kommunikation würde ich dir wie oben gesagt voll zustimmen, wobei ich auch nicht sicher bin, inwieweit Söders Stärke hier rein pandemiebedingt ist und im Wahlkampf durchhaltbar. Bei Führungsstärke, hm. Da würde ich ihn (Edit: Laschet) tatsächlich nahe bei Merkel ansiedeln. Das innerparteiliche Spiel hat er drauf, sonst hätte er nicht das komplette Präsidium derart geeinigt hinter sich gehabt und auch Röttgen und Merz problemlos integriert bekommen. Innerhalb der Machtsphären sehe ich da wenig Probleme. Und nach außen war Merkel auch nie kommunikationsstark.

      Ich finde es sehr schwer, die Persistenz seiner Corona-Dummheiten einzuschätzen, weil die Persistenz der Pandemie selbst nicht einschätzbar ist und Laschet sich zu anderen Themen bisher kaum bundesweit äußern musste. Wenn uns J+J keinen Strich durch die Rechnung macht, ist Ende Juli die komplette erwachsene Bevölkerung geimpft. Zu anderen Themen sind mir eigentlich keine solchen Desaster bekannt.



      Was man bei Söder auch nicht vergessen darf, er war bisher nicht nur der Posterboy der Bevölkerung, sondern auch der Posterboy der Berichterstattung. Nach den Tagesthemen ernst und pathetisch in die Kamera zu sprechen, kann er in Perfektion. Das Bedürfnis danach wird rasend schnell fallen und in den letzten Tagen konnte man auch schon einen harten Schwenk in vielen Medien zu wesentlich kritischere Beurteilung von seiner Person und auch Politik nachvollziehen.

      Na ja - ein historisch-ästhetisches Argument hätte ich noch für Söder, irgendwie fände ich es konsequent, wenn die wirtschaftlich-technologisch und im Ausland zumindest auch kulturelle Dominanz Bayerns in Deutschland seit ca. 2 Jahrzehnten dann irgendwann auch in die CSU Kanzlerschaft mündet :D


      Gespannt darf man wohl auch auf die SPD sein, bisher scheint es ja keinerlei Scholz-Effekt zu geben und ich habe bei seiner Nominierung ohnehin schon gedacht, dass es vermutlich ein vergiftetes Geschenk ist. Mindestens Esken und Kühnert - Borjans kann ich nicht einschätzen - wollen eigentlich in die Opposition und sie wollen nach links, also lassen sie den letzten aus der Agenda-Reihe die große Niederlage einfahren um ihren Linksschwenk dann ohne Widerstand vollziehen zu können. Wenn sie wirklich bei 13-14% bundesweit landen, könnte ich mir sogar eine Tendenz Richtung Fusion mit der Linken wieder vorstellen, als mittel- bis langfristiges Konzept.

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      Dreenan Kel Zalan wrote:

      Das überrascht mich jetzt schon.
      Ich hätte nicht gedacht das Söder zurückzieht.

      Ich hatte irgendwie auch gedacht er schüttelt noch ein Ass aus dem Ärmel. Aber naja, er hat ja erst gestern nochmal betont, dass er jede Entscheidung des Vorstandes bedingungslos akzeptiert. Warum genau der Vorstand sich zwei mal entscheiden musste, verstehe ich allerdings auch nicht.

      Als Deutscher würde ich aus Protest Grün wählen. :D
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.
      Mir hat gestern einer gesagt: Dass sind zwar alles Volldeppen bei der CDU/CSU aber ich kann doch nicht im Ernst Grün wählen.

      Ich bin auch völlig ratlos was ich dieses mal machen soll. Es hat zwar noch etwas hin, aber Söder geht gar nicht mehr und in meinem Herzen sind viele grünen Stellen. Aber das wie die das machen wollen ohne nach einem Jahr war alles verboten noch mehr zu verbieten und unseren Standort vielleicht noch mehr schwächen ?
      Ich würde gerne Kreuze machen bei Dingen die ich will. Nicht bei einer Gruppierung. Danach auswerten und Spezialisten dafür fahren dann nach Berlin.

