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      Alte Sorten (Ewald Arenz)

      Der Roman handelt von der Jugendlichen Sally, die sich einer stationären psychiatrischen Behandlung und ihren egozentrischen Eltern entzieht indem sie ganz altmodisch davonläuft. Sie trägt eine riesige innere Wut in sich und geht bei den meisten Menschen in wenigen Minuten an die Decke. Irgendwo im Feld trifft sie auf die Bäuerin Liss, die auf einem alten Bauernhof alleine ein ebenfalls sehr altmodisches, ländliches Leben führt und Sally bei sich aufnimmt. Im Laufe der Zeit entdecken diese beiden sehr einsamen Menschen, dass sie sich verstehen und beginnen aufeinander aufzupassen. Insgesamt lesenswert, wenn auch häufig etwas ungeschliffen.

      Faserland (Christian Kracht)

      Wird vielfach als das Vorbild zu Allegro Pastell genannt, ein Absolvent von Schloss Salem reißt von Sylt zum Bodensee. Der Roman ist Mitte der Neunziger erschienen und soll damals sehr gegenwärtig gewesen sein und viel des Lebensgefühls einer Generation eingefangen haben, es wird ebenfalls sehr viel ästhetisiert. Beurteilen kann ich dies aufgrund meines Alters nicht und somit konnte ich nicht so richtig viel mit dem Buch anfangen. Gestört hat mich auch, dass es nahezu ununterbrochen um Kotzen und Fäkalien geht...
      Im Vergleich zu den Figuren in Allegro Pastell ist mir vor allem aufgefallen, dass der Protagonist über gar keine Selbstkontrolle verfügt, während Erstere ja in Selbstkontrolle baden. Zumindest ein sehr interessanter Kontrast in den Darstellungen des jeweiligen Zeitgeists...

      Harry Potter and the philosopher's stone / HP and the chamber of secrets

      Ich habe Harry Potter auf in Originalsprache begonnen, um mein Alltagsenglisch etwas aufzubessern (kann eine Seminararbeit über ein volkswirtschaftliches Thema in Englisch schreiben, aber wusste nicht, was „Besen“ heißt…) und finde es dafür tatsächlich sehr nützlich. Auch wenn man sich etwas alltagsfernes, magisches Englisch aneignen muss…
      @Grunkins

      Klassiker lesen ist wahrscheinlich nie verkehrt. Von den neueren Büchern klingt insbesondere Underground Railroad sehr interessant. Danke für den Tip!
      Die vielen negativen Rezensionen von Allegro Pastell bei Amazon.de finde ich dagegen eher abschreckend. Da fragt jemand, ob es sich bei dem Werk um eine misslungene Kritik bzw. Satire des Berliner Großstadtyuppies handelt und zieht Vergleiche zu American Psycho von Bret Easton Ellis. Der wollte in diesem Buch bekanntlich den Urtyp des Yuppies aufs Korn nehmen, der in den späten 1980er Jahren als erfolgreicher Investmentbanker durch die Geschäftsviertel Manhattans Jahre streifte. Wie dem auch sei, das Berliner (Nacht-)Leben der 10er Jahre ist mir noch sehr gut in Erinnerung. Ich brauche da jetzt keine Aufrischung.
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade

      a.rogue.prince wrote:

      Die vielen negativen Rezensionen von Allegro Pastell bei Amazon.de finde ich dagegen eher abschreckend. Da fragt jemand, ob es sich bei dem Werk um eine misslungene Kritik bzw. Satire des Berliner Großstadtyuppies handelt und zieht Vergleiche zu American Psycho von Bret Easton Ellis. Der wollte in diesem Buch bekanntlich den Urtyp des Yuppies aufs Korn nehmen, der in den späten 1980er Jahren als erfolgreicher Investmentbanker durch die Geschäftsviertel Manhattans Jahre streifte. Wie dem auch sei, das Berliner (Nacht-)Leben der 10er Jahre ist mir noch sehr gut in Erinnerung. Ich brauche da jetzt keine Aufrischung.


