Recyclet

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our use of cookies. More details

      Eine Theorie, die mir im Ami-Board aufgefallen & natürlich gar nicht so abwegig ist (schliesslich macht das ja jeder Schriftsteller).
      Hab mich mal wieder ein wenig mit ein paar alten Geschichten beschäftigt, und, ja, da fällt einem schon mal was auf.

      Beispiel 1:
      "A Song for Lya"; die Protagonisten heissen Lyanna (=Lya) und Robb
      (mit Doppel B). Nun, das sind nur Namen....

      Beispiel 2:
      Dirk T'Larien von "Dying of Light" erinnert ein wenig an Ned Stark.

      Beispiel 3:
      Es gibt eine Kurzgeschichte, die spielt parallel im finnisch-sowjetischen Krieg und in einer imaginären Zukunft. Dort ist m.E. eindeutig der Gnom Tyrion dabei - nur fallen mir die Namen der Personen und der Story gerade nicht ein.

      Gibt es da auch aus Eurer Sicht Parallelen?
      Ich habe noch keine anderen Bücher von Martin gelesen (ist irgendwie schwer hier, an welche ran zu kommen :(), daher kann ich die Aussage nicht bestätigen.

      Prinzipiell wäre das aber wahrscheinlich und auch nichts dagegen einzuwenden.
      Ein Werk im Ausmaß wie ASoIaF ist praktisch der Höhepunkt in der Schaffensperiode eines Autors, zumindest wüste ich nicht, wie man das noch toppen könnte.
      In einem Interview hat Martin mal Tipps an junge Möchtegern-Buchautoren gegeben. Er meinte dort, daß man immer klein Anfangen sollte, erst mit Kurzgeschichten, dann nach einiger Zeit die erste Novelle usw. und erst am Schluß ein mehrbändiges Werk.
      Genau das hat Martin ja im Prinzip auch gemacht. Klein angefangen, Charakte erschaffen und mit ihnen experimentiert, die Wirkung auf den Leser überprüft...
      Jetzt sitzt er an dem Werk, was vermutlich der Höhepunkt seines Schaffens sein wird, und läst natürlich all die gewonnenen Erfahrungen einfließen. Das gilt auch für mögliche Charaktere. Hat sich ein Charaktertyp in Kurzgeschichten bewährt, wirkt realistisch und kann in einer Story einiges in Bewegung bringen, dann paßt er auch in ein Werk wie ASoIaF
      Der Heizer aus dem Fiebertraum fällt mir spontan als Blaupause für Hodor ein...allerdings scheint er weniger Grips zu haben und drauf geht er auch ...
      Ich würde nicht von regelrechtem Recycling sprechen, aber glaube schon wie Eddard, daß Martin mit bewährten Strukturen arbeitet. Bei der Charakterisierung hat ihn bestimmt auch die Arbeit für's TV beeinflußt, wo die Rollen bekanntlich oft wichtiger sind als die Handlung.
      Und dann ist da noch seine RPG-Erfahrung aus der Wild-Cards-Zeit, The Great And Mighty Turtle, wie Tyrion seeeehr autobiographisch geprägt...
      Also ich wuerde auch sagen, das es natuerlich einige Parallelen zwischen seinen Charakteren gibt, das Namen gleich sind kann ich auch verstehen, sich Namen zu ueberlegen ist immer das schwierigste, finde ich zumindest.
      Solange er nicht immer wieder die gleichen Charaktere nimt sondern nur einige Wesenszuege uebernimmt finde ich das auch voellig in Ordnung!

      Ob allerdings Hodor intelligenter als "Hairy Mike" ist wage ich zu bezweifeln!

      Er sgat auch in Interviews das er nach seiner Zeit fuer "Die Schoene und das Biest" einiges an Erfahrungen fuer seine Schreibweise gemacht hat.
      @hodor:
      ...The Great And Mighty Turtle...


      Fein, passt.
      Allerdings ist nich immer so klar, (auch bei WildCards nicht...), wer welche Chars erschaffen hat. Bei "Windhaven" noch weniger. Ich habe "Windhaven" nicht sooo als gutes Buch empfunden...und es auf die Turtel-Lisa geschoben. War das fair????

      Sein Gesicht, sein merkwürdiges Halbgesicht, war über alle Maße häßlich, aber als der Tag langsam schwand und die Abenddämmerung eintrat, hatte er sich daran gewöhnt. Immer, wenn [er] in die eine Richtung schritt, sah er völlig normal aus: [...] voll nervöser Energie, die er eng im Zaun hielt, so eng, daß [er] innerlich zu brutzeln schien. [...] Er sah beinahe unschuldig aus.
      Dann schritt er bis zum Rand des Daches, wandte sich um und kam den gleichen Weg zurück. Jetzt war alles ganz anders. Die linke Gesichtshälfte sah unmenschlich aus, eine Landschaft aus zerstörten Ebenen und verbogenen Winkeln, wie sie ein Gesicht einfach nicht haben durfte. Das Fleisch war ein halbes dutzend mal genäht, an anderen Stellen glänzte es dicklich wie Emaille. Auf dieser Seite hatte [er] überhaupt keine Haare, auch kein Ohr - nur ein Loch - [...] Sein Mund war ein lippenloser Schlitz, der sich dauernd bewegte - was am schlimmsten von allem war. Ein Pulsieren, ein groteskes Zucken ging von seinem linken Mundwinkel aus und pflanzte sich über das hügelige Narbengewebe bis zu seiner kahlen Schädeldecke fort.


      Nein, es geht nicht um den Hund!