Der Depri-Thread

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      Maegwin wrote:

      Die Empfindungen deiner Mama


      Weiß nicht ganz, was ich von denen denke. Ich habe ausgelassen, dass ich das Ding mit dem Held und Opfer im Kontrast zu ihr fühle. Also auch wenn sie sich erleichtert und schuldlos fühlt, redet sie darüber wie würdevoll ist von meinem Vater war diese Entscheidung zu treffen, um uns weiteres zu ersparen. Momentan will ich ihr natürlich nicht in das reinreden, was sie fühlt.
      Es tut mir sehr leid, dass du etwas so schreckliches erleben musst, Cethleann. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und dass du das alles, mit guter Hilfe, irgendwann verarbeiten kannst.
      Fühl dich auch von mir ganz fest gedrückt.
      Expose yourself to your deepest fear
      After that...you are free
      -Jim Morrison

      Doch es ist Zeit für mich zu lernen, dass nichts für immer bleibt, sowohl das, was gut tut, als auch das, was schmerzt.
      Ich möchte mich allen, aber besonders onyx Worten anschließen.
      Ich wünsche Dir @Cethleann, und auch deiner Mutter nur das Beste und dass ihr es irgendwie schafft auf irgendeine Art auch langfristig euren jeweiligen Frieden mit deinem Vater im Leben wie im Tod zu machen.

      Wenn du reden möchtest, weißt du ja wo wir sind.
      Auch per PN.
      >Angst schneidet tiefer als ein Schwert<

      Cethleann wrote:

      Maegwin wrote:

      Die Empfindungen deiner Mama


      Weiß nicht ganz, was ich von denen denke. Ich habe ausgelassen, dass ich das Ding mit dem Held und Opfer im Kontrast zu ihr fühle. Also auch wenn sie sich erleichtert und schuldlos fühlt, redet sie darüber wie würdevoll ist von meinem Vater war diese Entscheidung zu treffen, um uns weiteres zu ersparen. Momentan will ich ihr natürlich nicht in das reinreden, was sie fühlt.


      Verstehe. Ich bezog mich nur auf die herausgelesene Erleichterung, die weitere Interpretation deiner Mama, mit dem Suizid als bewusste Entscheidung deines Vaters habe ich nicht erkannt. Ich glaube, das mit dem Nichtreinreden ist eine gute Idee.
      Bitte melde dich auf welchem Weg auch immer, wenn du Gesprächspartner brauchst. Ansonsten kann ich die guten Wünsche aus dem Forum nur nochmals bekräftigen.
      I have been despised by better men than you.
      Mit etwas Verspätung auch von mir noch mein Beileid, Ceathleann.

      Suizid in der Familie ist ... einfach nicht mit Worten auszudrücken, auch wenn es zumindest vor zehn Tagen für dich noch nicht als großer Verlust erschien.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Ich weiß immer noch nicht, was ich dazu sagen soll - aber fühl dich einfach ein bisschen umarmt. Also so, wie es dir halt taugt.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Ich freue mich für dich @Cethleann, dass es dir und deiner Mutter jetzt auf gewisse Weise besser geht und euer Leben unkomplizierter geworden ist. So wie ich es hier mitbekommen habe, hat dein Vater euch viel belastet und auch Leid zugefügt, da ist es denke ich völlig klar, dass man auch erleichtert ist, wenn diese Belastung mal ein Ende hat.
      Auch wenn es natürlich tragisch ist, dass dafür erstmal jemand sterben musste. Aber es ist völlig okay nicht so traurig zu sein, wie es der Größtteil der Umwelt vielleicht erwartet.
      Ich wünsche euch beiden weiterhin alles Gute! <3
      >Angst schneidet tiefer als ein Schwert<
      Ich habe in den letzten Wochen schon 2-3 versucht hier zu schreiben, habe es am Ende doch immer wieder gelöscht.
      Wahrscheinlich möchte ich das Forum ein bisschen als Ventil nutzen, aber da ein paar von euch mich im RL kennen, ist eine gewisse Hürde da, bevor man zu persönlich wird.

      Auch möchte ich nicht zu viele Details kundtun, da es sich immerhin um die Krankheit von jemand anderen handelt.

      Meine Freundin/Lebensgefährtin/Verlobte hat vor einigen Wochen eine sehr schwere postpartale Depression entwickelt.
      Über Wochen haben wir versucht das Problem zu Hause zu lösen, mit ärztlicher Unterstützung natürlich, aber es war einfach nicht zu schaffen.
      Seit 10 Tagen ist meine Freundin in stationärer Behandlung. Es wird wohl noch locker 4-6 Wochen dauern, bis sie wieder nach Hause kann.
      Die letzten Wochen waren ohne jede Übertreibung die schwerste und härteste Zeit meines Lebens.
      Das Verhältnis zu meinen Schwiegereltern, die nur ein paar Autominuten entfernt wohnen,und eigentlich eine gute Hilfe sein sollten, ist auch gewaltig in die Hose gegangen.