      Habe mir ein paar von den Rezensionen aus Neugierde durchgelesen und hatte den Eindruck, die meisten sind mehr von den Figuren als dem Roman genervt, was nachvollziehbar ist. Der Roman provoziert ja auch gerade damit, dass diese Figuren keine Probleme haben und ihnen dieses wunderbare Designerleben aber auch nicht zum Verhängnis wird. Das zu verknusern dürfte vielen schwer fallen. Eine Yuppie-Satire ist das aber definitiv nicht. Zwar gibt es viele komische Textstellen und man kann ziemlich viel lachen, die emotionale Stärke, Intelligenz und Reflexionsfähigkeit der Figuren macht diese zu vielem, aber ganz sicher nicht zu einem langbärtigen Berliner IT-Hanswurst, der sich Gebetsfahnen ins Zimmer hängt und in Hipsterkaffees versucht Frauen mit feministischen Sprüchen abzuschleppen.

      Grunkins wrote:

      Der Graf von Monte Christo (Alexandre Dumas)


      Habe ich erstmals als Teenager gelesen und war seitdem sehr lange Zeit eines meiner Lieblingsbücher. Habe es nicht nur einmal gelesen.

      Mit den Kindern lese ich gerade gemeinsam "Harry Potter und die Kammer des Schreckens". Das macht gerade Spaß.
      Danach dann "Mio mein Mio" von Astrid Lindgren.

      Ich selbst für mich bin gerade auf der Suche. Zuletzt hing ich am Hörbuch "Qualityland". Großartig! Habe selten so viel gelacht.
      Nachdem ich alles von T. Kingfisher (Ursula Vernon) verschlungen habe*, versuche ich mich gerade an ein paar Klassiker-Rereads.

      Clockwork Boys lesen, unbedingt! Und wenn man pratchettig-gaimennige Bücher mag, dann auch unbedingt den A Wizard's Guide To Defensive Baking und The Seventh Bride - letzteres enthält auch einen guten Schuss Horror, ein bisschen wie Coraline.
      Abgesehens von den Clocktower Wars selbst sind die Bücher wohl als Jugendbücher gedacht, aber auch als Erwachsener toll zu lesen.
      Ich hatte ein sehr lang vermisstes "Sense of Adventure", obwohl ich keins der Bücher als übermäßig tiefsinnig beschreiben würde und sie auch nichts neu erfinden. Aber es sind tolle Schnee & Tee-Bücher für zwischendurch.


      Ansonsten habe ich mich an einem Reread von Bigotti, Nutti und Gigolo versucht (der breiten Masse vermutlich eher bekannt als Dumas Musketiere), bin daran allerdings mal wieder gescheitert.
      Im Gegensatz zum Grafen, der ziemlich gut gealtert ist, sind die Musketiere einfach nur auf misogyne Weise eklig und daneben nicht besonders spannend.
      I have been despised by better men than you.

      Maegwin wrote:


      Ansonsten habe ich mich an einem Reread von Bigotti, Nutti und Gigolo versucht (der breiten Masse vermutlich eher bekannt als Dumas Musketiere), bin daran allerdings mal wieder gescheitert.
      Im Gegensatz zum Grafen, der ziemlich gut gealtert ist, sind die Musketiere einfach nur auf misogyne Weise eklig und daneben nicht besonders spannend.


      Hattest du sie anders in Erinnerung oder warum dann der Versuch eines Rereads? Oder anders: Lohnt sich ein First-Read?
      Hattest du sie anders in Erinnerung oder warum dann der Versuch eines Rereads?


      Ich glaube, ich hatte schon mal irgendwo erwähnt, dass das 19Jh. mein literarisches Steckenpferd ist. Es ist entsprechend verhältnismäßig normal für mich immer mal wieder Werke zu re-readen. Auf die Musketiere bin ich auf Grund einer Doku über die historische Verbreitung von Geschlechtskrankheiten gekommen. :)
      Ich hatte gehofft, ich könnte dem Buch vielleicht eine neue Perspektive abgewinnen, wenn ich es als Anti-Helden-Roman lese aber...

      Lohnt sich ein First-Read?


      nein.
      Es ist im Grunde ein 800 Seiten langer, extrem umständlicher und schwurbeliger Groschenroman. Den Plot auf den die Erzählung heutzutage runtergedampft wird muss man zwischen endlosen Beschreibungen von Saufgelagen, Szenen vorgeblicher Keckheit, der Rache allerbanalster Ehrverletzungen der Marke "guck mich nicht so an" und den oberflächlichen Erwähnungen amouröser Abenteuer suchen.
      Es wird nicht besser, da es sich um Dumas Nacherzählung der Nacherzählung einer 150 Jahre alten Biografie handelt und die Keckheit und Beliebtheit des Betroffenen bei den Damen mit jeder Übertragung mutmaßlich exponentiell zugenommen haben.