      Allein der Gedanke dass Toni Hofreiter ein Ministeramt bekommt versetzt mich in Angst und Schrecken :D
      Religionskriege sind Konflikte zwischen erwachsenen Menschen, bei denen es darum geht, wer den cooleren, imaginaeren Freund hat
      Der Artikel rechtfertigt seine Überschrift in meinen Augen nicht, dort wird keine Evidenz für die Rolle Sarrazins geliefert, außer Meinungen von Vertreterinnen der SPD, für die das natürlich eine Mischung aus eigener Haltung und bequemer Begründung für die Abwanderung der türkischstämmigen Wähler ist.


      Herr Prof. Dr. Usculan ist politisch immer sehr neutral und zurückhaltend, es gab auch andere Artikel, in denen die Studienleiter sich direkter aussprachen:
      Wie Deutschtürken wählen: Von Stammparteien enttäuscht - taz.de

      Bei Kommunikation würde ich dir wie oben gesagt voll zustimmen, wobei ich auch nicht sicher bin, inwieweit Söders Stärke hier rein pandemiebedingt ist und im Wahlkampf durchhaltbar. Bei Führungsstärke, hm. Da würde ich ihn (Edit: Laschet) tatsächlich nahe bei Merkel ansiedeln. Das innerparteiliche Spiel hat er drauf, sonst hätte er nicht das komplette Präsidium derart geeinigt hinter sich gehabt und auch Röttgen und Merz problemlos integriert bekommen. Innerhalb der Machtsphären sehe ich da wenig Probleme. Und nach außen war Merkel auch nie kommunikationsstark.


      Merkel ist nicht kommunikationsstark im Social Media Sinne und hat auch kein Gespür für kräftige, schlagzeilentaugliche Zitate wie es Söder hat. Allerdings kamen mir ihre Ansprachen im aller schlimmsten Fall auf etwas überhöhte Art weltfremd vor - wie die duldsame Mama, die dem plärrenden fünfjährigen Eliah-Sven an der Kasse erklärt, dass es das Chipspäckle nicht gibt, weil sie zu viele Konservierungsstoffe enthalten und das Mikroplastik das Grundwasser verunreinigen könnte. Und eigentlich möchte der ganze restliche Supermarkt einfach nur, dass sie ihm das verdammte Päckchen wegnimmt oder - noch besser - eine reinrotzt.

      Sie ist allerdings nie wie Laschet bei Lanz drei Stunden lang vor laufender Kamera gestorben. "Greifbare Ratlosigkeit" und so. Ich halte die Drucksituation auch für keine gute Ausrede, für Vorfälle wie das Tönnies-Unglück („Das sagt darüber überhaupt nichts aus, weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind und da der Virus herkommt. Das wird überall passieren.“).
      Das muss für die AfD wie ein innerer Parteitag (sic) gewesen sein.

      Die Interna und das politische Programm sind für mich tatsächlich fast schon zweitrangig. Ich habe mittlerweile drei gemäßigte Parteien zwischen denen ich mehr oder weniger frei wählen kann. Tatsächlich fand ich einige von Söders Maßnahmen vollkommen wirr - so diese verrückte Sputnik-Sache, die niemand gebraucht hat und die außenpolitisch betrachtet auch noch zum vollkommen falschen Zeitpunkt kam. Außer Wählerfang Ost finde ich dafür keine Erklärung.

      Als Deutscher würde ich aus Protest Grün wählen. :D

      Mir hat gestern einer gesagt: Dass sind zwar alles Volldeppen bei der CDU/CSU aber ich kann doch nicht im Ernst Grün wählen.


      Ich würde mittlerweile auch erwägen RonaldMcDonalds zu wählen, so lange er gemäßigt auftritt und auf stabile 30%+ kommt. Diese Zerfaserung bei 10-20 Prozent bei den etablierten Parteien gefällt mir aus historischen Gründen überhaupt nicht und ich wäre sehr erleichtert, wenn am Ende einer der beiden Koalitionspartner eindeutig "die Hosen anhat".
      Sonst verlieren sie sich nur wieder auf irgendwelchen Nebenschauplätzen und die Wähler verlieren weiter an Vertrauen.