      Gottseidank kann ich mich auf meine eigene Familie verlassen. Meine Mutter ist aus Schleswig Holstein her gekommen, und kümmert sich fürs erste um unsere Tochter, während ich bei der Arbeit bin.

      Natürlich mache ich mir Sorgen um die Gesundheit meiner Freundin, obwohl ihre Ärzte allesamt große Zuversicht vermitteln.
      Genauso viele Sorgen mache ich mir aber auch um unsere Zukunft, und was ihre Familie betrifft.

      Sehr viel ganz blöder Scheiß im Moment.
      It`s not easy to be a birdplane.

      Ich muss meine Reaktionen haben dürfen!
      Ich drücke Dir/Euch die Daumen das sich alles zum Guten wendet, deine Freundin gesundet und Ihr gestärkt aus der Situation herauskommen werdet.
      Sehr bescheiden die Lage mit den Schwiegereltern.
      "Tigris doofitis ordinaris"
      "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."
      "Der Strike ist dem Räumfehler sein Tod..."
      Von mir auch viel Mitgefühl und Daumengedrücke für deine Freundin, dich und eure Kleinstfamilie. Anhand der ärztlichen Angaben gibt es ja gute Gründe hier positiv gestimmt zu sein.
      Was die Schwiegereltern betrifft tut es mir leid, dass du/ihr in einem vulnerablen Moment rausfinden musstet, dass du nicht im erhofften Ausmaß mit Unterstützung rechnen kannst.
      Ich glaube, wenn deine Freundin zurück ist, wäre es am sinnvollsten sich eine Zeit lang auf nichts anderes als euer Mini-Kernrudel zu konzentrieren und die Frage, ob ihr gegenüber ihren Eltern Konsequenzen daraus zieht auf die gaaaanz lange Entscheidungsbank zu verschieben. Bei einem depressiven Menschen wäre es leider sehr wahrscheinlich, dass sie das "Versagen" ihrer Eltern auch noch auf sich selbst bezieht.

      Pass auf dich auf. Für dich selbst und dein Mini-you.
      I have been despised by better men than you.
      Wünsche dir auch ganz viel Kraft für die bevor stehende Zeit und hoffe, dass es deiner Freundin ganz bald wieder besser geht. Ansonsten kann ich leider keine hilfreichen Gedanken von mir geben, ausser dass ich selbst wohl versuchen würde mir erst mal nicht zu viel Gedanken (und Sorgen) über die Zukunft zu machen, sondern mich aufs Wesentliche im hier und jetzt zu konzentrieren. Ein Problem nach dem nächsten. Schritt für Schritt.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.
      Woran erkennt man, dass man Hilfe braucht?

      Ich bin ja der Typ grenzenloser Optimist und "ich schaff das". Ich habe bis jetzt in meinem Leben immer alles hinbekommen, egal wie schlecht die Ausgangssituation war. Jetzt stehe ich an einem Punkt, für den ich keine Lösung habe. Ich weiß einfach nicht, wie ich meine Situation ändern soll. Problempunkt ist meine Arbeit. Ich komme mit meinem Team nicht mehr klar. Auf der einen Ebene ist es die dienstliche Seite. Kurz: ich habe vor 1,5 Jahren eine neue Kollegin bekommen, die mir über mir steht. Ich arbeite ihr in der Verwaltung zu. Es hat sich aber leider in eine Richtung entwickelt, die für mich untragbar geworden ist. Sie ist auf fachlicher Ebene (Verwaltung, PC) nicht ausgebildet und ungefähr auf dem Stand von vor 20 Jahren. So organisiert sie sich und mittlerweile auch mich. Mich frustriert das extrem. Ich habe das Gespräch gesucht - mit dem Ergebnis, dass ich von unserer gemeinsamen Vorgesetzten den Hinweis bekommen habe, dass sie die Leitung ist und ich so zu arbeiten habe, dass sie klar kommt und auf der anderen Seite mittlerweile für Nix arbeite. Ich habe aufgrund einer fehlenden Datenbank über die Jahre selbst eine mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln nachgebaut (es ist keine Datenbank, aber man kann es so bedienen). Das ganze mit Excel. Da die Zusammenhänge und Formeln der dafür angelegten Listen nicht verstanden werden, wird es nicht genutzt. Jetzt arbeiten wir parallel. Wir haben also alles doppelt. Alles was in Listen eingetragen wird, trage ich noch einmal ein. Ich habe diese "Datenbank" nicht gebaut, weil es lustig ist, sondern, weil sie notwendig ist. Mit meinen Daten darf ich aber nur arbeiten, wenn die vereinfachte Ausführung der Kollegin an die Grenzen kommt. Alles was nicht klappt, worauf sie keine Lust hat und lästig ist, landet bei mir. Das war es aber auch.