      Wenn man Interesse an der Thematik hat, würde ich gleich zu "Memoires de Monsieur d'Artagnan Gatien de Courtils de Sandras" greifen, das stammt wenigstens von einem Zeitgenossen d'Artagnans. Oder nimmt eine Fassung mit "bearbeitet und unzeitgemäße Längen gekürzt".

      Um kurz zu zeigen, was ich mit schwurbselig und umständlich meine:

      Das ist zum Vergleich eine Seite Flaubert:

      projekt-gutenberg.org/flaubert/einfalt/einfalt.html

      Und das ist eine Seite Dumas:

      projekt-gutenberg.org/dumasalt/musket-1/chap003.html
      I have been despised by better men than you.

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      Maegwin wrote:


      nein.
      Es ist im Grunde ein 800 Seiten langer, extrem umständlicher und schwurbeliger Groschenroman. Den Plot auf den die Erzählung heutzutage runtergedampft wird muss man zwischen endlosen Beschreibungen von Saufgelagen, Szenen vorgeblicher Keckheit, der Rache allerbanalster Ehrverletzungen der Marke "guck mich nicht so an" und den oberflächlichen Erwähnungen amouröser Abenteuer suchen.


      Dann danke für die Warnung, nach den positiven Erfahrungen mit dem Grafen hatte ich es auf meiner Leseliste, aber das ermutigt, diese etwas umzustrukturieren.
      Ich habe im Bücherregal eine gekürzte Taschenbuchausgabe von den Musketieren liegen, die ich aber nie durchgelesen habe. Seite 1 fing direkt mit einem Schachtelsatz im Schachtelsatz im Schachtelsatz an. Da musste ich echt mehrfach drüber lesen, weil ich nach x Zeilen nicht glauben konnte, dass da noch kein Punkt war.
      Umständlich und schwurbelig trifft das schon ganz gut.
      Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton
      Ich habe zuletzt die ersten drei Bücher der "Bobiversum" Reihe gelesen.
      Launig-unterhaltsane Sci-Fi, die ich Genre Fans empfehlen kann.

      Die Reihe beginnt mit Bob, einem kürzlich zu reichlich Geld gekommenen Ingenieur, der aus Jux beschließt, seinen Körper nach seinem Tod einfrieren zu lassen, um eine kleine Chance auf ewiges Leben zu bekommen. Dummerweise wird er keine 24 Stunden später überfahren, erwacht 117 Jahre später wieder als Betriebssystem einer Weltraumsonde, und soll für das evangelikanisch-faschistische Nordamerika den Weltraum besetzen.

      Die ersten drei Bände sind eine abgeschlossene Trilogie. Ein vierter Band ist bereits erschienen, der fünfte ist in Arbeit.
      It`s not easy to be a birdplane.

      Ich muss meine Reaktionen haben dürfen!

      VinceYoung wrote:

      Und wie findest du die Reihe bis jetzt? Hab die deutschen Ausgaben hier noch ungelesen liegen. Werde aber bald starten (der neue Abercrombie wird sich vorher noch gegönnt sowie Kings „Der Anschlag“).
      Die Kritiken sind z.B. auf Goodreads seit Jahren hervorragend...


      Ich finde die Serie herausragend, spannende Welt mit interessantem Magiesystem und einer Menge sehr guter Charaktere. Einige Konzepte muten vielleicht etwas seltsam an z. B. das normalerweise nur Frauen lesen können, aber man gewöhnt sich schnell daran. Ist aber eher was für Leute, die darauf stehen, wenn sich die Handlung nur sehr langsam aufbaut, gerade der 1. Band zieht sich doch ganz schön in die Länge und teilweise ist das bei den anderen Bänden auch so.

      Obrac wrote:

      Hat eventuell jemand die Fourth-Monkey-Trilogie von J.D. Barker gelesen? Ich würde mich nämlich gerne mal mit jemandem darüber austauschen Falls sich ein paar Diskutanten finden, könnte dafür, um Spoiler für andere zu vermeiden, eventuell einen neuen Thread eröffnen.

      Ich bin seit gestern durch.
      Durchaus spannend und lesenswert, aber vor allem im letzten Buch auch arg konstruiert.
      It`s not easy to be a birdplane.