      Grün wählen ist für mich keine besonders tolle Sache. Mir ist bewusst, dass sie sich mittlerweile über einen Haufen steinwerfender Ex-Kommunisten hinausemanzipiert haben, allerdings interessiert mich der Programmpunkt "Grün" nun mal kein Stück, ich bin Atomkraftbefürworter und Frau Babock hat ziemlich genauso viel Regierungserfahrung wie ich - zumindest wenn man ein Jahrzehnt Foren-Schattendespotismus nicht mitrechnet (dann hat sie weniger).
      Allerdings scheint sie zu wissen, wie ein Tweet funktioniert, außenpolitisch sagt sie mehr oder weniger die richtigen Sachen.. Es ist aus meiner Sicht ein bisschen traurig, aber ich würde mittlerweile davon ausgehen, dass Experten im Hintergrund bewältigen sollten, was es zu bewältigen gibt. Der wichtigste Skill des Politikers ist für mich crowd control.
      Ich warte mal darauf, was die Umfragen vor der Wahl sagen.

      Gespannt darf man wohl auch auf die SPD sein, bisher scheint es ja keinerlei Scholz-Effekt zu geben und ich habe bei seiner Nominierung ohnehin schon gedacht, dass es vermutlich ein vergiftetes Geschenk ist. Mindestens Esken und Kühnert - Borjans kann ich nicht einschätzen - wollen eigentlich in die Opposition und sie wollen nach links, also lassen sie den letzten aus der Agenda-Reihe die große Niederlage einfahren um ihren Linksschwenk dann ohne Widerstand vollziehen zu können.


      Scholzi hat aus meiner Sicht die Wirecard-Problematik sehr geschadet, das mag aber mein verquerer Fokus sein.
      Ich bin nicht sicher, wieviel man als Normalbürger davon mitbekommt.
      I have been despised by better men than you.

      Post was edited 1 time, last by “Maegwin” ().

      Ich les mir das alles von euch durch, kichere ein bisschen dabei und bin mir immer noch nicht sicher, wo der Wahlkampf früher (wieder) losgeht: In Österreich oder in Deutschland?

      Schwarz-Grün in Deutschland könnte aber eher funktionieren als in Österreich, wenn ein Laschet die Mehrheit für die Union noch irgendwie ins Ziel bringt - und sich das mandatsmäßig ohne FDP ausgeht

      So nicht, wird es recht interessant.

      Wie eher nicht harmonisch es werden kann, wenn ein konservativer Populist eine Konservativ-grüne Bundesregierung anführt - inklusive unappetitlichster Postenschacherei - da ist Österreich mal wieder das Zeitreiselabor für Deutschland.
      Oder anders gesagt: Union-Grün mit Laschet: Vorstellbar, dass es irgendwie funktioniert.
      Union-Grün mit Söder: Da prallt dann doch zuviel aufeinander.

      Fakt ist, dass mit Laschet eher keine Koalition Union-FDP-AfD in Frage kommt, wobei ich mir mit Söder da nicht so sicher gewesen wäre.

      Meinung eines unbeteiligten Ausländers.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      @ssnake

      Das ist schon eine recht sonderbare Einschätzung der zwei Nasen. Einhellige Meinung ist eigentlich, dass Laschet der ist, der auch Brücken zum rechten Parteiflügel der CDU schlagen kann, während Söder nichts lieber täte, als von den Grünen eingebrachte Theman als die eigenen zu verkaufen. Der Maggus hat halt schon durch Trial and Error herausgefunden, dass das Anbiedern an rechts keine gute Wahlkampfstrategie ist. Aber gut, mit Würfelarmin als Kanzlerkandidat darf man sich ja berechtigte Hoffnungen machen, dass es sowieso keine Union-geführte Regierung geben wird.
      We all must choose. Man or woman, young or old, lord or peasant, our choices are the same. We choose light or we choose darkness.