      Unsere gemeinsame Vorgesetzte ist die Marke "Zuckerbrot und Peitsche". Damit habe ich von Anfang an ein Problem. Anfangs war ich aber mehr als angewiesen auf den Job, dann kam die Hoffnung, wenn ich mehr investiere, Geduld habe und gut arbeite, legt sich das. Es wird immer schlimmer. Ich werde teils so respektlos behandelt, so würde ich niemanden gegenüber treten. Die Ebene zwischen Führungskraft und mir wird mehr als deutlich gemacht. Auf der anderen Seite werde ich bei Konferenzen vor anderen über den Klee gelobt und nach außen entsteht ein ganz anderes Bild.

      Lange habe ich versucht mich zu ändern, damit ich die notwendige Anerkennung für meine Arbeit, mein Können und im gesamten für mich erhalte. Ein Fass ohne Boden. Auch meine Vorgesetzte ist im Umgang mit dem PC quasi gar nicht ausgebildet. Also kann meine Arbeit auch nicht beurteilt werden. Ich fange hier alles ab, was anfällt, biege gerade und rette. Dafür bekomme ich oft Blumen, Schokolade usw. Das brauche ich nicht. Denn auf der anderen Seiten kommen dann Dinge, die mir die Beine wegziehen, wo ich an mir zweifele, meine Fehler suche etc. Bis vor kurzem zumindest.

      Es ging dann in so eine persönliche Ebene, dass für mich ein imaginärer Schlussstrich gezogen wurde. Ich bin zu dem mental an einem Punkt angekommen, wo ich das ganze (auch auf Grund von Corona - Homeoffice etc) nicht mehr auffangen konnte und kurz weggebrochen bin. Ich bin dann erstmal 1,5 Wochen raus gewesen, was für mich ein kurzer aber wichtiger Wendepunkt war. Das Ziel ist klar, ich muss weg. Aber ein unbefristeter, krisensicherer Job, der gut bezahlt ist, den gibt man nicht salopp her. Damit meine Chancen größer werden, habe ich für mich das Projekt Weiterbildung angefasst und mache jetzt in Eigenorganisation meinen Fachwirt (IHK). Damit öffnen sich hoffentlich mehr Türen.

      Das größte Problem ist die Zeit. Die Weiterbildung dauert berufsbegleitend ca 2 Jahre. Es ist schon sportlich neben der Vollzeit jetzt noch 15 - 20 Stunden Schule dazwischen zu quetschen. Ich habe dazu auch noch drei Kinder (groß, aber nicht weniger Arbeit ;) ) und zwei Hunde. Meine Hunde sind meine Freizeit und mein Ausgleich, trotzdem ist es manchmal mehr ein Muss, als ein Wollen. Nicht die Sache an sich, sondern, weil meine Zeit so wenig ist. Aber eine andere Möglichkeit sehe ich nicht. Und ich weiß halt nicht, wie ich den Umstand jetzt ad hoc ändern kann. Ich habe keine Idee, keine Lösung. Auf der anderen Seite merke ich meinen inneren Widerstand gegen die Situation und wieviel Substanz es mich kostet die Zähne zu beißen und trotzdem das Ding weiter durchzuziehen. Meine Motivation ist natürlich begraben, es ist nur noch Pflichtgefühl. Aber mittlerweile sind auch Dinge, die mir leicht fielen, die mir echt zu schaffen machen. Kann man psychische Belastung körperlich spüren? Ich habe das Gefühl, ich hätte einen Brustpanzer um.

      Ich bin oft an dem Punkt, wo ich denke, ich brauche jetzt jemanden, der mich da raus holt. Ich geh zum Arzt und lass mich krank schreiben. Ich will und ich kann nicht mehr. Dann brech ich kurz weg und dann steh ich auf und mache weiter. Und das auch mit Überzeugung, mich haut nix um und ich schaffe das - wie immer. Die Abstände werden aber immer kürzer.

      Ich habe selbst jetzt beim Schreiben das Gefühl es ist mehr Mimimi als ein echtes Problem. Ich müsste auch wirklich zu tief graben und ausholen, um den jetzigen Zustand und mein Empfinden zu erklären. Es sind einfach unzählige Dinge vorgefallen. Alle für sich nicht dramatisch (oder doch in dem Moment), aber in Summe einfach zerstörend für mich. Und ich schwanke zwischen, ich schaff das nicht alleine und je nach Blickwinkel "Jammer nicht, zieh durch". Wie gesagt, ich merke nur, wie alles gute nach und nach schwindet, es mir immer schwerer fällt mich zu motivieren, etwas positiv zu sehen. Es kommt eher so in Wellen, ich bin am Boden zerstört, sehe keinen Ausweg, weiß nicht weiter und "pff - als wenn ich das nicht packe, was kostet die Welt". Kennt das jemand?
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