      Ich muss meine Reaktionen haben dürfen!
      Ich habe mir das Buch "Die Narrenkrone" von Boris Koch vorbestellt. Es ist die Fortsetzung von "Der Dornenthron". Es handelt sich bei dieser Geschichte um eine düstere und teilweise brutale Neuinterpretation des Kindermärchens "Dornröschen" Mich hat schon das erste Buch sehr gefesselt und ich bin gespannt, wie es weitergeht.

      HappyTime wrote:

      Obrac wrote:

      Hat eventuell jemand die Fourth-Monkey-Trilogie von J.D. Barker gelesen? Ich würde mich nämlich gerne mal mit jemandem darüber austauschen Falls sich ein paar Diskutanten finden, könnte dafür, um Spoiler für andere zu vermeiden, eventuell einen neuen Thread eröffnen.

      Ich bin seit gestern durch.
      Durchaus spannend und lesenswert, aber vor allem im letzten Buch auch arg konstruiert.


      Ich glaube, ich habe mittlerweile auch wieder einiges vergessen, aber was ich mich nach Abschluss des Buches gefragt habe:

      Show Spoiler
      Was ist eigentlich mit Mrs. Carter passiert? Es taucht ja so ziemlich jeder irgendwann wieder auf. Oder habe ich das einfach überlesen?
      Ich habe mich lesetechnisch mal wieder an meinem Happy Place (1800-1910) bewegt. Diesmal nur inhaltlich, nicht kontemporär verfasst.

      The Crimson Petal and the White von Michael Faber ist es zunächst geworden, das man zu Recht als modernen Dickens bezeichnen könnte.
      Ich muss zugeben, dass ich im Vorfeld nicht sicher war, ob das Innenleben einer jungen Prostituierten in der beschreibenden Hand eines älteren Herren gut aufgehoben ist, weil ich den Eindruck habe, dass der andere Umgang mit Sexualität (zumindest gegenüber wenig empathischen Exemplaren des haarigeren Geschlechts) oft an der ein oder anderen zwischengeschlechtlichen Übersetzungsschwäche leidet. Ich habe mich ja auch schon ein paar mal über siebzigjährige Kritiker lustig gemacht, die mit Vorliebe Bücher in den Himmel loben in denen sich zwanzigjährige Frauen in siebzigjährige Kritiker verlieben. Allerdings macht das Herr Faber das alles ganz herausragend und herausragend einfühlsam, ebenso wie er auch sonst ein paar der interessantesten Charakterportraits zeichnet, die ich seit langer Zeit gelesen habe.

      Die Schwächen des Buches sind aus meiner Sicht lediglich die "Machart" des Endes und die Länge. Zum Ende möchte ich nichts sagen, zur Länge sei mitgeteilt, dass ich glaubte die Fortschrittsanzeige meines Kindles sei kaputt. Aber nein, das Geschichtlein ist tatsächlich flockige 800-900 Seiten stark und kritische Stimmen behaupten, das wären 300 zu viel. Das ist für mich schwer zu beurteilen, weil der Autor nach Belieben viel showen kann und sehr wenig tellen muss. Ich kann auch nicht beurteilen, was davon man hätte streichen können ohne das Gesamtbild der beschriebenen "slices of life" (einer jungen, wohlerzogenen Dame und ihres Gegenstücks aus armen Verhältnissen) in einer Zeit zu trüben, in der in London auf rund 12 Herren 1 Prostituierte kam.
      Ansonsten bleibt mir nur eine Art Trigger-Warning, es ist ein recht schonungsloses Buch voller böser Wörter und Körperflüssigkeiten ohne voyeuristisch zu sein. Hm. Das ist nicht ganz richtig, tatsächlich ist es sogar im wortwörtlichsten Sinne voyeuristisch aber in guter Absicht, die sich teilweise erst nach und nach entfaltet. Zur Einordnung meiner Einordnung möchte ich anfügen, dass ich neben einem Gegner der Tittisierung des Westeroslandes in GoT auch bekennender Nabokov-Hasser bin. Man darf also halbwegs ernst nehmen, wenn ich behaupte, dass die teilweise drastischen Schilderungen schon ihren guten Zweck erfüllen.

      Ergänzungshalber zum Klappentext hier entlang:

      The Crimson Petal and the White | HMH Books


      Sonst gab es wieder viel leichte Kost, Half a Soul von Frau Atwood möchte ich dabei lobend erwähnen. Es ist eine Art Regency-Märchen das sich um eine junge Dame in einem Universum dreht, in der Kampfmagier einen festen Bestandteil der britischen Adelsgesellschaft stellen und in den Krieg gegen Napoleon geschickt werden. Im Buch selbst gibt es wenig Kampf und Napoleon, dafür viele standes- und unstandesgemäße Verkupplungsversuche, wie das in solchen Regency-Romanen so oft der Fall ist. Man möge sich so eine Art Bridgerton mit Zaubertrallalala vorstellen, das jugendtauglich von Kerstin Gier geschrieben ist.
      War süß und kurzweilig. Süß und kurzweilig hält mich zur Zeit am Leben.

      Seltsamerweise lese ich gerade ein weiteres Buch, das mit der gleichen Grundstruktur versehen ist (England - irgendwas Regency-Victorian rum, Kampfmagier mit adelsgleichen Titeln). Vermutlich gab es irgendein gut verkäufliches Vorbild für dieses Förmchen mit dem jetzt viele Schriftstellerinnen eigene Küchlein backen. Oder es ist irgendein Fanfiction-Trend den ich too-not-masochistic-to-understand bin.

      Oh!

      Und ich habe mir "Zimmer frei - Berliner Pensionswirtinnen im Kaiserreich" bestellt. Und nein, ich bin nicht verrückt. Nur über diesen Artikel eines Berliner Mietervereins gestolpert, den ich äußerst interessant fand.

      Berliner Pensionen - Frau Wirtin und die möblierten Herren | Berliner Mieterverein e.V. (berliner-mieterverein.de)
      I have been despised by better men than you.

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      Ich knabbere derzeit entgegen meiner alten Gewohnheit an mehreren unterschiedlichen Büchern.
      Aus gegebenem Anlass schmökere ich in E. M. Ciorans "Vom Nachteil, geboren zu sein" und Robert Burtons "The Anatomy of Melancholy".
      Cioran muss man m. M. n. gegen seinen Willen doch eher als Literaten lesen, so kann man die aufblitzenden und oft überraschend lustigen und seltsam tröstenden Einträge wirklich wertschätzen.
      "The Anatomy of Melancholy" ist ein Buch, das sich schwer akkurat beschreiben lässt; es handelt sich um eine aus heutiger Sicht sehr eigenartige Mischung aus philosophischer und medizinischer Literatur, die in einem so fließenden wie zitierwütigen Stil geschrieben ist. Burns veröffentlichte es ursprünglich unter dem Pseudonym "Democritus Junior", womit er sich in die geistige Nachfolge eines griechischen Philosophen stellt, der zumindest in Burtons Darstellung durch das Sezieren von Tieren eine anatomische Ursache für Gefühlslagen suchte. Es fällt mir etwas schwer, viel dazu zu sagen – ich bin noch bei der an die Leser gerichtete Vorbemerkung (die übrigens über hundert Seiten lang ist), in der Burns sein Anliegen (über Melancholie schreiben) einerseits erklärt und rechtfertigt, andererseits in zahlreichen Abschweifungen auch Platz für alle möglichen anderen Themen findet. Es ist teils gewollt, teils vielleicht auch ungewollt ein Werk von leiser, gelehrsamer Komik.

      Ansonsten bin ich noch mit "The Fifth Head of Cerberus" von Gene Wolfe beschäftigt. Dies sind drei zusammenhängende Novellen, die such um zwei Weltraumkolonien auf den Zwillingsplaneten Sainte Anne und Sainte Croix drehen. Ich habe bisher nur die erste, titelgebende gelesen, die ursprünglich als allein stehendes Werk veröffentlicht worden ist; mal sehen, wie sich mit den weiteren zwei ein Gesamtbild ergibt.

      Da ich mich gerade pseudo-systematisch durch die Lyrik von T. S. Eliot lese, wollte ich mich, nachdem ich mich bisher eher mit dem Monumentalwerk "The Wasteland" und seinen früheren Arbeiten beschäftigt habe, in nächster Zeit eingehender den Ariel Poems und "Ash Wednesday" widmen, um dann zu den Four Quartets zu kommen. Irgendwer hat mal gesagt, Eliot ist kein Dichter, den man einfach liest, sondern einer, mit dem man lebt; und ich glaube, ich beginne gerade, das langsam zu begreifen.

      Post was edited 1 time, last by “Beren Stark” ().

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